Im Oktober 2002 verabschiedete das Plenum von Attac Augsburg eine "Grundsatzerklärung" als Ausdruck gemeinsamen Willens. Ausdrücklich bezieht sich dabei Attac-Augsburg auf die acht Thesen "Zwischen Netzwerk und Bewegung" wie sie Attac-Deutschland als die Basis seines Selbstverständnisses formuliert...

Grundsatzerklärung von Attac-Augsburg:

Wer wir sind und was wir wollen

Attac - eine Bewegung im Aufbruch

Seattle, Genua, Stockholm, Florenz, Evian, Paris - Hunderttausende Menschen sind in den letzten Jahren für soziale und ökologische Gerechtigkeit auf die Straße gegangen. Ihr Protest richtete sich gegen die weltweit wachsende soziale Ungleichheit, gegen einen Globalisierungsprozess, der sich an den mächtigen Wirtschaftsinteressen orientiert.

Attac ist aus dieser globalisierungskritischen Bewegung entstanden.

Attac ist eine internationale Bewegung, die sich aus allen sozialen Schichten zusammensetzt.

Attac ist inzwischen in über 40 Ländern der Erde mit circa 90 000 Mitgliedern vertreten.

Auch in Augsburg gibt es seit Anfang 2002 eine Attac-Regionalgruppe.

Globalisierung - viele Verlierer, wenige Gewinner

Unter der Flagge der Globalisierung finden weltweit gewaltige Verteilungskämpfe statt. Multinationale Konzerne, Trusts, Fonds und Versicherungen streiten sich um die Einflussnahme auf die Finanz- und Rohstoffmärkte. Motor dieser Art von Globalisierung sind die internationalen Finanzmärkte. Bank- und Finanzkapital setzen täglich Milliardenbeträge auf den internationalen Finanzmärkten um. Mit ihren Entscheidungen nehmen sie sowohl massiv Einfluss auf nationale Ökonomien, als auch auf gesellschaftliche Entwicklungen und untergraben damit Demokratie.

1,3 Milliarden Menschen müssen mit weniger als einem US - Dollar am Tag leben. Kinder sterben tagtäglich an Hunger und mangelnder Grundversorgung. Dagegen ist das Vermögen der drei reichsten Personen dieser Welt höher als das Bruttosozialprodukt der 48 ärmsten Länder. Das Pro-Kopf- Einkommen der 15 reichsten Staaten lag im Vergleich zu dem der 15 ärmsten Staaten 1970 : 40 mal so hoch, 1995 : 165 mal so hoch. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer, sowohl zwischen Nord und Süd, als auch innerhalb der Gesellschaften.

Neoliberale Ideologie treibt Umverteilung voran

Um die Übernahme von bisher unabhängigen Märkten vorzubereiten, betreiben die Flaggschiffe der Globalisierung - Weltbank, WTO (Welthandelsorganisation) und IWF (Internationaler Währungsfonds) - eine rigorose neoliberale Wirtschaftspolitik.

"Alles für den Markt", "Wenn es den Konzernen gut geht, geht es uns allen gut", so versuchen es uns die Neoliberalen glaubhaft zu versichern.

Doch der breiten Masse der Bevölkerung geht es zunehmend schlechter. Zugunsten der wirtschaftlich Mächtigen findet auf der ganzen Welt ein massiver Umverteilungsprozess des gesellschaftlichen Reichtums statt, gewachsene Sozialsysteme und Kleinexistenzen werden zerschlagen. Globalisierung und Krieg sind zwei Seiten einer Medaille. Privatisierungen und "Deregulierungen" sind Ausdruck des weltweiten Umverteilungsprozesses, der zu weiteren sozialen Konflikten und zu Kriegen führen wird.

Eine andere Welt ist möglich

Attac will ein breites gesellschaftliches Bündnis als Gegenmacht zu den entfesselten Kräften der Märkte bilden. Wir treten für eine demokratische Kontrolle und Regulierung der internationalen Märkte für Kapital, Güter und Dienstleistungen ein. Wir sind davon überzeugt, dass die Wirtschaft den Menschen dienen muss und nicht umgekehrt. Politik muss sich an den Leitlinien von Gerechtigkeit, Demokratie und ökologisch verantwortbarer Entwicklung ausrichten. Deshalb versucht Attac zum einen, konkrete Vorschläge als Antwort auf die Globalisierung zu unterbreiten, zum anderen alternative Entwürfe zur kapitalistischen Wirtschaftsweise zu entwickeln.

Die weltweiten Protestaktionen während des Irakkrieges haben vielerorts eine neue Form des zivilen Ungehorsams gezeigt. Große Mehrheiten der Bevölkerungen verschiedenster Länder haben der menschenverachtenden Kriegspolitik ihrer Regierungen die Gefolgschaft verweigert und deutlich gemacht, welcher Weg eine andere Welt möglich macht:

Die internationale Solidarität von unten.

Global denken - lokal handeln

Bildung und Aktion sind die zwei Seiten der Attac-Arbeit. Über Vorträge, Publikationen und Podiumsdiskussionen versuchen wir die komplexen Zusammenhänge der Globalisierung einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln und Alternativen zum neoliberalen Dogma aufzuzeigen. Mit Aktionen soll der notwendige Druck auf Politik und Wirtschaft zur Umsetzung der Alternativen erzeugt werden.

Attac versteht sich als ein Netzwerk. Wir wollen eine enge Zusammenarbeit aller globalisierungskritischen Bewegungen herstellen, um eine breite Gegen- Öffentlichkeit zu erzeugen. Auch hier in Deutschland bildet Attac ein breites gesellschaftliches Bündnis, das von ver.di, BUND, Pax Christi, medico international, terres des hommes und vielen anderen Organisationen und Verbände unterstützt wird.

Attac setzt darauf, möglichst viele Menschen zu gewinnen, um mit ihnen gemeinsam zu handeln. Im Mittel punkt stehen bei Attac die Menschen, die vor Ort aktiv werden.

In Deutschland gibt es im Oktober 2015 ca. 250 örtliche Attac-Gruppen.

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