Do 29. Juli 2010, 9.30 - 13.00 Uhr, AG Globalisierung und Krieg:

Seminar:

Wie weiter in Afghanistan?

US-Präsident Obama hat die US-Truppen in Afghanistan von 32.000 auf 98.000 im Juni 2010 verdreifacht. Die Bilanz des Krieges ist verheerend. Mit der neuen Taktik der Aufstandsbekämpfung hat sich die Zahl der getöteten Zivilpersonen in 3 Jahren auf 2412 verdoppelt. Niederlande und Kanada ziehen ihre Truppen ab. Im Februar 2011 entscheidet der Bundestag über das Mandat für die Bundeswehr. Was sind die Argumente für und gegen die Verlängerung des Einsatzes? Wer profitiert von dem Krieg und wer verliert? Welche Weichen müssen gestellt werden, damit in Afghanistan endlich Frieden wird?

Referentin:

Claudia Haydt

Soziologin und Religionswissenschaftlerin und Mitglied im Vorstand der Informationsstelle Militarisierung (IMI).

Die IMI arbeitet seit 1996 in einem breiten Spektrum friedenspolitischer Themen mit einem starken Fokus auf Deutschland und seiner Rolle in der Welt. Mit seinen Analysen und Informationen will der Verein einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten; IMI versteht sich dabei als ein Mittler zwischen der Friedensbewegung und der Bearbeitung von Konfliktkonstellationen durch die Wissenschaft

Do 29. Juli 2010, 15.00 - 16.30 Uhr:

Diskussion:

Raus aus Afghanistan? oder was sonst?

Attac hat den Krieg in Afghanistan von Anfang an abgelehnt. Doch wie jetzt, nachdem dort seit Jahren gekämpft wird, ein Rückzug der ausländischen Truppen aussehen soll, ist umstritten. Die einen fordern einen sofortigen Abzug, die anderen vertreten eine Exit-Option. In der Kontroverse sollen beide Positionen aufeinander treffen.

Moderator:

Stephan Lindner

ist Diplompolitologe und lebt in Berlin; er hat die bundesweite Attac EU-AG mitgegründet und ist Mitglied im bundesweiten Attac-Koordinierungskreis

Referenten:

Arvid Bell

wissenschaftlicher Mitarbeiter der HSFK - Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung und ehemaliges Mitglied im bundesweiten Attac Koordinierungskreis; war erst vor kurzem direkt in Afghanistan

Claudia Haydt

Soziologin und Religionswissenschaftlerin und Mitglied im Vorstand der Informationsstelle Militarisierung (IMI)

Do 29. Juli 2010, 17.00 - 18.30 Uhr, IPPNW:

Input mit Diskussion:

Bundeswehr raus aus den Schulen

Die junge Generation ist den Regierenden ein besonders lohnendes Objekt, um die mehrheitliche Kriegsablehnung der Bevölkerung zu brechen. Deswegen wird die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit Schulen und Bildungseinrichtungen in den letzten Jahren intensiviert. Schon in vier Bundesländern wurden Kooperationsverträge geschlossen, die die Unterrichtung von Schulklassen und die Fortbildung der Lehrerschaft fördern.
Aber für Schulen gilt das Gebot der Neutralität. Die Öffnung des Schulunterrichts für Programme der Bundeswehr ist mit einer Erziehung zu Frieden und Völkerverständigung nicht vereinbar. Wie soll es zu einem humanistischen Bildungsideal passen, den Einsatz von Militär zur Sicherung von Rohstoffen als legitim zu erachten? Widersprechen die Einsätze von Jugendoffizieren nicht auch dem Bildungsauftrag, dessen Bedingungen von allen Ländern 1976 im Beutelsbacher Konsens festgelegt worden sind?
Es ist unsere dringende Aufgabe, den extremen gesellschaftlichen Widerspruch in die öffentliche Diskussion zu bringen zwischen dem Skandal der Militarisierung der Jugend und den Auffassungen vom „Bürger in Uniform“, der nur den Frieden verteidigt.

Referent:

Manfred Lotze

Arzt, seit 1982 bei IPPNW, ehem. Vorstandmitglied, z. Z. Sprecher des AK Süd-Nord. Begründer der Regionalgruppe Hamburg. Arbeitsschwerpunkte: Energiewende, sofortiger Ausstieg aus der Atomwirtschaft, Entmilitarisierung, Nahostkonflikt u. a.

Fr 30. Juli 2010, 9.30 - 13.00 Uhr, AG Globalisierung und Krieg ...

... in Zusammenarbeit mit der Internationalen Liga für Menschenrechte,

IPPNW Hamburg und  pax christi (Deutsche Sektion):

Seminar:

Gibt es noch Wege zum Frieden in Nahost?

Ein internationales Bündnis von Juden, Christen, Muslimen und Atheisten versuchte, humanitäre Güter nach Gaza zu bringen und die Blockade zu durchbrechen. Der Überfall israelischen Militärs auf die Solidaritätsflotte machte weltweit öffentlich, wie weit sich die israelische Regierung vom Völkerrecht entfernt hat. Die Blockade als Beispiel für die Politik der israelischen Führung, einen unabhängigen Palästinenserstaat zu verhindern.
Um die Fragen des Nahostkonflikts verstehen zu können, muss man die Geschichte kennen. Wie sind die Dokumente, von denen viele erst in den letzten Jahren an die Öffentlichkeit gelangten, zu bewerten?

Referenten:

Hakam Abdel-Hadi

geboren in Jenin (Palästina), Journalist und Publizist. Er war viele Jahre bei der Deutschen Welle als Redakteur tätig und bildete an der Birzeit-Universität in Palästina Journalisten aus. Er übersetzte den Film „Al Nakba“ von Rawan al-Damen ins Deutsche. Über Hakam Abdel-Hadi kann der Film auf 2 DVDs (Arabisch mit Untertitelung in Deutsch für 10 € inkl. Versandkosten innerhalb Deutschland) bezogen werden.

Norman Paech

em. Professor für Völkerrecht, 2005 bis 2009 außenpolitischer Sprecher für DIE LINKE im Bundestag, Mitglied in den wissenschaftlichen Beiräten von Attac, IPPNW und IALANA; er erlebte den blutigen Überfall des israelischen Militärs auf das Schiff »Mavi Marmara«

Sönke Wandschneider

Pfarrer im Ruhestand, Hamburg, langjährige aktive Mitarbeit in sozialen Bewegungen (z.B. Anti-AKW-Bewegung, Friedensbewegung)

Fr, 30. Juli 2010, 22:00 Uhr - AG Globalisierung und Krieg:

Al Nakba

(Teil 2: 1947 bis 2008, Ethnic Cleansing & The On-going Nakba)

Palästina 2008, 90 min, Regie: Rawan al-Damen, in dt. Übersetzung.

Bisher einziger palästinensischer Dokumentarfilm über die palästinensische Tragödie Al Nakba. Um die Fragen des Nahostkonflikts verstehen zu  können, muss man die Geschichte kennen. Die Regisseurin stützte sich auf Dokumente, von denen viele erst in den letzten Jahren durch Unterstützung israelischer  Intellektueller an die Öffentlichkeit gelangten. Dramatische Bilder, schmerzhafte Augenzeugenberichte - ein Film, der international Aufsehen erregt.

[ DVD in Englisch ] [ Arabisch mit engl. UT ]

Der vierteilige Film auf 2 DVDs ist auch in Arabisch mit Untertitelung in Deutsch für 10 € (inkl. Versand innerhalb Deutschlands) erhältlich bei Hakam Abdel-Hadi .

Zu diesem Thema gibt es während der Dauer der Sommerakademie auch zwei Ausstellungen:

Die Nakba - Flucht und Vertreibung der Palastinenser 1948

Die Situation in Gaza und in der Westbank

Sa 31. Juli 2010, 9.30 - 13.00 Uhr, AG Globalisierung und Krieg ...

... in Zusammenarbeit mit der Internationalen Liga für Menschenrechte,

IPPNW Hamburg und  pax christi (Deutsche Sektion):

Seminar:

Der Nahostkonflikt als Herausforderung für die Zivilgesellschaft

Angst überwinden - gelungene Vernetzung der Nahostarbeit in Deutschland

Wenn die EU-Regierungen unfähig oder unwillig sind, geltendes internationales Recht durchzusetzen, ist zivilgesellschaftlicher (Nach-) Druck an der Tagesordnung. International wächst die Bewegung des gewaltfreien Widerstandes gegen die israelische Besatzungspolitik.

Wie können sich Menschenrechts- und Friedensorganisationen vernetzen und den Druck auf Regierungen verstärken, damit endlich völkerrechtliche Vereinbarungen durchgesetzt werden?

Wir diskutieren über Aktionsformen, Erfolge und Widerstände in der Solidaritätsarbeit.

Referenten:

Fanny-Michaela Reisin

Präsidentin der Internationalen Liga für Menschenrechte. 2003 gründete sie die "Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost"; sie gehörte dem Exekutivkomitee der Föderation "European Jews for a Just Peace" an; Professorin für Informatik an der Beuth-Hochschule Berlin.

Wiltrud Rösch-Metzler

ist Journalistin und Vizepräsidentin der internationalen katholischen Friedensbewegung pax christi, Deutsche Sektion und im Exekutivkomitee von pax christi international. Sie war neun Jahre Sprecherin der Nahostkommission von pax christi.

Manfred Lotze

Arzt, seit 1982 bei IPPNW, ehem. Vorstandmitglied, z. Z. Sprecher des AK Süd-Nord. Begründer der Regionalgruppe Hamburg. Arbeitsschwerpunkte: Energiewende, sofortiger Ausstieg aus der Atomwirtschaft, Entmilitarisierung, Nahostkonflikt u. a.

Barbara Fuchs

Dipl. Kulturwissenschaftlerin, aktiv bei Attac Berlin und in der Friedensbewegung sowie in der AG Globalisierung und Krieg

NEUIGKEITEN

23.05. - Keine Kampfdrohnen für die Bundeswehr! mehr

02.10. - Fluchtursachen beseitigen, statt Asylrecht weiter zu beschneiden mehr

11.01. - Stellungnahme von attac Deutschland zum "Friedenswinter" mehr

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