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Projektgruppe Soziale Frage
- Archiv Veranstaltungen -

Armut durch
Hartz IV und Corona

Videogespräch
der Attac-Projektgruppe
„Soziale Frage“

mit
Dr. Joachim Rock,

Abteilungsleiter für Arbeit, Soziales und Europa beim Paritätischen Gesamtverband
27.4.2021
Aufzeichnung:
mp3-Datei 1
mp3-Datei 2
Folien

 

Dass das Thema „Armut“ in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, zeigt die Bildzeitung Bremen, die ihm am 9.4.21  die Hauptüberschrift widmet: „Über die Forderung diskutiert Deutschland: Mehr Rente für Arme, weil sie FRÜHER sterben!“
Es gilt den Rechten und Konservativen nicht die Diskussion und die Entscheidungen über die sozialen Sicherungssysteme zu überlassen, die soziale Seite der sozial-ökologischen Transformation umfassender zu behandeln und solidarische Forderungen und Lösungen zu entwickeln.

Im Februar 2021 initiierte der Paritätische Gesamtverband seinen Appell: „Corona trifft Arme besonders hart. Soforthilfen jetzt!“ und machte auf die Situation von Menschen aufmerksam, die auf existenzsichernde Leistungen wie Hartz IV angewiesen sind.
Jetzt wird der Aktionskongress „Armut? Abschaffen!“ für den 10.6.2021 vorbereitet.
"Mit 15,9 Prozent hat die Armutsquote in Deutschland einen historischen Wert erreicht. Es ist die größte gemessene Armut seit der Wiedervereinigung. Über 13 Millionen Menschen sind betroffen.“ (aus: Gegen Armut hilft Geld. Der Paritätische Armutsbericht 2020)
"Die Entwicklung der Ungleichheit in Deutschland ist zutiefst besorgniserregend: Die soziale Polarisierung zwischen Arm und Reich nimmt zu, die 'Mitte' schrumpft, Armutslagen verfestigen sich und aus Armut führen nur wenige Wege hinaus.“ (J.Rock aus "Zeugnisse einer gespaltenen Gesellschaft")

In dem Videogespräch gab Dr. Joachim Rock  einen Input zu  den Schwerpunkten

  • Armut: Regelsatzermittlung - warum 600,- Euro + 100,- Euro Corona-Zulage?
  • Verschärfung der Situation durch Corona
  • Prekäre Arbeitsbedingungen, Harz IV und Grundsicherung: Wege zur Altersarmut
  • Chancen zur Überwindung von Harz IV

Einen wichtigen Raum nahm auch die Frage ein, welche Strategien und Handlungsperspektiven entwickelt werden können. 


Flyer

„Kein Land wird sicher sein, wenn nicht alle geschützt sind“. Der so rasch entwickelte Corona-Impfstoff ist knapp und teuer. Er kommt vor allem denen zu Gute, die Geld, Einfluss und Macht haben. Von globaler Solidarität kann in der Pandemie keine Rede sein. Eine Ursache für die Ungerechtigkeit ist das bestehende Patentsystem, das ganz auf eine gewinnorientierte Wirtschaft zugeschnitten einer globalen gerechten Gesundheitspolitik häufig entgegensteht. Deswegen haben sich Nichtregierungsorganisationen aus über 30 Ländern zusammengeschlossen zur Aktion: „Patente garantieren Gewinne und töten Menschen“. Sie fordern eine Aufhebung des Patentschutzes nicht nur für die neuen Corona-Impfstoffe, sondern für alle unentbehrlichen, lebensrettenden Medikamente.

Über Details der Forderungen und mögliche Erfolgsaussichten informiert Anne Jung, Gesundheitsreferentin und Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit von medico international.