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26.04.2016 18:00 Alter:

2 yrs

Kategorie: Wetzlar

Freihandel und Armutsmigration


Pressebericht  zur  Veranstaltung von attac Lahn-Dill und Herborner Weltladen am 21.4.2016 in der Aula der Hohen Schule Herborn

(Herborn, rk)


30 Zuhörer verfolgten am vergangenen Donnerstag in Herborn mit Interesse einen Vortrag von Peter Wahl, Gründungsmitglied von attac- Deutschland und Ehrenvorsitzender von WEED ,einer Nichtregierungsorganisation aus Berlin: Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung. Das Thema war: Freihandel und Armutsmigration. In der Begrüßung des Referenten hob Reiner Kuntzsch, Sprecher von attac Lahn-Dill , der Name steht für: Vereinigung zur Besteuerung von Spekulationsgewinnen zum Wohle der Bürger, hervor, dass die öffentliche Diskussion fast nur auf Kriegsflüchtlinge fokussiert sei, die weltweite Migrationsbewegung als Suche nach besseren Lebensbedingungen dabei aber oft übersehen werde.

Herr Wahl konnte nachweisen, dass die hiesigen Befürchtungen vor einer Masseneinwanderung aus Afrika, geringschätzig als „Wirtschaftsflüchtlinge“ tituliert, nicht mit den realen Gegebenheiten übereinstimmten. 90% der afrikanischen Migranten wanderten nur regional, seien Binnenflüchtlinge oder suchten ihr Heil in Nachbarländern. Migranten aus Afrika hätten in der Bundesrepublik nur einen Anteil von 0,06% an der Gesamtbevölkerung. Fluchtursachen seien in dem Nachwirken kolonialer Strukturen, zerrütteten Staatswesen, einseitigen, unfairen Handelsbeziehungen und den Folgen des Klimawandels zu suchen. Die EU als Handelspartner agiere eigennützig durch Protektionismus und unfaire Subventionen. Reiner Kuntzsch erwähnte in diesem Zusammenhang die Klagen afrikanischer Menschenrechtsaktivisten, wenn z.B. Bauernsöhne aus Westafrika sich als billige Pflücker von Tomaten in Süditalien verdingten, da ihren Familie kein Einkommen mehr wegen der subventionierten Billigimporte aus Europa  hätten. Herr Wahl kommentierte diesen Missstand so: „Die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind nicht entwicklungsfreundlich.“ Bei einem zu erwartenden Bevölkerungswachstum von derzeit 973 Mio. Afrikanern auf 2,1 Mrd. 2050 sei aber ein ökologisch tragfähiges Wachstum nötig.

Frank Strässer , Sprecher des Vereins „Herborner Weltladen“ verwies darauf, dass die Vermarktung fair gehandelter Produkte ein Ansatz sei, diesen Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken. Mit einer Unterschriftenkampagne wolle ihr Dachverband auf Kanzlerin Merkel einwirken, sich bei deutschen Auslandsgeschäften für faire und gerechte Bedingungen einzusetzen. 


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