3. November 2015 - attac AG Gobalisierung und Krieg:

ANTRAG für eine Resolution des Herbstratschlags 2015

„Welt im Krieg“, so hat die UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR ihren Jahresbericht 2014 überschrieben. Fast 60 Millionen Menschen mussten 2014 aus ihrer Heimat fliehen, mehr als jemals seit dem Ende des zweiten Weltkrieges. Es ist offensichtlich: Krieg und Flucht sind integraler Bestandteil der aktuellen Phase der kapitalistischen Globalisierung.

Die jetzt nach Europa und Deutschland gelangten Menschen stammen überwiegend aus dem Westbalkan (insbesondere Kosovo), aus Syrien, aus Afghanistan und aus Irak - Länder, die von Militärinterventionen des Westens unmittelbar betroffen sind.

Rüstungsproduktion und Kriege sind überaus profitable Geschäfte (auch in Deutschlands Waffenschmieden). Rüstungsausgaben haben global inzwischen 1,7 Billionen Dollar erreicht – mehr als 60% davon entfallen auf NATO-Staaten und mit der NATO kooperierende Staaten, zu denen etwa 20% der Weltbevölkerung gehört. Etwa 10% dieser globalen Ausgaben würden genügen, die Unterernährung von rund 800 Millionen Menschen global zu überwinden sowie die elementaren Bedürfnisse an Gesundheitsversorgung und Schulbildung zu finanzieren.

„Nach Rüstung kommt Krieg“

Auf drei Kontinenten haben NATO-Verbündete kriegerische Konflikte mit angezettelt oder durch eigene Militärinterventionen verschärft. Krieg ist ein bedeutsamer ökonomischer Faktor – durch Zerstörung von Leben und Lebensgrundlagen auf der einen Seite, als Quelle von Extra-Profiten und Chance zur gewaltsamen Aneignung fremder Ressourcen andererseits.

Der Ratschlag möge beschließen:

Als Organisation, die sich kritisch mit den Hintergründen, den Erscheinungsformen und den Folgen der herrschenden ökonomischen Strukturen und Machtverhältnisse auseinandersetzt und demokratische, solidarische und gewaltlose Alternativen entwickelt, wird sich ATTAC Deutschland 2015/2016 zusammen mit Bündnispartnern für folgende Ziele einsetzen:

     

  • Stopp von Rüstungsexporten

  • Keine Beteiligung an Militärinterventionen

  • Entwicklung ziviler Konfliktlösungen in Krisengebieten

  • NEIN zum "globalen Freihandel" als ökonomisches Kriegssystem
    NEIN zu TTIP als „Wirtschafts-NATO“

     

„Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts!“ (Willy Brandt)


Der Ratschlag hat den Resolutionsentwurf am 8.11.2015 unverändert als eigene Resolution übernommen.


Flyer [ bunt] [ schwaz-weiß ]

UNHCR-Berichte:
Mid-Year Trends 2014
(in Englisch)

Pressemitteilungen der UNHCR:
20.06.2015 Über 50 Millionen weltweit auf der Flucht
01.07.2014 800.000 leiden unter Kürzung von Notrationen
08.07.2014 Syrische Flüchtlingsfrauen tragen Hauptlast des Konflikts
07.01.2015 Erneut mehr Menschen auf der Flucht
06.05.2015 Höchststand von 38 Millionen Binnenvertriebenen in 2014


Neuigkeiten

11.01.2015 | Stellungnahme von attac Deutschland zum "Friedenswinter" mehr

04.08.2014 | 39 Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats von Attac mehr

31.03.2014 | Offener Brief gegen "Henry-Kissinger-Professur" mehr

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