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Attac AG ArbeitFairTeilen: Die 4-Tage-Woche jetzt durchsetzen, Kurze Vollzeit für alle!

31. August 2020

Attac AG ArbeitFairTeilen: Die 4-Tage-Woche jetzt durchsetzen, Kurze Vollzeit für alle!

Der Vorsitzende der IG Metall hat die 4-Tagewoche als Option mit einem gewissen Lohnausgleich in die Diskussion gebracht.

Wir begrüßen diesen Vorschlag und unterstützen ihn in seinen wesentlichen Teilen. Ihn durchzusetzen, braucht es jetzt eine große gesellschaftliche Kampagne, für die die Grundlagen schon gegeben sind: Parteien wie die SPD, Die LINKE und die Grünen, auch der Arbeitnehmerflügel der CDU, treten für Arbeitszeitverkürzung ein. Die Forderung nach einer radikalen Arbeitszeitverkürzung wird unterstützt von kirchlichen Arbeitnehmer*innengruppen, von Arbeitsmediziner*innen, kritischen Wirtschaftswissenschaftler*innen, Jugendverbänden, Fraueninitiativen sowie der Umwelt- und Klimabewegung.

Es geht dabei nicht nur um Vollzeitbeschäftigte in der Metallindustrie, auch um die Erwerbslosen, die prekär Beschäftigten, die schlecht entlohnten Beschäftigten, überwiegend Frauen, in vielen Dienstleistungsbereichen, im Bildungs- und Gesundheitswesen. Eine radikale Arbeitszeitverkürzung auf durchschnittlich vier Tage pro Woche, eine faire Verteilung der Arbeit verbessert die Verhandlungs- und Machtposition der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaften in allen Wirtschaftsbereichen.

Es geht auch nicht nur um Arbeit, sondern gleichermaßen um unsere Umwelt, um den Output unserer Arbeit. Ständige Produktivitätssteigerungen trotz gleichbleibendem Arbeitsumfang führen bei einer endlichen Welt zur Erschöpfung der Ressourcen und zu einer Überlastung der Natur einschließlich des Klimas. Nicht alles kann und muss weiter wachsen. Ein gutes Leben für alle erfordert nicht mehr Produkte, sondern mehr frei verfügbare Zeit.

Eine Wende in der Arbeitszeitpolitik?

Bei vielen Menschen und Aktiven in den sozialen Bewegungen wurde die Vorfreude auf eine Wende in der gewerkschaftlichen Arbeitszeitpolitik geweckt: Die Abkehr von individuellen und einzelbetrieblichen Lösungen hin zu kollektiven Kämpfen und Ergebnissen. Es scheint nun aber doch so, dass der Vorschlag nicht auf eine tariflich geregelte, kollektive Verkürzung der Wochenarbeitszeit zielt. Der Vorbereitungskreis „Offensive Gewerkschaftspolitik“ schreibt dazu: „Er scheint darauf zu zielen, betrieblich und im Einvernehmen mit den Arbeitgebern – wenn Kurzarbeit nicht mehr möglich ist – im Wege einer Betriebsvereinbarung die Arbeitszeit weiter zu verkürzen.“

Dann wäre der Vorschlag nicht mit einer gesellschaftlichen Kampagne verbunden. Es wäre die Chance vertan, andere Gewerkschaften, die sozialen Bewegungen, die emanzipatorische Frauenbewegung und viele andere in diese längst notwendige Kampagne einzubeziehen. Es wäre die Chance vertan, die Kampagne für die Vier-Tage-Woche in ein dringend erforderliches Transformationskonzept einzubinden. Nur so kann den Menschen die Angst vor sozialem Absturz genommen werden.

Arbeitszeitverkürzung statt Kurzarbeit und Erwerbslosigkeit!

Es ist schon sichtbar, dass die Krise, die lange vor Corona begann, tiefgreifende Wirkungen haben wird. Trotz Kurzarbeitergeld (was ja auch für Arbeitszeitverkürzung genutzt wird), ist absehbar, dass im Frühjahr 2021 die Situation vieler Betriebe und Beschäftigter sehr schwierig sein wird. Kurzarbeit, Personalabbau (Entlassungen), Betriebsschließungen, Insolvenzen und hohe Arbeitslosigkeit werden die ganze Gesellschaft vor der Bundestagswahl 2021 beschäftigen. Ohne breite gesellschaftliche Unterstützung wird die Gewerkschaft den Kampf nicht gewinnen können, zumal die Arbeitgeber und ihre Freunde eine aggressive Kampagne gegen die Arbeitszeitverkürzung fahren werden. Die gesellschaftliche Unterstützung kann nur erreicht werden, wenn mutig gesellschaftliche Grundfragen gestellt werden, die die Menschen bewegen. Die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung auf durchschnittlich vier Tage in der Woche zur Arbeitsplatzsicherung, zum Abbau von Belastungen, zur fairen Teilung aller Arbeit, zum Schutz von Umwelt und Klima und für ein gutes Leben für alle ist ein solcher Schritt, der seine Fundierung und Ergänzung in einer Anpassung des Arbeitszeitgesetzes auf maximal 40 Stunden pro Woche finden sollte.

Attac AG ArbeitFairTeilen: Kurze Vollzeit für Alle! Arbeitszeitverkürzung jetzt!

Stephan Krull und Margareta Steinrücke; www.attac-netzwerk.de/ag-arbeitfairteilen/startseite/ sowie http://www.arbeitszeitverkuerzung-jetzt.de/home.html


Attac-AK arbeitfairteilen Protokoll des Treffens am 28.10.2018 in Erfurt


Buchvorstellung: Mohssen Massarrat Braucht die Welt den Finanzsektor?

Mohssen Massarrat

Braucht die Welt den Finanzsektor?

Postkapitalistische Perspektiven

304 Seiten | 2017 | EUR 24.80

VSA-Verlag
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 Der gegenwärtige Finanzsektor ist für die wachsende Einkommensungleichheit und viele anderen Miseren in der Welt maßgeblich verantwortlich. Hat er aber überhaupt positive Funktionen für die Menschheit?

 Die Krise seit 2008 hat eindrucksvoll die Dominanz des Finanzmarktes bewiesen. Ist es vermessen zu sagen, dass die Menschheit mit einer neuen Formation des Kapitalismus konfrontiert ist. Sie unterscheidet sich auf jeden Fall grundsätzlich von dem Kapitalismus, den Marx seinerseits analysierte.

In der klassischen Analyse wurde Macht als eine selbstständige Kategorie vernachlässigt. Sie ist jedoch für das Verständnis der Geschichte des Kapitalismus, aber auch der Gegenwart, zentral. Die krankhaft irrationale Reichtumskonzentration unserer Zeit ist das Ergebnis einer unvorstellbaren Machtakkumulation.

Der Autor arbeitet die Bedeutung der Macht an Hand der kapitalistischen Entwicklung seit der Industrialisierung heraus. Er zeigt, wie sehr Macht als verborgene Hand der Reichen und Herrschenden den Inhalt und die Ausrichtung kapitalistischer Gesellschaften in ihrem Interesse bestimmt. Imperialismus und Finanzmarktkapitalismus können so als Resultat der Verschmelzung von Macht und kapitalistischer Maschinerie präziser analysiert werden.

Während das Kapital die Grundlage der Wertschöpfung darstellt, übernimmt Macht in der kapitalistischen Geschichte wie ein roter Faden die Funktion der Umverteilung von den Besitzlosen zu den Vermögenden, von den armen zu den reichen Gesellschaften. Im Finanzmarktkapitalismus ist unter der Regie des Neoliberalismus der Versuch erkennbar, die Massenarbeitslosigkeit, den Verschuldeten Staat, den Sozialabbau und die Vermögenskonzentration strukturell zu institutionalisieren. ...

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