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Kurz & bündig

Auf dieser Unterseite beschreiben kurze Beiträge  aktuelle Entwicklungen und Ereignisse aus dem Kampf (oder auch Nicht-Kampf) gegen die Klima-Katastrophe. Kurz heisst: (möglichst) nicht länger als eine DIN A4 -Seite. Die Form kann nüchtern, aber auch in Gestalt einer Glosse daherkommen, denn an Absurditäten, die außer Widerstand mindestens Hohn & Spott verdienen, ist gemeinhin kein Mangel. Die Texte sind in der Regel vorher, zeitnah zum Stein des Anstoßes, bereits über die Attac-Mainz-Mailingliste kommuniziert worden. Die Autorenschaft nennt sich, falls nicht anders vermerkt, “Attackerix&Ökolix” (Kampfruf: “Die spinnen, die Klima-Saboteure!”), eine Art siamesischer Verbund, dessen Herz sowohl für Attac als auch das öko-logisch/-nomisch ausgewogene Überleben der Menschheit schlägt, ohne dass auch nur ansatzweise persönlicher Ruhm die Antriebskraft wäre....

                                        Die Lüge über die Auto-Lüge

Die BILD-Zeitung, das Intelligenz-Blatt aus dem Springer-Verlag, seit Jahrzehnten spezialisiert auf kreativen Umgang mit Lüge und Wahrheit, gab jüngst bekannt, andere beim Lügen ertappt zu haben, nämlich die EU bei der "Auto-Lüge". Das e-Auto sei nämlich gar nicht "nachhaltig", so wie es die EU behaupte, sondern im Durchschnitt nur um 41% besser als die Verbrenner. Das habe eine neue Studie der "Technischen Universität München" herausgefunden.

In der Tat ist die Studie neu (veröffentlicht Anfang September 2026, Original-Text in Englisch unter https://mediatum.ub.tum.de/doc/1861151/1861151.pdf  , Summary in Deutsch unter https://mediatum.ub.tum.de/doc/1861152/1861152.pdf ), die gewonnenen Erkenntnisse sind es aber nicht. Was die Münchner im Detail quantitativ bestätigen, sind Probleme, die qualitativ längst bekannt sind: elektrische Energie, selbst wenn sie nicht aus fossilen Stoffen stammt, erfordert derzeit zum Funktionieren ökologisch zweifelhafte Industrie-Produkte. Die e-Autos, die Fahrzeuge des ÖPNV, die Züge, ja sogar die Flügel und Türme der Windräder und die Leitungen der Stromnetze benötigen Stahl, der längst nicht "grün" ist. Die PV-Anlagen und die vielen Batterien - vom e-Auto bis zur Überbrückung der sog. "Dunkelflauten" - verbrauchen planetar nur begrenzt verfügbare Bodenschätze, bei deren Gewinnung viel Schaden angerichtet wird von der Verseuchung der Böden bis hin zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen der in den Bergbau-Regionen lebenden Menschen. All dies kann man seit Jahren nachlesen, auch auf unserer Website unter der AG "Sozial-ökologische Transformation".

Was die Münchner Forscher kritisieren, ist die Schönfärberei der EU, die in ihren Klimabilanzen alle diese fatalen "Nebenerscheinungen" schlicht ignoriert und kaum etwas gegen diese Verhältnisse unternimmt. Damit haben sie vollkommen recht. Die EU will unter allen Umständen das Märchen vom "Grünen Wachstum" aufrechterhalten und steckt deshalb, wie die aktuelle Bundesregierung auch, den Kopf in den Sand. Von der unumgänglichen "industriellen Abrüstung" (so ein Buchtitel in unserer Literaturliste) will man trotz aller sich vermehrenden klimatischen Katastrophen - die allesamt wachstumsinduzierte Katastrophen sind - nichts wissen. Leider ist auch das nichts Neues; es stand z.B. am 22.1.2026 unter dem Titel "Warum das "Grüne Wachstum"nicht funktionieren kann" auch in dieser Kolumne.

Und nun: ist die EU-kritische BILD-Zeitung etwa ins Lager der Fossil-Verächter und Greenwashing-Gegner übergelaufen? Weit gefehlt. Sie legt ihre Schlussfolgerung dem bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder in den Mund, der messerscharf den Forschern das Wort im Munde herumdreht: "Einmal mehr wird klar: Es braucht dringend das echte Aus vom Verbrenner-Aus der EU. Das belegt jetzt auch die Wissenschaft.“

Wenn wir definieren, dass die EU beim e-Auto zu 59% lügt, dann lügt die Seilschaft BILD / Söder zu 100%.

14.9.2026

 

Oberste Priorität des Potsdam-Instituts: den Kapitalismus retten

Der Direktor des "Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung", der Volkswirt OttmarEdenhofer, behauptet in einem von der Presse-Agentur epd verbreiteten Interview in der FAZ, dass der Klimawandel allein durch "Grünes Wachstum" ausgebremst werden könne. Das bedeutet (nicht nur, aber auch) für ihn insbesondere, dass niemand seinen Lebensstil verändern und irgendwelche Abstriche (Verzicht!) befürchten muss und dass wir weiterhin mit ständig wachsendem materiellem Wohlstand rechnen können, ohne die Gefahr, durch extreme Wetterereignisse Bedrohungen für Leib und Leben erfahren zu müssen.

Der Wissenschaftler ignoriert mit seinen Statements jegliche Evidenz, die aktuell zu beobachten ist. Beim Klima verstärken sich weiterhin die Extrem-Ereignisse an Zahl und Intensität: Hitzewellen mit Todesopfern; Brandkatastrophen, die CO2 speichernde Wälder und viel menschliches Hab, Gut und Leben vernichten; Dürreperioden, die Ernteausfälle und verstärkte Migrationsbewegungen auslösen; Überschwemmungen, die Todesopfer fordern und massive materielle Schäden verursachen  - um nur einige zu nennen. 

Ökonomisch gesehen erhöhen sich permanent die Lebensmittelpreise,  Lieferketten werden brüchig, Arbeitsplätze in der Industrie brechen weg, der ärmer werdende Staat (der zugegebenermaßen seine Ressourcen auch für zweifelhafte Projekte wie eine uferlose Aufrüstung verschleudert, die überdies höchst klimaschädlich ist) überzieht "seine" Bevölkerung mit Sozialabbau an allen Ecken und Enden.

Und das angebliche Zusammenspiel zwischen "grün" und "Wachstum" funktioniert nicht: geplante Maßnahmen wie die  CO2 - Bepreisung, der Emissionshandel, das Verbrenner-Aus sowie zeitliche Klima-Ziele werden sofort aufgeweicht oder gar revidiert, sobald nur eine Industrie-Branche anfängt zu jammern. Andere eher technische Pläne - grüner Stahl, grüner Wasserstoff, CO2 -Speicherung, Kern-Fusion - kommen seit Jahren aus dem Ankündigungsstatus nicht heraus. Heißt: der Klimawandel geht ungebremst weiter, selbst wenn man die Untaten fossiler Altlasten in manchen Ministerien einmal (aber nur kurz!) außer Acht lässt.  

Auch die nicht von vorneherein falsche Behauptung von Herrn Edenhofer, 
Klimaschutz sei billiger als nachträgliche Schadensbeseitigung, ist in zweierlei Hinsicht irreführend: sie suggeriert, alle Schäden beim "Laissez-faire" ließen sich tatsächlich kompensieren (nur eben mit viel Geld), und irgendein (durchaus fachkundiger) Prophet wisse, ob mit seinen prognostizierten "Klimaschutz-Kosten" bis 2050 tatsächlich eine für Menschen lebenswerte Klima-Stabilität erreicht werden könne - beides trifft (leider) nicht zu.

Jegliche wissenschaftliche Nüchternheit geht auch verloren, wenn Edenhofer jene, die sein "Grünes Wachstum" für unrealistisch halten, als "Populisten" bezeichnet. Es ist genau umgekehrt: was ist populistischer als den Menschen zu versprechen, ihnen den Pelz zu waschen (also: den Klima-Wandel zu stoppen), ohne sie nass zu machen (sie vor jeglichem "Verzicht" zu verschonen)? 

Natürlich gibt es zu den im Mainstream dominierenden Green-Deal-Ökonomen Gegenpositionen,  deren Beschreibung aber "Kurz & bündig" nicht möglich ist. Sie stehen in zahlreichen Büchern, von denen viele in der Literaturliste der AG SÖT auf unserer Website zu finden sind. Z.B. von sog. "Pluralen Ökonomen", die so heißen, weil sie die kritiklose Übernahme eines aus dem vorigen Jahrhundert stammenden neoliberalen Dogmas ablehnen und vielfältige Ansätze verfolgen. Mit einem von ihnen,  Prof. Helge Peukert, haben wir im letzten Jahr eine Veranstaltung in Mainz durchgeführt. 

Fragt man die Pluralen, warum sie nicht schneller vorankommen mit der Ausarbeitung und Detaillierung alternativer Szenarien bzw. zumindest in der Öffentlichkeit zu selten vertreten sind, erfährt man Beispiele konzertierten Mobbings. 
Entsprechende Machenschaften in Berufungskommissionen haben erreicht, 
dass es in Deutschland keinen einzigen Lehrstuhl mit entsprechender Ausstattung an Mitteln und Personal gibt, dessen Inhaber plurale Sichtweisen verfolgt. 

Derlei Zustände wecken Zweifel, ob man es bei einer solchen thematischen Abschottung noch mit Wissenschaftlichkeit zu tun hat. Und das Schlimmste ist, dass sich dies alles nicht in einem Elfenbeinturm abspielt, sondern für die aktuell größte Bedrohung der Menschheit äußerst fatale Folgen hat.

9.8.2026

 

5 Jahre nach der Ahrtal-Flut

Jüngst jährte sich die Ahrtalflut zum 5. Mal, und Politik & Medien widmeten sich pflichtschuldigst dem unangenehmen Thema - und mogelten sich wieder einmal höchst einmütig an den Ursachen der Katastrophe vorbei, gemäß dem Motto "Lamentieren kostet nichts, Handeln schon." Unerwünscht waren z.B. Überlegungen wie die folgenden (auch bei der Mainzer AZ, die in ihren Leserbriefspalten lieber Themen sieht wie die Umbenennung der Hindenburg-Straße, den Bau des Gutenberg-Museums, den neuen Fußball-Bundestrainer und das Drama um einen verlorenen Motorrad-Führerschein):

Anlässlich des 5. Jahrestags der Ahrtal-Flut ist die Diskussion über das katastrophale Ereignis wieder hochgeschwappt. Irritierend ist der Fokus, der sich ausschließlich konzentriert auf die Nacht, "in der der Staat versagte". Gewiss sind die Fehler, die bei der operativen Hilfe in dieser Nacht vorgefallen sind, eine Aufarbeitung wert. Doch eine Feuerwehr, auch wenn sie sich bei den Löscharbeiten als überfordert erweist, kann nicht für das Entstehen der Brände verantwortlich gemacht werden. Aber dieser Aspekt ist wichtig; er wird jedoch im Ahrtal-Fall weitgehend ausgeblendet. 

Die Klima-Politik der aktuellen Berliner Regierungskoalition erhöht die Risiken für Extremwetter-Ereignisse aller Art kontinuierlich: sie erhöht die Treibhausgas-Emissionen, indem sie fossile Projekte betreibt (z.B. Gaskraftwerke, auch in Mainz), Förderungen für emissionsarme erneuerbare Energieformen kappt (Wärmepumpen, PV-Anlagen) und Klimaziele aufzuweichen versucht, auch innerhalb der EU. "Technikoffen" nennt sie das. Sie agiert wie ein "technikoffener" Autokonstrukteur, der als Bremse ein zweites Gaspedal in sein Fahrzeug einbaut: ihre Maßnahmen wirken nicht als Bremse des Klimawandels, sondern als Brandbeschleuniger. 

Alle Bemühungen, nachträglich vor Ort Schutz zu schaffen, werden den Wettlauf mit dieser verantwortungslosen Politik verlieren: schon jetzt, so heißt es, weiß niemand, wie die im Ahrtal nötigen Regenrückhaltebecken finanziert werden sollen. Die Subventionen fließen an fossile Geschäftemacher und fördern die Zerstörung der planetaren Lebensbedingungen. Politiker wie die amtierende deutsche Wirtschaftsministerin haben aus der Ahrtal-Flut und ähnlichen Katastrophen offenkundig nichts gelernt. Vielleicht ist das die schlimmste Form von Ignoranz gegenüber den Opfern.

29.7.2026

 

Hitze-Tote & versagende Dilettanten

Am Samstag, 11.7.2026, brachte die Tagesschau um 20:00 Uhr einen Bericht über die Hitze-Toten im Juni (über 5000) und die aktuelle Situation. Auszüge:

"An diesem Wochenende herrschen in vielen Landesteilen wieder hochsommerliche Temperaturen......Während der vergangenen Hitzewelle im Juni starben nach einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts in Deutschland deutlich mehr Menschen als sonst um diese Jahreszeit. Klinik-Personal und Pflegedienste geraten bei der extremen Wärme an ihre Grenzen....."

Am gleichen Tag erschien im ARD-Teletext die folgende Meldung (die als Quelle die reaktionären Propagandisten des Springer-Verlags nennt und es nicht in die Prime-Time-Ausgabe der Nachrichtensendung geschafft hat):

"Rufe nach Aufschub der Klimaziele

Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik fordern eine Verschiebung des deutschen Zieljahrs für Klimaneutralität um fünf Jahre. Statt 2045 solle Deutschland das europäische Zieljahr 2050 übernehmen, sagten unter anderem der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Vassiliadis, und RWE-Vorstandschef Krebber der "Welt am Sonntag". Grüne und SPD kritisieren den Vorschlag. Er verschiebe die Lasten nur in die Zukunft, ußerdem werde dadurch vor allem Planungssicherheit genommen."

Solche "Rufer" gibt es in größerer Zahl als es die nur zwei genannten Namen nahelegen. Die intellektuellen Fähigkeiten dieser Fossil-Lobbyisten zur Erkennung der klimakatastrophalen Realitäten in Natur und Politik scheinen für eine verantwortungsvolle Bewältigung ihrer Aufgaben nicht auszureichen. 

Aber auch die Kritik von Grünen und SPD ist erbärmlich. Mehr als die Verschiebung und damit die Belastung späterer Generationen sowie der Kapitalisten-Sprech von der fehlenden "Planungssicherheit" (es hieß doch immer, die "Planwirtschaft" sei mit der DDR untergegangen?) fällt ihnen nicht ein. Zum Beispiel: dass es hier schlicht um Leben und Tod geht, um Leben und Tod heute.

12.7.2026

 

Die Welthauptstadt der Schizophrenie

Eine kurze Quizfrage: Welche Stadt könnte man als "Welthauptstadt der Schizophrenie" bezeichnen? Antwort: Oslo. Denn die Norweger platzen fast vor Stolz, dass im vergangenen Jahr 95% aller neuzugelassenen PKW's e-Autos waren. Aber: an ihrem Reichtum kleben alle Übel eines fossilen Industrielandes. So schrieb gestern die taz:

" Der größte Staatsfonds der Welt, mit dem die Skandinavier ihre fossilen Profite investieren, erreicht weltweit Platz 9 mit 91,3 Milliarden Dollar Anlagen in Öl, Kohle und Gas."

Kann man diese Schizophrenie verstehen? Nur wenn man Psychiater ist. Oder Alt-Philologe. Denn schon Aristoteles (384-322 v. Chr.) wusste: Gier schlägt Verstand.

24.6.2026

 

Szenarien-Demagogie

Die Internationale der Fossil-Abenteurer behauptet derzeit in ihren Propaganda-Ergüssen, sie als einzige habe gerade festgestellt, der Weltklimarat (IPCC) hätte seine bisherigen Forschungsergebnisse für falsch erklärt. „Falsch! Falsch! Falsch!“ jubelte Donald Trump, und ein Springer-Blatt verkündete „Die Apokalypse fällt aus!“ Zu den fossilen Taschenspielern, die solche unbegründeten Botschaften in die Welt posaunen, gehören u.a. weitere deutschsprachige "Qualitätsmedien" wie „Nius“ sowie entsprechende Lobbyisten aus CDU und AfD (man beachte den Polit-Gleichklang auch auf diesem Gebiet!), sowie fast alles, was in den USA (nicht nur auf dem Energie-Sektor) im Clan der Reaktionäre Rang und Namen hat. 

Dabei liegt die Ursache für die Fake News des ignoranten Haufens einfach darin, dass er ein Szenario nicht von einer Prognose unterscheiden kann. Ein Szenario ist ein Bündel von Annahmen, von technischen, ökonomischen und politischen Randbedingungen, in deren Rahmen (= Szenario) man bestimmte naturwissenschaftliche Größen berechnen kann, allerdings immer behaftet mit einer gewissen Fehlerwahrscheinlichkeit. Alle seriösen Wissenschaftler (also z.B. der IPCC) benennen dies: die Randbedingungen und die Fehlerwahrscheinlichkeit. (Aber die Ignoranten lesen sie natürlich nicht). 

Eine Schwierigkeit dabei besteht darin, dass der Katalog der Randbedingungen im Sinne der Rechenoperationen vollständig sein muss. Es sollte kein relevanter Aspekt fehlen; das kann aber vorkommen, z.B. weil er vorher mangels Erfahrung noch gar nicht als relevant bekannt war. Und für welche Annahmen hinsichtlich eines relevanten Aspekts sollte man sich konkret entscheiden? Dafür gibt es keine zwingenden Regeln, und deshalb gibt es auch viele unterschiedliche Szenarien.

Um eine Prognose handelt es sich, wenn jemand die Eintrittswahrscheinlichkeit einer angenommenen Randbedingung voraussagen würde. Aber woher sollte ein Naturwissenschaftler (!) z.B. wissen, wie lange die aktuelle CDU-Wirtschaftsministerin ihre klimafeindliche Politik weiter durchziehen wird? Dennoch muss er bei einem Klima-Szenario für diese Frage eine Annahme treffen. Sollte die Dame in 4 Wochen überraschenderweise einer klimabewussten Nachfolgerin weichen, wird der Szenario-Ersteller umgehend seine pessimistische Annahme ändern und (hocherfreut) eine neue Berechnung durchführen.

Genau das ist beim IPCC geschehen; die positive „Überraschung“ waren die kräftigen Fortschritte bei den Erneuerbaren. Derlei geschieht übrigens ständig, nur sind die negativen Überraschungen bisher leider häufiger als die positiven, weil Frau Reiche und Ihresgleichen weltweit eben immer noch ihr fatales Handwerk weiterbetreiben können. Also: Die Entwarnung ist (leider) „Falsch! Falsch! Falsch!“ 

Deutet die kapitale Fehleinschätzung der Fossil-Lobby nun auf intellektuelle Hilfsbedürftigkeit oder auf Böswilligkeit hin? Ist diese Frage überhaupt wichtig? Oder reicht es einfach, solchen Leuten das Vertrauen zu entziehen, weil mit „ergebnisoffenem“ (Herr Merz, Ihre Vokabel!) Wissensdurst als Antriebskraft bei ihnen nicht zu rechnen ist?

16.6.2026

 

Kriegsgewinnler ......

....... sind schon schlimm genug, selbst wenn sie den Krieg nicht verursacht haben, sondern "nur" davon profitieren. Im ersten Quartal 2026 hat der Ölkonzern Shell 6,9 Milliarden US-Dollar Gewinn erzielt, mehr als doppelt so viel wie im Vorquartal. Schreibt der SPIEGEL. Die Ölprofiteure haben natürlich auch viele Aktivisten, die ihre Interessen nach Kräften befördern: Donald Trump, die iranischen "Revolutionswächter" und die deutsche Wirtschaftsministerin Katharina Reiche, um nur eine kleine prominente Auswahl zu nennen. Ist Deutschland jetzt ein "Schurkenstaat"? 

Zumal die Opfer des Krieges ja nicht die einzigen Leidtragenden der fossilen Gier sind: die steigende Zahl der vom Klimawandel existentiell Betroffenen gehört auch dazu. Und deren Bedrohung besteht nach einem wünschenswerten Kriegsende unvermindert weiter, so wie es derzeit aussieht. Obwohl die UN-Generalversammlung am 20.5.2026 mit 141 Stimmen eine neue Klima-Resolution beschlossen hat. Die ist aber nicht bindend & sanktionsfrei. Dennoch haben 8 Staaten dagegen gestimmt: USA, Saudi-Arabien, Russland , Israel, Iran, Jemen, Liberia und Belarus. Wobei man wieder bei der Frage der Schurkenstaaten angelangt ist: gilt dieses Verdikt grundsätzlich oder muss man sujetbezogen differenzieren, wobei vielleicht manche in der UNO vertretene administrative Zusammenrottung mehrere Sujet-Eisen im Feuer haben könnte? 

Doch müssen wir beim Klimawandel vor allem vor der eigenen Tür kehren. Der SPIEGEL, oben noch bei der Frage der Kriegsgewinne kommunikativ auf dem Laufenden, nutzt das Thema in seiner aktuellen Ausgabe zu einer Titelgeschichte namens "Fällt der Urlaub aus?" und transportiert vom Titelbild an über viele Seiten hinweg den selbstmörderischen Irrglauben, Urlaub ginge nur per Flugzeug. Man fragt sich, wie viele Extrem-Ereignisse und Klima-Tote es noch braucht, bis auch das "Intelligenzblatt" mit dem scheinbar hohen Selbstanspruch im Anthropozän ankommt.

26.5.26

Tödlicher Lobbyismus

Lobbyisten werden selbst von kritischen Organisationen verharmlost. Meist wird den gnadenlosen Interessenvertretern nur vorgeworfen, dass sie häufig nicht offenlegen, in wessen Diensten sie ihre in der Regel irreführenden "Wahrheiten" verbreiten. Doch es ist viel schlimmer. Dazu muss man sich ansehen, was diese manipulativen Aktionen anrichten. 

Ein Beispiel ist Asbest. Die gesundheitliche Schädlichkeit der einstigen "Wunderfaser" ist fast seit einem Jahrhundert bekannt: bereits 1936 (!) stand die "schwere Asbeststaublungen-Erkrankung" auf der Liste der Berufskrankheiten, aber dank wirkungsvoller menschenverachtender Lobby-Arbeit erfolgte  das Verbot von Herstellung und Verwendung in Deutschland erst 1993. Noch in den anschließenden 30 Jahren sind rund 45 000 Menschen an einer "asbestbedingten Berufskrankheit" gestorben, also 1500 pro Jahr - allein in Deutschland, wohlgemerkt. Weltweit sind es 200 000 pro Jahr. Noch 2024 waren 65% der erfassten Todesfälle durch eine Berufskrankheit auf Asbest zurückzuführen - in Deutschland (Zahlen nach wochentaz v. 16.5.2026). Die Dunkelziffern kennt kein Mensch.

Das sind erschreckende Zahlen. Aber sie werden verblassen hinter den Opfern und Schäden, die zu beklagen sein werden, wenn man die weltweiten lobbyaffinen Kämpfer gegen den Klimaschutz gewähren lässt. Dass die aktuelle Bundesregierung zu diesem Ignoranten-Klüngel gezählt werden muss, hat gerade der von ihr selbst ins Leben gerufene "Expertenrat für Klimafragen“ erneut bestätigt: er hat ihr zum wiederholten Male das Verfehlen der selbstgesetzten (unzureichenden) Klimaziele nachgewiesen. Regierungs"verantwortung" sieht anders aus.

Zur Lobbyismus-Seuche, die die Demokratie an vielen Stellen auszuhebeln vermag, gibt es auf der Website unserer AG "Sozial-ökologische Transformation" einige aufschlussreiche Buchempfehlungen. 

19.5.2026

 

Widerstand gegen desaströse Klima-Politik in Berlin und Brüssel

Wenn alle weltweit ausgesprochenen Klimaschutz-Zusagen realisiert werden, wird im Jahr 2100 die Durchschnittstemperatur auf der Erdoberfläche um knapp 3 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit gestiegen sein; in Deutschland um 6 Grad (zitiert von Prof. Helge Peukert nach Stefan Rahmstorf). Weil aber in Berlin, Brüssel und anderswo diese Klimaschutz-Zusagen zunehmend gekappt werden, drohen die verschlechterten Lebensbedingungen wesentlich früher.

Gegen diese verantwortungslose Politik muss die Zivilbevölkerung demokratischen Widerstand leisten. MiW ist eine gute Vereinigung in dieser Richtung. Aber wir müssen noch viel mehr werden, vor allem bei den Großdemonstrationen, die auf eine Kehrtwende in der fatalen Politik zielen, deren treibende Kräfte man satirisch als "Autobahn-Fetischisten mit Voll-Gas in falscher Fahtrichtung" charakterisieren könnte.

Doch um die "Geisterfahrer" zu identifizieren und in der komplexen Materie Alternativen aufzeigen zu können, muss man informiert sein, gut informiert sein.

4.5.2026

 

Kreislauf-Politik

Wenn alle weltweit ausgesprochenen Klimaschutz-Zusagen realisiert werden, wird im Jahr 2100 die Durchschnittstemperatur auf der Erdoberfläche um knapp 3 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit gestiegen sein; in Deutschland um 6 Grad (zitiert von Prof. Helge Peukert nach Stefan Rahmstorf).

Wissen das die Wirtschaftsministerin Reiche und jene, die sie in ihr Amt gehievt haben? Oder sind sie alle verkappte Klimawandel-Leugner? Sie sagen es nicht, aber sie handeln so.

Da es weltweit noch mehr unverantwortliche Klima-Saboteure gibt, werden die gefährlichen Lebensverhältnisse früher eintreten; manche Klima-Forscher können nicht ausschließen, dass es schon 2050 passiert (zitiert nach dem "Klima-Report" von SFF Mainz & Wiesbaden).

Darüber spricht man in Berlin nicht gern. Lieber spricht man über die massive Aufrüstung, die angeblich aufgrund der Bedrohung durch Russland notwendig ist, obwohl der Westen etwa 5 mal so viel konventionelle Waffen hat wie der designierte Feind. Deshalb muss dort und nicht beim Klimaschutz ganz viel Geld ausgegeben werden. Dabei besteht die wahre Schwäche der Europäer gegenüber Putins Schurkenstaat darin, dass sie auch vier Jahre nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine immer noch nicht auf Öl & Gas des Aggressors verzichten können und damit dessen marode Kriegswirtschaft unterstützen. Auch das "verdanken" wir der Fossil-Lobby, die schon beim Klimaschutz eher den Planeten ruiniert als auf ihre Profite zu verzichten (Gier schlägt Hirn - das wusste schon Aristoteles vor 2350 Jahren). Damit schließt sich der Kreis.

Die Rüstung, die übrigens niemals zu ökonomischen Erfolgen führen kann (ein ziviler LKW kann wenigstens ökonomisch sinnvolle Dinge transportieren, ein militärischer tut das nicht), finanziert man durch gewaltige Infrastruktur-Defizite und neuerdings durch "Reformen" genannten sozialen Kahlschlag auf etlichen Gebieten. Und wundert sich über wachsende Wut in der Bevölkerung. Die Rechtskonservativen glauben, diese "den Migranten" anlasten zu können; man denke an die reichlich abstrusen, aber gezielt ressentimentsfördernden Einlassungen von Kanzler Merz über  Flüchtlinge, die Zahnarzt-Termine blockieren und das "Stadtbild" beeinträchtigen.  Das alles bringt der AfD Zulauf, vor allem, wenn (nicht nur) der mächtigste Politiker im Land so redet wie sie, und es schwächt die Demokratie.

Diese Zusammenhänge und noch viele weitere erschließen sich im neuen Buch von Helge Peukert: "Rechtspopulismus. Warum? Eine links-grüne Streitschrift mit einer Postwachstums-Alternative", das in der nächsten Aktualisierung der Literaturliste auf der Website der AG Sozial-ökonomische Transformation" Anfang Mai neu aufgeführt und ausführlich kommentiert wird. 

26.4.2026

 

 

Schaden für die Menschheit: Der "DÜPAZ" Trump ist es nicht allein

Die taz hat am 25.3.2026 dem gerade ziemlich verdatterten Trump, der - entgegen allen Analysten - nicht gewusst haben will, dass ein attackierter Iran als erstes die Ölanlagen im Golf und die Straße von Hormus unter Beschuss nehmen werde, wegen seines Hangs, in die Geschichte eingehen zu wollen, das Prädikat "Dümmster Kriegsherr der modernen USA" zugesprochen. Wenn man die nicht angemessene Beschränkung aufs Kriegshandwerk weglässt (was hat er denn angefangen, was nicht dumm war?), könnte man ihn auch den "DÜPAZ der modernen USA" nennen, also den dümmsten Präsidenten aller Zeiten daselbst. Seine Schadensbilanz für diee Menschheit ist, angefangen bei den für viele Menschen lebensbedrohenden US-AID-Kürzungen, auf allen Ebenen horrend.

Es sind vor allem diejenigen, denen man hierzulande das Heizungsgesetz und weitere Energiewende-Aktionen weggenommen hat, um beides auszubremsen, die nun frohlocken und die Klima-Saboteure (und ihre furchtbar vielen Wähler in BW & RLP) zurecht in den Senkel stellen, weil sie viele Menschen in den "Ölschock" geführt haben. Allerdings ist der Vorwurf der Abhängigkeit ein Bumerang. Genauso wie nichts gewonnen ist, wenn die Abhängigkeit von Putin in die Straße von Hormus wandert, hilft es nicht, wenn statt fossiler andere Rohstoffe aus den abgelegensten Ecken der Welt gewonnen werden müssen, auch dann nicht, wenn sie z.B. für einen Ausbau von Speicherkapazitäten für erneuerbaren Strom eingesetzt werden. Der Bedarf und die daraus resultierende  Abhängigkeit sind gigantisch, wenn man den Fantasien der Propheten des "Grünen Wachstums" folgt, die das Postwachstum wegdiskutieren wollen und den Menschen ewigen Wohlstand  ohne Verzicht und Suffizienznotwendigkeit versprechen; der Autor Ernst Schriefl hat es gerade in einem neuen Buch einmal (überschlagsmäßig) ausgerechnet (siehe unter "Kurz & bündig" den  Beitrag  "Warum das Grüne Wachstum nicht funktionieren kann - ein Webinar").

Der Lack von den Versprechungen blättert zusehends ab. Die "Frankfurter Rundschau" sieht am gleichen Tag die chemische Industrie im "Überlebenskampf ". Weder "Grüner Wasserstoff" noch sonstige technische Kabinettstückchen helfen. Manchen mag die chemische Industrie nicht interessieren, so wie auch Dürrekatastrophen in der Ferne. Aber dass auch unsere Lebensmittel teilweise aus dieser Ferne stammen und aufgrund unserer unsicheren Lieferketten immer teurer werden, das zu verdrängen wird immer schwierigerr. Doch Parteien, die noch Wahlen mit Schönfärbern (wie z.B. leider auch Cem Özdemir) gewinnen, werden vermutlich weiter an der Verleugnung der Realität festhalten.

Und das ist fatal. Denn je später die ernsthaften Versuche beginnen, die Klima-Gefahren durch ein Umsteuern in ein sozial-ökologisches Postwachstum zu bekämpfen, desto schwieriger wird es und desto schmerzhafter droht der Weg zu werden. Vom erreichbaren Ergebnis ganz zu schweigen.

27.3.2026

 

Kernenergie: Und noch eine Ahnungslose

In Brüssel hat Ursula von der Leyen am 10.3.2026 die deutsche Abkehr von der Atomkraft als Fehler bezeichnet. Mit den Damen aus den Wirtschaftsministerien in Mainz und Berlin bildet sie damit ein echtes Triummulierat der Inkompetenz: auch sie redet über Dinge, von denen sie keine Ahnung hat. Ein halbes Jahrhundert erfolgreiche Anti-Atom-Diskussion ist vollständig an ihr vorbeigegangen. Zugegeben, sich das destruktive Potential eines Kernkraftwerks vorzustellen, ist nicht ganz einfach. Aber dann sollte man, seine Grenzen kennend, schweigen. Oder fürs Lernen offen sein. Und nicht dem Geschwätz der Brüsseler "Rechtsfront" (Konservative & Rechtsextremisten) kritiklos nachhecheln.

Am gleichen Tag hat Mycle Schneider, internationaler Energie- und Atompolitik-Analyst und Herausgeber des “World Nuclear Industry Status Report”   in einem Interview der "Frankfurter Rundschau" die unrealistischen Planspielchen der unbelehrbaren KKW-Propagandisten gründlich demaskiert; er endet mit der Formulierung: "Der Graben zwischen Wahrnehmung und Realität in der Atomdebatte wird jährlich tiefer und breiter. Die Diskussion ist weitgehend faktenfrei."

Mehr braucht man nicht zu wissen, auch um eine bessere Kommissionspräsidentin zu sein.

Ach so, eins noch: Rückgrat muss man natürlich auch haben.

13.3.2026

 

Haben wir am 22.3.2026 in Rheinland-Pfalz die Wahl?

Am 7.3.2026 hat die Mainzer Allgemeine Zeitung ein Gespräch mit der (noch) amtierenden rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP) veröffentlicht mit der Überschrift "Müssen Klimaziel aufgeben". Heißt, laut abgedrucktem Text, etwa folgendes:

Tja, da hat die Natur halt Pech gehabt, wenn sie unsere Treibhausgas-Emissionen nicht verkraftet. Aber dieses Klimaziel für 2040, das müssen wir aufgeben.  Sonst können wir ja unsere bewährte Politik des 20. Jahrhunderts mit ihren Ansprüchen an Wohlstand, Bequemlichkeit und "Konsumsouveränität" nicht fortführen, und das wäre ja ein Verzicht, der uns nicht zuzumuten ist. 

Das strotzt vor Verantwortungslosigkeit. Es ist nämlich, nüchtern betrachtet, eine Aufforderung zum kollektiven Selbstmord, weil diese Politik z.B. die Wahrscheinlichkeit für Ahrtal-Katastrophen erhöht. Offenkundig ist die Dame intellektuell nicht in der Lage, Naturgesetze allgemein und insbesondere deren Unverhandelbarkeit zu verstehen. Und - trotz Ausbildung im Finanzwesen - ist sie wohl auch nicht fähig, über ökonomische Alternativen nachzudenken. 

Nun wird mancher angesichts der FDP-Umfrage-Zahlen zur RLP-Wahl (<5%) denken, dass ihre Jahre im Wirtschaftsministerium (es sind ätzende 10) gezählt sind. Für die Klimapolitik ist das aber kein Trost. Man weiß nicht, wer nachkommt. In Berlin etwa sitzt, von einer anderen Partei, eine Ministerin, deren Handeln gegen das Klima keinen Deut besser ist. Leidtragende sind vor allem die zukünftigen Generationen, deren Chancen - die es sehr wohl noch gibt - skrupellos verspielt werden von Politikern, die zur Folgenabschätzung ihres Tuns gar nicht in der Lage sind, sondern nur die Einflüsterungen anonymer Lobbyisten weiterzugeben vermögen,

Allerdings: wenn in einer Großstadt wie Mainz zu einer Klima-Demo von FFF (27.2.2026) gerade einmal 300 Leute (großzügig geschätzt) auftauchen, ist das politische Klima-Desaster hierzulande nicht verwunderlich. Ohne massenhafte Bewegung und Engagement, ohne Beharrlichkeit auch gegenüber allen Ablenkungsmanövern werden sich die überlebenswichtigen Klima-Dinge nicht zum Besseren wenden.

10.3.2026

 

Auch ein Kipp-Punkt: Das "grüne" Wachstum verrußt.

Es ist nur eine kleine Meldung: bei den Industriefirmen nimmt die Bedeutung der "Nachhaltigkeit" ab. Abgesehen davon, dass sich dieser undefiniert-euphemistische Begriff kaum für eine saubere statistische Bewertung eignet, lässt sich aus der Nachricht doch eine Kehrtwende herauslesen.

Als die spätestens 1972 in der politischen Debatte aufgetauchten "Grenzen des Wachstums" (siehe das gleichnamige Buch) nicht mehr ignoriert werden konnten, haben sich zwei Lager gebildet. Das eine sind die Propagandisten des "Grünen Wachstums", das andere deren Kritiker, die die Möglichkeit "grünen" Wachstums in Zweifel ziehen, weil das noch keine Menschenseele auch nur annähernd quantitativ betrachtet (also: durchgerechnet) habe. 

Die Glaubenslehre der Wachstumsanhänger besagt (verkürzt), dass man Wachstum (= Wohlstandsmehrung) ohne gesellschaftlich-persönliche Verhaltensänderungen fortführen könne, wenn man nur mit geeigneten Technologie-Sprüngen erreiche, alle Energieformen zu "elektrifizieren" und den Strom ausschließlich aus Erneuerbaren zu gewinnen. Diese Botschaft kam in der Industrie ausgesprochen gut an, und nahezu jeder Betrieb überlud seine Website mit einer Fülle von tollkühnen Absichtserklä-rungen für baldige "Nachhaltigkeit"; das versprach Imagevorteile und kostete wenig bis gar nichts.

Die Politik stieß ins gleiche Horn und installierte auf EU-Ebene einige Instrumente wie die CO2-Bepreisung und den Emissionshandel. (Helge Peukert hat das in unserer November-Veranstaltung ausführlich dargelegt; Dokumentation siehe Website unserer AG "Sozial-ökologische Transformation"). Diese Instrumente sollten den Weg des Großraums Europa in die Nachhaltigkeit definieren und erzwingen. Es wurden Termine gesetzt, an denen gewisse Zwischenziele erreicht sein sollten. Dazu waren in die Instrumente gewisse  Automatismen eingebaut, die ganz allmählich ein Anziehen der Stellschrauben für die Nachhaltigkeit herbeiführen sollten, etwa durch Erhöhung des  CO2 - Preises oder Verknappung der Emissions-zertifikate, vor allem der kostenlosen. Die anvisierten Jahreszahlen lagen anfangs noch sehr bequem in der Zukunft. Niemand auf der Seite der Wachstumsjünger war beunruhigt; ihre Antipoden waren es sehr wohl und brachten das auch in zahlreichen Publikationen zum Ausdruck (siehe Literaturliste auf der Website).

Doch die Zeit verging, die Zwischenziele rückten näher, die Stellschrauben zogen an. Es wurde ernst. Und pardauz, kamen die ersten Hilferufe aus der Industrie: man könne die Anforderungen nicht schaffen, man solle sie abmildern oder gar aussetzen, sonst müsse man den eigenen Laden schließen oder zumindestens in die weite Ferne  verlagern. Zum Teufel mit der Nachhaltigkeit!

Genau dort stehen wir jetzt. Die Ökonomen des Grünen Wachstums haben keinen Gedanken daran verschwendet, dass ihr Wunsch-Szenario nicht funktionieren könnte. Dass man einen neuen ökonomischen Ansatz braucht, der möglicherweise nur disruptiv einzuführen ist. Helge Peukert hat es nochmals bestätigt: es wird bei den Mainstream-Ökonomen zum Thema "Postwachstum" noch nicht einmal geforscht.

Ob sie endlich begreifen, in welche Sackgasse sie sich verrannt haben, jetzt, da es dem euphemistischen Wohlstands-Sprech an den Kragen geht?

3.3.2026

 

Die alpine Verdrängung der Gletscher

Vor kurzen hat ein TV-Magazin des Bayrischen Rundfunks (immer donnerstags um 22:45 Uhr) der geneigten Zuschauerschaft bildlich dargelegt, dass alle Gletscher in den bayrischen Alpen spätestens in den 30er Jahren dieses Jahrhunderts verschwunden sein werden. Alle. Sämtliche Brems-Versuche gescheitert. Auch das eifrige sommerliche Abdecken der Eispanzer mit großen Planen hat nichts genutzt. 

Gewiss, die Sendung lief zu einem filigran abgestimmten Zeitpunkt, nämlich: der bodenständige Bajuware schaut dann kein Fernsehen mehr, und die Münchner Schickimickis sind noch nicht von ihrem Ausritt nach Schwabing zurückgekehrt. Aber dennoch ist die Großtat bemerkenswert, denn der BR  steht ständig unter der feindseligen Beobachtung der ÖRR-kritischen Landesregierung, derzeit bestehend aus CSU und einer aiwangerartigen Zugabe zur Mehrheitswahrung.

Und nun ist das notorisch den Klimaschutz sabotierende Politlager in Bayern bloßgestellt. Man denkt da etwa an den in Niederhatzkofen geborenen Manfred Weber, der es bis nach Brüssel geschafft hat, um dort alle rechtslastigen Polit-Köpfe zu vereinen im Bemühen, alle Klimaschutz-Maßnahmen der EU abzuschaffen, zu verwässern oder wenigstens zu verzögern, als stünde er auf den Lobbyisten-Lohnzetteln der Fossil-Industrie. Oder an den ehemaligen Bundes-Verkehrsminister Dobrindt, der den Aktivisten der Letzten Generation Terrorismus (Aufbau einer "Klima-RAF") vorgeworfen hat, in einer Sprache, die er möglicherweise bei islamistischen Hasspredigern abgekupfert hat.

Und jetzt? Ham's die Gletscher geschreddert! Die CSU zerstört Bayern. Es wurde ausgesprochen. In Bayern.

Aber sie sind ja nicht allein. In Südtirol etwa sieht es nicht besser aus. Dort zeigt ein anderes Magazin (samstags um 9:35 Uhr auf 3sat) regelmäßig, wie gespalten die Gesellschaft beim Spannungsverhältnis Tourismus versus Klimaschutz ist. Da protestieren die einen gegen den überbordenden Autoverkehr und die hemmungslose zerstörerische Bauwut, die die letzten intakten Regionen erreicht und in den halbintakten kein Ende findet, wie gerade eben im Dienste der Olympischen Spiele; und die anderen, die nach Macht und Profit gieren, in einer Provinz, die schon jetzt das höchste Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt in Italien hat, scheren sich in ihrer Verantwortungslosigkeit einen feuchten Kehricht um die Folgen ihres Tuns.

Vermutlich haben diejenigen, die den Klimawandel ohne Verhaltensänderungen ausschließlich mit technischen Kabinettstückchen bekämpfen wollen, für den Fall des totalen Frostverlustes in den Alpen schon eine Lösung in der Schublade: sie entwickeln einfach neuartige Skier, die auf Schmierseife funktionieren.

28.2.2028

 

Der Zauberer im Weißen Haus

Am 13.2.2026 trat der US-amerikanische Präsidentendarsteller Donald Trump - wie immer mit stolz geschwellter Brust - vor die versammelten Medienleute und berichtete über die "größte Deregulierung in der Geschichte der USA" - so stand es jedenfalls auf einer Tafel neben der Eingangstür des Verkündigungsraums. Die sogenannten Treibhausgase (THG), so habe er gerade eben entschieden, seien in ihren Auswirkungen  überhaupt nicht gesundheitsgefährdend, wie es in einer Verordnung stehe, die er hiermit aufhebe. Damit sind auch alle Vorschriften, die sich auf diese Verordnung beziehen (und die z.B. an vielen Stellen Grenzwerte für schädliche Stoffe vorschreiben), hinfällig, und bisher verbotene klimapolitische Schweinereien sind demgemäß wieder zulässig.

Im Physikstudium lernt man, dass die naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten nur ein Gegenstand zur Erforschung sind - man muss sie ja erst einmal herausfinden -, aber nicht zur Veränderung. Man kann also nicht daran drehen, im Unterschied zu den menschengemachten Gesetzen der Jurisprudenz. Jetzt aber wissen wir, dass das nicht stimmt: sie können jederzeit durch den unbedarftesten Politiker geändert und an seine ideologischen Wünsche angepasst werden. 

Zu erwarten ist nun, dass Trump oder eine ähnlich kompetente Figur auch den 2. Hauptsatz der Thermodynamik abändert oder abschafft, obwohl der zu komplex ist, um ihn hier überhaupt allgemeinverständlich darzustellen. Das wird die Ignoranten aber nicht stören. Sie wären dann auch die Entropie los, diese wahrhaft ätzende Größe, die man schon begrifflich kaum fassen kann. Und dann wäre es auch kein Problem mehr, ein Perpetuum mobile zu bauen, also eine Maschine, die mehr Energie produziert als sie zum Betrieb benötigt. Damit wäre die Menschheit wirklich fein raus.

Einfach irre!

15.2.2026

 

Die Zeitverschwender: wissen sie, was sie tun?

Beim Kampf gegen die Klimakatastrophe drängt die Zeit. Bekanntlich wartet die  Natur nicht, und Forderungen nach einer Verschiebung - sagen wir - des Winters sind so unsinnig, dass sie niemand erhebt. Die Verschiebung von Klimaschutzmaßnahmen sind genauso unsinnig, werden aber von allerlei fehlgeleiteten Spatzen von den Dächern gepfiffen. Das reicht von den lobbyverseuchten EU-Gremien über das deutsche Wirtschaftsministerium bis zu den Innereien der CDU. Bei den letzteren handelt es sich z.B.um den "Wirtschaftsflügel" der CDU (von dem eigentlich noch nie etwas Gutes gekommen ist) und überraschenderweise um den sogenannten "Sozialflügel" (CDA), die beide beim nächsten Parteitag per Antrag die deutschen Klimaziele um 5 Jahre nach hinten verschieben wollten.

Wem wollte die "Wächterin der christlichen Soziallehre" (CDA-Eigenwerbung) mit dieser Verschwendung der knappen Ressource Zeit nutzen? 5 Jahre Verschiebung heißt 5 Jahre lang vermeidbare Treibhausgas-Emissionen zusätzlich - das sind etwa 4 Mrd. Tonnen CO2-Äquivalent -, die Menschenleben kosten werden. Wissen die das? Oder beanspruchen sie den Appell an die göttliche Weltmacht aus Lukas 23, Vers 34: ".... vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!"? Oder trifft eher der Titel eines Buches zu, der Gegenteiliges fordert: "Vergib ihnen nicht, denn sie wissen, was sie tun!"? 

Man kann (und sollte) diese Frage nach Wissen & Gewissen natürlich auch allen anderen professionellen Klimawandel-Ignoranten stellen. Man kann aber auch alle, die sich bedenkenlos bei jeder Gelegenheit in ihre stinkenden Verbrenner-Karossen setzen oder Urlaubsflüge buchen, fragen, ob sie die Auswirkungen ihrer Handlungen überblicken. Ode ob sie sich in der Kant'sche Kategorie der "selbstverschuldeten Unmündigkeit" bewegen. Zumindest für deren Eindämmung soll die AG-Website "Sozial-ökologische Transformation" einen bescheidenen Beitrag leisten.

Allerdings: lesen muss man schon selbst.

8.2.2026

 

Warum das "Grüne Wachstum" nicht funktionieren kann - ein Webinar

Die schwarz-rote Koalition, aber auch die Grünen, propagieren zur Eindämmung des Klimawandels ein Konzept namens "Grünes Wachstum". Demgemäß müssen nur alle Energie-Bedarfe auf elektrische Energieformen und diese allesamt auf erneuerbare umgestellt werden, dann werden alle Industrie-Produkte "grün", auch Problemfälle wie Stahl und Beton. Selbstverständlich steht dann Energie in beliebiger Menge zur Verfügung. Deshalb steigt das Wirtschaftswachstum (BIP)) wie bisher weiter, und niemand muss sich bezüglich seines Wohlstandes einschränken und auf irgendetwas verzichten. Bis das erreicht ist - es sind einige Zukunftsziele terminiert - werden allerdings Treibhausgase mit steigender Klima-Schädlichkeit unvermindert weiteremittiert.

Der Taschenspielertrick dieser "Greenwasher"- Community besteht darin, ihre Aussagen als rein qualitative (statt quantitativer) Absichtserklärungen der allgemeinen Öffentlichkeit vorzusetzen. So wird zum Beispiel nicht ausgerechnet, wieviel Speicherkapazität benötigt wird, um bei 100% Erneuerbare die Wechselhaftigkeit von Wind und Sonnenlicht auszugleichen ("Dunkelflaute"). Nach einigen der in unserer Literaturliste aufgeführten Buchveröffentlichungen tut das jetzt ein brandneues Werk des Wiener Autors Ernst Schriefl mit dem Titel "Raus aus Kohle, Öl und Gas - aber wie?".

Das Ergebnis ist (leider) ernüchternd, wenn man die erforderlichen Speicherkapazitäten und die dazu notwendigen Ressourcen, sowohl Kapital wie Bodenschätze, realisiert, vom Zeitbedarf ganz zu schweigen. Auch der Hoffnungsträger "grüner Wasserstoff" wird quantitativ betrachtet und erweist sich dabei als total vermintes Gelände. Das Fazit: ohne industriellen Rückbau und den massiven Einstieg in gesellschaftliche Suffizienz ist die herannahende Klimakatastrophe nicht annähernd schadlos zu überstehen. Man wird dann alle fieberhaft  erwarteten und realisierbaren technischen Fortschritte durchaus noch zusätzlich benötigen. 

Aber während dieser Phase die Zeit verstreichen zu lassen und parallel zu den technischen Bemühungen  keinerlei emissionssenkende Maßnahmen zu ergreifen, sondern unvermindert Treibgase in die Atmosphäre zu blasen, deren Zersetzung (also: Verschwinden) die gesamte jetzt lebende Menschheit nicht erleben wird, das ist skandalöse Verantwortungslosigkeit. Und es ist blanke Scharlatanerie, die Allgemeinheit in ihrer häufig unreflektierten und maßlosen Anspruchshaltung noch zu bestärken, indem man ihr Wohlstandswachstum und Freiheit von jeglichem Verzicht in Aussicht stellt, während weltweit - wie bei uns im Ahrtal - immer mehr Menschen schon jetzt durch Extremwetterlagen auf ihr wichtigstes Gut - ihr Überleben - verzichten müssen.

Ein Buch mit vielen Zahlen und Berechnungen ist schwierig zu lesen, aber unerlässlich, wenn man die Rattenfänger entlarven will. Und der Text von Schriefl bietet immer wieder Zwischen-Resumées oder ein Teil-Fazit. Man kann also sehr gut selektiv lesen. Gestern, 21.1.2026, hat der Autor auch ein Webinar durchgeführt, das allgemein zugänglich war. Dort wurden die Zusammenhänge, natürlich durch die zeitliche Begrenzung sehr komprimiert, dargestellt und anschließend diskutiert. Am Samstag, den 24.1.2026, um 14:00 Uhr wird es wiederholt, Zugang unter dem Link:   https://meet.apronix.net/energiewende

Es ist geplant, den Vortragsteil (nicht die Diskussion) danach auch auf YouTube einzustellen. Veranstaltung und Buch seien allen Interessierten empfohlen.

22.1.2026

 

Staatsanwaltschaften aller (demokratischer) Länder, vereinigt euch!

Die Initiative World Weather Attribution (WWA, https://www.worldweatherattribution.org/), die u.a. den Zusammenhang von konkreten Extremwetter-Ereignissen mit dem Klimawandel wissenschaftlich untersucht, hat einen neuen Jahresbericht veröffentlicht. Der Bericht zeige, so erläuterte die Leiterin der Institution, die deutsche Physikerin Friederike Otto, dass die Bemühungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen nicht ausreichten, um den globalen Temperaturanstieg und die schlimmsten Auswirkungen zu verhindern. „Entscheidungsträger müssen sich der Realität stellen, dass die anhaltende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen Menschenleben kostet, wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe verursacht und weltweit unumkehrbare Schäden für ganze Gemeinschaften mit sich bringt“, betonte sie. 

Das wirft Fragen auf. "Entscheidungsträger" bringen Menschen ums Leben? Einfach so? Wissenschaftlich verbürgt? Dürfen die das? Kann man nicht schon wegen unterlassener Hilfeleistung in den Knast wandern? Brauchen die Staatsanwaltschaften bei kriminellen Handlungen besondere Aufforderungen (Anzeigen) von dritter Seite, um aktiv zu werden (zu ermitteln)? Nein? Und wo bleiben sie dann, weltweit, mit ihren Aktivitäten? Leben wir im gelobten Westen eigentlich noch in rechtsstaatlichen Verhältnissen? Oder laufen hier tatsächlich massenhaft Leute frei herum, die das schon längst nicht mehr dürften (mit und/oder ohne Immunität)? Trifft etwa der Verdacht zu: je dramatischer die Folgen der Rechtswidrigkeiten (Verbrechen), desto hasenfüßiger agiert die Justiz? Wer wagt eine weltweite Dienstaufsichtsbeschwerde?

18.1.2026

 

Ambivalente Klima-Nachrichten aus Hessen

1. Klimaziele stark gefährdet

Die Hessische Landesregierung lässt sich von einem "Klimabeirat" bei der Klimapolitik beraten. Er besteht aus 5 Professorinnen und Professoren von hessischen Hochschulen (https://www.klimabeirat-hessen.de/klimabeirat-hessen/mitglieder). Am 2. Januar hat die Frankfurter Rundschau im Regionalteil über eine vom Beirat in Auftrag gegebene Studie berichtet, die der Landesregierung attestiert, dass die Erreichung ihrer selbstgesetzten Klima-Ziele stark gefährdet ist (Bericht auf der Website des Beirats verfügbar). Damit liegt Hessen leider im bundesweiten Trend. Aktuell sind Erfolge kaum in Sicht; wenn sich überhaupt etwas in die richtige Richtung bewegt, dann geschieht es viel zu langsam oder zu kleinteilig. Viele Aktionen riechen stark nach Alibi.

 

2. ÖPNV versus Auto-Verkehr

Die taz am 10. Januar hat hingegen eine positive Botschaft zu vermelden: Seit Einführung des kostenlosen ÖPNV-Landestickets für die Landesbediensteten in Hessen (2018) hat dort jeder Achte das eigene Auto abgeschafft. Woraus man schließen kann, dass man unter der Bevölkerung mehr konsequente Klimaschützer vorfindet als unter der politischen Elite.

3. Klima-Dekadenz

Darauf deutet auch das dritte Beispiel aus Hessen hin: Am 9.1.2026 berichtet wiederum die Frankfurter Rundschau, dass der hessische Wirtschaftsminister Mansoori (SPD) seine Staatssekretärin auf eine dienstliche Veranstaltung geschickt habe, die aus einem "Party-Flug" von Frankfurt nach Wien und sofort wieder zurück bestanden hat. Man hatte also keine Gelegenheit, in Grinzing Rainhard Fendrichs "Tango korrupti" zu tanzen. Das Ticket für die Party im Flugzeug hat die ausführende Fluggesellschaft spendiert. Die Kritik an diesem Gebaren konterte Mansoori laut FR folgendermaßen:

"Mansoori nennt die Teilnahme seiner Staatssekretärin „ein bewusstes Signal der Wertschätzung gegenüber Condor“. Die zweitgrößte Airline in Frankfurt sei ein „wichtiger Arbeitgeber und Steuerzahler in Hessen und damit ein bedeutender Faktor für Wertschöpfung und Beschäftigung im Land“. Die Landesregierung lege den Fokus wieder stärker auf die Luftfahrt. „Solche Termine sind Ausdruck von Respekt und partnerschaftlichem Austausch sowie von aktivem Interesse an der Zukunft dieser Schlüsselbranche.“ Damit habe die Reise einen klaren wirtschafts- und standortpolitischen Bezug, äußerte Mansoori."

Abgesehen vom wundersamen Verhältnis gegenüber der Annahme von milden Gaben im Staatsamt drängen sich dem staunenden Beobachter zwei grundsätzliche Fragen auf:

1. Müssen Wirtschaftsminister*innen eigentlich zwangsläufig zu den Brandbeschleunigern des Klimawandels gehören?

2. Was sagt es über den Zustand der Republik und den Scharfrichter "Öffentlichkeit“ aus, wenn nach der Ahrtal-Katastrophe eine Ministerin als Sündenbock zum Rücktritt gedrängt wird, weil sie 10 Tage nach dem Tag des Desasters ihren Urlaub angetreten hat und man ihr deshalb allen Ernstes Mitschuld an den Todesfällen anlastet, aber andere, die eifrig an den Grundlagen für solche Extremwetterlagen arbeiten, ungeschoren davonkommen?

12.1.2026

Das verlorene Klima-C

Bei der Attac-Veranstaltung mit Helge Peukert wurde in der anschließenden Diskussion der an der Mainzer Uni derzeit stattfindende Vorlesungs-Zyklus "Voices for Climate" gelobt - mit Ausnahme des Beitrags der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (in YouTube nachzuverfolgen). Inzwischen muss man sogar sagen, dass selbst die Theologie ihr Scherflein zu dem Thema beigetragen hat. Professor Ruben Zimmermann hat sich der Frage gewidmet "Wäre Jesus Klimaaktivist?", die er auch schon in seinem gleichnamigen Buch behandelt hat.

In seinen Ausführungen kommt er zu einigen verblüffenden Analogien zwischen den Aktivitäten des "erinnerten" Jesus Christus (d.h. wie er in den literarischen Quellen dargestellt ist) und der Letzten Generation: beide treten als "Umkehr-Apokalyptiker" auf, das heißt: sie "verteufeln" den aktuellen Weg der Menschheit und fordern sie zur radikalen Umkehr auf. Sie verfahren nach dem Prinzip "aktiver Gewaltlosigkeit" und führen Symbol-Handlungen aus: Jesus wirft nur einige Händler-Tische im Tempel um, zur Gesamt-Reinigung wäre das Areal zu groß gewesen; die Letzte Generation besprüht Bilder (ohne Beschädigung, mit abwaschbarer Farbe), um auf deren Kostbarkeit hinzuweisen, die anzuerkennen sie auch für den Planeten Erde fordert. Beide Gruppen, Jesus und seine Anhänger wie auch die Letzte Generation, erfahren Hohn und Spott und massive Verfolgung.

Das Symbolhafte bei der Letzten Generation, also die Allegorie zwischen der Wertschätzung der Bilder und des Planeten, hat der Mainstream nicht kapiert, weil der Zusammenhang von der Mehrheit der Medien unterdrückt worden ist. Nicht kapiert wurde er auch von den selbsternannten Stellvertretern des Christentums in der Politik, den beiden Parteien mit dem C. Die Äußerungen eines bayrischen Politikers zur Letzten Generation transportierten keinerlei christlichen Werte, sondern erinnerten eher an die Exzesse von Hasspredigern.

Das legt den Verdacht nahe, dass das berühmte "C" nicht nur vor einiger Zeit durch Greenpeace vor der Berliner Parteizentrale kritisch ins Rampenlicht gezerrt worden ist, sondern tatsächlich auch aus dem Parteiprogramm - zumindest beim Klimaschutz - verschwunden ist und nur noch eine desorientierende wahltaktische Funktion hat.

4.1.2026

 

Entwarnung vor der Klima-Katastrophe?

So denkt offenbar fast die Hälfte der Bevölkerung, wenn man der aktuellen "Mitte-Studie" glauben darf, die die Friedrich-Ebert-Stiftung alle zwei Jahre mit einer Fülle von Befragungen durchführt. Nur noch 56 % der Antwortenden sehen den Klimawandel als „eine große Bedrohung für das Land“ an (Quelle: taz v. 7.11.2025). 

Noch erschreckender: die Tendenz ist sinkend; bei der Befragung vor zwei Jahren lag der Wert noch bei 70 %.  In diesen beiden Jahren haben sich die "weiteren Aussichten" fürs Klima allerdings um keinen Deut zum Besseren gewendet; 
einen Grund für Entspannung gibt es daher nicht. Offenbar ist also schlicht das Problembewusstsein zurückgegangen. 
 
Woran könnte das liegen? Klimawandel-Leugner  und andere gezielt esorientierende Propagandisten gibt es natürlich, aber schon lange und wohl nur in der eigenen Blase wirkungsvoll. Es gibt aber auch jene - durchaus wohlmeinenden - Stimmen, 
die nicht wollen, dass man der Allgemeinheit über das, was zu befürchten ist, reinen Wein einschenkt, weil das zu Angst & Panik und / oder Resignation führen könne. 

Offenbar führt es aber eher zu Verdrängung und Ignoranz. Dagegen hilft,  der Öffentlichkeit unermüdlich die Fakten unter die Nase zu reiben. Dem dient unsere AG "Sozial-ökologische Transformation".

17.11.2025

 

Die vorgestrigen Minister-Fossile

Am vorgestrigen Freitag (24.10.2025), zum Ende der Ministerpräsidenten-Tagung in Mainz, verkündete der Sachse Michael Kretschmer (CDU) vor den Medien als Erkenntnis seines Häufleins, dass es bis & nach 2035 sehr viele E-Autos geben solle, aber auch noch viele neue fantastische Verbrenner-Karossen, denn man sei ja technologieoffen. Wenn man sich vorstellt, der Mann sei von Beruf Auto-Konstrukteur, würde er mit seiner bei der FDP abgekupferten Vokabel inklusive der zugehörigen Gesinnung bei der Frage der Bremse zu einem zweiten Gaspedal tendieren, eben nach allen Seiten offen. Dieser lebensgefährliche Unsinn liegt nahe, denn beim Klimawandel fungieren Verbrenner-Motoren natürlich auch nicht als Bremse, sondern als lebensgefährliches beschleunigendes Gaspedal.

Obwohl die offenbar unausgelasteten föderalen Platzhirsche für das Thema gar nicht zuständig sind (sondern die EU), stellt sich die Frage, ob sie aus Inkompetenz oder aus lobbyistengetriebenem bösen Willen handeln. In einem Rechtsstaat müsste das eigentlich juristisch geklärt werden, zumal die Möglichkeit besteht, dass dabei ein kollektiver Meineid herauskäme. Denn alle haben geschworen: 

"Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe."

Den ministerialen Verbrenner-Enthusiasten hat Gott offenbar nicht geholfen.

  26.10.2025

 

Mit Umfragen Politik machen

Kaum hat die dpa mit einer Umfrage einen fossilen Selbsbetrug inszeniert (s.u), 
indem sie behauptet, 44% der Befragten seien grundsätzlich gegen das Verbrenner-Aus der EU und 19% zumindest für eine Verschiebung auf unbestimmte Zeit über das geplante Jahr 2035 hinaus (am 20.9.2025), da meldet der SPIEGEL - 6 Tage später - in seiner Nummer 40, dass 80% von 7157 Voten für eben dieses Verbrenner-Aus sind. Hat das Wochenmagazin weniger Selbstbetrüger erwischt? 

Wer wissen will, was sich bezüglich Energiewende tatsächlich tut, dem seien die Analysen der KfW-Research-Abteilung empfohlen. Gerade ist wieder ein aktuelles "Energiewende-Barometer " erschienen. In dem Papier stecken zwar auch viele Befragungsergebnisse, aber wesentlich konkretere und sachbezogenere. Man hat wohl einfach konkreter und sachbezogener mit den Befragten gesprochen.

6.10.2025

 

Wie es seriöse Klimaforscher nicht machen sollten

Zwei ehrenwerte Institutionen, die Deutsche Meteorologische Gesellschaft (DMG) und die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), warnen vor einer Beschleunigung der Klima-Erwärmung: sie hätten herausgefunden, es könnte schneller gehen als bisher angenommen, konkret: 3 Grad Erwärmung bereits im Jahr 2050. Und dann kommen andere Stimmen  - z.B. vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) - und posaunen in die ohnehin verunsicherte Weltgeschichte hinaus, das sei ja noch gar nicht sicher.

Naturwissenschaftler sind (leider) keine genialen Kommunikationswissenschaftler, sonst wäre ihnen das Fatale an solchen Verwirrung stiftenden Alleingängen klar.

Die einen wollen verhindern, dass sich die lahme Politik auf der unrealistischen Annahme ausruht, man hätte ja noch genügend Zeit für eher gemächliches Handeln; die anderen wollen Ängste verhindern, die durch noch nicht unabweisbar abgesicherte Erkenntisse hervorgerufen werden. In Wahrheit beruhen die beiden Positionen auf veränderten Wahrscheinlichkeiten - auf veränderten, ja, aber immer noch auf Wahrscheinlichkeiten. Wie man diese allgemeinverständlich mitteilt - eher zurückhaltend an der unteren Grenze (also: vielleicht zu beschönigend?) oder eher Handeln einfordernd an der oberen Grenze (also: vielleicht zu alarmistisch?) oder eher den Range angebend (also: vielleicht zu nichtssagend?) muss man abwägen - aber auf jeden Fall abstimmen, bevor man ins große Horn tutet.

Und die gegenwärtig viel zu lahme Politik wäre auch dann zu lahm, wenn sich keine Wahrscheinlichkeiten geändert hätten. Genau das sollten die Forscher schonungslos in die Debatte werfen anstelle von öffentlichen Hahnenkämpfen, aus denen sich die Politiker dann herauspicken, was ihnen in den Kram passt. Die Lage ist miserabel genug, um den Klima-Saboteuren in Berlin und Brüssel ihre Verantwortungslosigkeit drastisch unter die Nase zu reiben. 

5.10.2025

 

Fossiler Selbstbetrug

Am 20.9.2025 veröffentlichte die Nachrichtenagentur dpa eine eigene Umfrage, gemäß der 44% der Angesprochenen den Interviewern weisgemacht haben, sie wollten bis in alle Ewigkeit mit ihren Autos Treibhausgase in die Atmosphäre blasen. Haben sie auch ihre Bereitschaft erklärt, demnächst in Ahrtal-Fluten oder anderen Extrem-Ereignissen ums Leben zu kommen? Oder bei zusammenbrechenden Lieferketten mit exorbitant steigenden Lebensmittelpreisen sich bis zum Äußersten einzuschränken? Oder bei Ausdehnung der unbewohnbaren Zonen auf der Erde von Horden verzweifelter Umweltflüchtlinge überrannt zu werden? Oder auch nur durch die europäische Gier nach fossiler Energie weiterhin, wie seit 3 Jahren, Putins Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren? Denn das eine ist (leider) ohne das andere (und einiges mehr) nicht zu haben.

Wenn man nach diesen Aspekten nicht fragt, erhält man nicht die Wahrheit, sondern nur ein Dokument des Selbstbetrugs - und will auch nicht mehr erhalten. Warum eigentlich wird nie gefragt, wer für die komplette Abschaffung der Finanzämter und sämtlicher Steuerzahlungen ist? Na klar: weil's völlig unrealistisch wäre. Wieso aber fragt man ausgerechnet bei der Klimabedrohung nach unrealistischen Hirngespinsten? Na klar: weil dort der Manipulationsbedarf offenbar am größten ist. Dann führt man Umfragen eben so unseriös wie Haustür-Geschäfte durch, bei denen die Hereingelegten erst viel zu spät merken, dass sie hereingelegt worden sind.

Die Mainzer AZ hat am Samstag den dpa-Text auf der ersten Seite in großer Aufmachung abgedruckt. Über die am gleichen Tag in Mainz und vielen anderen Städten stattfindende, von FFF organisierten Demonstrationem gegen die Klima-Saboteure in Berlin und Brüssel fand sich keine Silbe. Mit einem lokalen Monopol-Blatt ist man immer arm dran; wenn es nur selektive Informationen durchlässt, noch mehr. Erfreulicherweise hat das TV-Magazin swr aktuell (Rheinland-Pfalz) zweimal über die Samstag-Demos - auch die in Mainz - berichtet, sogar eingebettet in einen inhaltlichen Beitrag zur gefährdeten Energie-Wende. Genau wegen solcher positiver Beispiele versucht das reaktionäre Polit-Spektrum seit Jahren, den ÖRR finanziell auszutrockenen - lange bevor der aktuelle US-amerikanische Präsidenten-Autokrat seine derzeitige Zensur-Lawine losgetreten hat.

Zusammenhänge gibt's .........

23.9.2025

 

Kampf gegen die Klima-Katastrophe medial auf dem Vormarsch?

Ebenso wie seitens der aktuellen Bundesregierung wird der existentiell notwendige Kampf gegen die Klima-Katastrophe auch in zahlreichen Medien ignoriert und damit auch - was wunder - von deren Nutzern verschnarcht. Den anderen hingegen ist eine Feststellung wie "Jedes Jahr gibt Deutschland einen Milliardenbetrag für wirtschaftliche Hilfen aus, die den Klimwandel beschleunigen." wohlbekannt, weil sie in den einschlägigen Info-Erzeugnissen schon seit Jahren kritisch in die Debatte geworfen wird.

Doch diesmal stand der Satz am 14.8.2025 in einer normalen lokalen Tageszeitung, deren es - zum Glück - immer noch etliche gibt in diesem Deutschland (das übrigens nicht für die klimaschädlichen Subventionen verantwortlich ist - das ist nur die Regierung) - nämlich in der Mainzer Allgemeinen Zeitung (https://www.allgemeine-zeitung.de/politik/politik-deutschland/deutschlands-teure-klimasuenden-4878063 ). Und er stand in einem Artikel, der mustergültig (kritisch & allgemeinverständlich) den gesamten Sachverhalt der "Klimasünden" skandalisierte.

Da kann man nur wünschen: Weiter so!  Vielleicht entwickelt sich dann doch noch eine Druck-Welle, die Deutschland aus der klimapolitischen Verschlafenheit reißt - das ganze Deutschland wohlgemerkt: die Regierung und die anderen 82 Millionen.

15.8.2025

 

Die "grün-goldene" Regel für Klima-Investitionen

 
In einem Fachartikel hat das "Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung" (PIK) auf einen Kardinal-Fehler der deutschen Klima-Investitionen hingewiesen und Abhilfe vorgeschlagen. Es handelt sich - wie übrigens bei etlichen anderen Investitionen auch - um die extreme Kurzfrist-Orientierung bei den Planungen. Wenn Geld ausgegeben wird, soll der Nutzen möglichst kurzfristig eintreten, am besten noch in der gleichen Legislaturperiode, damit er in der nächsten Wahl eine  vorteilhafte Stimmung bei der eigenen Klientel bringen kann. Deshalb spendiert man - sogar die FDP! - im Zweifelsfall lieber situativ 300 € Sprit-Geld für jeden  als echte Investitionen in die Zukunft. 

CO2-Emissionen, die aus "Sparsamkeitsgründen" nicht verhindert werden, entwickeln ihre Schädlichkeit wegn der Langlebigkeit der Moleküle in der Atmosphäre jedoch über Jahrhunderte, und das gilt umgekehrt auch für den Nutzen, wenn man sie vermeidet. Also braucht man erstes einen langen Atem und muss zweitens mgehend - und nicht erst nach lobbygesteuerten Verschiebungen - damit anfangen.
  
Das PIK hat nun die Zielvorgaben des Bundes-Klimaschutzgesetzes genommen, das die Netto-Null bei den Treibhausgasen für 2045 vorschreibt. Die Forscher haben  die dadurch  bis 2030 zu vermeidenden Schäden berechntet und für diese Aufgabe eine durch dieses Gesetz notwendiges Investionsvolumen von 161 Mrd. ermittelt,  das selbstverständlich nur zielgerichtet für genau diesen Zweck eingesetzt werden darf. In Anlehenung an eine sog. "goldene Finanzregel", nach der der Staat seit 1969 Investitionen pauschal als "Vermögenszuwachs" betrachtet und sie damit rechtfertigt, bezeichnet das PIK die vorgestellte Vorgehensweise als "grün-goldene Regel" des Klimaschutzes.
  
Fazit: wer will, kann & darf (und muss). 
  
Näheres in allgemeinverständlicher Form steht in einem Artikel der "Frankfurter Rundschau" v. 4.8.2025.

6.8.2025

 

Und weiter geht's mit staatlicher Klimaschutz-Sabotage

Die umweltschädlichen Subventionen, letztens in D. bei rund 65 Milliarden Euro angelangt, sollten eigentlich abgebaut werden (rhetorisch), werden aber (planerisch) um 9 bis 15 Milliarden erhöht. Wer genau ist dafür verantwortlich? Das wird dem geneigten Politik-Interessierten nicht mitgeteilt.

Sehr wohl jedoch der Name, der hinter den Bemühungen zum Ausbau des Greenwashing steht. Greenwashing betreibt jene Sorte von Etikettenschwindlern, die ohne Rücksicht auf Verluste Treibhausgase in die Atmosphäre pustet und von ihren Marketing-Manipulatoren die herausragende "Klimaneutralität" ihres Unternehmens verkünden lässt. Die EU arbeitet an einem Gesetz, das diese gezielte Irreführung bekämpfen soll. Die Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, Gitta Connemann (CDU) - also: eine von Steuergeldern bezahlte Lobbyistin für den deutschen Mittelstand - agitiert gegen dieses Vorhaben. Ihre Begründung: das sei ja gar kein "Bürokratie-Abbau".

Da hat sie wohl recht. Und erläutert endlich einmal im Klartext, was die reaktionär-konservative Community unter Bürokratie versteht: ein Regelwerk, das dafür sorgen soll, dass sich jedes Gewerbe im gesetzeskonformen Rahmen bewegt. Und das will man möglichst weitgehend verschwinden lassen, damit Lug & Trug ungestört praktiziert werden können. Ach ja, und "erhebliche Rechtsunsicherheit" erwartet die Dame durch diese geplante "Bürokratisierung" auch noch. Auch das wird für manchen Betroffenen in der Tat gelten. Immer wieder verfangen sich jetzt schon einige im Gewirr der Ge- und Verbote und landen wegen Cum-Ex und Diesel-Manipulationen sogar im Gefängnis.

Ohne Schamgefühl lässt Frau Connemann den Ruf der freien Wildbahn erschallen: gelobt sei die Gesetzlosigkeit des Wilden Westens. Immer wieder volles Rohr gegen den Klimaschutz: schafft 1,2,3 viele Ahrtäler ......

11.6.2025

 

Klima-Bremsklötze

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer will die deutschen Klimaziele zeitlich hinausschieben. Er begründet das damit, dass an den Strombörsen immer wieder negative Preise entstehen, weil das Stromangebot zu hoch ist. In der Tat ist es eine absurde Situation, wenn der Strom-Konsument noch Geld erhält, das ihm der Produzent zu spendieren hat. 

Allerdings ist es noch absurder, dies mit der Aufweichung von Maßnahmen gegen eine existentielle Bedrohung der gesamten Menschheit verhindern zu wollen. Im Klartext sagt Kretschmer: lassen wir doch - z.B. wie im Ahrtal - lieber noch ein paar Leute in engen Flusstälern krepieren (oder auf andere Weise - es gibt da eine stattliche Auswahl an Möglichkeiten) und produzieren wir unseren Strom weniger mit Windkraft, sondern mehr mit Kohle (deren Ende will er ausdrücklich auch hinausschieben). Was auf jeden Fall aufrechterhalten werden soll: dass mit der Energie Monopoly gespielt wird (Strombörse), als sei sie etwa so bedeutsam wie die Gehaltsstruktur von Fußballspielern. Und viele, viele Stromspeicher (die die Unstetigkeit der Erneuerbaren nivellieren könnten) bauen wir lieber dort, wo sie der Autoindustrie nutzen.

Es gibt noch viel mehr Klima-Bremsklötze. Auch die EU-Kommission verschiebt bereitwillig und routinemäßig geplante Emissionsgrenzwerte, wenn besagte Autoindustrie aufjault, weil sie Profiteinbußen befürchtet. Und fördert damit auch die gleichen katastrophalen Aussichten wie die oben genannten. Völlig unbeleckt von allen wissenschaftlichen Erkenntnissen, ignorieren die Realitätsverweigerer, dass alle CO2-Moleküle, die in den künstlich erzeugten Blockade-Phasen zusätzlich in die Atmosphäre geblasen werden, von allen jetzt lebenden Menschen nicht mehr an ihrem temperaturerhöhenden Werk gehindert werden können, egal was sie in Zukunft tun. Kretschmer & Co. verheizen also gewissermaßen jene zukünftigen Generationen, deren Interessen sie angeblich vertreten, wenn es um Rentenkürzungen geht.

Dieser schlimme Ministerpräsident will übrigens im Rahmen seines fossilen Dauer-Blackouts auch mit Putin über die Nordstream-Pipelines verhandeln. Daran kann man erkennen, wie AfD-affin der Mann und seine Gleichgesinnten denken und handeln, und keineswegs nur bei ressentimentsgetriebenen Themen wie Migration und Militarismus. Der deutsche Fachkräftemangel, soviel ist sicher, ist nirgends schädlicher als in der Politik.

Wer über dieses unappetitliche Phänomen mehr lesen will, dem sei ein allgemein zugänglicher SPIEGEL-Artikel v. 2.6.2025 empfohlen unter dem Link 

https://www.spiegel.de/wissenschaft/klimapolitik-konservative-kraefte-gefaehrden-deutschlands-klimaneutralitaet-bis-2045-a-d06f9696-b044-4c72-9b44-403a2019282b

 6.6.2025