Attac Nachrichten https://www.attac-netzwerk.de/ Nachrichten von Attac de Attac Nachrichten https://www.attac-netzwerk.de/fileadmin/tt_news_article.gif https://www.attac-netzwerk.de/ Nachrichten von Attac TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Wed, 29 May 2019 09:23:00 +0200 Daimler: CO2-Ausstoß gesteigert, fette Gewinne eingefahren https://www.attac-netzwerk.de//index.php?id=1204&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=10004 Attac fordert Verkehrswende und klimagerechte Mobilität für alle
„Wenn wir nicht zulassen wollen, dass Mensch und Umwelt unter die Räder geraten, müssen wir endlich auf ein klimagerechtes, soziales und gemeinwirtschaftliches Verkehrssystem umsteigen“, sagte Thomas Eberhardt-Köster vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. „Das ist mit Daimler und Co. nicht zu machen. Wir müssen die Autokonzerne unter demokratische Kontrolle bringen, um sie klima- und sozialverträglich umzubauen.“

So ist der CO2-Ausstoß der Daimler-Flotte im vergangenen Jahr weiter gestiegen: von durchschnittlich 125 Gramm pro Kilometer in 2017 auf 134 Gramm. Der Anstieg ist eine Folge der Modellpolitik von Daimler, die zunehmend auf schwere und leistungsstarke SUV setzt. Die EU schreibt vor, dass Automobilhersteller den durchschnittlichen CO2-Ausstoß ihrer Kfz-Flotte bis 2021 auf maximal 95 Gramm pro Kilometer senken müssen.

Zugleich erwirtschaftete die Daimler-AG in 2018 einen Gewinn von rund 7,6 Milliarden Euro. Bei den Kraftfahrzeugen (ohne Vans, Lkw und Busse) lag die Umsatzrendite bei 7,8 Prozent, die Eigenkapitalrendite im Finanzbereich kam auf satte 11,1 Prozent.

„Daimler ignoriert konsequent alle Notwendigkeiten in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Dazu kommt eine lange Liste krimineller und anti-demokratischer Machenschaften“, stellte Carla Renzi von der Attac-Jugendorganisation Noya fest. „Der Konzern hat nur eins im Sinn: kurzfristige Gewinne einfahren und seine Marktstellung absichern – auf Kosten der Allgemeinheit und nachfolgender Generationen. Das nehmen wir nicht länger hin.“

Attac fordert, die deutschen Autokonzerne umzubauen und unter demokratische Kontrolle zu stellen. Notwendig ist die Konversion, also die Umstellung der Produktion: weg von Individualfahrzeugen hin zu Fahrzeugen für den öffentlichen Verkehr wie Elektrobusse, Schienenfahrzeuge sowie – ergänzend – Elektroautos für den Sammeltaxiverkehr.

Mit der Kampagne „Einfach.umsteigen: Klimagerechte Mobilität für alle“ macht Attac Druck für den sozial-ökologischen Umbau unserer Gesellschaft. Im Zentrum der Kampagne stehen vielfältige Aktivitäten für eine Verkehrswende.]]>
News News der Bundesseite Webredaktion Aktion/ Protest/ Demonstration/ Veranstaltung Globalisierung und Ökologie Konzernkritik Transnationale Konzerne Wed, 22 May 2019 10:30:00 +0200
Proteste der internationalen Zivilgesellschaft am Globalen Anti-Chevron-Tag https://www.attac-netzwerk.de//index.php?id=1204&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=10003 Umweltschäden im Amazonas: Mehr als 260 Organisationen weltweit verurteilen Straffreiheit für... Offenen Brief darum, die indigenen Gemeinschaften in ihrem Streitfall gegen Chevron zu unterstützen.

Heute auch Aktion in Berlin

In Berlin haben Attac, das Berliner Netzwerk "TTIP, CETA, TiSA stoppen!", der BUND, das CorA-Netzwerk, das Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika, das Forum Umwelt und Entwicklung, Greenpeace Deutschland, die Naturfreunde Deutschlands, das Netzwerk Gerechter Welthandel, PowerShift sowie WEED heute mit einer kreativen Aktion vor der ecuadorianischen Botschaft gegen die Straffreiheit für Chevron protestiert.

Größter Umweltjustizfall weltweit

Der Streitfall UDAPT (Koalition der betroffenen Gemeinden in Ecuador) gegen Chevron ist der größte Umweltjustizfall weltweit. In einem 25-jährigen Prozess, der 1993 begann, wurde Chevron im Namen einer Koalition von 30.000 Indigenen und Bauern in Ecuador im Jahr 2011 zur Zahlung von 9,5 Milliarden US-Dollar verurteilt. Dieses Geld soll für die Beseitigung von Umwelt-, Kultur- und Sozialschäden verwendet werden, die im ecuadorianischen Amazonasgebiet zwischen 1964 und 1992 entstanden sind. Das Unternehmen weigerte sich jedoch stets zu zahlen und strengte eine ISDS-Klage gegen den Staat Ecuador an (ISDS = Investor State Dispute Settlement; auf Deutsch Investor-Staat-Schiedsverfahren). Im Jahr 2018 gewann Chevron dieses Verfahren mit der Begründung, dass der Staat gegen das bilaterale Investitionsabkommen mit den USA verstoßen habe.

ISDS: Privates Schiedsgericht hebelt Menschenrechte aus

"Die Schiedsrichter haben den ecuadorianischen Staat angewiesen, das Urteil gegen Chevron aufzuheben. Zudem soll Ecuador dem Konzern die Kosten zu erstatten, die ihm durch die nationalen Gerichtsverfahren entstanden sind. Dies wäre ein gefährlicher internationaler Präzedenzfall, da es ein privates Schiedsgericht über ein nationales Gericht stellt", sagt Bettina Müller von Powershift. "Der Ölriese Chevron-Texaco hat eine der größten Umweltkatastrophen der Welt im Amazonasgebiet Ecuadors verursacht und weigert sich mit allen Mitteln, für die angerichteten Schäden zu zahlen. Menschenrechte, sauberes Trinkwasser, Gesundheit, ein Leben in Würde haben für Chevron keinen Wert. Die ecuadorianische Bevölkerung und Menschen auf der ganzen Welt wenden sich gegen private ISDS-Streitschlichtungen wie die von Chevron gegen Ecuador und treten für einen internationalen UN-Vertrag, einen so genannten Binding Treaty, ein, der transnationale Unternehmen nach Menschenrechtsverletzungen zur Verantwortung zieht", ergänzt Brigitte Hamm, Menschenrechtsexpertin von Attac. Mehr als 260 Organisationen, soziale Bewegungen und Gewerkschaften weltweit verurteilen die Straffreiheit des Unternehmens und fordern den ecuadorianischen Präsidenten Lenin Moreno in einem Offenen Brief auf, den Schiedsspruch zugunsten von Chevron abzulehnen und sich stattdessen bei dem Prozess der Gemeinschaften der UDAPT (Vereinigung der von Texcao Betroffenen) gegen das transnationale Unternehmen Chevron für die betroffenen Gemeinschaften einzusetzen.

ISDS ist Haupthindernis für Zugang zu Justiz für Betroffene

Am 21. Mai, dem Globalen Anti-Chevron-Tag zur Unterstützung der betroffenen Gemeinschaften in Ecuador, beteiligen sich lokale Gruppen in Europa, Lateinamerika und den Vereinigten Staaten an der Übergabe des Briefes an ecuadorianische Regierungsvertreter. Der Brief prangert neben der Straflosigkeit von Chevron in Ecuador auch Chevrons Vergehen in anderen Ländern (Argentinien, Brasilien, Kasachstan, USA und Indonesien) an und weist ebenfalls auf die gravierenden Auswirkungen von Ölgesellschaften wie Chevron auf den globalen Klimawandel hin. Pablo Fajardo (Hauptanwalt von UDAPT) erklärte bereits während des Verfahrens: "Nach 15 Jahren Rechtsstreit in Ecuador hat die gesamte ecuadorianische Justiz aufgrund der Rechtsstaatlichkeit das Urteil gegen die Ölgesellschaft vollständig bestätigt. Doch Chevron beabsichtigt durch das ISDS-System zu verhindern, dass Betroffene Gerechtigkeit erlangen. Für uns ist das ISDS-System zum Haupthindernis für den Zugang zur Justiz für alle geworden, deren Menschenrechte durch Konzerne verletzt werden."

Jetzt unterzeichnen: Petition "Menschenrechte schützen – Konzernklagen stoppen!"

In Europa haben bereits mehr als 500.000 Menschen eine aktuelle Petition gegen ISDS und für verbindliche Pflichten für Konzerne unterzeichnet.

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News News der Bundesseite Webredaktion WTO/Welthandel Tue, 21 May 2019 13:39:00 +0200
150.000 demonstrieren in Deutschland für solidarische EU https://www.attac-netzwerk.de//index.php?id=1204&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=10000 Ein Europa für alle: Klares Signal in über 50 europäischen Städten
"Wir müssen Menschenrechten Vorrang vor Profiten einräumen. Es gibt zurzeit wieder den aggressiven Versuch, soziale Gerechtigkeit zu Gunsten von Konzernprofiten zurückzudrängen. Um soziale Gerechtigkeit zu schaffen, müssen wir quer durch die Gesellschaft kraftvolle solidarische Strukturen aufbauen“, sagte Dorothy Guerrero von Global Justice Now/Attac UK bei der Kundgebung in Berlin. In der Hauptstadt demonstrierten 20.000 Menschen, in Frankfurt am Main waren es 16.000, in Hamburg 15.000, in Köln 45.000, in Leipzig 10.000, in Stuttgart 12.000 und in München 20.000. Die glänzenden Demos von "Die Vielen" reihten sich ebenso mit Tausenden Menschen ein wie Demonstrationen in Freiburg, Görlitz oder Nürnberg. Europaweit gingen in Polen, Rumänien, Ungarn, Schweden, Österreich, Spanien, Italien, Frankreich, Niederlanden, Dänemark, Großbritannien, Bulgarien und die Schweiz  für ihre Vision eines anderen Europas auf die Straße. „Heute haben über 150.000 Menschen noch einmal bekräftigt: In Zeiten nationaler Alleingänge ist es wichtiger denn je, dass wir uns als solidarische Gesellschaft für ein Europa einsetzen. Ein Europa, das Demokratie und Rechtsstaatlichkeit über Grenzen hinweg verwirklicht und sich über Nationalismus und Abschottung hinwegsetzt. Gemeinsam sagen wir: Die EU muss sich ändern, wenn sie eine Zukunft haben will. Wir streiten gemeinsam für unsere Vision eines anderen Europas,” so das Bündnis.

Mit den Demonstrationen heute und begleitender Kampagnen-Arbeit macht sich das Bündnis, zu dessen Trägerkreis Attac Deutschland gehört, dafür stark, dass Bürger*innen am 26. Mai zur Wahl gehen und mit ihrer Stimme einem solidarischen Europa eine Zukunft geben.  Zu den sieben Demonstrationen in Deutschland aufgerufen hatte ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis aus mehr als 400 Aktions-Netzwerken, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen, Wohlfahrts- und Sozialverbänden, Globalisierungskritikern, Jugendverbänden, Gewerkschaften, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen sowie Organisationen für Bürgerrechte, Kultur und nachhaltige Landwirtschaft auf bundesweiter sowie auf regionaler Ebene. Zum Trägerkreis gehören Attac Deutschland, Campact, Der Paritätische Gesamtverband, Mehr Demokratie, NaturFreunde Deutschlands, Naturfreundejugend Deutschlands, Pro Asyl, Seebrücke.]]>
News News der Bundesseite Webredaktion EU Aktion/ Protest/ Demonstration/ Veranstaltung Demokratie/Medien Konzernkritik Sun, 19 May 2019 15:32:00 +0200
Gemeinnützigkeit: Ministerium und Gericht an einem Strang gegen Attac? https://www.attac-netzwerk.de//index.php?id=1204&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=9995 BFH-Präsident und zuständiger BMF-Abteilungsleiter gemeinsam im Vorstand des wirtschaftsnahen... „Institut für Steuern und Finanzen“. Das hat das ARD-Wirtschaftsmagazin Plusminus in seiner am Mittwoch ausgestrahlten Sendung aufgedeckt.

„Der Präsident des Bundesfinanzhofes und der zuständige Abteilungsleiter im Bundesfinanzministerium engagieren sich zusammen in einem angeblich gemeinnützigen Lobbyverein für die Senkung von Unternehmenssteuern – und verfolgen damit genau das Gegenteil dessen, wofür Attac eintritt. Zugleich sind die beiden zentrale Akteure bei der Aberkennung der Gemeinnützigkeit von Attac. Das hat einen sehr unguten Beigeschmack und bestärkt unseren Eindruck, dass es sich bei der Entscheidung des BFH um ein politisch motiviertes Urteil handelt", stellt Attac-Geschäftsführerin Stephanie Handtmann fest.

Das Schreiben, mit dem das Finanzministerium im Juni 2018 seinen Beitritt zum Revisionsverfahren gegen Attac vor dem Bundesfinanzhof begründete, stammt von Rolf Möhlenbrock, damals noch Unterabteilungsleiter. Darin argumentiert Möhlenbrock, Attac sei zu politisch engagiert, um als gemeinnützig gelten zu können. Insbesondere kritisiert der Ministerialbeamte, die Positionen des Netzwerks seien „näher der Parteipolitik der Opposition als der der Regierungsparteien“. Und weiter wörtlich: „Die Standpunkte des Klägers waren durchweg Standpunkten von Parteien zuzuordnen, die im linken Parteienspektrum […] zu verorten sind.“

Ähnlich begründete BFH-Präsident Mellinghoff das Urteil gegen Attac im Februar dieses Jahres: Zur Gemeinnützigkeit gehöre „nicht die allgemeine politische Betätigung auf allen möglichen Feldern“. Attac habe „diesen Rahmen überschritten.“

Tatsächlich hat sich das als gemeinnützig geltende „Institut für Steuern und Finanzen“ (ifst), zu dessen sechsköpfigem Vorstand Mellinghoff und Möhlenbrock gehören, selbst zum Ziel gesetzt, die Politik und insbesondere die Gesetzgebung in seinem Sinne zu beeinflussen: Anliegen des Institutes ist es, eine unternehmensfreundliche „bewegliche Steuerpolitik“ durchzusetzen. Dafür kommen in Vorstand und Kuratorium des Instituts Wirtschaftsvertreter, Abgeordnete und Finanzpolitiker, Ministerialbeamte, Richter und Wissenschaftler zusammen.

In den Veröffentlichungen des Instituts überwiegen wirtschaftsliberale Positionen, wie sie FDP und CDU vertreten. So enthält der Einladungstext zur ifst-Jahrestagung klare Forderungen nach Senkung von Unternehmenssteuern und steuerlichen Standortanreizen, die eindeutig als Lobbyarbeit für Unternehmen gewertet werden können. Attac dagegen setzt sich für eine höhere Besteuerung von Konzernen und die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer ein. ]]>
News News der Bundesseite Webredaktion Rechtsstaat Über Attac Steuern Thu, 16 May 2019 10:26:00 +0200
Für ein solidarisches Europa: Attac mobilisiert zu Demos am Sonntag https://www.attac-netzwerk.de//index.php?id=1204&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=9994 Gegen Nationalismus und Menschenfeindlichkeit ruft Attac dazu auf, bei den Demonstrationen des Bündnisses "Ein Europa für alle" am Sonntag ein deutliches Zeichen gegen nationalistische und rechtsextreme Parteien zu setzen. Attac gehört zum bundesweiten Trägerkreis des Bündnisses und mobilisiert unter dem Motto "Für ein solidarisches Europa – gegen nationalistischen Hass und Menschenfeindlichkeit" zu den Demos in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart. Auch vor Ort bereiten Attac-Regionalgruppen die Proteste mit vor.

Menschenrechte vor Profit!

"Wir müssen Menschenrechten Vorrang vor Profiten einräumen. Es gibt zurzeit wieder den aggressiven Versuch, soziale Gerechtigkeit zu Gunsten von Konzernprofiten zurückzudrängen. Um soziale Gerechtigkeit zu schaffen, müssen wir quer durch die Gesellschaft kraftvolle solidarische Strukturen aufbauen", sagt Dorothy Guerrero von Global Justice Now, die am Sonntag auf Einladung von Attac bei der Kundgebung in Berlin sprechen wird. Global Justice Now ist der britische Zweig des europäischen Attac-Netzwerkes. Roland Süß vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis ergänzt: "Die sozialen, Umwelt- und Klimakrisen werden sich in Europa nur solidarisch überwinden lassen. Wir demonstrieren für ein Europa, das die Bedürfnisse aller und den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen in den Vordergrund stellt. Die EU muss ihre Politik grundlegend ändern, wenn sie eine Zukunft haben will." In den sieben deutschen und elf weiteren europäischen Städten werden am Sonntag zehntausende Menschen erwartet, die Nationalismus und Rassismus entgegentreten und für ein demokratisches, friedliches, nachhaltiges und solidarisches Europa auf die Straße gehen – von Bukarest bis Utrecht, von Malmö bis Wien.]]>
EU News News der Bundesseite Webredaktion Wed, 15 May 2019 11:00:00 +0200
Umsatzsteuerkarusselle: Scholz macht sich mitschuldig an Terroranschlägen https://www.attac-netzwerk.de//index.php?id=1204&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=9993 Bundesregierung darf EU-Vorschlag nicht weiter blockieren
"Es ist unbegreiflich, dass Deutschland und andere Länder einen Richtlinienvorschlag der EU blockieren, weil sie sich gegenseitig nicht über den Weg trauen. Durch diese Blockade nehmen sie hin, dass Milliarden Euro bei Terroristen und in Steueroasen landen statt in einem Finanzamt eines EU-Landes", sagt Attac-Steuerexperte Detlev von Larcher. "Mit seiner Weigerung einer Harmonisierung der Umsatzsteuer in Europa zuzustimmen, macht Scholz sich mitschuldig an der Finanzierung von Anschlägen durch Al Kaida und andere Terroristen."

Vorschlag der EU-Kommission würde Betrug stoppen

Dabei hat die EU-Kommission ein einfaches Verfahren vorgeschlagen, das die Karusselle und damit den Steuerdiebstahl sofort stoppen würde. Dazu müssten sich Deutschland und die anderen EU-Staaten entschließen, Handelsgeschäfte zwischen den Mitgliedsstaaten steuerlich so zu behandeln wie nationale Handelsgeschäfte. „Doch die Länder befürchten offenbar, dass die Umsatzsteuer, die einem Land zusteht, aber durch den Handel in einem Finanzamt eines anderen Landes landet, nicht zurückgeführt wird“, stellt Karl-Martin Hentschel von der Attac-Arbeitsgruppe Finanzmärkte und Steuern fest. „Es ist unfassbar, was da geschieht, nur weil sich die Finanzminister der EU-Länder nicht über den Weg trauen.“

Attac verlangt von der Bundesregierung, ihre Blockadehaltung sofort aufzugeben und in anderen EU-Ländern für die Verabschiedung der Richtlinie gegen den Karussellbetrug im Ministerrat einzutreten. Zudem muss Scholz seine Weigerung aufgeben, dem Betrugswarnsystem der EU (TNA) beizutreten. Bundesregierung zunehmend Bremserin im Kampf gegen Steuertricks

Detlev von Larcher: „Die Bundesregierung mit Olaf Scholz wird zunehmend zum Bremser in Europa: Er behindert mit Ausflüchten Fortschritte beim öffentlichen Informationsaustausch der Steuerbehörden Europas, er verhindert eine wirksame Gesamtkonzernsteuer und verwirft jahrelange Verhandlungen von zehn Staaten für eine Finanztransaktionssteuer, als deren Ersatz er eine läppische Börsensteuer anpreist.“

Der Skandal des systematischen Betrugs mit Umsatzsteuerkarussellen ist in Fachkreisen schon lange bekannt. Eine aktuelle Recherche von Correctiv und weiteren Medien hat erneut das Ausmaß ans Licht der Öffentlichkeit gebracht: Die europäischen Staaten werden jährlich um etwa 50 Milliarden Euro an Steuern betrogen; in Deutschland sind es schätzungsweise mehr als 20 Milliarden Euro jährlich. Mit dem Karussellbetrug sind zahlreiche Kriminelle – unter anderem bei der Deutschen Bank – reich geworden. Viele leben heute in Dubai und entgehen so der Strafverfolgung.]]>
News News der Bundesseite Webredaktion EU Steuern Sat, 11 May 2019 11:10:00 +0200
Griechenland: Deutsche Kriegsschuld wird systematisch geleugnet https://www.attac-netzwerk.de//index.php?id=1204&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=9991 Attac unterstützt Forderung nach Entschädigung
„Deutschland muss endlich Verantwortung für Taten der Wehrmacht im zweiten Weltkrieg übernehmen und in Verhandlungen über Entschädigungszahlungen eintreten. Es ist beschämend für uns Deutsche, dass die Griechinnen und Griechen 75 Jahre nach Kriegsende immer noch Gerechtigkeit einfordern müssen“, sagt Georg Brzoska von der Attac-Arbeitsgruppe Griechenland von Attac Berlin.
 
Die deutsche und die griechische Geschichte sind seit dem deutschen Wüten in Griechenland von 1941 bis 1944 furchtbar miteinander verstrickt. Am Ende des Krieges waren 9,5 Prozent der Griech*innen getötet oder invalide. Deutsche Soldaten verübten viele hundert, teils bestialische Massaker an Zivilist*innen. Die griechische Wirtschaft wurde systematisch ausgebeutet, so dass es zu Hungerkatastrophen und Massenelend kam. Die griechische Infrastruktur wurde zerstört und die Nationalökonomie ruiniert, wodurch Griechenland in den Status eines Entwicklungslandes zurückgeworfen wurde. Dazu kam eine so genannte Zwangsanleihe in Höhe von 476 Millionen Reichsmark (heute zwischen acht und elf Millarden Euro), die das besetzte Griechenland zwischen 1942 und 1944 an die Nazis zahlen musste.

Doch deutsche Kriegsschuld wurde und wird systematisch geleugnet und verdrängt - bis heute: Gleich nach dem Krieg stellte Griechenland Entschädigungsforderungen an Deutschland. Griechenland stimmte zu, dass die Bundesrepublik Deutschland auf der Londoner Konferenz 1953/54 weitgehend von ihrer Schuldenlast befreit wurde. Dennoch hielt die Bundesrepublik Griechenland über Jahrzehnte mit der Behauptung hin, die Reparationsfrage könne erst durch einen Friedensvertrag nach Wiederherstellung der deutschen Einheit geregelt werden. Um weiterhin nicht zahlen zu müssen, leugnet Deutschland bis heute, dass der Wiedervereinigungsvertrag von 1990 ein Friedensvertrag war.

Auch die Eurokrise brachte neue Varianten deutscher Dominanz mit sich. Der massive deutsche Exportüberschuss trägt erheblich dazu bei, dass Griechenlands Wirtschaft nicht gesundet. Gleichzeitig gehören deutsche Politiker*innen zu den Hauptakteuren der von der Troika (EU, EZB und IWF) in Griechenland durchgesetzten Verarmungspolitik.

Georg Brzoska: „Die so genannte Rettung Griechenlands diente erwiesenermaßen in Wirklichkeit der Rettung europäischer Großbanken. Griechenland wird den Schuldenberg niemals abzahlen können. Dennoch verweigern Schäuble, Scholz und Co. eine nennenswerte Schuldenreduktion, ohne die die griechische Wirtschaft nicht gesunden kann.“ Eine Untersuchung von Attac Österreich zeigte schon 2013, dass mindestens 77 Prozent der angeblichen Hilfsgelder direkt oder indirekt in den Finanzsektor flossen. Attac fordert seit Jahren einen umfassenden Schuldenerlass für Griechenland.]]>
News News der Bundesseite Webredaktion Bundesregierung/ Parteien EU IWF/ Weltbank Schulden Wed, 08 May 2019 21:30:00 +0200