Emsland

Unser Schwerpunkt 2014

Weitgehend geheim verhandeln EU-Kommission und US-Regierung derzeit über die Transatlantische Han­dels- und Investitionspartnerschaft (TTIP), die zu einem beispiellosen Abbau von Verbraucherschutz- und Arbeitnehmerrechten sowie Produktionsstandards führen wird, ebenso zur Senkung des Lohnniveaus und zur Aufweichung von Umweltbestimmungen und Sozialauflagen. Klimaschutz und Finanzmarktkontrolle sollen auf niedrigsten Level „harmonisiert“ werden. Die demokratische Rechtsstaatlichkeit ist durch ein unsägliches, allein die Interessen der Wirtschaft begünstigendes Sonderrecht bedroht. – Wir fordern:

 

Stoppt die transatlantische Freihandelszone!

 

Der umfassende Pakt zwischen der EU und den USA soll ein gigantisches Wirtschaftswachstum ermöglichen, um die dominante Position auf dem Weltmarkt zu sichern. Doch TTIP gleicht einem trojanischen Pferd; profitieren werden einmal mehr nur die großen Konzerne, während die Folgen für die Bürgerinnen und Bürger absehbar verheerend sind.

Eine Auswahl der geplanten Maßnahmen zum Abbau von „Handelshemmnissen“:

Im Supermarkt sollen Hormonfleisch und Gen-veränderte Lebensmittel ohne Kennzeichnungspflicht angeboten werden, so auch mit Chlor desinfiziertes Hähnchenfleisch aus den USA.

Die weitreichende Liberalisierung des öffentlichen Beschaffungswesens wird es Gemeinden und Landkreisen praktisch unmöglich machen, die eigene Region gezielt zu stärken. Auch die Privatisierung der Wasserversorgung könnte so dann doch durchgesetzt werden.

Ein Sonder-Klagerecht sieht vor, dass Konzerne in einem separaten, intransparenten Rechtssystem ohne Revisionsmöglichkeit gegen Staaten klagen können, wenn unliebsame Gesetze ihre Gewinnerwartungen schmälern! Energiekonzerne etwa werden sich dann die Erlaubnis zum Fracking erklagen. Den Pharmakonzernen winken Milliardengewinne, wenn sie gegen nationale Zulassungsbestimmungen vorgehen können.

Selbst die geringfügigen Fortschritte bei der Zähmung der Finanzmärkte könnten durch das Handelsabkommen zunichte gemacht werden; es droht sogar die weitere Deregulierung des Bankensektors.

attac Emsland sagt NEIN zur transatlantischen Freihandelszone! Gemeinsam mit zahllosen Menschen aus Europa und den USA setzen wir uns gegen das Abkommen ein.

Am 8. Mai veranstalteten wir einen Informationsabend zum TTIP im Lingener Kolpinghaus mit dem Berliner Ökonomen und Politologen Steffen Stierle. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung seiner Ausführungen.

Mit einer spektakulären Aktion, die kurz vor der Europawahl 6,5 Millionen Haushalte erreichen soll, machen die Freundinnen und Freunde von campact Front gegen das TTIP. Info-Kärtchen in Form eines Türhängers werden die Positionen der einzelnen Parteien zum Abkommen benennen. Mehr dazu unter campact.de .

Natürlich beteiligte sich die Gruppe an der Verteilung der spektakulären BALD-Zeitung, die in der Aufmachung eines Boulevardblattes lang ersehnte Reformen ankündigte.

Wissenswertes zum Freihandelsabkommen auf attac.de .

Foto oben: obs/Campact e.V./Jakob Huber


Hungerstopp!

In Lingen, Meppen und Papenburg haben die emsländischen attac-Aktiven im Rahmen der „Hungerstopp“-Kampagne auf die skandalösen Spekulationen mit Nahrungsmitteln aufmerksam gemacht: Sie forderten u.a. ein Verbot von Investmentfonts an den Agrar-Rohstoffmärkten und sammelten Unterschriften für eine entsprechende Initiative, die gemeinsam von Attac, Misereor, Welthungerhilfe und anderen Organisationen getragen wird. Die Unterschriftenlisten werden an den Bundesfinanzminister gesandt.

 

Mit Essen spielt man nicht!

 

Obwohl unsere Erde genug Nahrung für alle bietet, hungert jeder siebte Mensch, und der global steigende Konsum, Kriege, die Folgen des Klimawandels und der tödliche Trend zu Treibstoffen auf Pflanzenbasis verschärfen die Situation.

attac wendet sich insbesondere gegen die Wetten von Banken und institutionellen Anlegern auf steigende Preise bei Agrar-Rohstoffen wie z.B. Weizen und Mais. Diese Wetten haben vielerorts zu einer enormen Verteuerung von Nahrungsmitteln geführt, die für die Ärmsten der Welt existenzbedrohend ist.

Doch obwohl das Problem inzwischen breit diskutiert wird, hat die Politik noch immer nicht gehandelt.

attac fordert, den Geschäften mit dem Hunger einen Riegel vorzuschieben. Die Anliegen im Einzelnen:

  • Transparenz über die börslichen und außerbörslichen Rohstoffgeschäfte,
  • Stopp der preistreibenden Spekulation mit Agrarrohstoffen,
  • wirksame Kontrolle durch eine Aufsichtsbehörde, die auch präventiv eingreifen soll.

Bundesweit unterzeichneten viele zehntausend Menschen diese Forderungen, die auch Gegenstand einer attac-Online-Petition waren.

 

attac Emsland auf der EVW

Seit Mitte 2012 ist attac im Lokalradio der Ems-Vechte-Welle (EVW) präsent. Mit handfesten Informationen rund um das Netzwerk und seine Anliegen: verständlich, unabhängig, globalisierungskritisch, unbequem.

 

Auf Sendung!

 

Das Radio-Team, bestehend aus Aktiven der attac-Gruppen Emsland und Grafschaft Bentheim, berichtet alle vier Wochen über aktuelle Themen und Kampagnen, über die Skandale der Finanzwirtschaft, die ungerechte Verteilung der Güter, über die Missstände im Umwelt- und Tierschutz und über Verstöße gegen das Menschenrecht. Zu den Wortbeiträgen spielen wir ausgesucht gute Musik.

Die EVW sendet im Emsland auf den Fequenzen 95,6 und 99,3 MHz, in und um Nordhorn auf 95,2 MHz. Zudem kann man die Sendung im Livestream verfolgen. – Die nächste Sendung wird auf dieser Website stets unter „Aktuelle Termine“ (Spalte links) vermerkt.

Einschalten! Ohren auf!

 

Weniger Fleisch!

Die moderne Massentierhaltung ist ein Unglück für den Menschen, die Umwelt – und fürs Vieh, das in kürzester Zeit unter unerträglichen Bedingungen zur Schlachtreife geführt wird. Seitdem sich attac im Emsland formiert hat, befassen sich die Mitglieder mit diesem Thema, denn hier vor Ort zeigt sich – wie kaum anderswo in Europa – die Problematik in seiner ganzen Bandbreite und Schärfe.

 

Irrsinn Massentierhaltung

 

Mehrmals bereits ist attac Emsland spektakulär gegen die Massentierhaltung an die Öffentlichkeit getreten: Viele hundert Hähnchen, mit Kreide aufs Pflaster der Lingener Fußgängerzone gemalt, verbildlichten das bedenkliche Verhältnis jährlich erzeugter Masthähnchen pro Einwohner/in des Landkreises. In mühevoller Kleinarbeit erstellten die Aktiven eine Lagekarte der emsländischen Tierfabriken und machten diese im Internet zugänglich. Auch mit dem provokanten, in hoher Auflage verteilten Flyer zur "Maststall-Radtour" erregten sie Aufmerksamkeit – und den Zorn des (mittlerweile aus dem Amt geschiedenen) Landrats.

Zurzeit engagiert sich attac Emsland im „Aktionsbündnis Bauernhöfe statt Agrarfabriken Nordwest“, das nun mit juristischen Mitteln gegen weitere Stallbauten vorgeht: Hierfür wird dringend um Spenden gebeten!

Wir möchten Sie über die mitunter katastrophalen Folgen der massenhaften Fleischproduktion informieren:

Agrarindustrie im Emsland: Billigfleisch ohne Grenzen!

Das Leid der Tiere. Und die Angst vor dem Keim.

Fleisch, global: Das Schnitzel frisst den Regenwald.

Der Flyer des „Aktionsbündnisses Bauernhöfe statt Agrarfabriken Nordwest“ steht hier zum Download bereit.

Foto, oben: Aktive von attac Emsland verteilen Flyer in Meppen.

„Faire“ Kleidung

Immer wieder steht die Produktion von Kleidung im Mittelpunkt des medialen Interesses. So wird über unzumutbare Arbeitsbedingungen in den Fabriken der Entwicklungs- und Schwellenländer berichtet, über 18-Stunden-Schichten und  kurzfristige Entlassungen, über Misshandlungen und sexuelle Belästigung durch Vorgesetzte. Schlagzeilen machte das Sandstrahlen von Jeans, das bei den Beschäftigten schwerste Erkrankungen der Atemwege zur Folge hat. – „Faire Kleidung“ war unser Schwerpunkt im Jahr 2011.

 

Jacke wie Hose: Hauptsache „fair“!

 

Die Bezahlung der überwiegend weiblichen, sozial nicht abgesicherten Arbeitskräfte ist oft so schlecht, dass sie von ihrem Einkommen nicht leben können. Menschenrechts-organisationen beklagen massive Repressionen gegen ArbeitsrechtsaktivistInnen durch Polizei und Justiz, die darauf abzielen, gewerkschaftliche Tätigkeit zu unterbinden.

Gelegentlich erfahren wir von einer Besserung der Situation für die ArbeiterInnen in den Niedriglohn-Ländern – und zwar dort, wo sich Unternehmen der Textilbranche einem „Code of Conduct“ verpflichtet haben und die Einhaltung der von ihnen formulierten Standards streng kontrollieren. Gleichwohl führt Kleidung, die mit einem Zertifikat „fairer Kleidung“ versehen ist, hierzulande nur ein Nischendasein.

Manche Textilhersteller, die vorgeben, sozial und umweltverträglich zu produzieren, lassen sich nicht in die Karten schauen. Dass preisgünstig angebotene Kleidung aber nicht zwangsläufig unter unzumutbaren Bedingungen hergestellt sein muss, hat die Stiftung Warentest im August 2010 dokumentiert: C&A, Esprit und Peek&Cloppenburg zum Beispiel zeigten sich „engagiert“ im Bereich unternehmerischer Sozialverantwortung (CSR). H&M, kik, NKD und Zero verweigerten die Teilnahme an der Untersuchung und stehen zum Teil schon seit Jahren in der Kritik.

Nützliche Informationen zum Thema finden sich auf den Internetpräsenzen von Greenpeace, der Kampagne für saubere Kleidung (CCC) und der Fair Wear Foundation.

Lesen Sie weiter:

Unsere Händlerbefragung im Emsland

Bericht zum attac-Infoabend, 25. Oktober 2011

Foto, oben: Christiane Schnura von der Clean Clothes Campaign mit Joachim Päch, attac Emsland, beim Infoabend in Meppen

 

Was war noch?

attac wurde 1998 mit dem Ziel der Einführung einer Transaktionssteuer zur Kontrolle der Finanzmärkte gegründet. Doch längst befasst sich das Netzwerk auch mit Belangen der sozialen Gerechtigkeit sowie mit Umwelt- und Naturschutzthemen. – Auch die attac-Aktiven im Emsland engagieren sich vielfältig.

 

Global denken – lokal handeln!

 

Am 23. April 2011 nahm attac Emsland an der Anti-Atom-Demo in Lingen teil. Unter dem Eindruck der Nuklearkatastrophe in Fukushima protestierten viele Menschen gegen die von der schwarz-gelben Bundesregierung beschlossene Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke.

Bereits ein Jahr zuvor reisten wir gemeinsam mit emsländischen Mitgliedern von BUND, Bündnis 90/Die Grünen, BI Saubere Energie, SPD, Die Linke und UWG zur ehrgeizigen MENSCHENKETTENreAKTION nach Schenefeld in Schleswig-Holstein: Eindrucksvolle 120.000 Demonstranten forderten „Atomkraft abschalten – jetzt!“

Am 1. Mai 2011, dem „Tag der Arbeit“, war attac Emsland zur Maikundgebung des DGB in Lingen eingeladen und präsentierte sich mit einem eigenen Stand bei der Veranstaltung.

Jährliche Studien belegen: Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander! So forderte attac u.a. Korrekturen an den Hartz-IV-Sätzen, die Einführung eines allgemeinen Mindestlohns und eine zuzahlungsfreie Gesundheitsversorgung.

Foto, oben: Anti-Atom-Demo, Lingen, April 2011

.