22. Dezember 2016 - Günter Schenk:

Offener Brief an den Vorstand der Diakonie Deutschland - Evang. Bundesverband:
Sehr geehrter Herr Bloch-Jessen,
Ihrer Antwort auf die (wahrscheinlich) zahllosen Zuschriften wegen der Entscheidung der BfS, der "Jüdischen Stimme für gerechten Frieden" das Konto zu kündigen entnehme ich Ihren dringenden Wunsch, mit Ihrer Antwort aller Pflichten einer angemessenen Argumentation entledigt zu sein.
Das ist aber mitnichten so. Wer hat Ihnen, so frag ich verwundert, eingeflüstert, die "Jüdische Stimme.." stehe nicht für das Existenzrecht Israels ein, welches Sie, eigenartig genug, über alle sittliche und moralische Werte erheben? Was Sie hier unterstellen ist, wenn auch verschlüsselt, eine Verunglimpfung, der nicht genug widersprochen werden kann.
Das Existenzrecht Israels, wie jedes anderes Mitgliedstaates der Vereinten Nationen, hängt nicht von der BfS ab, und genauso wenig von der Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband. Das wäre in jedem Fall eine Anmaßung. Es sollte jedoch für gerade für die "Diakonie Deutschland..." eine Selbstverständlichkeit sein, von jedem Staat, auch von Israel die menschenrechtlichen Regeln einzufordern, die Grundlage unseres friedlichen Zusammenlebens sind.
Was will die Jüdische Stimme, was will das von maßgeblichen Mitglieder der JS, nicht von allen, mitgetragene BDS? Wo entnimmt die Diakonie Deutschland.. die Meinung, das Einfordern gleicher Rechte für alle, über alle Rassen- und Stammesschranken hinaus sei darauf angelegt, Israel sein Existenzrecht zu nehmen?
Herr Bloch-Jessen, bei derartig tiefgreifenden , möglicherweise folgenschweren Behauptungen, die JS arbeite auf das Ziel hin, Israel, ausgerechnet Israel mit seinen jüdischen Bürgern, oft Verwandten von  Mitgliedern der J.S., das Existenzrecht abzusprechen, fordere ich Sie auf, Ihre ehrabschneidenden Behauptungen zu belegen. Sie sind mit Ihrer vagen und inhaltsleeren Antwort keinesfalls aus der Pflicht entlassen, Ihre hanebüchenen Behauptungen, die allemal einer Qualität von schwerwiegenden Beschuldigung nahe kommen, zu belegen.
Wer hat Ihnen diese unglaublichen Behauptungen eingeflüstert? Aus sich selbst werden Sie diese ja nicht haben, denn dazu gibt keine einzige Aussage aus der Jüdischen Stimme... keine einzige Zeile geschriebenen Wortes, auch nur den geringsten Anlass.
Ich fordere Sie hingegen auf, die Position der Diakonie Deutschland zu den zahlreichen, von angesehenen Menschenrechtsorganisationen bis zu den Vereinten Nationen belegten schweren Verstößen gegen internationales Recht, sowie der Verletzung der  in der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948" niedergelegten Regeln durch den Staat Israel, unzweideutig  darzulegen. Darauf haben all jene, die die Diakonie Deutschland tragen, einen Anspruch. Aber nicht nur diese, sondern alle Bürger unseres Landes, denn die Diakonie Deutschlandland ist mit einem Steuerprivileg ausgestattet und somit der Allgemeinheit Rechenschaft schuldig.
Dazu, zu nichts anderem, fordere ich Sie auf, sowie, Ihren Einfluss bei der Geschäftsführung der BfS Geltung zu verschaffen, das Recht der für demokratische und freiheitliche Werte, auch in Israel,  eintretenden "Jüdischen Stimme.."  für die Fortführung ihres Konto bei der BfS zu garantieren.
Es erübrigt sich, Ihnen zu sagen, dass gerade Israel den Mitgliedern der Jüdischen Stimme  bei der Durchsetzung von Menschenrechten in besonderem Maß am Herzen liegt. Maßt sich  Israel nicht an, der Staat aller Juden zu sein, auch der Mitglieder der Jüdischen Stimme...?
In Erwartung Ihrer Antwort, die den Namen verdient, bleibe ich, mit freundlichen Grüßen
Günter Schenk
Membre du Collectif Judéo Arabe et Citoyen pour la Palestine
Strasbourg/France

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