Film "Yellow Cake" - restlos ausverkauft! - 23.6.2011

Das Aktionsbündins "Energiewende Heilbronn" holte am 23.06.2011 den Film "Yellow Cake" und den Filmemacher Joachim Tschirner nach Heilbronn.

Die Vorstellung im Arthouse Universum Kino war restlos ausverkauft und es mussten leider interessierte Bürger weggeschickt werden.

Glücklicherweise ergab sich die Möglichkeit eine zweite Vorstellung einzuplanen, so dass noch weitere Heilbronner die Gelegenheit haben werden, den Film zu sehen.

Weitere Vorstellung am 30.06.2011 um 20:00 Uhr.

Heilbronner Stimme - 25.6.2011

Von Michaela Adick

Die Geschichte einer ökologischen Zeitbombe

Joachim Tschirner präsentiert seine Film-Doku „Yellow Cake“

Heilbronn Kanariengelb ist der pulverförmige Stoff. Harmlos sieht er aus. Gerne wird er deshalb auch als Yellow Cake bezeichnet, als Gelbkuchen. Doch dieser Kuchen hat es in sich: Er ist ein Gemisch aus höchst gefährlichen Uranverbindungen, die Ausgangsstoff für die Herstellung von Brennelementen sind. Bis vor gut 20 Jahren wurde es im sächsisch-böhmischen Grenzgebiet abgebaut, mit verheerenden Auswirkungen für die Umwelt. Heute steht Wismut, gegründet 1946 als sowjetisch-deutsche Aktiengesellschaft, damals drittgrößtes Uran-Abbaugebiet der Welt, für ein auf der Welt einmaliges Renaturierungsprogramm.

Sechs Milliarden Euro hat der Bund schon dafür ausgegeben. Viele weitere Milliarden werden folgen. Ein Ende der Gefährdung für das Grundwasser ist indes nicht in Sicht. Grund genug für einen misstrauischen Filmemacher wie Joachim Tschirner einmal nachzuhaken. Sieben Jahre lang verfolgte der Berliner mit seinem Filmteam die Arbeiten in Thüringen und Sachsen. Was er fand, war die Geschichte einer ökologischen Zeitbombe, die ihn von den Kraterlandschaften rund um Gera bis nach Namibia, Kanada und ins australische Outback führte: Die Welt giert nach Uran.

Haarsträubend Eingeladen von der Energiewende Heilbronn, zeigte der 1948 in Wittenberge geborene Joachim Tschirner im ausverkauften Arthaus-Kino seine mit Fernseh-Geldern produzierte Film-Doku „Yellow Cake“: eine haarsträubende Geschichte, spannend wie ein Krimi. Dabei hat der Kulturwissenschaftler, der schon in DDR-Zeiten bei der Defa angestellt war, irgendwann eine Entscheidung treffen müssen. Soll ich investigativ arbeiten oder doch mit offenem Visier? Joachim Tschirner entscheidet sich, die Karten offen auf den Tisch zu legen: Nicht zu seinem Schaden. Seine Gesprächspartner in aller Welt wähnen sich so in Sicherheit, kommen ins Plaudern. Über 98 Stunden Material sind so zusammengekommen, Aussagen von himmelschreiender Naivität und beispielloser Dummheit.

Zynisch Den O-Tönen aus aller Welt, von Aborigines und Ingenieuren, von der stolzen Sprengmeisterin im namibischen Uranbergbau und coolen Managern, setzt Tschirner Filmschnipsel dagegen, aufgenommen von DDR-Regimegegnern, die illegal im Uranbergbaugebiet filmten, und DDR-Propaganda-Material. Merke: Wismut, das war einmal in zynischem DDR-Sprech „Erz für den Frieden.“ Ein Frieden, der rund 8000 Tote gefordert hat. Und das sind nur die offiziellen Zahlen.

In 70 Kinos hat Tschirner in den letzten Monaten seinen Film persönlich vorgestellt. Er steckt in einem Dilemma. Arte darf seine Doku noch nicht zeigen, da sie mit einer 18-monatigen TV-Karenz belegt ist. Gleichzeitig fehlt es ihm an Geld, seinen Film in die Kinos zu bringen. Ein Teufelskreis.

Weitere Vorführung

Der Film „Yellow Cake“ wird am Donnerstag, 30. Juni, 20 Uhr, noch einmal in den Universum Arthaus-Kinos gezeigt.

 

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