Brief von attac an die Freiburger Banken
Banken für eine zukunftsfähige Gesellschaft?!
Attac will es wissen
Sehr geehrte/r xxx!
Die Folgen der Bankenkrise 2008 sind noch nicht überwunden, viele der alten Risiken bestehen fort und schon schafft uns die Eurokrise neue Probleme. Viele Menschen machen sich Sorgen und fragen nach dem Handeln und der Verantwortung der Banken. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac unternimmt deshalb eine Befragung zur gesellschaftlichen Verantwortung der Institute.
Attac-Freiburg wird die Ergebnisse dieser Befragung in einem Bankentest veröffentlichen, anhand dessen interessierte Freiburger Bürgerinnen und Bürger erkennen können, welche Banken wie mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung umgehen.
Wir recherchieren dafür gründlich in allgemein zugänglichen Quellen. Wir möchten unsere Recherchen nicht abschließen, ohne uns auch an Sie direkt zu gewandt zu haben.
Bitte beantworten Sie doch die folgenden Fragen zu einigen unserer Einschätzung nach zentralen Themen:
I. Wo investiert die Sparkasse/Volksbank/BBBank/Spardabank?
1. Welche ethischen Leitlinien für ihre eigenen Investitionen hat die Sparkasse formuliert? Schließt sie zum Beispiel Investitionen in klimafeindliche Technologien und Atomkraft aus?
2. Investiert die Sparkasse in Agrarrohstoffe? Bietet sie Termingeschäfte oder Indexfonds mit Agrarrohstoffen an?
3. Hat die Sparkasse Geld in der Rüstungsindustrie?
4. In welche klimafreundlichen Technologien investiert die Sparkasse?
5. Welche konkreten kommunalen Projekte und Unternehmen unterstützt die Sparkasse?
6. Gab es Fälle, bei denen die Bank die Gemeinwohl-Auswirkungen ihrer Kredite diskutiert hat? Mit welchen ethischen Argumenten und zu welchen sozio-ökonomische Auswirkungen der finanzierten Vorhaben (z.B. Ansiedlung problematischer Industrie, Massentierhaltungsanlagen)?
7. Beim Umgang mit dem Geld gibt es große Unterschiede. Verzichtet die Bank bewusst auf spekulative Anlagen? Verzichtet sie auf komplexe Anlagen, deren Risiken und Nebenwirkungen nur schwer zu verstehen sind?
8. Betreibt die Bank Investitionen über andere Banken oder Gesellschaften? Macht sie diesen dabei Vorgaben für die Anlagen?
II. Geschäftspolitik:
1. Wie geht die Sparkasse mit Schattenfinanzplätzen um? Wie damit, dass Dachverbandsbanken und Landesbanken dort möglicherweise aktiv sind?
2. Von welchen Fondsgesellschaften bekommt die Sparkasse Provisionen? Wie geht die Bank mit dem Konflikt zwischen Kunden- und Provisionsinteressen um?
3. Ist die Sparkasse Anteilseignerin an einer anderen Bank? Wenn ja, wie weit war diese Bank in Spekulationen mit Subprime-Krediten verwickelt? War die Sparkasse darüber informiert?
Bemüht sich die Bank, über ihren Verband Einfluss zu nehmen auf die Geschäftspolitik ihrer Verbandsbanken (Dekabank und Landesbank)?
4. Welche KommunalpolitikerInnen oder sachkundigen BürgerInnen sitzen im Verwaltungsrat der Sparkasse? Wer sitzt gegebenenfalls im Verwaltungsrat der Landesbank und trägt damit die Mitverantwortung für die Aufsicht über die Geschäftspolitik der Landesbank?
Es wäre schön, wenn Sie unsere Fragen bis zum 16. März beantworten und uns Ihre Antwort per Post oder per Email zukommen lassen könnten. Wir wollen die Diskussion mit Ihnen, vor allem aber mit möglichst vielen Menschen und Entscheidungsträgern weiter führen. Vielen Dank für Ihre Mitwirkung.
Mit freundlichen Grüßen