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Online-Veranstaltung

Mehr von uns ist besser für alle

Vortrag und Diskussion mit
Dr. Cornelia Heintze

12.Mai 2020 um 18:00 zum Tag der Pflege

Flyer ansehen

Die Veranstaltung findet als Zoom-Veranstaltung statt
https://kurzelinks.de/7y0g
Kenncode: 305284


Am 12. Mai wird weltweit der Tag der Pflege begangen. Die Corona-Pandemie offenbart in erschreckender Weise die fatalen Auswirkungen der Ausrichtung des Gesundheitswesens auf eine Gesundheitswirtschaft, die der Logik von Markt und Wettbewerb verpflichtet ist.

So wurden in Europa bis zu 56 % (Italien) der Klinikbetten abgebaut, dagegen war in Deutschland der Bettenabbau mit ca. 15% noch vergleichsweise moderat. In Schleswig-Holstein befindet sich nur noch ein Fünftel der Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft; jedes zweite ist privat. Bei der Vollprivatisierung von Krankenhäusern liegt Deutschland international an der Spitze.

Nach dem Wegfall des Selbstkostendeckungsprinzips wurde fast der gesamte Klinikbereich über das Preissystem der Fallpauschalen auf ökonomische Wirtschaftlichkeit getrimmt. Implizit erwächst daraus ein Zwang, die medizinische und pflegerische Versorgung nicht am Patientenwohl auszurichten, sondern an dem, was den höchsten Erlös bringt. Besonders aggressiv nutzen Privatkonzerne wie der Fresenius-Konzern über seinen Helios-Klinikverbund die vom Gesetzgeber eingeräumte Möglichkeit, hohe Renditen zu Lasten der Versichertengemeinschaft zu erwirtschaften. Profit-Konzerne konzentrieren sich auf die lukrativen Bereiche und trennen sich von Verlustbringern. Über Medizinische Versorgungszentren breiten sie sich zunehmend auch im ambulanten Bereich aus.

Das Krankenhauspersonal, z.B. beim UKSH, muss schon seit Jahren Gehaltseinbußen hinnehmen, um das Defizit bei den Universitätskliniken zu senken. Darüber hinaus wurden auch in Schleswig-Holstein nicht nur Geburtsstationen, sondern ganze Kliniken geschlossen, wie z.B. in Tönning.
In der gerade laufenden dritten Pandemiewelle befürchten viele Mediziner*innen, dass das Gesundheitssystem die Kapazitätsgrenzen erreicht. Das Pflegepersonal hat die Belastungsgrenze schon seit langem überschritten.

Unsere Referentin Dr. Cornelia Heintze beschäftigt sich seit Jahren mit der „Gesundheitsökonomie“. In verschiedenen Studien hat sie die Gesundheitssysteme von Deutschland und Skandinavien verglichen und beschäftigt sich mit dem Pflegenotstand. Sie arbeitet in der Memorandum-Gruppe, der Arbeitsgruppe „Alternative Wirtschaftspolitik“, zu gesundheitspolitischen Fragen.

Mit ihr wollen wir anlässlich des Tages der Pflege eine kritische Bestandsaufnahme der Situation im Gesundheitswesens durchführen und Wege zu einer besseren, menschengerechten Gesundheitsversorgung diskutieren, die auch die Situation der Beschäftigten berücksichtigt.

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Informationen um die Pandemie

Die Pandemie macht einmal mehr deutlich, dass viele Dinge in unserer Welt auf dem Kopf stehen: Die Arbeiten, die die Gesellschaft am dringendsten braucht, werden häufig am schlechtesten bezahlt. Das Gesundheitswesen wird seit Jahrzehnten als bloßer Kostenfaktor betrachtet und auf Wettbewerb getrimmt. An der Pandemie können wir sehen, was es heißt, wenn Systeme überlastet werden, traurig beobachtbar in New York oder Italien, auf eine Überlastung des Klimasystems hingegen laufen wir weiterhin sehenden Auges zu… Auch und besonders in diesen Zeiten gilt daher: Eine andere Welt ist nicht nur nötig, sondern möglich!

Speziell mit dem Gesundheitssystem und den Lehren aus der Pandemie beschäftigt sich ein neues 2-minütiges Erklärvideo von Attac:

Die Infobroschüre zu den Auswirkungen der Fallpauschalen vom Bündnis "Krankenhaus statt Fabrik"

Das europäische Attac-Netzwerk schlägt vor, wie es in und nach der Pandemie weitergehen sollte:
Corona: Europäisches Attac-Netzwerk legt 21 Vorschläge vor

Auch der wissenschaftliche Beirat von Attac Deutschland ruft auf:
Keine Rückkehr zur >>Normalität<< des Kapitalismus

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