Für eine Welt mit Zukunft!

Die Folgen der neoliberalen Globalisierung wie Armut, Perspektivlosigkeit, permanente Missachtung der Menschenrechte, massive Veränderung des Klimas, globale Umweltzerstörung sind keine Naturgesetze, sondern ergeben sich aus politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen.

Ausgehend von unserer Überzeugung, dass eine lebenswerte Zukunft nur möglich ist, wenn die Wirtschaft den Menschen dient, engagieren wir uns für eine gerechte, demokratische, friedliche und ökologisch nachhaltige Weltwirtschaftsordnung durch Bildungs- und Aufklärungsarbeit mit Infoständen, Aktionen, Podiumsdiskussionen und Vorträgen, auch gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen.

Wir treffen uns in der Regel jeden 2. Dienstag im Monat um 19 Uhr in Bensheim im Bierkeller in der Grieselstr. 50. Interessierte MitbürgerInnen sind herzlich willkommen, kommen Sie einfach vorbei oder senden Sie uns eine Mail an bergstrasse@attac.de.


Lügen mit Zahlen - Prof. Gerd Bosbach

 

Statistiken erwecken den Eindruck von Objektivität und Exaktheit, dabei lässt sich mit ihnen alles und zugleich das Gegenteil beweisen.

In seinen Vorträgen  und Büchern ist es Prof. Bosbach ein Anliegen, diese Annahme als Mythos zu entlarven und zu zeigen, wie Statistiken zur Meinungsmache instrumentalisiert werden. Seine Themenschwerpunkte sind der demografische Wandel, die Arbeitsmarktstatistik, der Fachkräftemangel, die Prognosen zur Armutsentwicklung, weil da besonders gern mit Zahlen getrickst wird, was schon  mit der Erhebung der Zahlen beginnt.

Zum Beispiel ist es inzwischen ein offenes Geheimnis, dass die offiziellen Arbeitslosenzahlen künstlich heruntergerechnet werden: Wer als Arbeitsloser krank gemeldet ist, fällt aus der Statistik raus, ebenso alle, die sich in Fortbildungs- oder Qualifikationsmaßnahmen befinden, alle 1-Euro-Jobber usw., d.h. alle, die temporär nicht der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stehen, die aber de facto arbeitslos sind.

Besonders ärgert ihn das "Lügen mit Zahlen" im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel, der für viele Entwicklungen und Entscheidungen als Begründung herhalten muss, vor allem in Bezug auf die Rentenpolitik. Dazu Prof. Bosbach: "... wenn eine gute Altersversorgung von der Zahl der Kinder und jungen Menschen abhängt, dann wäre Deutschland vor 120 Jahren das Traumland für die Alten gewesen. ... Im 20. Jahrhundert ist die Lebenserwartung in Deutschland um 30 Jahre gestiegen, der Anteil der unter 20-Jährigen hat sich von 44 % auf 21 % halbiert, der Anteil der Rentner mehr als verdreifacht. In derselben Zeit stieg der Wohlstand, der Sozialstaat wurde ausgebaut und die Arbeitszeit sank von 60 auf 40 Stunden. Die Erklärung ist einfach und gilt bis heute: Produktivität schlägt Demografie." Aber sie muss  an die Arbeitnehmer weitergegeben werden.

Zahlen sind das Eine, die Schlussfolgerungen daraus das Andere und die Ratschläge der sogenannten Experten meist interessengeleitet.

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