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Attac Nienburg Herzlich Willkommem auf unserer Seite!

Attac ist mit über 90 000 Mitgliederin in über 40 Ländern Teil der weltweiten globalisierungskritischen Bewegung. Attac verbindet Menschen und Organisationen. Gemeinsam streiten wir für soziale und ökologische Gerechtigkeit im Globalisierungsprozess und suchen nach Alternativen zur neoliberalen Ausrichtung der Globalisierung.

Zur Zeit kämpfen wir z.B. gegen die geplanten Freihandelsabkommen TTIP (mit den USA) und CETA (Kanada).

Attac wurde 1998 in Frankreich gegründet. Seit Anfang 2000 gibt es Attac auch in Deutschland als ein breites gesellschaftliches Bündnis, das vom BUND über ver.di, von Pax Christi und medico international bis hin zu unterschiedlichen kapitalismuskritischen Gruppen reicht. In Deutschland gibt es mehr als 200 Ortsgruppen mit über 20 000 Mitgliedern und es kommen ständig neue Ortsgruppen hinzu.

Im Januar 2015 wurde auch hier in Nienburg (Weser) eine Attac-Gruppe gegründet. Seitdem treffen sich Menschen verschiedenen Alters und mit verschiedenem Lebens- und politischen Hintergrund im Nienburger Kulturwerk, um gemeinsam zu diskutieren, zu informieren und zu handeln, indem wir z.B. bunte Aktionen in der Nienburger Innenstadt machen.

Beides: Bildung und Aktion sind die zwei Säulen der Attac-Arbeit:
Wir veranstalten Vorträge, Publikationen und Podiumsdiskussionen und versuchen so, die oft komplexen und schwer verständlichen Zusammenhänge der Globalisierung einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln. Wir wollen zeigen, dass es sehr wohl Alternativen zum jetzigen neoliberalen Dogma in Politik und Wirtschaft gibt, auch wenn Presse und Politik gerne etwas anderes behaupten.

Mit bunten und kreativen Aktionen - auch gemeinsam mit anderen Organisationen und Gruppen vor Ort - wollen wir den notwendigen Druck auf Politik und Wirtschaft erzeugen, Änderungen herbeizuführen.

Attac bedeutet Politik von unten zu machen! Das heißt, es gibt keine Vorsitzenden, die entscheiden, was bei Attac Nienburg geschieht, sondern ein Plenum, auf dem sich Mitglieder und Interessierte treffen, einen Koordinierungskreis, der sich um die Organisation kümmert und die Arbeitskreise, in denen Schwerpunktthemen bearbeitet und diskutuiert werden. Attac lebt von der Aktivität seiner MitarbeiterInnen! Und Attac bekommt keine Spenden von Staat, Banken oder Konzernen sondern lebt nur von euren Mitgliedsbeiträgen und Spenden!

Das Selbstverständnis von Attac ist in 8 Thesen formuliert, in denen wir wichtigen Prinzipien verankert haben, wie den weltanschaulichen Pluralismus, den Netzwerkcharakter unserer Organisation, die Bewegungs- und Basisorientierung und die Gewaltfreiheit der Aktionsformen.
Weitere Informationen hierzu findet ihr unter www.attac.de

Attac versteht sich als basisdemokratische Bewegung. Vor Ort in den Regionalgruppen entscheiden wir im Konsens. Auf dem halbjährlich stattfindenden Attac Ratschlag (Vollversammlung) wählen unsere Mitglieder den Attac-Rat und den (Bundes-)Attac-Koordinierungskreis.
In Frankfurt ist der Sitz des Bundesbüros, das für Verwaltungsaufgaben, Öffentlichkeits- und Pressearbeit zuständig ist.
Ein wissenschaftlicher Beirat mit fast 100 WissenschaftlerInnen unterstützt die Arbeit von Attac.

Unser Motto lautet:

Eine andere Welt ist nötig! - Eine andere Welt ist möglich!

Deswegen die Bitte an Euch:
Werdet Mitglied bei Attac! Spendet für unsere Arbeit! Beteiligt euch an unseren Arbeitsgruppen.

Die "kritschen Geister" aus Nienburg


Seit eineinhalb Jahren gibt es auch im hiesigen Landkreis eine Attac-Regionalgruppe / Die Harke stellt sie vor

VON MANON GARMS

LANDKREIS. Von Attac hat je­der schon einmal etwas ge­hört, gesehen oder gelesen. Schließlich macht das Netz­werk, das sich aus lokalen Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen zusammen­setzt, regelmäßig mit öffent­lichkeitswirksamen Demonst­rationen und anderen Aktio­nen auf sich aufmerksam.

Was genau Attac aber ist, das kann sicher nicht jeder aus dem Stegreif erklären. Attac ist die Abkürzung für den französischen Ausdruck „Vereinigung zur Besteue­rung von Finanztransaktio­nen im Interesse der Bürger/Innen" (Association pour une taxation des transactions financieres pour l'aide aux cioyens). 1998 wurde Attac in Frankreich gegründet, seit 2000 gibt es das Netzwerk in Deutschland und seit Ende Januar 2015 auch im Land­kreis Nienburg.

„Wir wollen die kritischen Geister aus Stadt und Land­kreis Nienburg zusammen­bringen", sagt Wolfgang Kopf, erster Ansprechpartner in der Attac-Regionalgruppe Nienburg. Bei Attac gibt es keinen Vorstand, sondern ei­nen Koordinierungskreis. Kopfs Stellvertreter ist Ralf Selter.

Die Nienburger Regional­gruppe besteht inzwischen aus 160 Mitgliedern. Dazu zählen auch Interessenten, die keinen Mitgliedsbeitrag zahlen. Da Attac sich als po­litisch unabhängig versteht, können Parteien kein Mit­glied werden. „Es arbeiten aber Vertreter der Grünen, der Linken und der SPD bei uns mit und auch Gewerk­schaften wie Verdi und GEW", sagt Selter, der selbst SPD-Mitglied ist.

Was aber treibt die Attac- Mitglieder und -Interessen­ten an? „Wir betrachten uns als Globalisierungskritiker, nicht -gegner, das heißt, wir haben eine bessere Alterna­tive", erklärt Selter. Kopf zi­tiert die Attac-Parole: „.Eine andere Welt ist möglich, wenn die Reichtumsentwick­lung umgedreht wird. Profit regiert die Welt, und es ist unser Job, Alternativen zu entwickeln", betont der Poli­tologe, der Mitglied bei den Linken ist und gemeinsam mit Dr. Beate Kasper die Gründung der Nienburger Attac-Gruppe initiiert hatte.

Wenn es nicht gelingt, Al­ternativen zu entwickeln und diese auch umzusetzen, dann sieht Selter schwarz: „Unsere Befürchtung ist, dass am Ende alle demokratischen Errungenschaften zerstört werden und die Bürger gar nichts mehr zu sagen ha­ben." Auch die Digitalisie­rung könne schlimme Folgen haben: „Der Mensch ist nichts mehr wert und nur noch eine Nummer."

Aufgabe der Attac-Regionalgruppen ist es laut Marlis Rempe, die in der Nienbur­ger Gruppe für die Koordina­tion zuständig ist, solche Pro­bleme vor Ort runterzubre­chen. „Jede Region muss ih­ren Beitrag für Alternativen zeigen", so Rempe, die Leh­rerin am MDG war. Als Bei­spiel für Nienburg nennt Selter das Krankenhaus. „Es ist privati­siert worden, und da müsste eine Rekommunalisierung durchgezogen werden." Wichtig sei, die Menschen an der Basis für solche und andere Probleme zu sensibi­lisieren. Nach den Erfahrun­gen von Kopf, Rempe und Selter ist Attac für viele Men­schen interessant, die etwas bewirken, sich dafür aber nicht parteipolitisch oder ge­werkschaftlich binden wol­len. Dennoch gibt es natür­lich Gemeinsamkeiten jen­seits der Partei- und Gewerk­schaftszugehörigkeit.

Das äußert sich unter an­derem bei Veranstaltungen, zu denen Politiker als Refe­renten eingeladen werden. So referierte im Mai zum Bei­spiel die heimische Bundes­tagsabgeordnete Katja Keul (Grüne) beim ersten öffentli­chen Themen-Plenum der Nienburger Attac-Gruppe, das unter dem Motto „TTIP vor Ort" stand. Gemeinsam­keiten gibt es aber auch, wenn irgendwo Demonstrati­onen zu einem bestimmten Thema stattfinden. Zu die­sem Zweck hat sich das Ni­enburger Demo-Bündnis ge­bildet, um Fahrten zu den Demos zu koordinieren. Dazu gehören: BUND, Na­turfreunde, NABU, Grüne, Linke, DGB, Verdi, Attac und GEW.

Innerhalb der Nienburger Attac-Gruppe gibt es neben dem Koordinierungskreis verschiedene Projekt- und Arbeitsgruppen: Finanz­markt, Stop TTIP/CETA/TISA, Fracking, Landwirt­schaft und Massentierhal­tung sowie Frieden. Zudem gibt es regelmäßig das Mo­natstreffen - das nächste fin­det am Montag, 29. August, ab 19 Uhr in der Bücherbutze (Lange Straße 51 in Nien­burg) statt. „Dazu kann jeder gern vorbeikommen", lädt Kopf alle Interessierten ein.

Weitere Veranstaltungen sind am Donnerstag, 25. Au­gust, ein öffentliches Plenum zum Thema Fracking, das um 19.30 Uhr im Meerbach­raum im Weserschlößchen beginnt. Im Frühjahr 2017 soll es eine öffentliche Ver­anstaltung zu Migration und Globalisierung geben.

Weitere Informationen über die Attac-Regionalgruppe Nienburg gibt es im Internet unter der Adresse www.attac- netzwerk.de/nienburg. Auch per Mail ist die Gruppe zu er­reichen:
attac-nienburg@web. de.

Die Harke, Nienburger Zeitung, 26.07.2016