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Geplantes Gewerbegebiet Mundelsheim

Genug ist genug – Benzäcker erhalten!Argumente für Stellungnahmen zum FNP bis 1. Okt 21

Bis zum 1. Oktober können Stellungnahmen zu den Planungen für ein neues Gewerbegebiet bei Mundelsheim eingereicht werden – aber auch zum gesamten Flächennutzungsplan des GVV Besigheim!

Wir haben Muster-Argumente und einen Flyer zusammengestellt

Worum geht's? 35 Hektar neben der Obsthalle

Der Zweckverband Industriegebiet Besigheim (Besigheim, Mundelsheim, Gemrigheim, Hessigheim, Neckarwestheim, Walheim) möchte das bestehende interkommunale Gewerbegebiet Ottmarsheimer Höhe abermals erweitern. Das Gebiet Ottmarsheimer  Höhe besteht seit über 45 Jahren und wurde zuletzt im Jahr 2018 mit der Erschließung der Rudolf-Diesel-Straße sowie Herstellung Ringschluss zur Ferdinand-Porsche-Straße erweitert.

Nun gibt es keinen Platz mehr bzw weitere Erweiterungsflächen zeigten sich ungeeignet. Zudem gab es für einen Standort östlich der A81 "Holzweiler Hof" erfolgreichen Widerstand seitens der Aktiven für Natur- und Landschaftsschutz aus Großbottwar. Seit 2020 ist daher eine 35 Hektar große Fläche beidseits des Autobahnzubringers zur A81 neben der Obsthalle im Gespräch = Interkommunales Gewerbegebiet Mundelsheim. Forciert auch von der Regionalversammlung Stuttgart. Der Flächennutzungsplan gestattet aber an dieser Stelle kein Gewerbe. Vielmehr sind die "Benzäcker" ein ausgewiesener Grünzug. Flächennutzungsplan und Regionalplan müssten geändert werden, um den Grünzug für das übliche Gerede "Wohlstand durch Wachstum" wegwiegen zu können.

Südwestpresse, 2018. "Schritt um Schritt Erweiterung". Luftbild vom bestehenden Industriegebiet auf der Ottmarsheimer Höhe mit Teil von Ottmarsheim

Kritik Erweiterung neben Obsthalle

Das Gebiet Benzäcker neben der Obsthalle auf der das Gerwergebiet entstehen soll. Läuft man den Weg bei der Obsthalle hoch, verschwindet die Straße in der Senke und die Autobahn hinter Geländeeinschnitten. Das Gebiet mit Feldern, Waldrand, Osdtbäumen und Obstgärten gewährt Ausblicke ins schwäbische Umland. Gesamte BIlderstrecke

Attac Besigheim nahm die Erweiterung des Zweckverbandsgebiets Mundelsheim ab 2020 im Rahmen des Themas Klimagerechte Mobilität in den Fokus. (Attac Basistext 57, Klimagerechte Mobilität für alle). Denn für das alte wie neue Gewerbegebiet gilt das althergebrachte Argument, es liege günstig an der Autobahn. Die Kritik haben wir umfassender mit Flächenkritik und Wachstumskritik erweitert. Wir argumentieren mit Suffizienz, dem weniger haben wollen müssen. Sketchnote und Wimmelbild Suffizienz, BUND-Jugend

  • Gelände ist mehr als bloßer "ökologisch nicht so wertvoller" Acker, siehe Bilder und Beschreibung oben, Wegeverbindung. Aber bereits landwirtschaftlich genutzte Felder erfüllen ihren Zweck. Ernährung / Futterpflanzen hier statt Felder in Amerika, Böden als Kohlenstoffsenke, Biotope für Feldfauna/ -flora, Kulturlandschaft als Freizeitraum. Unverständlicherweise muss dies immer wieder erklärt werden und Gutachten lassen Ackerbau als verzichtbar erscheinen.
  • Grünzug
  • Möglicher Bereich für Wildkatzenkorridor zwischen den Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald zum Stromberg-Heuchelberg.
  • Ansiedlung Autobahnnähe wird als genial, nutzbare Gelegenheit dargestellt. Sind rein auf die Straße orientierte Gewerbegebiete ohne Bahnanschluss noch zeitgemäß? Verkehr kommt aus dem Umland durch die Orte, A81 ist bereits verstopft.
  • Argumentiert wird mit "weiter großer Bedarf an Gewerbeflächen nördl Stuttgart" Soll man sich weiter in die Wachstumsspirale begeben? Wozu immer mehr Gewerbe im Neckarraum bei Fachkräftemangel? Muss Bedarf immer nachgegeben werden? Nachfragen und Bedarf sind kein Argument für den Automatismus, ein Gewerbegebiet in die Landschaft zu setzen. Der Kapitalismus hat immer Nachfrage bis hin zur totalen Ausbeutung. Die Wirtschaft frägt auch  nach, den Regenwald zu roden/ abzufackeln.
  • "Hochwertiges" soll angesiedelt werden. "Hochwertig" kann auch ein Vorwand sein, um leichter den Flächennutzungsplan (Felder/ Grünzug) ändern zu können. Braucht es für "Hochwertig" die Autobahnnähe? Wäre "Bahnnähe" nicht besser für die Arbeitsplätze?
  • "Innovative Ansiedlungen" sollen kommen. Was ist innovativ? Ist es immer noch "innovativ", eine Fabrikhalle auf einen Acker zu stellen?
  • Wieviele Arbeitsplätze würden durch Robotik wirklich geschaffen werden, um Eingriff zu rechtfertigen?
  • Gebiet würde einfach nur vom knallharten Kapitalismus gefressen werden.

 

 

Kritik Selbstdarstellung Ottmarsheimer Höhe

Der Zweckverband wirbt damit, in unmittelbarer Nähe zum bestehenden Gewerbegebiet Ottmarsheimer Höhe könne man mit dem Flußsteillagen den Beschäftigten eine reizvolle Landschaft bieten. Man hätte gar auf die Ausweisung mehrerer kleinerer Gewerbe- und Industriegebiete in den einzelnen Gemeinden verzichtet und das "reizvolle Neckartal vor weiterer Bebauung freigehalten". Die Realität zeigt eine zugebaute Talaue in Besigheim, das Kernkraftwerk Neckarwestheim, ausgedehnte Gewerbe bei Kirchheim.

Dieser Rest von reizvoller Landschaft wird mit weiterem Zuzug immer stärker beansprucht und zersiedelt. Bei den Felsengärten Hessigheim tritt man sich längst auf die Füße.

Den Hochflächen schreibt man erst gar keine landschaftliche Attraktivität zu. Sind ja "nur" Felder mit "intensiver landwirtschaftlicher Nutzung" und liegen nicht exponiert. Doch hier sind weite Blicke ins Neckartal und über die Höhen möglich, die Äcker erfüllen viele Aufgaben (Lebensgrundlage, Klima, Wasserhaushalt, Biotop).

Ein interkommunales Gewerbegebiet verhindert keine Verwirklichung eigener Ansprüche der Gemeinden. So auch bei den Benzäckern, wo Mundelsheim nur zustimmen will, wenn ein eigenes neues Gewerbegebiet möglich ist.

Um beim angeblichen Verzicht auf  mehrere Gewerbe- und Industriegebiete die industrielle und gewerbliche Entwicklung zu ermöglichen machten damals die Stadt Besigheim und Nacbargemeinden die Fläche zur Bebauung Ottmarsheimer Höhe frei. Heute ist die Region nicht mehr "unterentwickelt", eher überentwickelt. Betrachtet über die kommunalen und regionalen Grenzen hinweg hat die Wirtschaft ihren großzügigen Teil erhalten, Bürgerinnen und Bürger werden  vielfältig und reichhaltig Arbeitsplätze angeboten.