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Kurz & bündig

Auf dieser Unterseite beschreiben kurze Beiträge (wenn nicht anders vermerkt von Rolf Oesterlein) aktuelle Entwicklungen und Ereignisse aus dem Kampf (oder auch Nicht-Kampf) gegen die Klima-Katastrophe. Kurz heisst: (möglichst) nicht länger als eine DIN A4 -Seite. Die Form kann nüchtern, aber auch in Gestalt einer Glosse daherkommen, denn an Absurditäten, die außer Widerstand mindestens Hohn & Spott verdienen, ist gemeinhin kein Mangel. Die Texte sind in der Regel vorher, zeitnah zum Stein des Anstoßes, bereits über die Attac-Mainz-Mailingliste kommuniziert worden.

Auch ein Kipp-Punkt: Das "grüne" Wachstum verrußt.

Es ist nur eine kleine Meldung: bei den Industriefirmen nimmt die Bedeutung der "Nachhaltigkeit" ab. Abgesehen davon, dass sich dieser undefiniert-euphemistische Begriff kaum für eine saubere statistische Bewertung eignet, lässt sich aus der Nachricht doch eine Kehrtwende herauslesen.

Als die spätestens 1972 in der politischen Debatte aufgetauchten "Grenzen des Wachstums" (siehe das gleichnamige Buch) nicht mehr ignoriert werden konnten, haben sich zwei Lager gebildet. Das eine sind die Propagandisten des "Grünen Wachstums", das andere deren Kritiker, die die Möglichkeit "grünen" Wachstums in Zweifel ziehen, weil das noch keine Menschenseele auch nur annähernd quantitativ betrachtet (also: durchgerechnet) habe. 

Die Glaubenslehre der Wachstumsanhänger besagt (verkürzt), dass man Wachstum (= Wohlstandsmehrung) ohne gesellschaftlich-persönliche Verhaltensänderungen fortführen könne, wenn man nur mit geeigneten Technologie-Sprüngen erreiche, alle Energieformen zu "elektrifizieren" und den Strom ausschließlich aus Erneuerbaren zu gewinnen. Diese Botschaft kam in der Industrie ausgesprochen gut an, und nahezu jeder Betrieb überlud seine Website mit einer Fülle von tollkühnen Absichtserklä-rungen für baldige "Nachhaltigkeit"; das versprach Imagevorteile und kostete wenig bis gar nichts.

Die Politik stieß ins gleiche Horn und installierte auf EU-Ebene einige Instrumente wie die CO2-Bepreisung und den Emissionshandel. (Helge Peukert hat das in unserer November-Veranstaltung ausführlich dargelegt; Dokumentation siehe Website unserer AG "Sozial-ökologische Transformation"). Diese Instrumente sollten den Weg des Großraums Europa in die Nachhaltigkeit definieren und erzwingen. Es wurden Termine gesetzt, an denen gewisse Zwischenziele erreicht sein sollten. Dazu waren in die Instrumente gewisse  Automatismen eingebaut, die ganz allmählich ein Anziehen der Stellschrauben für die Nachhaltigkeit herbeiführen sollten, etwa durch Erhöhung des  CO2 - Preises oder Verknappung der Emissions-zertifikate, vor allem der kostenlosen. Die anvisierten Jahreszahlen lagen anfangs noch sehr bequem in der Zukunft. Niemand auf der Seite der Wachstumsjünger war beunruhigt; ihre Antipoden waren es sehr wohl und brachten das auch in zahlreichen Publikationen zum Ausdruck (siehe Literaturliste auf der Website).

Doch die Zeit verging, die Zwischenziele rückten näher, die Stellschrauben zogen an. Es wurde ernst. Und pardauz, kamen die ersten Hilferufe aus der Industrie: man könne die Anforderungen nicht schaffen, man solle sie abmildern oder gar aussetzen, sonst müsse man den eigenen Laden schließen oder zumindestens in die weite Ferne  verlagern. Zum Teufel mit der Nachhaltigkeit!

Genau dort stehen wir jetzt. Die Ökonomen des Grünen Wachstums haben keinen Gedanken daran verschwendet, dass ihr Wunsch-Szenario nicht funktionieren könnte. Dass man einen neuen ökonomischen Ansatz braucht, der möglicherweise nur disruptiv einzuführen ist. Helge Peukert hat es nochmals bestätigt: es wird bei den Mainstream-Ökonomen zum Thema "Postwachstum" noch nicht einmal geforscht.

Ob sie endlich begreifen, in welche Sackgasse sie sich verrannt haben, jetzt, da es dem euphemistischen Wohlstands-Sprech an den Kragen geht?

3.3.2026

 

Die alpine Verdrängung der Gletscher

Vor kurzen hat ein TV-Magazin des Bayrischen Rundfunks (immer donnerstags um 22:45 Uhr) der geneigten Zuschauerschaft bildlich dargelegt, dass alle Gletscher in den bayrischen Alpen spätestens in den 30er Jahren dieses Jahrhunderts verschwunden sein werden. Alle. Sämtliche Brems-Versuche gescheitert. Auch das eifrige sommerliche Abdecken der Eispanzer mit großen Planen hat nichts genutzt. 

Gewiss, die Sendung lief zu einem filigran abgestimmten Zeitpunkt, nämlich: der bodenständige Bajuware schaut dann kein Fernsehen mehr, und die Münchner Schickimickis sind noch nicht von ihrem Ausritt nach Schwabing zurückgekehrt. Aber dennoch ist die Großtat bemerkenswert, denn der BR  steht ständig unter der feindseligen Beobachtung der ÖRR-kritischen Landesregierung, derzeit bestehend aus CSU und einer aiwangerartigen Zugabe zur Mehrheitswahrung.

Und nun ist das notorisch den Klimaschutz sabotierende Politlager in Bayern bloßgestellt. Man denkt da etwa an den in Niederhatzkofen geborenen Manfred Weber, der es bis nach Brüssel geschafft hat, um dort alle rechtslastigen Polit-Köpfe zu vereinen im Bemühen, alle Klimaschutz-Maßnahmen der EU abzuschaffen, zu verwässern oder wenigstens zu verzögern, als stünde er auf den Lobbyisten-Lohnzetteln der Fossil-Industrie. Oder an den ehemaligen Bundes-Verkehrsminister Dobrindt, der den Aktivisten der Letzten Generation Terrorismus (Aufbau einer "Klima-RAF") vorgeworfen hat, in einer Sprache, die er möglicherweise bei islamistischen Hasspredigern abgekupfert hat.

Und jetzt? Ham's die Gletscher geschreddert! Die CSU zerstört Bayern. Es wurde ausgesprochen. In Bayern.

Aber sie sind ja nicht allein. In Südtirol etwa sieht es nicht besser aus. Dort zeigt ein anderes Magazin (samstags um 9:35 Uhr auf 3sat) regelmäßig, wie gespalten die Gesellschaft beim Spannungsverhältnis Tourismus versus Klimaschutz ist. Da protestieren die einen gegen den überbordenden Autoverkehr und die hemmungslose zerstörerische Bauwut, die die letzten intakten Regionen erreicht und in den halbintakten kein Ende findet, wie gerade eben im Dienste der Olympischen Spiele; und die anderen, die nach Macht und Profit gieren, in einer Provinz, die schon jetzt das höchste Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt in Italien hat, scheren sich in ihrer Verantwortungslosigkeit einen feuchten Kehricht um die Folgen ihres Tuns.

Vermutlich haben diejenigen, die den Klimawandel ohne Verhaltensänderungen ausschließlich mit technischen Kabinettstückchen bekämpfen wollen, für den Fall des totalen Frostverlustes in den Alpen schon eine Lösung in der Schublade: sie entwickeln einfach neuartige Skier, die auf Schmierseife funktionieren.

28.2.2028

 

Der Zauberer im Weißen Haus

Am 13.2.2026 trat der US-amerikanische Präsidentendarsteller Donald Trump - wie immer mit stolz geschwellter Brust - vor die versammelten Medienleute und berichtete über die "größte Deregulierung in der Geschichte der USA" - so stand es jedenfalls auf einer Tafel neben der Eingangstür des Verkündigungsraums. Die sogenannten Treibhausgase (THG), so habe er gerade eben entschieden, seien in ihren Auswirkungen  überhaupt nicht gesundheitsgefährdend, wie es in einer Verordnung stehe, die er hiermit aufhebe. Damit sind auch alle Vorschriften, die sich auf diese Verordnung beziehen (und die z.B. an vielen Stellen Grenzwerte für schädliche Stoffe vorschreiben), hinfällig, und bisher verbotene klimapolitische Schweinereien sind demgemäß wieder zulässig.

Im Physikstudium lernt man, dass die naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten nur ein Gegenstand zur Erforschung sind - man muss sie ja erst einmal herausfinden -, aber nicht zur Veränderung. Man kann also nicht daran drehen, im Unterschied zu den menschengemachten Gesetzen der Jurisprudenz. Jetzt aber wissen wir, dass das nicht stimmt: sie können jederzeit durch den unbedarftesten Politiker geändert und an seine ideologischen Wünsche angepasst werden. 

Zu erwarten ist nun, dass Trump oder eine ähnlich kompetente Figur auch den 2. Hauptsatz der Thermodynamik abändert oder abschafft, obwohl der zu komplex ist, um ihn hier überhaupt allgemeinverständlich darzustellen. Das wird die Ignoranten aber nicht stören. Sie wären dann auch die Entropie los, diese wahrhaft ätzende Größe, die man schon begrifflich kaum fassen kann. Und dann wäre es auch kein Problem mehr, ein Perpetuum mobile zu bauen, also eine Maschine, die mehr Energie produziert als sie zum Betrieb benötigt. Damit wäre die Menschheit wirklich fein raus.

Einfach irre!

15.2.2026

 

Die Zeitverschwender: wissen sie, was sie tun?

Beim Kampf gegen die Klimakatastrophe drängt die Zeit. Bekanntlich wartet die  Natur nicht, und Forderungen nach einer Verschiebung - sagen wir - des Winters sind so unsinnig, dass sie niemand erhebt. Die Verschiebung von Klimaschutzmaßnahmen sind genauso unsinnig, werden aber von allerlei fehlgeleiteten Spatzen von den Dächern gepfiffen. Das reicht von den lobbyverseuchten EU-Gremien über das deutsche Wirtschaftsministerium bis zu den Innereien der CDU. Bei den letzteren handelt es sich z.B.um den "Wirtschaftsflügel" der CDU (von dem eigentlich noch nie etwas Gutes gekommen ist) und überraschenderweise um den sogenannten "Sozialflügel" (CDA), die beide beim nächsten Parteitag per Antrag die deutschen Klimaziele um 5 Jahre nach hinten verschieben wollten.

Wem wollte die "Wächterin der christlichen Soziallehre" (CDA-Eigenwerbung) mit dieser Verschwendung der knappen Ressource Zeit nutzen? 5 Jahre Verschiebung heißt 5 Jahre lang vermeidbare Treibhausgas-Emissionen zusätzlich - das sind etwa 4 Mrd. Tonnen CO2-Äquivalent -, die Menschenleben kosten werden. Wissen die das? Oder beanspruchen sie den Appell an die göttliche Weltmacht aus Lukas 23, Vers 34: ".... vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!"? Oder trifft eher der Titel eines Buches zu, der Gegenteiliges fordert: "Vergib ihnen nicht, denn sie wissen, was sie tun!"? 

Man kann (und sollte) diese Frage nach Wissen & Gewissen natürlich auch allen anderen professionellen Klimawandel-Ignoranten stellen. Man kann aber auch alle, die sich bedenkenlos bei jeder Gelegenheit in ihre stinkenden Verbrenner-Karossen setzen oder Urlaubsflüge buchen, fragen, ob sie die Auswirkungen ihrer Handlungen überblicken. Ode ob sie sich in der Kant'sche Kategorie der "selbstverschuldeten Unmündigkeit" bewegen. Zumindest für deren Eindämmung soll die AG-Website "Sozial-ökologische Transformation" einen bescheidenen Beitrag leisten.

Allerdings: lesen muss man schon selbst.

8.2.2026

 

Warum das "Grüne Wachstum" nicht funktionieren kann - ein Webinar

Die schwarz-rote Koalition, aber auch die Grünen, propagieren zur Eindämmung des Klimawandels ein Konzept namens "Grünes Wachstum". Demgemäß müssen nur alle Energie-Bedarfe auf elektrische Energieformen und diese allesamt auf erneuerbare umgestellt werden, dann werden alle Industrie-Produkte "grün", auch Problemfälle wie Stahl und Beton. Selbstverständlich steht dann Energie in beliebiger Menge zur Verfügung. Deshalb steigt das Wirtschaftswachstum (BIP)) wie bisher weiter, und niemand muss sich bezüglich seines Wohlstandes einschränken und auf irgendetwas verzichten. Bis das erreicht ist - es sind einige Zukunftsziele terminiert - werden allerdings Treibhausgase mit steigender Klima-Schädlichkeit unvermindert weiteremittiert.

Der Taschenspielertrick dieser "Greenwasher"- Community besteht darin, ihre Aussagen als rein qualitative (statt quantitativer) Absichtserklärungen der allgemeinen Öffentlichkeit vorzusetzen. So wird zum Beispiel nicht ausgerechnet, wieviel Speicherkapazität benötigt wird, um bei 100% Erneuerbare die Wechselhaftigkeit von Wind und Sonnenlicht auszugleichen ("Dunkelflaute"). Nach einigen der in unserer Literaturliste aufgeführten Buchveröffentlichungen tut das jetzt ein brandneues Werk des Wiener Autors Ernst Schriefl mit dem Titel "Raus aus Kohle, Öl und Gas - aber wie?".

Das Ergebnis ist (leider) ernüchternd, wenn man die erforderlichen Speicherkapazitäten und die dazu notwendigen Ressourcen, sowohl Kapital wie Bodenschätze, realisiert, vom Zeitbedarf ganz zu schweigen. Auch der Hoffnungsträger "grüner Wasserstoff" wird quantitativ betrachtet und erweist sich dabei als total vermintes Gelände. Das Fazit: ohne industriellen Rückbau und den massiven Einstieg in gesellschaftliche Suffizienz ist die herannahende Klimakatastrophe nicht annähernd schadlos zu überstehen. Man wird dann alle fieberhaft  erwarteten und realisierbaren technischen Fortschritte durchaus noch zusätzlich benötigen. 

Aber während dieser Phase die Zeit verstreichen zu lassen und parallel zu den technischen Bemühungen  keinerlei emissionssenkende Maßnahmen zu ergreifen, sondern unvermindert Treibgase in die Atmosphäre zu blasen, deren Zersetzung (also: Verschwinden) die gesamte jetzt lebende Menschheit nicht erleben wird, das ist skandalöse Verantwortungslosigkeit. Und es ist blanke Scharlatanerie, die Allgemeinheit in ihrer häufig unreflektierten und maßlosen Anspruchshaltung noch zu bestärken, indem man ihr Wohlstandswachstum und Freiheit von jeglichem Verzicht in Aussicht stellt, während weltweit - wie bei uns im Ahrtal - immer mehr Menschen schon jetzt durch Extremwetterlagen auf ihr wichtigstes Gut - ihr Überleben - verzichten müssen.

Ein Buch mit vielen Zahlen und Berechnungen ist schwierig zu lesen, aber unerlässlich, wenn man die Rattenfänger entlarven will. Und der Text von Schriefl bietet immer wieder Zwischen-Resumées oder ein Teil-Fazit. Man kann also sehr gut selektiv lesen. Gestern, 21.1.2026, hat der Autor auch ein Webinar durchgeführt, das allgemein zugänglich war. Dort wurden die Zusammenhänge, natürlich durch die zeitliche Begrenzung sehr komprimiert, dargestellt und anschließend diskutiert. Am Samstag, den 24.1.2026, um 14:00 Uhr wird es wiederholt, Zugang unter dem Link:   https://meet.apronix.net/energiewende

Es ist geplant, den Vortragsteil (nicht die Diskussion) danach auch auf YouTube einzustellen. Veranstaltung und Buch seien allen Interessierten empfohlen.

22.1.2026

 

Staatsanwaltschaften aller (demokratischer) Länder, vereinigt euch!

Die Initiative World Weather Attribution (WWA, https://www.worldweatherattribution.org/), die u.a. den Zusammenhang von konkreten Extremwetter-Ereignissen mit dem Klimawandel wissenschaftlich untersucht, hat einen neuen Jahresbericht veröffentlicht. Der Bericht zeige, so erläuterte die Leiterin der Institution, die deutsche Physikerin Friederike Otto, dass die Bemühungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen nicht ausreichten, um den globalen Temperaturanstieg und die schlimmsten Auswirkungen zu verhindern. „Entscheidungsträger müssen sich der Realität stellen, dass die anhaltende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen Menschenleben kostet, wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe verursacht und weltweit unumkehrbare Schäden für ganze Gemeinschaften mit sich bringt“, betonte sie. 

Das wirft Fragen auf. "Entscheidungsträger" bringen Menschen ums Leben? Einfach so? Wissenschaftlich verbürgt? Dürfen die das? Kann man nicht schon wegen unterlassener Hilfeleistung in den Knast wandern? Brauchen die Staatsanwaltschaften bei kriminellen Handlungen besondere Aufforderungen (Anzeigen) von dritter Seite, um aktiv zu werden (zu ermitteln)? Nein? Und wo bleiben sie dann, weltweit, mit ihren Aktivitäten? Leben wir im gelobten Westen eigentlich noch in rechtsstaatlichen Verhältnissen? Oder laufen hier tatsächlich massenhaft Leute frei herum, die das schon längst nicht mehr dürften (mit und/oder ohne Immunität)? Trifft etwa der Verdacht zu: je dramatischer die Folgen der Rechtswidrigkeiten (Verbrechen), desto hasenfüßiger agiert die Justiz? Wer wagt eine weltweite Dienstaufsichtsbeschwerde?

18.1.2026

 

Ambivalente Klima-Nachrichten aus Hessen

1. Klimaziele stark gefährdet

Die Hessische Landesregierung lässt sich von einem "Klimabeirat" bei der Klimapolitik beraten. Er besteht aus 5 Professorinnen und Professoren von hessischen Hochschulen (https://www.klimabeirat-hessen.de/klimabeirat-hessen/mitglieder). Am 2. Januar hat die Frankfurter Rundschau im Regionalteil über eine vom Beirat in Auftrag gegebene Studie berichtet, die der Landesregierung attestiert, dass die Erreichung ihrer selbstgesetzten Klima-Ziele stark gefährdet ist (Bericht auf der Website des Beirats verfügbar). Damit liegt Hessen leider im bundesweiten Trend. Aktuell sind Erfolge kaum in Sicht; wenn sich überhaupt etwas in die richtige Richtung bewegt, dann geschieht es viel zu langsam oder zu kleinteilig. Viele Aktionen riechen stark nach Alibi.

 

2. ÖPNV versus Auto-Verkehr

Die taz am 10. Januar hat hingegen eine positive Botschaft zu vermelden: Seit Einführung des kostenlosen ÖPNV-Landestickets für die Landesbediensteten in Hessen (2018) hat dort jeder Achte das eigene Auto abgeschafft. Woraus man schließen kann, dass man unter der Bevölkerung mehr konsequente Klimaschützer vorfindet als unter der politischen Elite.

3. Klima-Dekadenz

Darauf deutet auch das dritte Beispiel aus Hessen hin: Am 9.1.2026 berichtet wiederum die Frankfurter Rundschau, dass der hessische Wirtschaftsminister Mansoori (SPD) seine Staatssekretärin auf eine dienstliche Veranstaltung geschickt habe, die aus einem "Party-Flug" von Frankfurt nach Wien und sofort wieder zurück bestanden hat. Man hatte also keine Gelegenheit, in Grinzing Rainhard Fendrichs "Tango korrupti" zu tanzen. Das Ticket für die Party im Flugzeug hat die ausführende Fluggesellschaft spendiert. Die Kritik an diesem Gebaren konterte Mansoori laut FR folgendermaßen:

"Mansoori nennt die Teilnahme seiner Staatssekretärin „ein bewusstes Signal der Wertschätzung gegenüber Condor“. Die zweitgrößte Airline in Frankfurt sei ein „wichtiger Arbeitgeber und Steuerzahler in Hessen und damit ein bedeutender Faktor für Wertschöpfung und Beschäftigung im Land“. Die Landesregierung lege den Fokus wieder stärker auf die Luftfahrt. „Solche Termine sind Ausdruck von Respekt und partnerschaftlichem Austausch sowie von aktivem Interesse an der Zukunft dieser Schlüsselbranche.“ Damit habe die Reise einen klaren wirtschafts- und standortpolitischen Bezug, äußerte Mansoori."

Abgesehen vom wundersamen Verhältnis gegenüber der Annahme von milden Gaben im Staatsamt drängen sich dem staunenden Beobachter zwei grundsätzliche Fragen auf:

1. Müssen Wirtschaftsminister*innen eigentlich zwangsläufig zu den Brandbeschleunigern des Klimawandels gehören?

2. Was sagt es über den Zustand der Republik und den Scharfrichter "Öffentlichkeit“ aus, wenn nach der Ahrtal-Katastrophe eine Ministerin als Sündenbock zum Rücktritt gedrängt wird, weil sie 10 Tage nach dem Tag des Desasters ihren Urlaub angetreten hat und man ihr deshalb allen Ernstes Mitschuld an den Todesfällen anlastet, aber andere, die eifrig an den Grundlagen für solche Extremwetterlagen arbeiten, ungeschoren davonkommen?

12.1.2026

Das verlorene Klima-C

Bei der Attac-Veranstaltung mit Helge Peukert wurde in der anschließenden Diskussion der an der Mainzer Uni derzeit stattfindende Vorlesungs-Zyklus "Voices for Climate" gelobt - mit Ausnahme des Beitrags der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (in YouTube nachzuverfolgen). Inzwischen muss man sogar sagen, dass selbst die Theologie ihr Scherflein zu dem Thema beigetragen hat. Professor Ruben Zimmermann hat sich der Frage gewidmet "Wäre Jesus Klimaaktivist?", die er auch schon in seinem gleichnamigen Buch behandelt hat.

In seinen Ausführungen kommt er zu einigen verblüffenden Analogien zwischen den Aktivitäten des "erinnerten" Jesus Christus (d.h. wie er in den literarischen Quellen dargestellt ist) und der Letzten Generation: beide treten als "Umkehr-Apokalyptiker" auf, das heißt: sie "verteufeln" den aktuellen Weg der Menschheit und fordern sie zur radikalen Umkehr auf. Sie verfahren nach dem Prinzip "aktiver Gewaltlosigkeit" und führen Symbol-Handlungen aus: Jesus wirft nur einige Händler-Tische im Tempel um, zur Gesamt-Reinigung wäre das Areal zu groß gewesen; die Letzte Generation besprüht Bilder (ohne Beschädigung, mit abwaschbarer Farbe), um auf deren Kostbarkeit hinzuweisen, die anzuerkennen sie auch für den Planeten Erde fordert. Beide Gruppen, Jesus und seine Anhänger wie auch die Letzte Generation, erfahren Hohn und Spott und massive Verfolgung.

Das Symbolhafte bei der Letzten Generation, also die Allegorie zwischen der Wertschätzung der Bilder und des Planeten, hat der Mainstream nicht kapiert, weil der Zusammenhang von der Mehrheit der Medien unterdrückt worden ist. Nicht kapiert wurde er auch von den selbsternannten Stellvertretern des Christentums in der Politik, den beiden Parteien mit dem C. Die Äußerungen eines bayrischen Politikers zur Letzten Generation transportierten keinerlei christlichen Werte, sondern erinnerten eher an die Exzesse von Hasspredigern.

Das legt den Verdacht nahe, dass das berühmte "C" nicht nur vor einiger Zeit durch Greenpeace vor der Berliner Parteizentrale kritisch ins Rampenlicht gezerrt worden ist, sondern tatsächlich auch aus dem Parteiprogramm - zumindest beim Klimaschutz - verschwunden ist und nur noch eine desorientierende wahltaktische Funktion hat.

4.1.2026

 

Entwarnung vor der Klima-Katastrophe?

So denkt offenbar fast die Hälfte der Bevölkerung, wenn man der aktuellen "Mitte-Studie" glauben darf, die die Friedrich-Ebert-Stiftung alle zwei Jahre mit einer Fülle von Befragungen durchführt. Nur noch 56 % der Antwortenden sehen den Klimawandel als „eine große Bedrohung für das Land“ an (Quelle: taz v. 7.11.2025). 

Noch erschreckender: die Tendenz ist sinkend; bei der Befragung vor zwei Jahren lag der Wert noch bei 70 %.  In diesen beiden Jahren haben sich die "weiteren Aussichten" fürs Klima allerdings um keinen Deut zum Besseren gewendet; 
einen Grund für Entspannung gibt es daher nicht. Offenbar ist also schlicht das Problembewusstsein zurückgegangen. 
 
Woran könnte das liegen? Klimawandel-Leugner  und andere gezielt esorientierende Propagandisten gibt es natürlich, aber schon lange und wohl nur in der eigenen Blase wirkungsvoll. Es gibt aber auch jene - durchaus wohlmeinenden - Stimmen, 
die nicht wollen, dass man der Allgemeinheit über das, was zu befürchten ist, reinen Wein einschenkt, weil das zu Angst & Panik und / oder Resignation führen könne. 

Offenbar führt es aber eher zu Verdrängung und Ignoranz. Dagegen hilft,  der Öffentlichkeit unermüdlich die Fakten unter die Nase zu reiben. Dem dient unsere AG "Sozial-ökologische Transformation".

17.11.2025

 

Die vorgestrigen Minister-Fossile

Am vorgestrigen Freitag (24.10.2025), zum Ende der Ministerpräsidenten-Tagung in Mainz, verkündete der Sachse Michael Kretschmer (CDU) vor den Medien als Erkenntnis seines Häufleins, dass es bis & nach 2035 sehr viele E-Autos geben solle, aber auch noch viele neue fantastische Verbrenner-Karossen, denn man sei ja technologieoffen. Wenn man sich vorstellt, der Mann sei von Beruf Auto-Konstrukteur, würde er mit seiner bei der FDP abgekupferten Vokabel inklusive der zugehörigen Gesinnung bei der Frage der Bremse zu einem zweiten Gaspedal tendieren, eben nach allen Seiten offen. Dieser lebensgefährliche Unsinn liegt nahe, denn beim Klimawandel fungieren Verbrenner-Motoren natürlich auch nicht als Bremse, sondern als lebensgefährliches beschleunigendes Gaspedal.

Obwohl die offenbar unausgelasteten föderalen Platzhirsche für das Thema gar nicht zuständig sind (sondern die EU), stellt sich die Frage, ob sie aus Inkompetenz oder aus lobbyistengetriebenem bösen Willen handeln. In einem Rechtsstaat müsste das eigentlich juristisch geklärt werden, zumal die Möglichkeit besteht, dass dabei ein kollektiver Meineid herauskäme. Denn alle haben geschworen: 

"Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe."

Den ministerialen Verbrenner-Enthusiasten hat Gott offenbar nicht geholfen.

  26.10.2025

 

Mit Umfragen Politik machen

Kaum hat die dpa mit einer Umfrage einen fossilen Selbsbetrug inszeniert (s.u), 
indem sie behauptet, 44% der Befragten seien grundsätzlich gegen das Verbrenner-Aus der EU und 19% zumindest für eine Verschiebung auf unbestimmte Zeit über das geplante Jahr 2035 hinaus (am 20.9.2025), da meldet der SPIEGEL - 6 Tage später - in seiner Nummer 40, dass 80% von 7157 Voten für eben dieses Verbrenner-Aus sind. Hat das Wochenmagazin weniger Selbstbetrüger erwischt? 

Wer wissen will, was sich bezüglich Energiewende tatsächlich tut, dem seien die Analysen der KfW-Research-Abteilung empfohlen. Gerade ist wieder ein aktuelles "Energiewende-Barometer " erschienen. In dem Papier stecken zwar auch viele Befragungsergebnisse, aber wesentlich konkretere und sachbezogenere. Man hat wohl einfach konkreter und sachbezogener mit den Befragten gesprochen.

6.10.2025

 

Wie es seriöse Klimaforscher nicht machen sollten

Zwei ehrenwerte Institutionen, die Deutsche Meteorologische Gesellschaft (DMG) und die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), warnen vor einer Beschleunigung der Klima-Erwärmung: sie hätten herausgefunden, es könnte schneller gehen als bisher angenommen, konkret: 3 Grad Erwärmung bereits im Jahr 2050. Und dann kommen andere Stimmen  - z.B. vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) - und posaunen in die ohnehin verunsicherte Weltgeschichte hinaus, das sei ja noch gar nicht sicher.

Naturwissenschaftler sind (leider) keine genialen Kommunikationswissenschaftler, sonst wäre ihnen das Fatale an solchen Verwirrung stiftenden Alleingängen klar.

Die einen wollen verhindern, dass sich die lahme Politik auf der unrealistischen Annahme ausruht, man hätte ja noch genügend Zeit für eher gemächliches Handeln; die anderen wollen Ängste verhindern, die durch noch nicht unabweisbar abgesicherte Erkenntisse hervorgerufen werden. In Wahrheit beruhen die beiden Positionen auf veränderten Wahrscheinlichkeiten - auf veränderten, ja, aber immer noch auf Wahrscheinlichkeiten. Wie man diese allgemeinverständlich mitteilt - eher zurückhaltend an der unteren Grenze (also: vielleicht zu beschönigend?) oder eher Handeln einfordernd an der oberen Grenze (also: vielleicht zu alarmistisch?) oder eher den Range angebend (also: vielleicht zu nichtssagend?) muss man abwägen - aber auf jeden Fall abstimmen, bevor man ins große Horn tutet.

Und die gegenwärtig viel zu lahme Politik wäre auch dann zu lahm, wenn sich keine Wahrscheinlichkeiten geändert hätten. Genau das sollten die Forscher schonungslos in die Debatte werfen anstelle von öffentlichen Hahnenkämpfen, aus denen sich die Politiker dann herauspicken, was ihnen in den Kram passt. Die Lage ist miserabel genug, um den Klima-Saboteuren in Berlin und Brüssel ihre Verantwortungslosigkeit drastisch unter die Nase zu reiben. 

5.10.2025

 

Fossiler Selbstbetrug

Am 20.9.2025 veröffentlichte die Nachrichtenagentur dpa eine eigene Umfrage, gemäß der 44% der Angesprochenen den Interviewern weisgemacht haben, sie wollten bis in alle Ewigkeit mit ihren Autos Treibhausgase in die Atmosphäre blasen. Haben sie auch ihre Bereitschaft erklärt, demnächst in Ahrtal-Fluten oder anderen Extrem-Ereignissen ums Leben zu kommen? Oder bei zusammenbrechenden Lieferketten mit exorbitant steigenden Lebensmittelpreisen sich bis zum Äußersten einzuschränken? Oder bei Ausdehnung der unbewohnbaren Zonen auf der Erde von Horden verzweifelter Umweltflüchtlinge überrannt zu werden? Oder auch nur durch die europäische Gier nach fossiler Energie weiterhin, wie seit 3 Jahren, Putins Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren? Denn das eine ist (leider) ohne das andere (und einiges mehr) nicht zu haben.

Wenn man nach diesen Aspekten nicht fragt, erhält man nicht die Wahrheit, sondern nur ein Dokument des Selbstbetrugs - und will auch nicht mehr erhalten. Warum eigentlich wird nie gefragt, wer für die komplette Abschaffung der Finanzämter und sämtlicher Steuerzahlungen ist? Na klar: weil's völlig unrealistisch wäre. Wieso aber fragt man ausgerechnet bei der Klimabedrohung nach unrealistischen Hirngespinsten? Na klar: weil dort der Manipulationsbedarf offenbar am größten ist. Dann führt man Umfragen eben so unseriös wie Haustür-Geschäfte durch, bei denen die Hereingelegten erst viel zu spät merken, dass sie hereingelegt worden sind.

Die Mainzer AZ hat am Samstag den dpa-Text auf der ersten Seite in großer Aufmachung abgedruckt. Über die am gleichen Tag in Mainz und vielen anderen Städten stattfindende, von FFF organisierten Demonstrationem gegen die Klima-Saboteure in Berlin und Brüssel fand sich keine Silbe. Mit einem lokalen Monopol-Blatt ist man immer arm dran; wenn es nur selektive Informationen durchlässt, noch mehr. Erfreulicherweise hat das TV-Magazin swr aktuell (Rheinland-Pfalz) zweimal über die Samstag-Demos - auch die in Mainz - berichtet, sogar eingebettet in einen inhaltlichen Beitrag zur gefährdeten Energie-Wende. Genau wegen solcher positiver Beispiele versucht das reaktionäre Polit-Spektrum seit Jahren, den ÖRR finanziell auszutrockenen - lange bevor der aktuelle US-amerikanische Präsidenten-Autokrat seine derzeitige Zensur-Lawine losgetreten hat.

Zusammenhänge gibt's .........

23.9.2025

 

Kampf gegen die Klima-Katastrophe medial auf dem Vormarsch?

Ebenso wie seitens der aktuellen Bundesregierung wird der existentiell notwendige Kampf gegen die Klima-Katastrophe auch in zahlreichen Medien ignoriert und damit auch - was wunder - von deren Nutzern verschnarcht. Den anderen hingegen ist eine Feststellung wie "Jedes Jahr gibt Deutschland einen Milliardenbetrag für wirtschaftliche Hilfen aus, die den Klimwandel beschleunigen." wohlbekannt, weil sie in den einschlägigen Info-Erzeugnissen schon seit Jahren kritisch in die Debatte geworfen wird.

Doch diesmal stand der Satz am 14.8.2025 in einer normalen lokalen Tageszeitung, deren es - zum Glück - immer noch etliche gibt in diesem Deutschland (das übrigens nicht für die klimaschädlichen Subventionen verantwortlich ist - das ist nur die Regierung) - nämlich in der Mainzer Allgemeinen Zeitung (https://www.allgemeine-zeitung.de/politik/politik-deutschland/deutschlands-teure-klimasuenden-4878063 ). Und er stand in einem Artikel, der mustergültig (kritisch & allgemeinverständlich) den gesamten Sachverhalt der "Klimasünden" skandalisierte.

Da kann man nur wünschen: Weiter so!  Vielleicht entwickelt sich dann doch noch eine Druck-Welle, die Deutschland aus der klimapolitischen Verschlafenheit reißt - das ganze Deutschland wohlgemerkt: die Regierung und die anderen 82 Millionen.

15.8.2025

 

Die "grün-goldene" Regel für Klima-Investitionen

 
In einem Fachartikel hat das "Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung" (PIK) auf einen Kardinal-Fehler der deutschen Klima-Investitionen hingewiesen und Abhilfe vorgeschlagen. Es handelt sich - wie übrigens bei etlichen anderen Investitionen auch - um die extreme Kurzfrist-Orientierung bei den Planungen. Wenn Geld ausgegeben wird, soll der Nutzen möglichst kurzfristig eintreten, am besten noch in der gleichen Legislaturperiode, damit er in der nächsten Wahl eine  vorteilhafte Stimmung bei der eigenen Klientel bringen kann. Deshalb spendiert man - sogar die FDP! - im Zweifelsfall lieber situativ 300 € Sprit-Geld für jeden  als echte Investitionen in die Zukunft. 

CO2-Emissionen, die aus "Sparsamkeitsgründen" nicht verhindert werden, entwickeln ihre Schädlichkeit wegn der Langlebigkeit der Moleküle in der Atmosphäre jedoch über Jahrhunderte, und das gilt umgekehrt auch für den Nutzen, wenn man sie vermeidet. Also braucht man erstes einen langen Atem und muss zweitens mgehend - und nicht erst nach lobbygesteuerten Verschiebungen - damit anfangen.
  
Das PIK hat nun die Zielvorgaben des Bundes-Klimaschutzgesetzes genommen, das die Netto-Null bei den Treibhausgasen für 2045 vorschreibt. Die Forscher haben  die dadurch  bis 2030 zu vermeidenden Schäden berechntet und für diese Aufgabe eine durch dieses Gesetz notwendiges Investionsvolumen von 161 Mrd. ermittelt,  das selbstverständlich nur zielgerichtet für genau diesen Zweck eingesetzt werden darf. In Anlehenung an eine sog. "goldene Finanzregel", nach der der Staat seit 1969 Investitionen pauschal als "Vermögenszuwachs" betrachtet und sie damit rechtfertigt, bezeichnet das PIK die vorgestellte Vorgehensweise als "grün-goldene Regel" des Klimaschutzes.
  
Fazit: wer will, kann & darf (und muss). 
  
Näheres in allgemeinverständlicher Form steht in einem Artikel der "Frankfurter Rundschau" v. 4.8.2025.

6.8.2025

 

Und weiter geht's mit staatlicher Klimaschutz-Sabotage

Die umweltschädlichen Subventionen, letztens in D. bei rund 65 Milliarden Euro angelangt, sollten eigentlich abgebaut werden (rhetorisch), werden aber (planerisch) um 9 bis 15 Milliarden erhöht. Wer genau ist dafür verantwortlich? Das wird dem geneigten Politik-Interessierten nicht mitgeteilt.

Sehr wohl jedoch der Name, der hinter den Bemühungen zum Ausbau des Greenwashing steht. Greenwashing betreibt jene Sorte von Etikettenschwindlern, die ohne Rücksicht auf Verluste Treibhausgase in die Atmosphäre pustet und von ihren Marketing-Manipulatoren die herausragende "Klimaneutralität" ihres Unternehmens verkünden lässt. Die EU arbeitet an einem Gesetz, das diese gezielte Irreführung bekämpfen soll. Die Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, Gitta Connemann (CDU) - also: eine von Steuergeldern bezahlte Lobbyistin für den deutschen Mittelstand - agitiert gegen dieses Vorhaben. Ihre Begründung: das sei ja gar kein "Bürokratie-Abbau".

Da hat sie wohl recht. Und erläutert endlich einmal im Klartext, was die reaktionär-konservative Community unter Bürokratie versteht: ein Regelwerk, das dafür sorgen soll, dass sich jedes Gewerbe im gesetzeskonformen Rahmen bewegt. Und das will man möglichst weitgehend verschwinden lassen, damit Lug & Trug ungestört praktiziert werden können. Ach ja, und "erhebliche Rechtsunsicherheit" erwartet die Dame durch diese geplante "Bürokratisierung" auch noch. Auch das wird für manchen Betroffenen in der Tat gelten. Immer wieder verfangen sich jetzt schon einige im Gewirr der Ge- und Verbote und landen wegen Cum-Ex und Diesel-Manipulationen sogar im Gefängnis.

Ohne Schamgefühl lässt Frau Connemann den Ruf der freien Wildbahn erschallen: gelobt sei die Gesetzlosigkeit des Wilden Westens. Immer wieder volles Rohr gegen den Klimaschutz: schafft 1,2,3 viele Ahrtäler ......

11.6.2025

 

Klima-Bremsklötze

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer will die deutschen Klimaziele zeitlich hinausschieben. Er begründet das damit, dass an den Strombörsen immer wieder negative Preise entstehen, weil das Stromangebot zu hoch ist. In der Tat ist es eine absurde Situation, wenn der Strom-Konsument noch Geld erhält, das ihm der Produzent zu spendieren hat. 

Allerdings ist es noch absurder, dies mit der Aufweichung von Maßnahmen gegen eine existentielle Bedrohung der gesamten Menschheit verhindern zu wollen. Im Klartext sagt Kretschmer: lassen wir doch - z.B. wie im Ahrtal - lieber noch ein paar Leute in engen Flusstälern krepieren (oder auf andere Weise - es gibt da eine stattliche Auswahl an Möglichkeiten) und produzieren wir unseren Strom weniger mit Windkraft, sondern mehr mit Kohle (deren Ende will er ausdrücklich auch hinausschieben). Was auf jeden Fall aufrechterhalten werden soll: dass mit der Energie Monopoly gespielt wird (Strombörse), als sei sie etwa so bedeutsam wie die Gehaltsstruktur von Fußballspielern. Und viele, viele Stromspeicher (die die Unstetigkeit der Erneuerbaren nivellieren könnten) bauen wir lieber dort, wo sie der Autoindustrie nutzen.

Es gibt noch viel mehr Klima-Bremsklötze. Auch die EU-Kommission verschiebt bereitwillig und routinemäßig geplante Emissionsgrenzwerte, wenn besagte Autoindustrie aufjault, weil sie Profiteinbußen befürchtet. Und fördert damit auch die gleichen katastrophalen Aussichten wie die oben genannten. Völlig unbeleckt von allen wissenschaftlichen Erkenntnissen, ignorieren die Realitätsverweigerer, dass alle CO2-Moleküle, die in den künstlich erzeugten Blockade-Phasen zusätzlich in die Atmosphäre geblasen werden, von allen jetzt lebenden Menschen nicht mehr an ihrem temperaturerhöhenden Werk gehindert werden können, egal was sie in Zukunft tun. Kretschmer & Co. verheizen also gewissermaßen jene zukünftigen Generationen, deren Interessen sie angeblich vertreten, wenn es um Rentenkürzungen geht.

Dieser schlimme Ministerpräsident will übrigens im Rahmen seines fossilen Dauer-Blackouts auch mit Putin über die Nordstream-Pipelines verhandeln. Daran kann man erkennen, wie AfD-affin der Mann und seine Gleichgesinnten denken und handeln, und keineswegs nur bei ressentimentsgetriebenen Themen wie Migration und Militarismus. Der deutsche Fachkräftemangel, soviel ist sicher, ist nirgends schädlicher als in der Politik.

Wer über dieses unappetitliche Phänomen mehr lesen will, dem sei ein allgemein zugänglicher SPIEGEL-Artikel v. 2.6.2025 empfohlen unter dem Link 

https://www.spiegel.de/wissenschaft/klimapolitik-konservative-kraefte-gefaehrden-deutschlands-klimaneutralitaet-bis-2045-a-d06f9696-b044-4c72-9b44-403a2019282b

 6.6.2025