Klimafreundlicher Mobilitätsspaziergang

Auf die ungleiche Verteilung des öffentlichen Raumes für den ÖPNV und den Rad-, Fuß- und Autoverkehr in Kirchheim, den Flächenverbrauch durch den motorisierten Individualverkehr und die Notwendigkeit der Stärkung des Rad- und Fußverkehrs bei kürzeren Distanzen wiesen am Samstag, 27.Juni Aktivist*innen der Initiative „Kirchheim anders mobil“ und der Regionalgruppe attac Kirchheim hin. Mit einem „Gehzeug“, das die Maße eines durchschnittlichen PKW abbildet, spazierten sie durch die Kirchheimer Fußgängerzone. Die Reaktion der Passant*innen war gemischt. Neben überwiegendem Zuspruch waren auch einige skeptische und ablehnende Äußerungen zu hören.

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Protest gegen die Versteigerung von Nazi-Devotionalien am 11. Juli 2020 in Kirchheim

Das Auktionshaus Andreas Thies kündigt auf seiner Homepage an, die „68. Auktion“ „als reguläre Saalauktion“ am 11.Juli 2020 in Kirchheim in der Steingaustraße 18 durchzuführen.

Versteigert werden neben Gegenständen aus anderen geschichtlichen Kontexten z.B. laut Esslinger Zeitung vom 9. Juli 2020 zum Preis von 100.000 € auch eine „Silberschatulle aus dem Privatbesitz von Adolf Hitler“. Angeboten wird außerdem ein von Propagandaminister Josef Goebbels „handsigniertes Exemplar von Adolf Hitlers ‚Mein Kampf‘“.

Wir kritisieren: Laut Esslinger Zeitung beschreibt Andreas Thies, der Chef des Kirchheimer Auktionshauses seine „Geschäftsphilosophie“ so: „Wir versteigern geschichtliche Gegenstände von der Steinzeit bis zur Neuzeit.“ Damit soll der Anschein erweckt werden, als ob mit ganz normalen historischen Kunstgegenständen gehandelt würde.

Tatsächlich aber werden zu teilweise horrenden Preisen Objekte verkauft, die – in ihrer Bedeutung – eines der größten Menschheits­verbrechen der Geschichte ehren. Die Gleichsetzung mit anderen historischen Objekten verharmlost die Verbrechen der Nazis.

 Zum rechtlichen Hintergrund: Die Verbreitung von nationalsozialistischem Propagandamaterial ist verboten. Originale, die von 1933 bis 1945 hergestellt wurden, sind von diesem Verbot jedoch ausgenommen, da das Grundgesetz erst 1949 verabschiedet wurde. Es ist in Deutschland deshalb legal, Nazi-Antiquitäten zu besitzen, so lange diese nicht öffentlich gezeigt werden. Wenn die verfassungsfeindlichen Symbole unkenntlich gemacht werden, kann man die Anbieter nicht für die Verbreitung der Inhalte belangen. Auch die Waffen sind nicht verboten, wenn sie unbrauchbar sind.

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Critical Mass 2020 gut begonnen

Mit über 40 Radler*innen auf unterschiedlichsten Fahrrädern hat die Critical-Mass-Saison 2020 am 15. Mai 2020 gut begonnen. Gerade jetzt: Verkehrswende jetzt!

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Mitmach-Aktion gegen Rassismus und Gewalt

Einkaufssamstag in Kirchheim, 7. März 2020, drei Tage nach dem Gedenken der Stadt Hanau und des Landes Hessen an die neulich von einem Rechtsextremen ermordeten Menschen, davon mehrere mit muslimischem Hintergrund. Vorwiegend junge Männer und Frauen, dazwischen auch einige Ältere haben sich in der Fußgängerzone vor dem Kornhaus mit selbstgemachten Schildern aufgestellt. Passanten, die sich die Zeit nehmen, lesen: „Mehmet und Martin sind Freunde – und das ist gut so!“. Oder: „Oslo/Breivik – Christchurch – Hanau – Kirchheim?“. Und: „Wir wollen ohne Polizeischutz beten können.“

Aktive der Initiative Attac, Engagierte aus der Kirchheimer Zivilgesellschaft und jugendliche und erwachsene Gläubige aus der Sultan Ahmet Moschee verschenken Lose an die vorüber Eilenden. Auf den Gewinnerlosen ist zu lesen: „Sie haben Glück. Sie leben in einer gerechten, offenen, solidarischen und vielfältigen Gesellschaft. Dafür …“. Der Aufforderung, den angefangenen Satz zu vervollständigen, kommen viele nach. Dabei entwickeln sich interessante Gespräche. Häufig drücken die Angesprochenen ihre Dankbarkeit aus, in einer demokratischen Gesellschaft zu leben – und auch ihre Bereitschaft, diese Gesellschaftsordnung zu verteidigen.Sie betonen aber auch die Notwendigkeit, sich auf den Weg zur Weiterentwicklung der Demokratie zu machen. Diesen Weg drückt eine graue Papierbahn aus, die auf dem Straßenpflaster liegt. Hier formulieren die Gesprächsbereiten ihre Hoffnungen, Erwartungen und Statements – in Stichworten auf ein Kärtchen geschrieben: „Ich habe viele muslimischen Freunde“; „Danke für die Gastfreundschaft, die ich überall auf der Welt erfahren durfte!“; „Persönliche Gespräche und Begegnung helfen.“
Wie im richtigen Leben kann man auch beim Los-Ziehen Pech haben und die Aussage ziehen: „Tut uns leid. Leider leben Sie in einer Gesellschaft, in der Muslime – auch hier in Kirchheim – mit dem Tod bedroht werden. Dagegen ….“. Eine Passantin erschüttert der Satz so, dass sie spontan zu weinen anfängt. Viele reagieren mit „Dagegen müssen wir ankämpfen…“.
Das findet auch Yakub Kambir, Unternehmer aus Kirchheim, Vorstand der Sultan Ahmet Moschee in der Lohmühlgasse und einer der Mitorganisatoren der Aktion. Bei einem Vorgespräch äußert er: „Da sind zwei schockierende Erlebnisse für uns Musliminnen und Muslime hier in Kirchheim zusammengekommen: die Festnahme eines Kirchheimers am 14. Februar als mutmaßliches Mitglied einer rechten Terrorzelle, die Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime geplant hat – und fünf Tage später die Morde von Hanau. Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Viele von uns fühlen sich richtig bedroht und haben ganz konkrete Ängste. Wenn du etwa beim Freitagsgebet in der Moschee mit dem Rücken zu Türe betest, dann läuft bei vielen von uns im Hintergrund Kopfkino ab: Was machst du, wenn jetzt einer durch diese Türe kommt und uns alle abknallen möchte.“

Die Initiatoren der Mitmach-Aktion fordern von sich, allen demokratischen Kräften und all den Bürger*innen in Kirchheim, die von den Rechten als „Gutmenschen“ verhöhnt werden: Schließen wir uns – überparteilich – zu einem „Aufstand der Anständigen“ zusammen. Treten wir der Verbreitung von Ausgrenzungideologien, von Hass, Hetze und Rassismus, der Aussbreitung von Rechtspopulismus und Rechtsextremismus und der Gefährdung der Demokratie durch kontinuierliche Information, Aufklärung und solidarisches Handeln entgegen.

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Dritter Workshop "Kirchheim anders mobil" zeigt Folgen

Im dritten Workshop zusammen mit anderen Mitgliedern des Forums 2030 am 14.2.2020 wurden nach ausführlichen Diskussion in drei Arbeitsgruppen ("MIV", "ÖPNV" und "Fuß- und Radverkehr) eine Liste von Problemen/Handlungsbedarfen im Bereich der Veränderung der Mobilität/des Verkehrs in Kirchheim erstellt und konkrete Forderungen an die Kommunalpolitik formuliert und Vorschläge/Forderungen zu deren Lösung erarbeitet. Diese sollen nun gemeinsam mit dem Oberbürgermeister und der Verwaltungsspitze diskutiert werden.
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Zusammen mit Forum 2030: Kirchheim anders mobil – Impulse für eine Verkehrswende – Workshop am 13.12.19

Kirchheimer Bürger diskutieren mit dem „Forum 2030“ Impulse für eine zukunftsfähige Mobilität in Kirchheim

Trotz schlechter Witterung waren auf Einladung des „Forums 2030“ zwei Dutzend Engagierte zum Workshop „ Kirchheim anders mobil – Impulse für eine andere Verkehrspolitik“ im Büchereisaal zusammengekommen.

Das Ziel des zweiten Workshops der Projektgruppe „Kirchheim anders mobil“ war, die im September 2019 zusammengetragenen Anregungen zu ergänzen und Vorschläge für die dringendsten und wirkungsvollsten Maßnahmen zu erarbeiten. Diese sollen den politischen Entscheidungsträgern in der Stadt mit entsprechenden Forderungen präsentiert werden.
Im „Forum 2030“, das die lokale Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele für 2030 in Kirchheim konstruktiv-kritisch begleitet, haben sich neben zivilgesellschaftlichen Initiativen, lokalen Agendagruppen, Gewerkschaften, Kirchen, der Frauenliste und den Ortsverbänden von Bündnis 90/Die Grünen und DIE LINKE auch verschiedene engagierte Bürger/innen aus Kirchheim und Umgebung vernetzt.

Im Fokus der Projektgruppe „Kirchheim anders mobil“ steht der Verkehr, der auch in Kirchheim zu einem Drittel zum CO2-Ausstoß beiträgt. Hans Dörr (GEW), Heinrich Brinker (Die LINKE), Günther Kern (attac Kirchheim) und Jürgen Lewak (Bündnis 90/Die Grünen) zeichneten an diesem Abend für die Vorbereitung und Durchführung der Diskussionsplattform verantwortlich. Für die Diskussion sehr gewinnbringend war die Teilnahme verschiedener lokaler Vertreter von Fahrrad-Initiativen und –verbänden sowie der neuen Klimaschutzmanagerin der Stadt Kirchheim, Frau Dr. Arman.

Vor dem Hintergrund des Zitats von UN-Generalsekretärs Antonio Gutteres („Wollen wir wirklich als die Generation in Erinnerung bleiben, die den Kopf in den Sand steckte, während die Erde in Flammen stand?“) wurde deutlich: Trotz eines bereits 2010 im Auftrag der Stadt Kirchheim erstellten Verkehrskonzepts bewegt sich aus Teilnehmersicht Vieles in Kirchheim „im Schneckentempo“. Zu wenig konkrete Maßnahmen seien bis dato umgesetzt worden. Dementsprechend gering sind – so ein Zwischenbericht (2015) zur Klimaschutzkonzeption von 2013 – die angestrebten CO2-Einsparungen. Auch in Kirchheim werden die für 2020 gesetzten Reduktionsziele weit verfehlt.

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Critical Mass- Durch Kirchheim radeln

Nach dem gelungenen Auftakt am 9. Juli 2019 mit ca. 150 Teilnehmer/innen wurde am 13.9.2019 zur zweiten Kirchheimer „Critical Mass“ gestartet.  Mit dieser gemeinsamen Radfahrt sollte die Kirchheimer Öffentlichkeit auf die Notwendigkeit des Einstiegs in die Realisierung der Mobilitätswende (auch in unserer Stadt) hingewiesen werden. Mit über 100 Teilnehmern war es wieder ein voller Erfolg.

Danach wurden zum Thema „Mobilitätswende in Kirchheim konkret konkrete Vorstellungen/Ideen/Pläne/Konzepte zum Einstieg in die Verwirklichung der Mobilitätswende im Vortragssaal der Stadtbücherei ausgetauscht.

Attac-Kirchheim war Mitveranstalter zusammen mit dem Forum 2030 und vielen anderen beteiligten Organisationen.

Mehr siehe: https://kirchheim.forum2030.de/critical-mass-in-kirchheim-radverkehr-staerken/
Die Ergebnisse des Brainstormings und Pläne/Erwartungen für den konkreten Einstieg in die Verkehrswende in Kirchheim: https://kirchheim.forum2030.de/mobilitaetswende-in-kirchheim-konkret/

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Infostand in der Fußgängerzone Kirchheim am 31.08.2019

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Kirchheim bewegt sich

 Unter dem Motto „Kirchheim bewegt sich“ haben die Regionalgruppe attac Kirchheim und Umgebung, die Agendagruppe StadtMobil und 6 andere Partner am 12. und 13 April 2019 zu Aktionen zum Thema Mobilität in Kirchheim eingeladen. Am 12. April 2019 wurde im Spitalkeller der vhs die spannende Studie „Mobiles Ba-Wü“ des BUND zur Mobilität vorgestellt. Am Samstag, 13. April 2019 gab es am Schloßplatz ab 9:30 Uhr einen „Markt der Ideen“. Mit dabei sind waren u.a. Stadtmobil Kirchheim e.V., Adfc, Attac Kirchheim und Umgebung, VCD, BUND, Forum 2030, Teckwerke, Fahrradhaus Wagner und Fischer. Gegen die Mittagszeit zog in einer kleinen, aber Aufsehen erregenden Demonstration ein bunter Zug rund um die Kirchheimer Innenstadt.

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Menschenrechte vor Profit
Aktion von Attac und Initiative gegen TTIP

 

„Warum steckt da ein Mann in einer Mülltonne?“ Das haben sich am Samstag 15.12.2018 in der Fußgängerzone Kirchheim viele Passanten gefragt. Mit dieser Aktion hat sich die Regionalgruppe von Attac-Kirchheim und Umgebung zusammen mit der Initiative gegen TTIP für die Einhaltung der Menschenrechte stark gemacht. Damit sollte verdeutlicht werden, dass Menschenrechte vor Profit gehen müssen, anstatt Menschen „in die Tonne“ zu kippen. Und es wurden zahlreiche Unterschriften für einen Appell gesammelt.


Überall auf der Welt verletzen transnationale Konzerne wissentlich Menschenrechte – und kommen straffrei davon. Während Unternehmensinteressen über einklagbare Rechte gewahrt werden, gelten für die Einhaltung der Menschenrechte nur freiwillige Leitprinzipien. Bei den Vereinten Nationen (UN) wird deswegen derzeit ein verbindliches Abkommen (Binding Treaty) erarbeitet, um diesem gravierenden Ungleichgewicht entgegenzuwirken und die Menschenrechte auch gegenüber Konzernen einklagbar zu machen. Doch die Bundesregierung bremst den Verhandlungsprozess und damit das Abkommen aus, statt eine Vorreiterrolle zu übernehmen.
Dabei sind diese verbindlichen Abkommen überfällig: Täglich müssen wir erfahren, wie Menschenrechte durch Unternehmenshandeln systematisch missachtet werden. Dabei sind offene Gewalt und Vertreibung, flächendeckende Umweltverschmutzung oder die oft unwiederbringliche Zerstörung von Lebensgrundlagen Teil der Geschäftstätigkeit. Zudem schaffen die beteiligten Unternehmen entlang der globalen Lieferketten Arbeitsbedingungen, die vielfache Verletzung und den Tod abertausender Menschen einschließen.
70 Jahre nach der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte muss es die Aufgabe der Politik sein, Menschenrechte zum einklagbaren Maßstab des wirtschaftlichen Handelns auch über nationale Grenzen hinweg zu machen.

Als Appell an die Bundesregierung, sich endlich dieser Aufgabe zu stellen wurden Unterschriften gesammelt. Gefordert wird, dass Menschenrechte unbedingten Vorrang vor Handels- und Investitions-Abkommen erhalten müssen. Deutschland und die EU müssen sich für einen starken UN-Vertrag für menschenrechtliche Pflichten von Unternehmen einsetzen und Deutschland muss ein Gesetz beschließen, das Konzerne im In- und im Ausland auf die bedingungslose Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet und Zuwiderhandlungen unter Strafe stellt. Im Internet kann jeder diese Forderungen und den Appell unterstützen. Er ist HIER abrufbar .

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Neuigkeiten

Attac-Kirchheim nimmt kritisch Stellung zum Zukunftsdialog am 21.11.2018

Hier geht's zur Pressemitteilung.

Hier: Anschreiben an Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker

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Kathrin Hartmann „Grüne Lügen“ – Lesung und Diskussion mit großer Resonanz

Kathrin Hartmann, Autorin des Buches „Die grüne Lüge“ und Mitwirkende im gleichnamigen Film hat am 9. Oktober 2018 einen differenzierten Blick hinter die Kulissen „nachhaltiger“ Erzeugungsprozesse und auf die zugehörigen Marketing-Strategien geworfen. „Grüne Lügen“ werden von vielen geglaubt, weil es Konzernen hervorragend gelingt, ihr schmutziges Kerngeschäft unter einem grünen Mäntelchen zu verstecken. Verantwortungsvoll und ethisch vertretbar zu konsumieren und damit den individuellen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, ist wichtig. Es ersetzt aber solidarisches politisches Handeln nicht.

Nach einer Lesung aus ihrem Buch entsponn sich im voll besetzten Saal des Mehrgenerationenhauses eine breite Diskussion.

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28.09.2018,Vortrag/Diskussion mit Laura Valentukeviciute (Sprecherin der Vereins Gemeingut in Bürgerhand): "Ausverkauf des Tafelsilbers" Was passiert bei der Privatisierung von Schulen, Straßen und öffentlichen Aufgaben?

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Systemwandel statt Klimawandel, Veranstaltung am 18.9.2018
„Wir leben auf Kosten des globalen Südens.“
Lässt sich der Klimawandel aufhalten, wenn wir die sozialökologischen Stellschrauben ein klein wenig nach links oder rechts drehen? Oder müssen wir unser Wirtschaften und Leben komplett ändern und auf einen grundlegenden Systemwandel hinarbeiten? Diesen Fragen ging die Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Sabine Leidig, in ihrem Vortrag im Spitalkeller am 18. September nach. Veranstalter waren attac-Kirchheim und die GEW.
Die Antwort der ehemaligen Gewerkschafterin und attac-Bundesgeschäftsführerin fiel – erwartbar – klar aus: „Wir leben auf Kosten des globalen Südens …und der kann in einer in einer Kobalt-Mine im Kongo liegen, in der Kinder unter lebensgefährlichen Bedingungen diesen Rohstoff für die Batterien unserer Elektroautos fördern. Er kann aber auch auf einem Schlachthof im Emsland sein, wo Schlachter aus Rumänien unter miserablen Arbeitsbedingungen im Akkord Schweine oder Rinder zerlegen.“ Den zerstörerischen Lebensstil, in den viele von uns sich bequem eingerichtet hätten, nenne der Soziologie Ulrich Brand „imperiale Lebensweise“. Einer steigenden Zahl von Menschen in unserem Land werde aber mittlerweile immer bewusster, dass unser Wirtschaften und Konsumieren überhaupt nicht nachhaltig sei und an planetarische Grenzen stoße. Befördert werde diese Erkenntnis nicht nur durch kritische Literatur zur sog. „Externalisierungsgesellschaft“ und Filme wie „System Error“ oder „Die grüne Lüge“ von Kathrin Hartmann, sondern auch durch Migranten aus Afrika. Sie würden sich zu uns auf den Weg übers Mittelmeer machen, weil die Lebens- und Arbeitsbedingungen in ihren Ländern zunehmend unaushaltbar würden. Der Ausgangspunkt der notwendigen sozial-ökologischen Transformation sei die Frage, wie ein gutes Leben für alle Menschen aussehen muss. Die Antwort dürfe nicht der Markt und sein Profit-Denken liefern. In einer Ausweitung der direkten Demokratie müssten u.a. die Themen „Einkommensgerechtigkeit, Vermögensverteilung, Steuern, Arbeitszeitverkürzung“ verhandelt werden. Durch eine Stärkung der Gemeinwohl- und Genossenschaftsökonomie könnten die Wachstumszwänge der Privatwirtschaft reduziert werden. Die Regionalisierung der Wirtschaftskreisläufe und eine ökologische Lenkung von Produktivkapital brächten den sozial-ökologischen Umbau der Wirtschaft voran. Weitere Schritte seien die offensive Erweiterung der Energiewende, der Einstieg in eine tatsächliche Verkehrswende, die Re-Kommunalisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge, die Förderung kollektiven, gemeinnützigen Wohneigentums und die Förderung und Vernetzung alternativer Produktions- und Lebensformen. Zum skeptischen Einwand aus dem Plenum, der Systemwandel scheitere an der Lobby-Macht des deregulierten Finanzkapitals merkten Leidig und andere Zuhörer an: Unverzichtbar sei es, durch kontinuierliche Bildung und Aufklärung die Menschen für eine linke Politik zu gewinnen. Ein Bewusstsein für die Notwendigkeit des Wandels bilde sich aber auch durch die vielen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, die im Augenblick national und international stattfinden würden, aktuell u.a. für den Ausstieg aus der Kohle und gegen die Abholzung des Hambacher Forsts.

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Gründung Forum 2030 - Vernetzung zum Thema Nachhaltigkeit

Das Bündnis gegen TTIP Kirchheim und die Ortsgruppe von Attac-Kirchheim sind die Initiatoren zur Gründung des "Forums Agenda 2030". In einer mit rund 60 Personen verschiedenster Gruppen ausgezeichnet besuchten Gründungsversammlung startete das Forum am 4. Juli 2018. Damit sollen die vielfältigen Aktivitäten in Richtung Nachhaltigkeit gebündelt werden und ein Forum zum Austausch von Informationen und zur Bündelung von Aktivitäten geschaffen werden.

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Aktion Stadtticket am 7.7.2018

Eine Aktion der besonderen Art hat der Ortsverband von Attac-Kirchheim am 7. Juli 2018 durchgeführt: Ein "Kaffeekränzchen im Bus". Hintergrund waren die viel zu hohen Kosten für Stadtfahrten im ÖPNV in Kirchheim. Deshalb haben wir ein „Kaffeekränzchen“ im Bus veranstaltet unter dem Motto: Wenn die Stadtfahrten schon so teuer sind, müsste eigentlich ein Frühstück mit Kaffee und Kuchen inbegriffen sein.
Das hat zum einen super Spaß gemacht und auch öffentlichkeitswirksamen Anklang gefunden. Begleitet wurden wir von einem Redakteur des Teckboten. Der Teckboten berichtete großformatig. Da wir auch im Gespräch mit verschiedenen Fraktionen des Gemeinderats waren ist zu hoffen, dass zum Haushalt 2019 ein entsprechender Antrag im Gemeinderat eine Mehrheit findet.

Info-Stand und Straßenmalerei gegen Aufrüstung und atomares Wettrüsten:

In einer gemeinsamen Aktion haben Mitglieder von Attac Kirchheim, Pax Christi und der Deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG/VK) am Samstag, 24. März in der Fußgängerzone Kirchheim auf die Bedrohungen durch das atomare Wettrüsten hingewiesen. Durch auf den Boden gemalten Botschaften wiesen sie auf das aktuell immer dringender werdende Eintreten für den Frieden hin. Die Straßenmalerei und selbstgebackene Friedenstauben waren ein Mittel, um die Passanten u.a. zu animieren, durch eine Unterschriftenaktion an die Bundesregierung zu appellieren, das UN-Atomwaffenverbot zu unterzeichnen. Denn 122 Staaten haben im Juli 2017 einen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen beschlossen. Bislang fehlt jedoch Deutschland bei diesem historischen Abkommen. Ebenso haben erfreulich viele Besucher auch die Gelegenheit genutzt, einen Aufruf zu unterzeichnen, der sich gegen die geplante beinahe Verdopplung der Rüstungsausgaben wendet.
Weil immer größere Teile der Welt in Krieg und Chaos versinken und die Groß- und Regionalmachte immer
 offener ihre Auseinandersetzungen mit Waffen in Drittstaaten austragen, wurde auch zur Teilnahme am Ostermarsch am Karsamstag, 31.3. um 14 Uhr in Stuttgart am Marktplatz aufgefordert, um hiergegen ein deutliches Zeichen zu setzen.

2. Workshop am 4.2.18 "Tomorrow- Kirchheim: Nachhaltig und fair" super besucht

Das aus einer Initiative von attac Kirchheim und des Kirchheimer Bündnisses gegen TTIP und Einzelpersönlichkeiten entstandene Forum hatte am 4.2.2018 bereits seinen zweiten Workshop zum Thema "Nachhaltigkeit in Kirchheim" abgehalten. Hierbei fand eine weitere Konkretisierung statt, nämlich vor allem, was bis dato in Kirchheim in Sachen „Nachhaltiges und faires Kirchheim“ geschieht.

Erfolgreicher Workshop „Tomorrow“ am 26.11.2017

Beunruhigt durch die absehbaren Folgen des Klimawandels und inspiriert vom Film „Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen“ trafen sich am Sonntag, 26.11.17 etwa 30 Bürgerinnen und Bürger aus Kirchheim und Umgebung in der Familienbildungsstätte Kirchheim. Die globalen Zukunftsfragen und lokale Auswirkungen und Lösungen standen auf der Tagesordnung eines vierstündigen Workshops.

Eingeladen hatten die attac-Regionalgruppe Kirchheim und das Kirchheimer Bündnis gegen TTIP. „Mit dem Film und dem Workshop wollen wir für dazu beitragen, eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Umwelt zu gestalten“, erklärten die Veranstalter zu Beginn. Nachdem der französische Dokumentarfilm Tomorrow bereits exemplarische Lösungen aus zehn Ländern gezeigt hatte, suchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Ideen für Kirchheim und seine Umgebung.

Zur Einstimmung in das Thema „Globale Herausforderungen“ begann der Energieexperte der BUND Ortsgruppe Nürtingen, Otmar Braune seinen Vortrag mit dem Appell von 15.000 Wissenschaftlern, die im November 2017 erklärten:

„Wir müssen in unserem täglichen Leben und in unseren regierenden Institutionen anerkennen, dass die Erde mit all ihrem Leben unser einziges Zuhause ist.“ Die Forscher begründen ihren Appell u.a. mit einem drastischen Rückgang der Artenvielfalt weltweit. „Die Artenvielfalt habe sich seit 1970 insgesamt um 52% reduziert“, zitierte Braune aus dem Appell. Auch bei uns sei vor kurzem festgestellt worden, dass sich die Anzahl der fliegenden Insekten in Naturschutzgebieten in den letzten 30 Jahren um mehr 70% vermindert habe.

Es sei ein Erfolg und ein Hoffnungsschimmer, dass 175 Staaten der Erde einem Klimaabkommen in Paris vor 2 Jahren zugestimmt hätten, das darauf abziele, die Erderwärmung unter 2 Grad zu halten. Auch Deutschland habe  sich verpflichtet alle dafür notwendigen Maßnahmen umzusetzen. Dieser Modernisierungsprozess  wird weitgehend auf kommunaler Ebene stattfinden und  werde die Lebensqualität der Menschen in Kirchheim enorm erhöhen.

Otmar Braune ließ auch keinen Zweifel daran, dass die Umsteuerung sofort beginnen müsse, um die Ziele, zu denen sich Deutschland verpflichtet habe, zu erreichen. Dass dies durchaus möglich sei, zeige zum Beispiel eine wissenschaftliche Studie der Baden-Württemberg Stiftung, die in 3 Szenarien aufzeige, wie innovative Techniken und geänderte Rahmenbedingungen Mobilität in Zukunft ermöglichen könnte.

Fasziniert waren die Teilnehmer des Workshops vom Szenario „Neue Mobilitätskultur – kürzere Wege, flexible öffentliche Systeme“, in dem durch ein Netz autonomer Fahrzeuge und kleinteiliger ÖPNV-Angebote alle Räume viel besser als heute erreichbar sein könnten. Die Tatsache, dass diese Studie im Landtag vorgestellt und diskutiert wurde, lasse hoffen.

Die Teilnehmer des Workshops  planen zu diesem Thema eine Aktionsgruppe, die sich mit den Verkehrsthemen in Kirchheim beschäftigt. „Wir brauchen eine grüne Welle für Fahrräder, statt für Autos“, forderte ein Teilnehmer.

 

Hans-Werner Schwarz vom  EPiZ, dem Entwicklungspädagogischen Informationszentrumzentrum in Reutlingen, ging in seinem Vortrag auf die Umsetzung der Agenda 2030 in Deutschland ein und kam zu dem Ergebnis, dass zwar viel Hochglanzpapier erzeugt wird, aber die konkrete Umsetzung nicht tatkräftig genug forciert wird. Trotz Klimaschutzkonzept und Zukunftsdialog nimmt auch Kirchheim die brisante ökologische Situation nicht wirklich ernst, wenn der Gemeinderat die Stelle des Klimaschutzbeauftragten streicht.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass neben Ideen auch der politische Wille im Landtag und Gemeinderat notwendig ist. Die Idee „Forum Tomorrow“ wurde geboren und alle sind sich einig: „Es ist unsere und die Zukunft unserer Nachkommen“.

 

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Filmvorführung „Tomorrow“ fand super Zuspruch

Unsere  Initiative, gemeinsam mit der Kirchheimer Initiative gegen TTIP den Film  Tomorrow vorzuführen war ein voller Erfolg. Mehr als 200 Menschen haben sich den Film angeschaut und  knapp 30 Personen sind zu unserem sich anschließenden  Workshop gekommen. Herzlichen Dank an die Familie Frech, die die Filmvorführung und unsere Ankündigung des Workshops ermöglich hat.

Allen, die den Film Film „Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen“ noch nicht gesehen haben, sei dieser wärmstens ans Herz gelegt. Denn er zeigt nicht nur die Fülle globalen und lokalen Problemen, die zu lösen sind, sondern vor allem eine große Anzahl positiver Einzelbeispiele, wie die Lösung angegangen werden kann.

Die Schauspielerin Mélanie Laurent und der Aktivist Cyril Dion haben eine filmische Reise durch zehn verschiedene Länder von den USA bis Indien unternommen. Hier suchen sie nach Lösungen für die vielfältigen globalen und lokalen Probleme. Sie finden viele Ansatzpunkte. In Interviews mit Wissenschaftlern und Aktivisten stellen sie Modelle des Urban Farming und der biologischen Landwirtschaft vor. Sie untersuchen neue Wege der Energiegewinnung, der Stadtplanung und der Müllentsorgung. Sie zeigen auch Projekte zu sozialer Gerechtigkeit und demokratischer Teilhabe sowie vorbildliche Schulsysteme. „Tomorrow“ ist ein Rundumschlag zur Weltrettung. In Frankreich wurde der Film als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet und erreichte 800­000 Zuschauer.

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Stand in der Fußgängerzone 18.6.2017

 

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