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Sendung vom 12. Dezember


Der Blick aus dem All zeigt wie zerbrechlich unsere Erde ist und wie dumm wir sind

1. Der Klimawandel aus dem All gesehen
„Klar sieht, wer von Ferne sieht, nebelhaft, wer Anteil nimmt.” Laotse
Schickt die Verantwortlichen für den Klimawandel und die Relativierer und Zauderer in Politik und Wirtschaft ins All und sie werden als „Linke“ zurückkehren und anderen Sinnes sein. So äußerten sich Klimaaktivisten. Den Gedanken haben wir aufgegriffen und zitieren Astronauten und Kosmonauten aus aller Welt, die – obwohl teilweise einst hart gesottene Bomberpiloten bei der NASA – in lyrischen Worten ihrer Ergriffenheit und ihrem Verantwortungsgefühl Ausdruck geben. Der Beitrag ist nachzulesen in der SiG -Sand im Getriebe - Ausgabe November auf Seite 14. [1]

2. Die Utopie des Sozialismus
In der letzten Sendung haben wir über das neue Buch von Ulrike Hermann „Das Ende des Kapitalismus“ gesprochen. Wir machen weiter mit. "Die Utopie des Sozialismus", Kompass für eine Nachhaltigkeitsrevolution, erschienen 2021, der ist Autor Klaus Dörre.
Ich verwende Teile des Wiener Stadtgespräch vom 13. Oktober 2022. [2]
Klaus Dörre erklärt u.a., dass Kapitalismus sich nicht mehr rentiert, den Zusammenhang zwischen Umweltzerstörung und Wachstumszwang, spricht von neuen Eigentumsformen, der Bedeutung von Belegschaften, was Umweltbewegungen machen müssten, damit ziviler Ungehorsam verstanden wird. Schließlich geht es um die Rolle das Staates bei einer Transformation aber auch wie Beschäftigte aktiv dazu beitragen können. In große Krisen, wie wir sie jetzt immer wieder erleben, können kleine Ereignisse und wenige Menschen einen Wandel auslösen -in die eine oder andere Richtung. Er äußert deutlich seine Bedenken hinsichtlich der Kriegsretorik der Bundesregierung. Einen angestrebten Siegfrieden hält er für verantwortungslos genau so wie das "an die Wand drücken" von Politilkern, die eine Rückkehr zur Diplomatie fordern.
Wir verweisen auch auf eine Studie [3], veröffentlicht von der Informationsstelle Militarisierung, deren Hauptaugenmerk auf den Umweltschäden des US-Militär liegt. Dort ist im Fazit zu lesen:
"Aus den bisherigen Studien und Untersuchungen kann man schlussfolgern, dass das Militär neben der industriellen Landwirtschaft und den fossilen Konzernen weltweit der wahrscheinlich bedeutendste institutionelle Umweltverschmutzer ist."

3. Erzwingungshaft

Wir kommen zu einer oder besser zwei Formen des zivilen Ungehorsams. Die erste wurde von Ernst-Ludwig Iskenius schon 2020 begangen. Da er die verhängte Strafe nicht bezahlen wollte, jedenfalls nicht in die Staatskasse, geht er für 20 Tage in Erzwingungshaft. Wir haben seinen offenen Brief verlesen. [4]

4. Ein Beitrag zur Bedeutung der Meinungsfreiheit
Ein angesehener Politiker der Grünen, seit 40 Jahren Parteimitglied, ehemals Vorsitzender des Rechtsausschusses im Bundestag und nun¬mehr Richter am Bayerischen Verfassungsgerichtshof, geißelt seine Parteigenossen in München in einem offenen Brief und klagt sie einer beschämenden Haltung zur Meinungsfreiheit an. Sie hätten  -so erklärt er – „der Meinungsfreiheit in der Stadt München einen Bärendienst erwiesen“ und sich „vor den Karren derjenigen spannen lassen, die mit dem Totschlagargument eines angeblichen Antisemitismus eine Zensur der Kunst betreiben und gleichzeitig jede Kritik an der Regierungspolitik Israels in die Ecke einer Judenfeindschaft rücken wollen“. Schaden hätten sie auch der engagierten Zivilgesellschaft zugefügt. Dabei vergisst er nicht, auf die unwürdige Haltung der Grünen bei der Abstimmung des Antisemitismusbeschlusses der Stadt München aus dem Jahr 2017 zu verweisen, der schließlich vom Bundesverwaltungsgericht als verfassungswidrig aufgehoben wurde.
Hintergrund ist die Aufführung eines Theaterstücks mit dem Titel „Vögel“ von Wajdi Mouawad, einem kanadisch-libanesischen Dramatiker und dem ersten Gewinner des Europäischen Dramatikerpreises. Jüdische Studenten-verbände hatten Textteile – aus dem Zusammenhang gerissen – als Relati-vierung des Holocausts und als antisemitisch verurteilt. Trotz großer Unter-stützung verschiedener Zeitungen, Wissenschaftler und Politiker, Juden wie Nichtjuden, sah sich das Theater in München wegen der aufgeheizten Stimmung veranlasst, das Stück vorerst vom Spielplan zu nehmen. Die Grü-nen haben hierbei mitgewirkt und sich nicht zur Meinungs- und Kunstfrei-heit bekannt. Wir verlesen den offenen Brief, da er ein wichtiges Signal für die Meinungsfreiheit setzt, die bei aller Entschiedenheit gegen Antisemi-tismus nicht untergehen darf.
Das Metropoltheater München hat eine Presseübersicht veröffentlicht.[5]

[1] www.attac.de/fileadmin/user_upload/bundesebene/SiG/sig_148.pdf
[2] vimeo.com/759394828
[3] www.imi-online.de/download/IMI-Studie2019-7-US-Klima-Web.pdf"
[5] www.metropoltheater.com/stueckdetails/voegel/134.html
[4] blog.ippnw.de/fuer-eure-kriege-zahle-ich-nicht-20-taegige-erzwingungshaft-in-der-jva-buetzow/