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Solidarität mit den Iraner*innen!

Zum Todestag von Jina Mahsa Amini

Der Tod von Jina Mahsa Amini war das Fanal, das viele Menschen im Iran zu Protesten auf die Straße trieb – Menschen aus dem ganzen Land, durch alle Provinzen und Ethnien. Am heutigen 16. September jährt sich ihr Todestag zum vierten Mal. Von der Aufbruchstimmung im Iran ist wenig geblieben, die grausamen Verbrechen des Mullah-Regimes sind in Vergessenheit geraten. Wenn heute vom Iran die Rede ist, geht es um die Straße von Hormus und die gestiegenen Benzinpreise. Wie es den Menschen im Iran geht, erfahren wir nicht.

Nach dem Tod von Jina Mahsa Amini warfen viele Frauen ihre Kopftücher ins Feuer, und das Regime schien es geschehen zu lassen. Die Proteste hielten wochenlang an und es gab Hoffnung das Regime zu stürzen. Doch am Ende setzten sich das Mullah-Regime, die Revolutionsgarden und die Basij-Miliz durch und erstickten die Proteste im Keim. Viele Menschen verloren ein Auge, wurden verhaftet und in Gefängnissen misshandelt, vergewaltigt und zum Tode verurteilt.

Heute tragen die meisten Frauen in Teheran in der Öffentlichkeit allerdings kein Kopftuch mehr – diesen Fortschritt haben sie sich erkämpft.

Unterstützung für die Menschen im Iran gab es von offizieller Seite vielerorts wenig. Die internationale Solidarität war jedoch groß und viele informierten sich über die dortigen Zustände.

Ende 2025 kam es erneut zu Protesten: Der freie Fall des iranischen Rial trieb die Händler des Großen Basars dazu, ihre Läden zu schließen und auf die Straße zu gehen, um auf ihre finanzielle Notlage aufmerksam zu machen. Die Proteste dehnten sich auf andere Städte im Land aus und es kam zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und der Polizei. Von Anfang Januar bis April wurde das Internet abgeschaltet, sodass das Regime töten konnte, ohne dass etwas nach außen drang. Heute wissen wir, dass zwischen 40.000 und 100.000 Menschen ermordet wurden.

Ende Februar / Anfang März begann dann der Krieg Israels und der USA gegen den Iran. Es kam zur Schließung der Straße von Hormus. „Trump versprach einen Regimewechsel“, erläutert Sonja Taubert vom Attac-Koordinierungskreis. „Ayatollah Chamenei wurde getötet und die Menschen jubelten. Weiter passierte jedoch nichts. Chameneis Sohn wurde als neuer Führer eingesetzt, und für jeden anderen Führer, den die USA töteten, gab es bereits Ersatz.“

Die Inflation steigt – bei Nahrungsmitteln zeitweise um über 100 Prozent. Die Menschen können selbst mit zwei oder drei Jobs kaum überleben. Infrastrukturschäden durch den Krieg, zeitweise Flug- und Internetsperren sowie die ständige Bedrohung durch Angriffe belasten die Menschen zusätzlich. Das Regime reagiert auf Proteste und zivilen Ungehorsam mit extremer Härte. Durch die internationalen Sanktionen fehlen Ärzte und Medikamente, unter denen vor allem die Zivilgesellschaft leidet. All das interessiert unsere Medien jedoch längst nicht mehr.

„Da müssen wir gegenhalten“, sagt Annette Schnoor vom Attac FLINTA*-Plenum. „Wir müssen weiter an die Menschen im Iran denken, uns informieren, solidarisch bleiben, genau hinschauen, was dort passiert, und Öffentlichkeit schaffen!“