16. Januar 2020 - NachDenkSeiten, Mohssen Massarrat:

Krieg, Bürgerkrieg oder Militärdiktatur

Die Entwicklung des US-Iran-Konflikts nach der Ermordung von Ghassem Soleimani.
Die Ermordung von Ghassem Soleimani auf Befehl von Donald Trump war eine offene Kriegserklärung der USA an Iran. Dieser von vielen Kommentatoren geteilten Einschätzung kann man ohne Wenn und Aber zustimmen. Mit der Ermordung des hochrangigen iranischen Generals verfolgen Kriegstreiber und Hegemonialkräfte der USA weiterhin, ihr Projekt des amerikanischen Jahrhunderts voranzubringen. Dazu gehört das Ziel, die vollständige Kontrolle über den Mittleren Osten und dessen für die US-Hegemonie existenziellen Ölressourcen niemals aus der Hand geben zu wollen. Dass die Ermordung des iranischen Generals eine völkerrechtswidrige und menschenrechtsverletzende Handlung war, steht außer Zweifel.

  • USA wollen hörige Kleinstaaten im Mittleren Osten
  • Ghassem Soleimani als Architekt einer Gegenstrategie
  • Das Dilemma für die Demokratiebewegung im Iran

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3. Januar 2020:

Auftrags-Mord an iranischem General

03.01.2020 TELEPOLIS, Florian Rötzer
           Eskalation:
           USA ermorden mit gezielter Tötung General Soleimani
03.01.2020 NachDenkSeiten, Jens Berger:
           Trump will Krieg
03.01.2020 der Freitag, Lutz Herden:
           Gezielter Enthauptungsschlag
03.01.2020 Linksfraktion, Sevim Dagdelen:
           Trumps Terror im Irak verurteilen
03.01.2020 IPPNW-Pressemitteilung, Xanthe Hall:
           Entschlossenes Handeln der Bundesregierung gefordert,
           um einen Krieg zu verhindern
04.01.2020 junge Welt. Matthias István Köhler:
           Trump will den Krieg
04.01.2020 junge Welt. Wiebke Diehl
           Offene Kriegserklärung - Ermordung Soleimanis im Irak
06.01.2020 NachDenkSeiten, Max Blumenthal:
           Soleimani-Attentat - Trumps Fake News und das Schweigen der Medien
07.01.2020 SWR-Aktuell:
           Die Rolle von Ramstein: Wie kommen die Drohnen an ihr Ziel?
07.01.2020 SWR-Aktuell:
           Sicherheitsexperte zu US-Drohnen:
           Airbase Ramstein spielte wohl Rolle bei Angriff auf Soleimani
07.01.2020 Die Rheinpfalz, Elisia Pek:
           Drohnenangriff auf Soleimani von Ramstein aus gesteuert?
08.01.2020 Pax Christi zum Konflikt zwischen USA und Iran:
           "Wir dürfen uns an Gewalt nicht gewöhnen"
08.01.2020 junge Welt,Jörg Kronauer:
           Rotlicht: Staatsterrorismus
10.01.2020 NachDenkSeiten, Jens Berger:
           Manipulation durch Verschweigen
           Die deutschen Medien und das Attentat auf Soleimani
13.01.2020 NachDenkSeiten, Jens Berger:
           Die Gewinner von Trumps Kriegspolitik sind BlackRock und Co. 

29. Juni 2019 - Rubikon, Jochen Mitschka:

Geräuschlose Auslöschung

Obwohl die USA noch keine Bomben auf den Iran abwerfen, sind die Schäden infolge des Wirtschaftskriegs enorm.
Eine halbe Millionen Kinder starben nach Schätzungen an den Folgen der US-Sanktionen gegen den Iran. Diesen Kindern und ihren Eltern hilft es nichts, wenn es keine Kugeln oder Bomben waren, die ihnen den Tod gaben, sondern „nur“ Cyberattacken und eine Politik des Aushungerns. Europa traut sich nicht, das Embargo des Weltenbeherrschers zu unterlaufen — entgegen auch eigenen ökonomischen Interessen. Und selbst wenn sich Donald Trump vorerst nicht zu einem Bombardement entschließen kann — es ist fraglich, ob es sich die iranische Führung länger bieten lässt, dass eine fremde Macht ihr Land systematisch zerstört. Verhandlungen könnten eine Lösung sein – aber die USA haben zu deutlich zu erkennen gegeben, dass ihnen nicht zu trauen ist.
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17. Juni 2019 - NachDenkSeiten, Jens Berger:

Ist der Golf von Oman der Golf von Tonkin des Jahres 2019?

Am Donnerstagmorgen wurden zwei Chemikalientanker im Golf von Oman wenige Kilometer vor der iranischen Küste unter bislang noch ungeklärten Umständen attackiert. Die US-Regierung gab bereits wenige Stunden später Iran die Schuld und präsentierte ein verschwommenes „Beweisvideo“. Beweisen lässt sich mit diesem Video jedoch nichts und Staaten wie Japan und auch Deutschland haben ihre Skepsis bereits verlautbart. Vieles spricht dafür, dass das Video selbst eine Fälschung ist. Dann würden sich jedoch Fragen stellen, deren Konsequenzen die Weltöffentlichkeit sehr ernstnehmen müsste, will man einen drohenden Flächenbrand am Persischen Golf verhindern.
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9. Mai 2018 - RUBIKON, Jochen Mitschka:

Abrüstung adé

US-Präsident Trump lässt den Atomdeal mit dem Iran platzen.
Was in vielen Medien salopp als "Ausstieg" bezeichnet wird, ist in Wahrheit ein schwerer Völkerrechtsbruch der USA - wieder einmal. Der Vertrag wurde vom UNO-Sicherheitsrat ratifiziert und sieht ein strenges Verfahren für den Ausstieg vor. Und Nachweise dafür, dass ein Beteiligter den Vertrag tatsächlich gebrochen hat. Vor einer fairen Prüfung aber scheut Trump zurück – es könnte ja dabei herauskommen, dass der Iran unschuldig ist. Der US-Präsident will keine Gerechtigkeit, er will den Krieg.
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30. November 2013 - Luz Maria de Stefano de Lenkait:

Das einstweilige Verhandlungsergebnis mit dem Iran in Genf vom 24.11. gibt Anlass zu folgender Stellungnahme zu

Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 25.11.2013:
"Neue Horizonte" von Paul-Anton Krüger,
"Nicht mehr als eine Vorspeise" von Nicolas Richter;
"Stete Alarmsirene" von Peter Münch und Leitartikel
"Iran - Mehr als nur Pingpong" von Rudolph Chimelli;

SZ vom 26.11.2013:
"Heimliche Treffs der Erzfeinde" von Hubert Wetzel

Eine überwältigende Staatenmehrheit an der Seite des Iran

Wie alle anderen Nationen ist der Iran berechtigt, Kernreaktoren für friedliche zivile Zwecke auszubauen und zu nutzen. Die westlichen Genfer-Verhandlungsmächte maßen sich an, eine Einschränkung der Urananreicherung vom Iran zu verlangen und einige seiner Reaktoren zu stoppen und im Gegenzug sind sie nicht einmal bereit, ihre ungerechten Sanktionen aufzuheben. Damit stellen sie ihre bösen Absichten bloß, ihre Diskriminierung gegenüber einem souveränen Staat, Mitglied der Weltstaatengemeinschaft. Dadurch blamieren sich die USA/EU-Staaten weiter. Verdient ein Abkommen, das den Iran permanent als Ausgestoßenen, als Verbannten behandelt, als ein rechtmäßiges Abkommen unter Gleichen anerkannt zu werden? Die sogenannten "Verhandlungen" waren eher eine Erpressung gegenüber einem Land, das infolge der unmenschlichen Sanktionen am Rand des wirtschaftlichen Kollaps steht.

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28. November 2013 - Antiimperialistische Koordination, Wilh. Langtahler:

Ausgleich mit dem Iran

Anerkennung eines globalen Patt
Der sich abzeichnende Ausgleich zwischen den USA und dem Iran eröffnet ein neues Kapitel in den internationalen Beziehungen. Er verändert nicht nur die Rahmenbedingungen für den syrischen Konflikt, sondern wird die regionale Ordnung des Nahen Ostens neu gestalten. Letztlich zeigt er einen weiteren Schritt hin zu einer multipolaren Weltordnung an, der gleichzeitig die US-Überlegenheit bestätigt, aber auf der Basis des Prinzips des „indirect rule“.

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6. März 2013 - Neue Rheinische Zeitung, Mohssen Massarrat (*):

Neunpunkteplan zur Kriegsverhinderung im Mittleren und Nahen Osten

Iran-Krieg trotz Obama?

Der Streit um das iranische Atomprogramm ist inzwischen zehn Jahre alt, und ein Ende des Konflikts immer noch nicht in Sicht. Dabei standen die Konfliktparteien (Iran und der Westen) offensichtlich einige Male kurz vor einer Lösung. Stattdessen ist der Konflikt heute schärfer denn je. Der Iran baute seine nuklearen Kapazitäten aus, während der Westen den Iran mit immer schärferen und inzwischen den schärfsten Sanktionen überzog. Gibt es noch schärfere Sanktionen oder stehen wir bereits vor der Schwelle eines Irankrieges? Wollen die Vereinigten Staaten von Amerika mit ihren Verbündeten - mit oder auch ohne einen Sicherheitsratsbeschluss - einen neuen Krieg vom Zaun brechen?

[ vollständiger Artikel ] [ alternativ ]

* Mohssen Massarrat ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac Deutschland

1. Juni 2012 - Süddeutsche Zeitung:

Cyber-Angriff auf iranische Atomanlagen:

Obama soll Stuxnet-Attacken angeordnet haben

Der Angriff des Stuxnet-Wurms auf iranische Atomanlagen schreckte vor zwei Jahren nicht nur IT-Sicherheitsexperten auf. Jetzt schreibt der Washington-Korrespondent der "New York Times", Stuxnet sei Teil eines geheimen Cyberwar-Programms der USA gewesen. Von Präsident Obama persönlich angeordnet.

[ vollständiger Artikel ] [ vollständiger NYT-Artikel (in Englisch) ]

25. Februar 2012 - Süddeutsche Zeitung:

Atomstreit mit Iran

CIA zweifelt an Teherans Streben nach Atomwaffen

Wie real ist die Bedrohung durch eine iranische Atombombe? Arbeitet das Land schon daran oder sind alle beunruhigenden Berichte nichts als Säbelrasseln? Die US-Geheimdienste bleiben einem US-Medienbericht zufolge gelassen: Nach ihren Erkenntnissen hat Teheran sein Atomwaffenprogramm vor Jahren eingestellt - und bislang auch nicht wieder aufgenommen.

[ vollständiger Artikel ]

28. Dezember 2011 - meta-info.de:

Zur Wahrscheinlichkeit eines neuen Weltkrieges

Eine Reihe von Anzeichen deutet derzeit auf die Möglichkeit eines neuen großen Krieges hin. Die Vermutung, dass es hierzu kommt, werden von unterschiedlichen Beobachtern und Analysten der politischen und ökonomischen Dynamik geäußert. Von der RAND-Corporation, einem Think-Tank, der vom amerikanischen Militär nach dem 2. Weltkrieg etabliert wurde, kam der Hinweis, dass die Probleme der Finanz- und Wirtschaftskrise durch einen Krieg gelöst werden könnten. Obama und Hillary Clinton bemühen sich um eine Verschärfung der strategischen Fronten gegenüber dem Iran und im Pazifik.  

[ vollständiger Beitrag

23. November 2011 - Bundesausschuss Friedensratschlag:

Obama auf dem Kriegspfad?

Am Montagabend (21. Nov. 2011, Ortszeit) hat US-Präsident in einer dramatischen Erklärung verschärfte Sanktionen gegen den Iran angekündigt.

Erklärung des Bundesausschusses Friedensratschlag ]

25. Juni 2011 - Der Freitag, Seymour Hersh:

Windiges aus Tarnkappien

Der Publizist Seymour Hersh schreibt im Magazin "New Yorker" über den ­immer wieder durch Fortsetzungen angereicherten Realkrimi: Gesucht werden Irans Atomwaffen

Die „internationale Gemeinschaft“ macht Druck auf Teheran. Die „Mullahs“ und Mahmud Ahmadinedjad sollen die Finger lassen von der Atombombe. Problematisch, warnt der Washingtoner Enthüllungsjournalist Seymour Hersh. Die USA und Verbündete hätten nämlich gar keine schlüssigen Beweise.

[ vollständiger Artikel ]

25. Juli 2010 - Webster Griffin Tarpley:

Obama bereitet die Bombardierung des Irans vor

Webster Griffin Tarpley, ein US-amerikanischer Dozent, Autor, Journalist und scharfer Kritiker der US-Politik, durchleuchtet die vielen Gründe, die einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran immer wahrscheinlicher werden lassen. Es lohnt sich, diesen überlangen Text sehr aufmerksam und wirklich ganz zu lesen.

[ Übersetzung ( (PDF, 56 Seiten) bei LUFTPOST  , bei HINTERGRUND ]

[ Original bei Global Research ]

28. Juni 2010 - ZMAG, Noam Chomsky:

Die iranische Gefahr

Eine brandgefährliche Bedrohung durch den Iran sei die schwerwiegendste außenpolitische Krise der Obama-Administration. Davon gehen weite Kreise aus. Soeben hat der US-Kongress die Sanktionen gegen den Iran verschärft - sie beinhalten noch härtere Strafen gegen ausländische Unternehmen. Auf der afrikanischen Insel Diego Garcia baut die Obama-Administration ihre Offensivkapazitäten rapide aus. Die Insel wird von Großbritannien beansprucht. Die Bevölkerung wurde vertrieben, damit die USA eine immense Basis errichten konnten - um im Mittleren Osten und in Zentralasien anzugreifen. Wie die US-Navy berichtet, wurde ein U-Boot-Begleitschiff nach Diego Garcia entsandt, um die atombetriebenen Unterseeboote - geeignet für Fernlenkwaffen -, mit Tomahawk-Raketen auszustatten  Tomahawks können zudem mit nuklearen Gefechtsköpfen ausgestattet werden. Jedes dieser U-Boote, so heißt es, besitze die Schlagkraft eines typischen Kampfverbandes mit Trägerschiff (carrier battle group). Die Zeitung 'Sunday Herald' (Glasgow) gelangte in den Besitz eines Frachtbriefes der US-Navy, aus dem hervorgeht, dass zu den wichtigsten militärischen Rüstungsgütern, die Obama verschickt hat, auch so genannte "Bunkerknacker" ("bunker busters") gehören, die eingesetzt werden, um harte, unterirdische Strukturen in die Luft zu jagen. Sie sind die stärksten Bomben im Arsenal - abgesehen von den Atomwaffen. Die Planungen für die "massiv schlagkräftigen Penetratoren" waren bereits von der Bush-Administration in die Wege geleitet worden. Allerdings hatte sich die Sache in die Länge gezogen. Kaum war Obama im Amt, beschleunigte er die Umsetzung. Diese Waffen sollen nun einige Jahre früher verlegt werden als geplant und sind speziell gegen den Iran gerichtet. 

[ vollständiger Artikel ]

23. Mai 2010 - Luz Maria de Stefano de Lenkait:

Die zurückliegenden Wochen waren voller diplomatischer und politischer Aktivitäten hinsichtlich des Iran, überraschender Höhepunkt die Vertragsunterzeichnung zwischen Brasilien, Türkei und dem Iran. Was die US-Politik dazu betrifft und die Reaktion in der Süddeutschen Zeitung, hier eine Stellungnahme zu den Artikeln in der SZ:

vom 18.5.2010:
„Iran überrascht den Westen im Atomstreit“ von Paul-Anton Krüger,

vom 19.5.2010:
„Clintons Coup“ von Paul-Anton Krüger,

vom 22.5.2010:
„Im Schatten des Halbmonds“ von Tomas Avenarius

Souverän unabhängig Weltpolitik betreiben

[ vollständiger Kommentar ]

24. April 2010 - Jeffrey Rudolph:

Kennen Sie das Iran-Quiz?

Gibt es möglicherweise eine Rechtfertigung für das erbarmungslose Trommelfeuerder US-Diplomatie und der Mainstream-Medien auf den Iran?

[ Quiz ]

24. März 2010 - Kontext-TV, Noam Chomsky:

Interview zur US-amerikanischen Politik gegen Iran, Kuba.

China, Latein-Amerika. NATO-Expansion und -Interventionen.

Die Mafia-Doktrin

[ Video-Aufzeichnung ]

20. Juni 2009 - Luz Maria de Stefano de Lenkait:

Kommentar zum Leitartikel in Süddeutsche Zeitung vom 20.6.2009:
„Aufruhr im Gottesstaat“ von Rudolph Chimelli

Demokratieverständnis hierzulande

Hussein Mussawi war der Kandidat des Westens bei der Wahl im Iran am 12.6.2009, nicht weil er eine „Demokratie“ für den Iran anstrebte, sondern eine starke Privatwirtschaft offen für die Ausbeutung durch das Ausland. Aus demselben Grund bekam die damalige autokratische Herrschaft vom Mohammad Reza Shah Pahlevi (1941-1979) westlichen Applaus. Mit ihm endete eine prowestliche Etappe in der Geschichte Irans mit dem größten Haß auf den Westen.

1979 beginnt die Islamische Republik. Kein Oppositioneller hat vor, den iranischen Gottesstaat in Frage zu stellen, wie Rudolph Chimelli sachlich erkennt. Auch nicht Mussawi. Der autokratische Shah wollte auch keine westliche Demokratie für den Iran. Unter seiner Herrschaft gab es keine Pressefreiheit, keine Meinungsfreiheit, keine Demonstrationsfreiheit. Im Gegenteil: Das iranische Volk erlitt die grausamsten Repressionen und Menschenrechtsverletzungen unter seiner Herrschaft. Aber solche Menschenrechtsverletzungen und Repressionen ließen die Bonner Regierung und den Bundestag damals kalt. Es gab keinen Grund, das Bonner Parlament mit dem Iran des Shah zu beschäftigen, solange Reza Pahlevi die Interessen des Westen gut repräsentierte. Allerdings hat der Shah die westliche Demokratie verachtet.
Die Schilderung eines Interview mit einem amerikanischen Journalisten (Arte, 17.6.2009 um 21.00) stellt eindeutig die tiefe Verachtung des Shah Reza Pahlevi bloß: „Haben die USA keine Demokratie?“
Antwort des Shah:„Zumindest nicht nach der alten Auffassung der Griechen“.

Frage des Shah: „Was ist für Sie Demokratie?“
Antwort: „Pressefreiheit, Meinungsfreiheit..“
Antwort des Shah: „Zu welchem Punkt? Wenn ein selbstzerstörerisches, masochistisches Gebilde gemeint ist, das Tür und Tor öffnet für Betrug und Korruption, das haben sie“.

Westliche Medien sollten sich unbefangen fragen, ob diese lapidare Kritik zutreffend ist. Lügenhaft und unverfroren mit deutscher Geschichte, mit Oppositionellen und Andersdenkenden umzugehen, scheint ein Merkmal der Verlogenheit und Manipulation der deutschen Demokratie, der deutschen Medien. Es ist gar nicht so lange her, als Oppositionelle in der westdeutschen Republik im Gefängnis landeten, nur weil sie andere politische Vorstellungen hatten. Der Umgang mit DDR-Politikern bezeugt beschämend, welch Geistes Kind die BRD-Demokratie wirklich ist. Nicht nur der Iran, sondern viele andere Länder, die sich in politischer Entwicklung befinden, sollten sich vor einer solchen undemokratischen Flagge hüten, die Berlin sich anmaßt zu zeigen. Ein Land, das seine politische Freiheit und souveränen Rechte nie auszuüben wußte, dessen Medien wie die SZ den Wahlparteitag der Linken im Fernsehprogramm verschweigen (siehe unter Phönix im SZ-Fernsehprogramm am Samstag 20.6.2009), weil es ihnen nicht passt, dieses Land wagt es, über Demokratie zu sprechen und will „Flagge“ zeigen. Im Namen der Pressefreiheit sind Journalisten unfähig, sich mit der Sache in Begriffen zu befassen und verstecken ihre Inkompetenz hinter Manipulation und Verdrehung. Schon die erste Reaktion auf die hervorragende Rede von Oskar Lafontaine (Samstag, 20.6.09, Phoenix-Reporter vor Ort) auf dem Wahlparteitag der Linken belegt, welch ein Mangel an Demokratieverständnis in der Öffentlichkeit der „deutschen Demokratie“ herrscht.

Die Wahlbeteiligung der Bevölkerung ist klares Indiz für ein funktionierendes legitimes Staatswesen. Verglichen mit der niedrigen Wahlbeteiligung der Deutschen an der Wahl zum Europäischen Parlament (unter 40%) ist die hohe Wahlbeteiligung im Iran am 12.Juni (85%) ein klares Indiz des Vertrauens der Iraner in ihren Staat. Dagegen ist die Legitimationsfrage der Wahlen (7. Juni 2009) hierzulande berechtigt. Nicht im Iran.

Die Islamische Revolution 1979 hat die Geschichte Irans tief geprägt. Aufgeklärte iranische Studenten und Mittelschichten, alle Oppositionelle, sind sich dessen bewußt. Sie mißtrauen westorientierten Tendenzen. Zu Recht. Die gesellschaftliche und politische Entwicklung Irans geht voran, trotz der Einmischung westlicher Medien, die versuchen, das iranische Volk in seinem Widerstand gegenüber dem unbefugten neokolonialen Druck und der Doppelmoral des Westens zu spalten. Falken und Mainstream-Medien aktivieren immer weiter mächtige Propagandainstrumente, um den Iran zu isolieren und ihn seiner fundamentalen Rechte in Internationalen Organisationen zu berauben. Ausgerechnet als der US-Präsident dem Iran seine Hand austrecken will und Respekt für die innere politische Entwicklung des Landes zeigt, werden diese alten destruktiven Elemente verzweifelter und aktiver denn je. Die Intelligenz und Weisheit der Machthaber im Iran müssen solchen Elementen Paroli bieten.

Die iranische Atomfrage begann mit dem Shah Reza Pahlevi, der entsprechende Gespräche dazu im Elysé Palast führte. Wie alle anderen Nationen hat der Iran ein unabdingbares Recht auf moderne Technologie, behauptete der damalige Shah. Seine Ansicht traf auf volles Verständnis und Unterstützung von Frankreich. Nun sollte die nukleare Technologie sich der zivilen Nutzung widmen und nicht der militärischen.

Nicht ein Interesse an Freiheit und Demokratie verursacht die dreiste Einmischung deutscher Medien in die Wahl Teherans, sondern wirtschaftliche egoistische Interessen. Die Inkonsistenz, das defizitäre „Demokratieverständnis“ Berlins ist dokumentiert. Bei den massiven Unregelmäßigkeiten der US-Präsidentschaftswahlen in Florida 2000, die nie ganz aufgeklärt wurden, verhielt sich der deutsche Bundestag vollkommen still. Genauso wie später, bei den anerkannten freien und fairen Wahlen in Palästina im Februar 2006, deren Ergebnis den großen Mächten nicht gefiel. Es war ein Tiefpunkt demokratischer Heuchelei, Wahlen erst zu fordern, dann aber das Wahlergebnis zu mißachten und den Sieger zu boykottieren. Wo war die demokratische Empörung im deutschen Parlament? Der Außenpolitische Sprecher der Linke, Prof. Dr. Norman Paech, bringt die Kritik in der aktuellen Stunde im Parlament auf den Punkt, (Meldung von 19.6.) aber seine punktuelle Kritik, die auf Tatsachen beruht, wird von deutschen Presseorganen wie die SZ verschwiegen. So weit das Demokratieverständnis hierzulande. So weit die Pressefreiheit.

Stefan Kornelius Phantasien und Erfindungen („Wahlkampf, auch in Washington“ vom 20.6.2009) wären völlig belanglos, unwichtige Lügen, wären seine Vorstellungen kein Symptom für die rassistischen und faschistischen Politiktendenzen in Berlin.

Iran wird nicht ins Chaos versinken. Besonnenheit ist von allen Seiten angebracht. Das persische Land mit 3000 Jahren Zivilisation wird sich beruhigen. Der Präsident Ahmadinedschad ist aufgerufen, eine Etappe der Entspannung zu initieren. Stabilität, Entspannung und Dialog mit den USA sind notwendige dringende Ziele für den wiedergewählten iranischen Präsidenten und alle wichtigen politischen Akteure in Teheran. Israel ist alles zu zutrauen. Sicherheit im Nahen Osten ist ohne den Iran nicht erreichbar. Deshalb ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Iran und den USA für den Frieden und die Stabilität im Nahen Osten unabdingbar.

Luz María De Stéfano de Lenkait,

Juristin und Diplomatin a.D.

[ frühere Beiträge ]

[ Rundumschlag bei Speigel-Online ] [ Stellungnahme von attac ]

2. August 2008 - New York, Times Square

Groß-Demonstration gegen einen Iran-Krieg der USA

[ zum Aufruf (in Englisch) ] [ zum Aufruf (in Deutsch) ]

24. Juli 2008 - meta-info.de:

US-Friedensbewegung stoppt den Weg in den Irankrieg

Die amerikanische Friedensbewegung kann einen wichtigen Erfolg verbuchen: obwohl sie heute nicht in erster Linie mit Demonstrationen den Protest auf die Strässe trägt, gelang es ihr, ihre Anhänger zu mobilisieren und diese Druck auf die US-Politik ausüben zu lassen: ein Gesetz, das den Weg in einen Angriff auf den Iran bahnen sollte, konnte auf diesem Weg verhindert werden. Es war versucht worden, durch dieses Gesetz eine Seeblockade gegen den Iran zu verhängen: eine Massnahme, die unmissverständlich als Kriegsakt anzusehen ist.

[ vollständiger Beitrag mit Hintergrundinfo, Quellen oder Pressehinweis ]

14. Juli 2008 - Berliner Zeitung:

"Archäologen sollen bei der Kriegsplanung helfen"

Pentagon fordert Liste schützenswerter Kulturgüter im Iran

[ vollständiger Artikel von Martina Doering ]

10. Juli 2008 - Die Zeit:

Satan ruft Schurkenstaat

Die USA können aus Iran einen Partner machen – aber nur, wenn kein einziger Schuss fällt.

[ vollständiger Artikel von Volker Perthes ] [ Kommentar von GW-HH ]

2. Dezember 2007 - Blätter für deutsche und internationale Politik:

„Nationale Intelligence Estimate“ in Sachen Iran:

Iran: US-Geheimdienste korrigieren sich

Geplatzte Bedrohungslügen

18. November 2007: Luz Maria de Stefano de Lenkait:

zum Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 17.11.2007:
"USA und Großbritannien fordern neue Sanktionen gegen Iran"
von Paul-Anton Krüger

Wer braucht den Dialog, Teheran oder der Westen?

[ vollständiger Text ]

9. September 2007 - CounterPunch / ZNet, Jean Bricmont:

Wunschdenken statt Widerstand

Warum Bush mit seinen Angriffsplänen gegen Iran durchkommen kann

Neuigkeiten

11.01.2015 | Stellungnahme von attac Deutschland zum "Friedenswinter" mehr

04.08.2014 | 39 Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats von Attac mehr

31.03.2014 | Offener Brief gegen "Henry-Kissinger-Professur" mehr

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