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19. Dezember 2014 - Martin Breidert:

Israel die Speerspitze der europäischen Zivilisation?

B. Netanjahu sagte am 17.12.2014 vor ausländischen Journalisten (Newsletter der israelischen Botschaft in Berlin vom 18.12.2014), dass "Israel die Speerspitze der europäischen Zivilisation" sei.

Theodor Herzl, der Begründer des Zionismus, schrieb in seiner programmatischen Schrift "Der Judenstaat" (1896):

"Für Europa würden wir dort ein Stück des Walles gegen Asien bilden, wir würden den Vorpostendienst der Kultur gegen die Barbarei besorgen."

Herzl lebte im Zeitalter des Kolonialismus, Netanjahu hat nicht begriffen, dass wir im Zeitalter des Völkerrechts angekommen sind.

In derselben Ansprache erklärte Netanjahu auch, Israel sei

"das einzige Land im Nahen Osten und darüber hinaus mit einer wirklich freien Presse. Hier wird niemand eingesperrt. Hier wird auf niemanden Druck ausgeübt. Hier wird niemand misshandelt. Sie können schreiben, was Sie wollen."

Das vor ausländischen Journalisten zu behaupten, verlangt schon einige Chuzpe. Denn seit 1948 herrscht in Israel offiziell Ausnahmezustand, der jedes Jahr von der Knesset verlängert wird. Dazu gehört auch Militärzensur. Was unsere Korrespondenten berichten, muss der Militärzensur vorgelegt werden.

Der frühere FAZ-Korrespondent Jörg Bremer schreibt in seinem Buch "Unheiliger Krieg im Heiligen Land" (S. 213ff), dass es einer Intervention von Frau Merkel beim israelischen Botschafter bedurfte, um eine Verlängerung der Akkreditierung als Journalist zu erreichen.

18. November 2014 - ICAHD, Jeff Halper:

Stellungnahme des Israelischen Komitees gegen Hauszerstörungen:
Israel säht Verzweiflung und sinnlose Gewalt

Die ‘zionistische Antwort’ auf die Abwärtsspirale sinnloser Gewalt, in der sich Jerusalem zur Zeit befindet, lautet: Hauszerstörungen, Massenverhaftungen, Widerrufung des Aufenthaltsrechts eingeborener Jerusalemer, Abriegelung palästinensischer Viertel mit Betonblocks, Bewaffnung jüdisch-israelischer Milizen, und Bemerkungen unterhalb der Gürtellinie für den Letzten, der noch an eine Zwei-Staaten-Lösung glaubt, Abu Mazen. Sie versuchen alles, nur nicht die Beendigung der Besatzung und eine gerechte politische Lösung.
So etwas passiert, wenn ein mächtiges Land auf jegliche Anstrengung verzichtet, sich um die Bedürfnisse und Sorgen eines Volkes unter seiner Kontrolle zu kümmern und sich hinunter begibt auf die Ebene roher Unterdrückung.

Israel befindet sich nicht ‘in den Fängen eines terroristischen Ansturms’, wie Premierminister Nethanyahu heute Abend im Rahmen einer Pressekonferenz feststellte; es befindet sich vielmehr im Griff sinnloser Gewalt , verursacht durch Verzweiflung und Unterdrückung.
Die Palästinenser, die jegliche Hoffnung auf das Ende der Besatzung und einen winzigen eigenen Staat verloren haben, sind gefangen in kleinen Inseln auf ihrem eigenen Land, schikaniert, verarmt, ohne minimalste individuelle und kollektive Rechte, vertrieben, ihre einzigen Zufluchtsorte, ihre Häuser, zerstört (Seit 1967 sind ca. 48000 palästinensische Häuser zerstört worden) und können nur noch um sich schlagen. Bedrohungen der Al-Aqsa-Moschee – und es gibt spürbare Drohungen, die von der israelischen Rechten kommen, die die heiligen Stätten teilen wollen, so, wie es mit der Ibrahimi-Moschee in Hebron geschehen ist – erhöhen die Gefahr, dass das, was bislang ein lösbarer politischer Konflikt gewesen ist, sich in einen unkontrollierbaren religiösen Krieg verwandelt.
Israel hat jeden Anschein der Suche nach einer gerechten Lösung aufgegeben. Es beantwortet palästinensische Verzweiflung mit reiner, primitive Repression. Wieder ist die Analyse Nethanyahus grundfalsch: die ‘Ursache der Gewalt’ – wie er es nennt – ist nicht die Weigerung der Palästinenser, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen (sie erkannten den Staat Israel, der auf 78% des historischen Palästina entstanden ist, bereits vor 26 Jahren an) sondern Israels Weigerung, die nationalen Rechte der Palästinenser auch nur anzuerkennen, geschweige denn sich um sie zu kümmern. Seine ‘zionistischen Antworten’ weiterer Unterdrückung entbehren jedes politischen Ansatzes, der den Konflikt abmildern könnte; nicht nur sind sie keine Abschreckung, wie eine IDF-Kommission bereits im Jahre 2005 feststellte, sondern sie heizen die Situation noch weiter an und führen in eine endlose Abwärtsspirale der Gewalt. Die israelische politische Szenerie ist zu roher Rache verkommen – eine Rache sowohl für kriminelle Taten als auch für Akte des Widerstandes, die hätten vermieden werden können, wenn es Israel wirklich an einer gerechten Lösung gelegen wäre.
In der Zwischenzeit leiden die Menschen und Hass herrscht vor, angestachelt von der einzigen Partei, die stark genug ist, das Ganze zu beenden, nämlich der Besatzungsmacht Israel.
Jeff Halper
Director of The Israeli Committee Against House Demolitions (ICAHD)
P.O. Box 2030, 91020 Jerusalem, Israel
Cell: +972 (0)54-303-9170

2. Oktober 2014 - Gideon Spiro:

Der Propagandist und die Propaganda

Die Rede von Israels Ministerpräsidenten vor der UN-Vollversammlung am 29. September 2014 war eine gewöhnliche Propagandarede. Eine Propagandarede, die als solche genannt werden kann, enthält eine gehörige Portion Lügen, Täuschungen und Irreführungen, die vermischt sind mit echten Tatsachen, und die Mischung ist dazu vorgesehen, die Herzen der Bevölkerung zu erobern. Alle Fernsehkanäle und die meisten Radiosender haben die Rede live übertragen.

[ vollständiger Artikel ]

27. August 2014 - Eckhard Stratmann-Mertens (attac Bochum):

Sanktionen gegen den Staat Israel – Widerstand gegen Antisemitismus

Zu der „Erklärung aus dem Wissenschaftlichen Beirat von Attac“
zum Nahostkonflikt vom 4.8.2014
und der bevorstehenden Kundgebung des Zentralrates der Juden
am Brandenburger Tor am 14.9.2014

Am 4.8.2014 veröffentlichten 40 prominente Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats von Attac eine Erklärung zum aktuellen Krieg zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen (#1). Es ist verwunderlich, dass – soweit ich sehe – diese Erklärung in Attac bisher unkommentiert geblieben ist, obwohl sie politische Schwachstellen aufweist.
[ vollständige Stellungnahme ]

13. August 2014 - Süddeutsche Zeitung, Hilman Klute:

Kriegsgegner in Israel:

Bedroht und alleingelassen

In Israel werden die Kritiker des Gaza-Kriegs beschimpft und bedroht. Der Publizist Gideon Levy musste gar unter Personenschutz gestellt werden. Auf die Unterstützung seiner deutschen Kollegen kann er aber nicht zählen - sie suchen in dieser komplexen Gemengelage lieber nach einfachen Wahrheiten.

  • Ansichten in der "Überzeugungsstarre"
  • Gideon Levy nennt den Gaza-Krieg ein "Massaker"
  • Israelische Kritiker werden in Deutschland nicht zitiert
  • Deutsche Intellektuelle verweigern den israelischen Kollegen die Solidarität
  • In Israel ist eine nie gekannte Kriegswut ausgebrochen
  • Der Antisemitismusvorwurf funktioniert wie ein Bewegungsmelder
  • Deutsche Diskussion wird mit großer Kälte geführt
  • Israels Kriegsgegner werden von zwei Seiten attackiert

[ vollständiger Artikel ]

13. August 2014 - IPPNW, Matthias Jochheim:

Leitmedien

Eine mit modernsten Zerstörungsmitteln ausgerüstete Armee überfällt zu Wasser, zu Lande und zur Luft eine dicht besiedelte, abgeriegelte und durch jahrelange Handels- und Reiseblockaden ausgepowerte Enklave, tötet rund 1900 Menschen - zu mindestens zwei Dritteln unbewaffnete Zivilisten, darunter rund 400 Kinder – und erklärt dies zu einer Operation gegen den Terror.

[ vollständiger Beitrag ]

7. August 2014 - Jürgen Todenhöfer:

Gaza-Wiki

Der Gazakrieg lebt von Lügen und vom Hass.
Hier die verblüffendsten Fakten zum Thema:

  • Wer fing den Krieg an?
  • Wer benutzt Zivilisten als Schutzschilde?
  • Wer bricht am häufigsten Waffenstillstände?
  • Will Hamas Israel oder Israel Palästina zerstören?

[ Antworten ]

3. August 2014 - Luz Maria de Stefano de Lenkait:

Stellungnahme zum

SZ-Kommentar vom 30.7.201414:
"Gaza-Krieg - Erzürnt und entzaubert" von Stefan Kornelius

Schwäche vor Israel ein kapitaler Fehler

Dem US-Patron bedenkenlos ergeben zeigt sich Stefan Kornelius in seinem SZ-Kommentar "Gaza-Krieg - Erzürnt und entzaubert" (20.7.2014) entrüstet gegenüber der allgemeinen Kritik an den USA, der US-Präsident Obama und sein Außenminister John Kerry seien in "Tollpatschigkeit" geraten angesichts des Flächenbrands im Nahen Osten und der unkontrollierbaren grausamen Aggression ihrer Exklave Israel gegen Palästina (Gaza). Warum ist es so problematisch für Kornelius, eine realistische Konsequenz aus der jahrzehntelangen Aggressivität Israels zu ziehen, nämlich dass eine Politik ohne Druck, ohne Sanktionen vor der sturen Netanjahu-Regierung einfach nicht funktioniert? "Alte Hebel funktionieren nicht, neue gibt es noch nicht". Wovon schreibt Kornelius eigentlich? Kann er nicht klar und genau denken? Die erfolgreiche Mission von Hillary Clinton in Tel Aviv am 21.11.2012 zeichnete doch den wirksamen Hebel schon vor. Stefan Kornelius muss unbedingt diese jüngste Lektion lernen, um zu erkennen, was ein wirkungsvoller Hebel gegenüber Israel ist. Schon US-Präsident Dwight Eisenhower konnte nur durch massiven Druck Israel zwingen, sich im Jahr 1956 aus dem Sinai zurückzuziehen.

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2. August 2014 - Abraham Melzer:

Der Zentralrat der Juden vermisst Solidarität

Dieter Graumann vom Zentralrat der Juden hat sich wieder gemeldet, als „bewusster und selbstbewusster“ Jude. Ich finde „selbstbewusste" Juden genauso widerlich wie selbstbewusste Deutsche oder selbstbewusste Israelis. Es wäre uns allen lieber er hätten sich als kritischer und selbstkritischer Jude geäußert. Wenn er das aber nicht kann, dann hätte ich mir gewünscht, dass er schweigt.

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1. August 2014 - Martin Breidert:

Offener Brief an die ARD-Tagesthemen-Redaktion:

Sehr geehrter Herr Theisen,

Ihr Tagesthemen-Kommentar am 30.7.2014 unterließ es, den Kontext des Gaza-Kriegs zu berücksichtigen.

Die Entführung der drei Jugendlichen wurde zum Anlass genommen, mit groß angelegten Razzien gegen vermeintliche oder tatsächliche Hamas-Anhänger in der Westbank vorzugehen, obwohl inzwischen der israelische Polizeisprecher gegenüber einem BBC-Journalisten eingeräumt hat, dass die Hamas mit der Entführung nichts zu tun hatte (SPIEGEL online 25.7.2014). So wurde erneut ein Krieg der westlichen "Wertegemeinschaft" auf Lügen gegründet. Auch das ZDF-Auslandsjournal berichtete darüber, dass die Menschen in Israel wie auch die Weltöffentlichkeit bewusst hinters Licht geführt worden sind. Bei den Razzien drang das israelische Militär in Ramallah, Bethlehem und Hebron ein, obwohl es nach dem Oslo-Abkommen dort nichts zu suchen hat. Dabei wurden mehrere Palästinenser erschossen.

Als Antwort auf die Entführungen erklärte Netanjahu, man sei zum Schlag gegen die Hamas entschlossen, von dem sie sich nicht mehr erholen werde. Was sollte dies im Klartext anderes heißen als Krieg gegen Gaza, obwohl nach internationalem Kriegsrecht Kollektivstrafen verboten sind (vgl. Lidice, Oradour u.a.)?

Die grundlegende These Ihres Kommentars, Israel habe nur auf Hamas-Raketen geantwortet, ist also brüchig und falsch, sooft diese israelische Propagandaformel auch sonst in unseren Medien wiederholt wird.

Ihr Kommentar wie auch alle Leitmedien in Deutschland wiederholen immer wieder, die Hamas erkenne nicht das Existenzrecht Israels an. Dabei verschweigen sie, dass umgekehrt im Parteiprogramm der Regierungspartei Likud ein Passus enthalten ist, dass es niemals einen palästinensischen Staat geben dürfe. Schon seit Jahrzehnten ist in den staatlichen israelischen Schulbüchern - völkerrechtswidrig - der Jordan als Ostgrenze eingezeichnet. Dabei hat die EU mit ihren Leitlinien vom 19.7. 2013 festgestellt, dass weder die Westbank noch der Gazastreifen, weder Ostjerusalem noch die Golanhöhen völkerrechtlich zum israelischen Staatsgebiet gehören. Die sog. Siedlungen sind nichts anderes als ein schleichende Annexion.

Zur Zukunft des Gazastreifens hat der stellvertretende Sprecher der Knesset, Moshe Feiglin, der Regierungspartei Likud angehörig, laut Voltairene.org (15 JULY 2014) in einer Sieben-Punkte-Erklärung [1] gesagt:

Gaza is part of our Land and we will remain there forever. Liberation of parts of our land forever is the only thing that justifies endangering our soldiers in battle to capture land. Subsequent to the elimination of terror from Gaza, it will become part of sovereign Israel and will be populated by Jews. This will also serve to ease the housing crisis in Israel. The coastal train line will be extended, as soon as possible, to reach the length of the Gaza Strip. According to polls, most of the Arabs in Gaza wish to leave. Those who were not involved in anti-Israel activity will be offered a generous international emigration package. Those who choose to remain will receive permanent resident status.

 

Sehr geehrter Herr Theisen, Ziel der israelischen Bombenangriffe ist offenkundig, den Gazastreifen unbewohnbar zu machen, um die Pläne von Herrn Feiglin und aller zionistischen Parteien zu realisieren. Und da dreschen Sie verbal auf die Hamas ein, während das israelische Militär dies mit Bomben tut und dabei auch vor UN-Schulen, Krankenhäusern, Moscheen, einem Kraftwerk, vor am Strand spielenden Kindern nicht zurückschreckt? Ihr Kommentar spulte die übliche Leier von der terroristischen "radikal-islamistischen Hamas" (ARD-Sprachregelung) ab, er hätte auch eine Erklärung der israelischen Militärregierung sein können. Unter kritischem Journalismus verstehe ich etwas anderes.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Breidert


[1] VOLTAIRE NETWORK | JAFFA/TEL AVIV (PALESTINE/ISRAEL) | 15 JULY 2014:
The Moshe Feiglin’s plan for a solution for Gaza


1. August 2014 - Uri Avnery:

Begegnung im Tunnel

Es war einmal ein Dorf in England, das sehr stolz auf sein Bogenschießen war. Vor jedem Haus stand eine Zielscheibe und zeigte das Können seines Besitzers. Auf einem dieser Zielscheibn hat jeder einzelne Pfeil mitten ins Ziel getroffen.

Ein neugieriger Besucher fragte den Besitzer: wie ist dies möglich? Die Antwort: „Einfach, zuerst schoss ich die Pfeile, und dann zeichnete ich Kreise rund um sie.“

In diesem Krieg tut unsere Regierung dasselbe. Wir erreichen alle unsere Ziele – aber wir verändern die ganze Zeit unsere Ziele. Am Ende wird der Sieg vollkommen sein.

[ vollständiger Artikel ]

 

22. Juli 2014 - Norman Paech:

Legenden des Gazakonfliktes

Zwei Legenden prägen die Berichterstattung und Kommentierung dieses neuesten Krieges gegen Gaza: Israel handele in Ausübung seines Selbstverteidigungsrechts und die Situation sei zwischen Israelis und Palästinensern so verfahren und aussichtslos, dass niemand eine Lösung dieser mörderischen Verklammerung wisse. Beide Legenden sind alt und beherrschen schon seit Jahrzehnten die Druckspalten und Sender der Medien. Beide sind grundfalsch, haben sich aber durch ihre permanente Wiederholung tief in das allgemeine Bewusstsein der Öffentlichkeit eingraviert.

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09.08.2014: Brief von Prof. Norman Paech an Matthias Jochheim (IPPNW)

31. Juli 2015 - Süddeutsche Zeitung, Detlef Esslinger:

Antisemitismus in Deutschland

Eine Frage der Solidarität

Der Gaza-Konflikt und die Antisemitismus-Debatte: Viele Juden erleben die "kummervollste Zeit seit 1945", sagt Charlotte Knobloch - und beklagt ein mangelndes Zusammenstehen gegen Antisemitismus.
Nur: Zu welcher Art von Solidarität wird da eigentlich aufgerufen?

[ vollständiger Kommentar ]

29. Juli 2014 - Luz Maria de Stefano de Lenkait:

Kommentar zu

Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 28.7.2014:
"Gaza - Weltmacht ohne Macht" von Peter Münch und
SZ-Außenansicht: "Tausend Kilo Tod" von Yuli Novak

Palästina:
Für eine Sache der Gerechtigkeit Partei ergreifen,
ein Gebot eines informierten Gewissens
und ein Gebot des Völkerrechts.

John Kerry ist ja krachend gescheitert. Das sieht Peter Münch ganz richtig
("Gaza - Weltmacht ohne Macht", SZ, 28.7.2014):

Kerry pendelt, Kerry plant und Kerry bettelt, doch die Regierung in Jerusalem sagt einfach "Nein" zu seinem Vorschlag. ...

Aber Peter Münch unterliegt einem großen Irrtum, wenn er glaubt, "die USA haben ihren Einfluss auf die Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu verloren", "die Weltmacht sei ohne Macht". Hier liegt eine Fehleinschätzung. Die abstoßende Wirklichkeit sieht anders aus. Die USA wollen ihre Macht, ihren Einfluss auf die Regierung Israels nicht wirksam ausüben, weil es ihnen ganz gleichgültig ist, was die Regierung Netanjahu den Palästinenser in Gaza antut. Schon seit Jahrzehnten ist die US-Exklave außer Kontrolle geraten. Jahrzehntelang hat der Westen mit angesehen, wie sie den Palästinensern ihr Land rauben und Zivilisten bombardieren und massakrieren. Es ist nicht nur die Pleite Kerrys, sondern auch die von der EU und insbesondere Walter Steinmeiers Pleite.

[ vollständiger Beitrag ]

25. Juli 2014 - Ludwig Watzal:

„Für Israels Recht auf Verteidigung“

Zunehmend kommen antideutsche und anti-islamische Ideologen auf der Debattenseite der "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) zu Wort, wenn es um die Meinungsmache um den Nahost-Konflikt geht. Seit dem Ausscheiden von Martin Woker als Chef des Ausland-Ressorts scheint ein Damm gebrochen zu sein. So konnte zum Beispiel Stephan Grigat - ein Vertreter dieser Richtung - in kürzester Zeit zweimal einen eher unterirdischen Kommentar zu diesem sehr komplexen Themenkomplex in der NZZ veröffentlichen. Dies scheint ein Indiz dafür zu sein, dass die NZZ zunehmend ins Fahrwasser extremistischer obskurer zionistischer Kräfte geraten ist. In Deutschland sind die Printmedien - und die "Staatsmedien" der Öffentlich-Rechtlichen sowieso - bereits unisono auf Pro-Israel-Kurs. Abweichende Meinungen, welche die Kriegsverbrechen der israelischen Kolonialmacht kritisieren, finden nur noch in Zeitungen statt, die für die öffentliche Meinungsbildung von geringer Bedeutung sind.

[ Unveröffentlicher Leserbrief an die NZZ ]

22. Juli 2014 - Stuttgarter Zeitung, Armin Käfer:

21. Juli 2014 - Deutschlandfunk, Bettina Marx:

"Ruhe - wir schießen"

Israels Medien und der Krieg

Kritik am Einsatz der Armee im Gazastreifen mit Hunderten Toten wird gerade in Israel kaum laut. Wer sie dennoch wagt, wird schnell zurechtgewiesen. Auch von vermeintlich objektiv berichtenden Journalisten.

[ vollständiger Beitrag ]

18. Juli 2014 - Eberhard Wegner:

Leserbrief zur Außenansicht "Israel muss sich wehren"
in der Süddeutschen Zeitung vom 16.7.2014, Seite 2;
mit Kopie an Herrn D. Graumann, Zentralrat der Juden in Deutschland KdöR:

Ihr Gast-Autor verteidigt und lobt den Staat Israel und klagt über Antisemitismus in Deutschland.
Wenn Kritik am Handeln des Staates Israel antisemitisch ist, dann gibt es in Israel viele antisemitische Juden.
Warum verschweigt Herr Graumann deren Kritik und Argumente?

Er behauptet, der Staat Israel sei "Verteidiger unserer westlichen Werte", und nennt die Gleichberechtigung.
Israel hat eine Staatsreligion; meint er wirklich, Juden und Nichtjuden wären dort gleichberechtigt?

Zu den westlichen Werten gehört das Völkerrecht. Weiß Herr Graumann als Jurist nicht, daß die Wegnahme von Land durch eine Besatzungsmacht ein Kriegsverbrechen ist? Und warum verstößt Israel immer wieder gegen eine einschlägige Resolution des UN-Sicherheitsrats?

Mit einer so einseitigen Darstellung dürfte Herr Graumann Vorurteile gegen Staat oder Volk Israel nur bestärken.

Dr. Eberhard Wegner


Dieser Leserbrief wurde am 23.7.2014 in der Süddeutschen Zeitung auf Seite 15 veröffentlicht.

10. Juli 2014 - Nahostforum Bremen:

Verkehrte Fronten: wie Weserkurier und Ha’aretz berichten

Statt von Deutschland aus mäßigend auf Israels Hardliner-Regierung einzuwirken, befürwortet der Weserkurier das Gegenteil: mehr Härte und mehr Unnachgiebigkeit gegenüber den Palästinensern. Statt nach Wegen für einen Waffenstillstand und für Verhandlungen zu suchen, gießen Daniel Killy (Chef vom Dienst) und Ulrich W. Sahm (Kommentator) regelmäßig in Artikeln und Kommentaren Benzin ins Feuer. Und sie üben sich natürlich in den üblichen Verkehrungen: die Schuldigen werden zu Unschuldigen gemacht, und umgekehrt.

[ vollständiger Artikel ]

19. Juni 2014 - Ha'artez, Gideon Levy:

Israels Doppelmoral

"Menschliches Leben gebührt nur uns; sich darum und seine Freiheit Sorgen zu machen, betrifft nur uns. Nur uns ist es erlaubt, unseres „Bruder Hüter“ zu sein, wie die IDF die Operation nennt, die drei Entführten zu finden."

[ vollständiger Artikel (in Englisch) ]
[ vollständiger Artikel (in deutscher Übersetzung) ]

19. Juli 2014 - Luz Maria de Stefano de Lenkait:

Kommentar zu

Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 16.7.2014, Rubrik Außenansicht:
"Israel muss sich wehren" von Dieter Graumann und
Artikel "Ruhe nur beim Reden" von Peter Münch

Unverhältnismäßige Aggression gegen Gaza:
Massiver Druck auf Israel nötig

Was heute die Weltstaatengemeinschaft bei der unverhältnismäßigen Aggression Israels gegen Palästina in Gaza erneut erlebt, wäre niemals geschehen, hätten die USA und die EU längst das zügellose aggressive Israel gebremst. Die USA mit ihrer früheren Israel-Politik sind die wahren Schuldigen der täglichen Massaker von Palästinensern. Wie schon zuvor findet der unmenschliche feige Angriff gegen Gaza unter dem Deckmantel der USA statt, die längst das internationale Recht gesprengt haben. Ihre unberechenbare Exklave, Israel, folgt skrupellos derselben aggressiven US-Außenpolitik im Nahen Osten. Willen zum Frieden gibt es nicht, gab es niemals und wird es nicht geben, solange Israel nicht mit starkem massivem Druck gezwungen wird, sich aus den okkupierten palästinensischen Territorien zurückzuziehen und solange EU-Staaten Israel skrupellos weiter aufrüsten. "Wer rüstet Israel ab"? war schon vor Jahren die berechtigte Frage eines FDP-Außenpolitikers, Wolfgang Mischnik.

[ vollständiger Beitrag ]

18. Juli 2014 - Deutsche Welle, Loay Mudhoon:

Mediale Zerrbilder des Nahost-Konflikts

Der einzige Rechtsstaat in Nahost kämpft lediglich gegen Terroristen?
Die deutschen Medien zeichnen vielfach ein zu einseitiges und einfaches Bild des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern, meint Loay Mudhoon.

[ vollständiger Artikel ]

18. Juli 2014 - Kontext-TV, David Goeßmann:

GAZA, ISRAEL UND DIE ROLLE DER MEDIEN

Rund 250 Palästinenser sind laut UN und palästinensischen Angaben im Gazastreifen durch die Attacken des israelischen Militärs getötet worden. Man geht von rund 80 Prozent Zivilisten aus, darunter über 50 Kinder. Zehntausende Gaza-Bewohner sind aus ihren Häusern geflohen, Hundert wurden verletzt. Durch die Kassam-Raketen der Hamas auf Israel ist bisher ein israelischer Zivilist und ein Soldat getötet worden, rund ein Dutzend wurde verletzt. Nun hat Israel eine Bodenoffensive im Gazastreifen begonnen. Wie ist es dazu gekommen? Wer ist schuld an der erneuten Eskalation?

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14. Juli 2014 - Deutsche Welle, Bettina Marx:

Provokation und Gewalt

Was war Auslöser der neuen Spirale der Gewalt in Nahost?
Liegt die Schuld hierfür allein bei der palästinensischen Hamas?
Bettina Marx meldet in ihrem Kommentar Zweifel an und blickt auf die Vorgeschichte dieser Tage.

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9. Juli 2014 - Neue Rheinische Zeitung, Evelyn Hecht-Galinski:

Geister, die sie riefen ...
So sieht "jüdischer Dschihadismus" aus!

[ vollständiger Artikel ]

4. Juli 2014 - taz, Moshe Zuckermann:

Mord an israelischen Jugendlichen

Die private Tragödie und die Nation

Israel instrumentalisiert individuelles Leid für eigene Zwecke. Das macht die Trauer um die ermordeten Teenager perfide scheinheilig.

[ vollständiger Artikel ]

29. Juni 2014 - Deutsch-Palästinensiche Gesellschaft, Raif Hussein:

Aggression, Propaganda, Kollektivstrafen und Heuchelei
bestimmen den Alltag in Palästina

Die Mutter eines der vermissten Jugendlichen aus Alkhalil (Hebron) im Besetzten Palästina ist vor dem Menschenrechtsausschuss des Europäischen Parlaments aufgetreten, um über ihr Anliegen von der vermeintlichen Entführung ihres Kindes zu berichten. Die Mutter eines von israelischen Soldaten ermordeten palästinensischen Jugendlichen aus einem Dorf neben Hebron konnte nicht vor einem Menschenrechtsausschuss auftreten, denn Hebron ist abgeriegelt und Palästinenser dürfen in der Regel nicht ausreisen.

Diese Gegensätzlichkeit ist nichts anderes als die nackte Realität. Und so unlogisch sie erscheinen mag, es ist genau die Situation und die Asymmetrie dessen, was den Alltag der Menschen im Besetzten Palästina bestimmt.

[ vollständiger Appell ]

22. Juni 2014 - Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost:

Stellungnahme zur Berichterstattung
über die Geiselnahme der israelischen Jugendlichen

Wir, Mitglieder der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost – in Deutschland lebende Juden oder Personen jüdischer Abstammung – bedauern zutiefst, dass die deutsche Presse bei ihren Berichten über die Geiselnahme von drei jungen Israelis am 12. Juni nahe Hebron den Kontext weitgehend außer Acht lässt.

[ vollständige Stellungnahme ]

7. Mai 2014 - Neue Rheinische Zeitung, Uri Avnery:

Die Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern

Ein schmähliches Kapitel

Wie würden die USA auf die Erklärung der Palästinenser reagieren, sie würden nicht mit einer israelischen Regierung verhandeln, in der halb-faschistische Parteien vertreten sind? Natürlich mit Entrüstung. Wie reagieren die USA auf eine israelische Äußerung, Israel werde nicht mit einer palästinensischen Regierung verhandeln, in der die Hamas vertreten ist? Natürlich mit vollkommener Zustimmung. Für jeden, der am israelisch-palästinensischen Frieden interessiert ist, ist die Aussicht auf eine Aussöhnung im palästinensischen Lager eine gute Nachricht.

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5. Mai 2014 - Neue Rheinische Zeitung, Evelyn Hecht-Galinski:

Von Kopf bis Fuß auf Krieg eingestellt

Es gibt einen wundervollen Chanson von der großen Marlene Dietrich: "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt. Dieses Lied bietet sich geradezu an, neu vorgetragen zu werden. Selbstverständlich in etwas veränderter Textform, umgeschrieben für diesen speziellen Washington-Besuch von Merkel, der am 1. Mai beginnt. Als Willkommens-Ständchen für den Drohnen-Bomber Obama. Der würdige Ort dafür wäre das Kirmeszelt, das extra vom deutschen Botschafter Peter Ammon wieder eröffnet wurde. Nahe am Weißen Haus gelegen, im deutsch-amerikanischen Freundschaftsgarten, der 1983 von den Amerikanern gestiftet wurde. Der Botschafter nannte diese Wiedereröffnung "hochgradig symbolisch."

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1. Mai 2014 - Rolf Verleger:

Antisemit? Oder vorurteilslos und interessiert?
Die Konstanz-Jenaer Studie
zu Einstellungen zum Nahostkonflikt

Wilhelm Kempf war bis zu seiner Emeri­tierung 2012 Professor für Psycho­logie an der Universität Konstanz und dort Leiter der Projektgruppe Frie­dens­forschung. 2008 bewillig­te ihm die Deut­sche Forschungsgemein­schaft (DFG) Gelder für ein Projekt zur Erforschung des Zusam­menhangs zwischen „Israel­kritik“ und „Anti­semitis­mus”: dem Verhältnis zwischen kri­tischer Einstel­lung zu Israels Politik und Abneigung gegen Juden. Vor rund zwei Jahren hatte ich über erste Ergeb­nisse des Projekts be­richtet; nun sind die erhobenen Daten umfas­send aufgearbeitet und liefern neue Erkenntnisse.

[ vollständiger Artikel ]

18. April 2014 - Uri Avnery:

Ein Oslo-Verbrecher

Der Tod von Ron Pundak, einem der ursprünglich israelischen Architekten des Oslo-Abkommens 1993, brachte dieses historische Ereignis ins öffentliche Bewusstsein zurück.

Gideon Levy erinnerte uns daran, dass die Agitatoren des rechten Flügels mit ihrem wütenden Angriff auf das Abkommen, die die Initiatoren „Oslo-Verbrecher“ nannten, ein bewusstes Echo zu Adolf Hitlers Hauptslogan auf seinem Weg zur Macht. Die Nazi-Propaganda verwendete den Terminus „November-Verbrecher“ gegenüber den deutschen Staatsmännern, die 1918 das Waffenstillstandsabkommen unterzeichneten, das den 1.Weltkrieg beendete – übrigens auf Wunsch des Generalstabs, der den Krieg verloren hatte.

[ vollständiger Artikel ]

10. April 2014 - Frankfurter Rundschau, Tsafrir Cohen:

Keine blinde Solidarität mit Israel

Tel Avivs Politik gefährdet die israelische wie die palästinensische Gesellschaft. Europa ist verpflichtet einzugreifen.

[ vollständiger Gastbeitrag ]

7. April 2014 - Neue Rheinische Zeitung, Evelyn Hecht-Galinski:

Kommentar vom "Hochblauen"

Merkel! Die schmutzige Bombe

Was war das für ein Treffen. Der Friedensnobelpreisträger Obama traf die lt. Forbes 2013 erneut "mächtigste Frau der Welt" und lt. Bild-Zeitung "Wonder Woman" Angela Merkel in Den Haag und Brüssel. Da kommen Erinnerungen auf. Hatte Obama Merkel nicht 2011 den "Nobelpreis" unter den Staatsorden, die "Medal of Freedom", in Washington" überreicht? Was waren das noch für Zeiten. Damals bekam Merkel diesen US Preis für ihre Verdienste, die sie sich für ihre Interessenvertretung Amerikas und für ihren Einsatz für Frieden und Freiheit in der Welt überhaupt erworben hatte.

[ vollständiger Kommentar ]

2. April 2014 - Martin Breidert:

Offener Brief aus Anlass der ARD- Sendung
"Zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Der neue Nahe Osten“
(ARD 31. März 2013, 22.45 Uhr)

Sehr geehrter Herr Chaim Schneider, sehr geehrter Herr Armbruster,

das Interessanteste an einem Dokumentarbericht ist das, was er nicht berichtet.

[ vollständiger Brief ]

19. Februar 2014 - INAMO, Clemens Messerschmidt:

Martin Schulz und die Verschiebung des Wasserdiskurses

Der Kern des Israelisch-palästinensischen Wasserdiskurses ist eigentlich der Diskurs um palästinensische Wasserrechte – oder sollte es zumindest sein. Während die politische Klasse in Deutschland in Theorie und Praxis immer mehr darum bemüht ist von diesem abzulenken und ihn durch Diskurse über den Segen von Kooperation, Abwehr von neutralen Umweltbelastungen, technisch-administrativen Fragen der Wasserbewirtschaftung oder ökonomischen Vorstössen von Schuldenbremse, über Wasser als Ware bis hin zu schleichender Privatisierung zu ersetzen, sind es dankenswerter Weise immer mal wieder die Israelischen Hardliner, die sich zielgenau an der Kernfrage getroffen fühlen und auf diese re-fokussieren.

[ vollständiger Artikel ]

14. Februar 2014 - junge Welt, Moshe Zuckermann:

Inszenierter Skandal

Nach Schulz-Rede in der Knesset

Der Eklat in der Knesset anläßlich der von Martin Schulz gehaltenen Gastrede brachte altbekanntes Ideologiegerümpel der israelischen politischen Kultur auf den Punkt. Die echauffierte Reaktion von Parlamentariern der rechtsradikalen Partei Das jüdische Haus zeigte, daß der deutsche Politiker Wahres ausgesprochen hatte. Zugleich aber auch, wie schwer es offenbar ist, eine solche Wahrheit zu ertragen, wenn sie mit einer kollektiven narzißtischen Kränkung einhergeht. Jeder in Israel weiß, daß man die Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen diskriminiert und depraviert. Gleichwohl verleugnen dies die allermeisten jüdischen Israelis, weil es in der Selbstwahrnehmung gar nicht sein kann, nicht sein darf. Man ist ja moralisch, unterhält mithin »die moralischste Armee der Welt« und betreibt überhaupt »eine aufgeklärte Besatzung«.

[ vollständiger Kommenatr ]