19. November 2015 - NachDenkSeiten, Jens Berger:

NachDenkSeiten

Die Terror-Manipulation

Die Schüsse am 7. Januar waren kaum verklungen, da wurden der Weltöffentlichkeit bereits die Täter präsentiert. Ein von den Profikillern im Tatfahrtzeug vergessener Personalausweis wies die entscheidende Spur. Von da an war klar: „Wir“, wir alle – wir sind die Opfer dieser Aggression gegen unsere Werte, unsere Kultur, unsere Zivilisation. Ob arm, ob reich, ob jung oder alt, ob Bomberpilot oder Antifaschist – unser aller national-kulturelles Kollektiv würde nun zusammenhalten und vereint der äußeren Gefahr ins Auge sehen müssen, die so rücksichtslos und barbarisch mordet, wie es „uns“ nicht einmal im Traum einfiele. Erinnern Sie sich? Der Autor Conrad Schuhler ebenso. In seinem soeben erschienenen Buch „Alles Charlie oder was“ skizziert er das Attentat auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ sowie die hierauf einsetzende Medienhysterie als „Manöver übler islamfeindlicher Propaganda“ und nahezu perfekte Manipulation. Jens Wernicke sprach mit ihm.
[ volltändiges Interview ]

17. November 2015 - IMI, Christoph Marischka:

IMI-Standpunkt 2015/040:
Gegen ihre Regierungen und deren Krieg mit dem Terror
Solidarität mit den Opfern von Paris, Beirut, Bagdad, ...

Der deutsche Bundespräsident hat in Reaktion auf die Anschläge von Paris bei seiner Rede zum Volkstrauertag pathetisch erklärt: „wir beugen unser Haupt vor den Toten, niemals aber beugen wir uns dem Terror“. Die Wahrheit sieht ganz anders aus. Der französische Präsident Hollande hat den Ausnahmezustand ausgerufen und der Polizei erlaubt, ohne richterlichen Beschluss Hausdurchsuchungen durchzuführen, in Deutschland werden ähnliche Maßnahmen und der Einsatz der Bundeswehr im Inneren gefordert. Der Herausgeber der FAZ, Berthold Kohler, wähnt uns „im Weltkrieg“, der Chefredakteur des Tagesspiegel, Stephan-Andreas Casdorff, erklärt unter der Überschrift „Die Weltlage hat sich verändert“ den Freitag, den 13., zur „Zäsur“. Welch eine tiefe Verneigung vor dem Terrorismus, ein paar blutrünstigen und lebensmüden Männern mit Kalaschnikows das zuzugestehen, was hunderttausenden Demonstrant_innen gegen TTIP und griechischen Wähler_innen nicht zugestanden wird: Die Weltlage zu verändern.
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31. Januar 2015 - TELEPOLIS, Peter Vonnahme:

Charlie und die Heuchler

Doppelmoral ist der Nährboden des Terrorismus

Millionen behaupteten am 11. Januar 2015, dass sie Charlie sind ("Je suis Charlie"). Die meisten von ihnen hatten bis zur Nachricht über die Ermordung der zehn Journalisten keine Ahnung, dass es eine Satirezeitschrift namens Charlie Hebdo überhaupt gibt. Dessen ungeachtet nahmen sie über Nacht eine neue Identität an.

     

  • Der Charlie-Hype

  • Muss jeder rechtschaffene Mensch Charlie sein?

  • Wir sind die Guten

  • Falsche Bilder

  • Die Doppelmoral der Guten

  • Was tun?

  • Fehlende Strategie

  • Ein Nachwort zum Journalismus

     

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20. Januar 2015 - Nachdenkseiten, Jens Wernicke:

Der Terror von Paris und die globale Gewaltspirale

Die Morde von Paris haben umgehend nicht nur zu massenweise politischer Instrumentalisierung der Toten, sondern auch zu einem neuen „kollektiven Selbstverständnis“ geführt, das die Gefahr mit sich bringt, „die Barbarei“ im Sinne eines neuen Feindbildes vor allem „im Außen“ und bei „den anderen“ zu verorten, die eigene hingegen zu verschleiern und mehr denn je zu übersehen. Und auch die eigentlichen gesellschaftlichen Konfliktlinien und Sollbruchstellen – beispielsweise eben jene zwischen „Oben“ und „Unten“ – geraten ob dieses neu testierten „Wirs“ rasch aus dem Blick.

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16. Januar 2015 - Neues Deustchland, Sabine Schiffer:

Alle Schubladen gefüllt

Sabine Schiffer über »Charlie Hebdo« und Reflexe,
die die Berichterstattung ersetzen

Die Berichterstattung zu den Anschlägen in Paris geriert sich als großer Reflex. Noch bevor man Vermutungen über die Täter anstellen konnte und einen Personalausweis fand, der sich den Killern der »Charlie Hebdo«-Redaktion zuordnen ließ, waren die Schubladen schon geklärt. Auch ohne jede Möglichkeit, die nun erschossenen Verdächtigen nach ihren Motiven zu befragen, kennen wir diese. Und ohne Untersuchung, durch welche Kugeln die Geiseln im koscheren Supermarkt zu Tode kamen, ist alles bereits zugewiesen.

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14. Januar 2015 - isw, Conrad Schuhler:

Je ne suis pas Charlie oder:
Der 7. Januar als Neuauflage von 9/11

Wider Verlogenheit und Größenwahn deutscher Medien
Die Toten in Paris waren noch nicht bestattet, da hatten sich auch in Deutschland Publizisten und Journalisten aller Art schon in Positur geworfen: Wir alle sind Charlie, wir Journalisten werden auch weiterhin unter Lebensgefahr für Meinungsfreiheit, Wahrheit und die Verteidigung der demokratischen Werte in Europa kämpfen. So, unter anderen, der Herausgeber des Handelsblattes. Der Chef des Springer-Konzerns, Döpfner, ernannte den 7.1., den Tag der Pariser Attentate, zum neuen „9/11“, dem Beginn des „Kampfes gegen Terrorismus“ nach dem verheerenden Anschlag auf das World Trade Center in New York. Die Spiegel-Redaktion trat in voller Mann- und Frauschaftsstärke vor die Kamera und reckte Plakate in die Luft: Je suis Charlie.

„Wir sind Charlie“ wurde „zum Symbol für die bedrohte Öffentlichkeit und demokratisch-rechtsstaatliche Ordnung insgesamt“ (Süddeutsche Zeitung). Viele haben die Losung aus diesem respektablen Grund in die Höhe gehalten. Viele andere haben es getan, die schon dabei sind, Meinungsfreiheit einzuschränken, Menschen auszugliedern aus der Solidar- und Rechtsgemeinschaft. Viele reden von einer „Attacke auf die Republik, auf die Werte der Aufklärung und der Französischen Revolution“ (Spiegel), und sind dabei, mit dem französischen 9/11 einen neuen „Kampf gegen den Terrorismus“ einzuläuten, bei dem diese Werte auf der Strecke bleiben würden.

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10. Januar 2015 - Uri Avnery:

In der ersten Reihe winkend

Die drei islamischen Terroristen hätten stolz auf sich sein können, wenn sie es erlebt und gesehen hätten.

Indem sie zwei Angriffe (nach israelischem Standard ganz gewöhnliche Angriffe) begangen hatten, verursachten sie in ganz Frankreich Panik, ja, schickten Millionen von Menschen auf die Straße, versammelten mehr als 40 Staatsoberhäupter in Paris. Sie veränderten die Landschaft der französischen Hauptstadt und anderer französischer Städte, während Tausende von Soldaten und Polizisten mobilisiert wurden, um jüdische und andere mögliche Ziele zu schützen. Mehrere Tage beherrschten sie die Nachrichten in aller Welt.

Drei Terroristen, die wahrscheinlich allein handelten. Drei !!!

Für andere potentielle islamische Terroristen in Europa und Amerika muss dies wie ein riesiger Erfolg aussehen. Es ist eine Einladung für Individuen und winzige Gruppen, dasselbe überall zu tun.

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9. Januar 2015 - Huffington Post, Michael Lerner:

Um die Pariser Journalisten trauern,
aber trotzdem die Heuchelei bemerken

Als Herausgeber eines progressiven, jüdischen und interreligiösen Magazins, das oft Ansichten wiedergegeben hat, die eine Verurteilung sowohl der Rechten als auch der Linken provoziert haben, hatte ich guten Grund, wegen der Ermordung der Journalistenkollegen in Paris besorgt zu sein. Da ich den Award zum „Magazin des Jahres“des Religion Newswriters-Verbandes in 2014 gewonnen habe und Kritik an Hamas Vorstößen, Israels Städte im letzten Sommer zu bombardieren,(auch wenn ich gleichermaßen Kritik an Israels Übergriffen gegen Zivilpersonen in Gaza) geübt habe, habe ich guten Grund, besorgt zu sein, ob diese Bekanntheit nicht die Chancen erhöht, als Angriffsziel islamistischer Extremisten zu dienen. Aber dann musste ich mich wieder über die Art und Weise wundern, in der das Massaker in Paris von den westlichen Medien dargestellt und umrahmt wurde, als entsetzliche Bedrohung für die westliche Zivilisation, für die Meinungs- und Pressefreiheit. Ich wunderte mich über die überhitzte Art dieser Darstellung. Ich brauchte nicht lange, um zu verstehen, wie problematisch dieses Framing wirklich ist.

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12. Januar 2014 - Nachdenkseiten, Albrecht Müller:

Die gestrige Manifestation von Paris wird, so eindrucksvoll sie auch war, die Möglichkeit zur Sozial- und Medienkritik um Jahre zurückwerfen

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24. Mai 2012 - Luz Maria de Stefano de Lenkait:

Ignoranz und Fehlinterpretation, was diplomatische Signale und Schritte betreffen, konkret im Fall der NATO-Tagung in Chicago und zugehörigen Artikel in der Süddeutschen Zeitung, geben Anlass zu folgender Stellungnahme zu

Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 23.5.2012:
„Die Wandlung des Monsieur Hollande“ von Stefan Ulrich

Fehlerfreier Parcours

Die Abwesenheit des neuen Präsidenten Frankreichs, François Hollande, bei der Eröffnungsrede Obamas zum NATO-Treffen in Camp David (20-21.5.2012) war kein „protokollarischer Patzer“, keine Petitesse, wie Stefan Ulrich in seinem SZ-Artikel „Die Wandlung des Monsieur Hollande“ vom 23.5.2012 meint. Diese Einschätzung ist nicht nur oberflächlich, sondern signalisiert Unkenntnis von Protokoll und diplomatischen Handlungen. Die Anwesenheit oder Abwesenheit bei bestimmten öffentlichen Akten ist Teil der aktiven lebendigen Weltdiplomatie. Dass der französische Präsident François Hollande die Rede des US-amerikanischen Präsidenten verpasste, war ein gut bedachter Schritt. Sollte die neue Regierung Frankreichs für die unsinnigen neuen US-Aufrüstungsprojekte Respekt durch Anwesenheit ihres Staatsoberhauptes vor dem Mann zeigen, der die Abrüstung einst verkündete, jetzt jedoch trotz der schwersten Finanzkrise aller Zeiten das Gegenteil durchsetzen will?

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