14. September 2012 - Luz Maria de Srefano de Lenkait:

Kommentar zu

Meldungen zu Syrien, Gipfeltreffen der blockfreien Staaten in Teheran
Kommentar in Süddeutsche Zeitung (SZ)vom 13.9.2012:
„Spiel der Fanatiker“ von Stefan Kornelius

Verrat an der friedfertigen deutschen Bevölkerung

Eine aggressive Außenpolitik der USA ist seit langem in der Gesetzlosigkeit gelandet. Die von Präsident Barack Obama viel beachtete Rede in Kairo im Juni 2009 „sollte einen neuen Anfang ermöglichen.... Dann aber stand sie (die amerikanische Diplomatie)... an der Seite der libyschen Rebellen, mobilisierte gegen den iranischen Druck auf sunnitische Staaten und bemühte sich in Syrien um das politische Ende des Regimes.“ Stefan Kornelius beobachtet den US-Fehlkurs ganz richtig in seinem SZ-Kommentar vom 13.9.2012: „Spiel der Fanatiker“. Angekettet an diese polarisierende US-Außenpolitik eine menschenfeindliche EU-Politik. Zahlreiche Krisen sind daraus entstanden - überall in der Welt. Sie finden kein Ende: Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien, Iran,.... Alle diese Krisen verursacht und verschärft ein sichtbar gewordener aggressiver Westblock, der in der verheerenden Mentalität des Kalten Krieges stecken geblieben ist. Dieser aggressive Westblock hätte sich 1990 auflösen müssen, aber stattdessen hat er in Europa immer weiter agitiert, Europa erodiert und den Nahen-Osten in Zerstörung gesunken.

Die erste ungeheure einkalkulierte Lüge der USA, die aus dem militärisch-industriellen Komplex stammte, war die Konfrontation im Kalten Krieg in Europa, vor allem mitten in Deutschland, das so geteilt bleiben musste. Die Desintegration Europas war von Anfang an im Kalkül der US-Hegemonie. Aus der Sowjetunion wurde ein Feindbild konstruiert, das für die Konfrontationspolitik der USA notwendig, ja unentbehrlich war. Die Sowjetunion verschwand und neue Feindbilder mussten her, damit sich die gewaltsame US-Hegemonie aufrechterhalten und rechtfertigen ließ. So entstand der US-Krieg gegen den Terror, wobei die USA seitdem etliche islamische Völker terrorisiert.

Sich gegen diese ungeheuerliche unzulässige US-Außenpolitik zu wehren, die schon lange außer Kontrolle geraten ist und generelle Unsicherheit schafft, ist heute eine Priorität, ein Gebot der Stunde für alle Regierungen der internationalen Völkergemeinschaft, die sich an die Regeln des Völkerrechts halten. Daher das Gipfeltreffen in Teheran der Blockfreien Staaten am 30./31. August, das gewiss keine Einwilligung von Washingtons und Tel Aviv fand.

Auf dem Teheraner Blockfreien-Gipfel wurden alle Prinzipien der Zivilisation, alle UN-Prinzipien für ein friedliches Zusammenleben aller Völker wiederhergestellt und hervorgehoben. Die USA und EU blieben bezeichnenderweise außen vor, isoliert. Sie haben sich selbst ins Abseits begeben, was symptomatisch für ihre realitätsfremde, anti-zivilisatorische Haltung ist. Der USA/EU-Monolog nutzt niemanden. Er nährt lediglich die falsche Illusion dieses entgleisten, sich selbst überschätzenden Westblocks, eine Rolle zu spielen, die sie längst in der Welt verloren haben, weil die Geschichte mit dem Willen der Menschheit nach vorne blickt im Sinne, die Zivilisation zu erhalten und nicht sie zu zerstören.

Syrien als Opfer einer anmaßenden kriminellen Intervention wurde in Teheran thematisiert. „Washington Post“ erkannte schon zuvor, dass der Iran bereit ist, die Rolle als Vermittler in möglichen Verhandlungen zwischen den syrischen Behörden und der Opposition zu übernehmen (Meldung vom 9.8.2012). Der Iran habe in den letzten zehn Jahren eine Stabilisierungsrolle im Irak und in Afghanistan gespielt.

Alle blockfreien Länder, die mehr als zwei Drittel der UN-Mitglieder repräsentieren, streben nach einer friedlichen Lösung der Krise in Syrien durch Verhandlung und Dialog.

Die syrische Gesellschaft stellt ein schönes Mosaik von Ethnien, Religionen und Kulturen dar. Die gewaltsame Intervention des Westblocks zielt auch darauf, dieses Mosaik zu zerstückeln, ungeachtet davon, dass der Konflikt damit noch unberechenbarer und das friedliche Zusammenleben unter den Religionsgruppen definitiv zerstören würde. Russland, China, Iran und viele andere souveräne Länder verfolgen dagegen das Ziel, in Syrien zur Wiederherstellung von Stabilität und Ruhe beizutragen, und zwar besonders mit konstruktiver Hilfe der Länder der Region und durch internationale Organisationen. Alle Teilnehmer der Blockfreien-Konferenz in Teheran haben sich gegen die Gewalt in Syrien und „für eine nationale Lösung ohne ausländische Einmischung“ ausgesprochen. Der neue UN-Beauftragte für Syrien, Lakhdar Brahimi, ist am 9.9.2012 zu ersten Gesprächen in Kairo eingetroffen. Brahimi traf zunächst den ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi, dann den Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil Al-Arabi, sowie den ägyptischen Außenminister Mohammed Kamel Amr und andere ägyptische Vertreter. Von Kairo wollte er nach Damaskus reisen und auch Teheran besuchen. Ob sich die Türen in Riad, Doha und Ankara für Brahimi öffnen werden, ist bisher nicht bekannt. Solche Schlüsselstaaten weigerten sich, den UN-Vorgänger Kofi Annan zu empfangen. Die Lösung des Konflikts in Syrien seien immer weiter der Sechs-Punkte-Plan von Kofi Annan und die Genfer Vereinbarung vom 30.Juni. „Einige Staaten, die Syrien nichts Gutes wünschen, pflasterten den Weg von Brahimi mit Landminen“ sagte der Sprecher des syrischen Außenministeriums am 9.9. 2012. Die innersyrische Opposition, die eine ausländische Einmischung ablehnt, hatte die Genfer Vereinbarung begrüßt. Der UN-Botschafter Syriens, Baschar Al-Jaafari, hatte bereits vor der UN-Vollversammlung am 11.9.2012 „alle arabischen, regionalen und internationalen“ Staaten, die Einfluss auf die bewaffneten Gruppen in Syrien hätten, aufgefordert, die Mission von Brahimi zu unterstützen. Das gelte insbesondere für jene Staaten, die sich geweigert hätten, Annan zu empfangen.

Der Außenminister Russlands, Sergej Lawrow, erinnerte erneut die westlichen Veto-Mächte des UN-Sicherheitsrats an die Vereinbarung von Genf und forderte sie auf, diese umzusetzen.

Irak war erstes Opfer westlicher Bestialität, ein Westen, der immer noch in dem Irrtum seiner Überlegenheit lebt, ein Vorbild der „Zivilisation“ zu sein. Seit langem ist er eher ein abschreckendes Bild des Anti-Christ, was die Negation der Zivilisation ist. Die weltberühmte Zitadelle in der Altstadt von Aleppo ist inzwischen unter der Kontrolle der syrischen Armee. Als Juwel der islamischen Architektur des Mittelalters zählt Aleppos Zitadelle zum Weltkulturerbe.

Der Iran hält an dem Bündnis mit Syrien im Kampf gegen den westlichen Terrorismus fest und wird Syriens Zerstörung nicht zulassen. Präsident Assad betonte ein weiteres Mal die Absicht der syrischen Behörden, gegen die im Land agierenden bewaffneten Gruppen zu kämpfen. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon hat endlich der bewaffneten syrischen Opposition die Eskalation von Gewalt in der Stadt Aleppo vorgeworfen. (Ria Novosti, 11.8.2012)

"Der Generalsekretär schätzte die Situation in Syrien objektiv ein und gab zu, dass an der Eskalation des Konflikts in Aleppo Extremisten schuld sind," so Russlands Vizeaußenminister Gennadi Gatilow am Samstag 11.8.2012 (Ria Novosti, 11.8.2012).

Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon muss aber die großen mächtigen Kriminellen hinter den Kulissen an den Pranger stellen und brandmarken, und zwar die USA, EU-Staaten und reaktionäre arabische Despotien, wie Saudi Arabien, Katar und die Golf Emirate.

Russland und China sind kategorisch gegen die ausländische Einmischung in Syrien. Sie haben bisher das schlimmste verhindert: Dank Peking und Moskau ist die Lage in Syrien nicht zu einem grausamen Libyen-Szenarium geworden.

Die Christen in Syrien sind diejenigen, die am überzeugendsten den syrischen Präsidenten unterstützen, weil sie in dem säkularen Staat reibungslos leben. Der sogenannte „christliche“ Westen zeigt keine Achtung für die christliche Minderheit in Syrien, klagt der Nahost-Experte Peter Scholl-Latour in einer ARD-Sendung an. Er machte auch in einem Interview (Merkur, 21.7.2012). die Öffentlichkeit darauf aufmerksam: „Der Westen kümmert sich nicht im geringsten um das Schicksal der syrischen Christen,“ die 10% der Bevölkerung darstellt. Der griechisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Jean-Clement Jeanbart wurde aus seiner Residenz in Aleppo vertrieben. (Junge Welt vom 29.8.2012: „Bischofssitz in Aleppo überfallen). „Er habe Schutz bei der Gemeinde der Franziskaner gesucht, von wo er weiter nach Beirut geflohen sei. Die Erzdiözese sei von „unbekannten Gruppen“ verwüstet worden. „Sie wollen die Syrer in einen Konfessionskrieg treiben“. Der katholische Erzbischof Jean-Clement Jeanbart hatte mehrmals seine Sorge über „ausländische Kämpfer“ in Syrien geäußert. Fundamentalisten kämen „aus Libyen, Jordanien, Ägypten, Afghanistan, Türkei und vielen anderen Ländern.“

Russlands Präsident Wladimir Putin kritisierte die Parteinahme der NATO-Staaten. Deren Syrien-Politik sei „kurzsichtig und gefährlich.“ Die Aktivitäten des Westens könnten schwere Folgen haben. „Wir verstehen gut, dass Syrien einen Wandel braucht. Das bedeutet allerdings nicht, dass dieser Wandel blutig verlaufen muss.“ So Putin. (Meldung von 10.9.2012) Als wichtigsten Grund für die andauernde Eskalation in Syrien nannte der russische Staatschef die Weigerung der Oppositionellen, die Genfer Vereinbarungen vom 30. Juni zu erfüllen.

US-Außenministerin Hillary Clinton bekräftigte derweil die westliche Parteinahme (Meldung von 10.9.2012). Diese fatale Sturheit der USA, die zusammen mit anderen Ländern auf Konfrontationskurs setzt, führt in die menschliche Katastrophe, der sie sich schon jetzt stellen müssen. Es ist ein inhumanes déjà-vu seit dem Irak- und Afghanistan-Desaster, auf Konto eines korrupten Westens, der dabei ist, langsam unterzugehen. Als Hegemonialmacht des Nahen Ostens müssen die USA den syrischen Knoten lösen, indem sie die internen syrischen Verhandlungen nicht weiter verhindern. „Obama hat Blut an den Händen. Das Blut Tausender Afghanen und Pakistaner. Und vieler Syrer. Doch um Demokratie geht es den USA nirgendwo in der arabischen Welt. Diese Chaos-Strategie... wird für den gesamten Nahen Osten verheerende Folgen haben. Und wie ein Bumerang auf uns zurück schlagen. Statt die Syrien-Tragödie anzuheizen, sollte Barack Obama vermitteln. Es wäre die erste wirkliche Friedenstat des Friedensnobelpreisträger“. So der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer. (SZ vom 3.9.2012)

Die große humanitäre Katastrophe in Syrien kann sich nur entspannen, wenn die Gewalt eingestellt wird. Diese Erkenntnis müsste das Bundeskanzleramt dazu führen, auf die Ursache - ausländische Gewalt und Aufhetzung der Terrorbanden - einzuwirken, um die Gewalt zu stoppen. Es ist allerdings ein vollkommener Unsinn, widersprüchlich und unglaubwürdig, lediglich die Folgen der Gewalt tilgen zu wollen, nämlich die humanitäre Katastrophe, während die Ursache, nämlich die inhumane inakzeptable Politik des Westblocks, unverändert bleibt. Aus der Türkei kommt eine hoffnungsvolle zu begrüßende Kehrtwende. Washington Post vom 10.9.2012 spricht von einer „dramatischen Kehrtwende“ der türkischen Regierung als Reaktion auf die zunehmende Ablehnung der Aufständischen durch die türkische Bevölkerung, vor allem im Süden des Landes, wo es mehrere Demonstrationen zur Unterstützung des syrischen Präsidenten Baschar Al-Assad und gegen die Rebellen gegeben habe, die als Terroristen bezeichnen wurden, der US-Zeitung zufolge.

Die syrische Regierung zeigt sich fest entschlossen, allen Syrern, die durch die Gewalt vertrieben wurden, die Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen. Es wird gemeldet, Syrien sei auch entschlossen, die Zusammenarbeit mit der neuen UN-Mission fortzusetzen und alles für deren Sicherheit zu tun. Die UN-Beobachtermission in Syrien sei die einzige Quelle für objektive Information darüber, was wirklich in Syrien geschehe.

Die Islamische Konferenz und die Arabische Liga bleiben wirkungslos, annulliert durch die Dominanz des reaktionärsten arabischen Landes Saudi Arabien. Unter seinem beschämenden Druck wurde der Ausschluss Syriens aus der Arabischen Liga bestimmt, Syrien, ein Bruderland, das sich gegen die feigste ausländische Aggression wehrt. Das Land braucht die Unterstützung und Solidarität aller Araber und islamischen Bruderländer gerade in dieser Stunde der Not. Anstatt sich mit der Syrien-Frage zu befassen, setzte die islamische Konferenz die Syrien-Frage von der Tagesordnung ab.

Saudi-Arabien unterstützt die Terror-Banden in Syrien. Es ist deshalb eine Schande, dass ein solches arabisches Land die Konferenz der Organisation für islamische Zusammenarbeit (OIC) dominiert und ihr den Fortschritt versperrt, sich von einem kolonialen aggressiven Westen unabhängig zu machen. Man sollte sich auch klar darüber werden, dass die Widerstandsfront gegen Israel von mehr als einer Milliarde Muslimen getragen wird.

Syrien hat immer das Potential der Einheit arabischer Staaten erkannt und spielte eine vorbildliche Vorreiterrolle in der Weltstaatengemeinschaft, wenn es darum ging, Probleme zu lösen, die den Weltfrieden in Gefahr bringen. So engagierte sich Syrien für die gerechte Sache der Palästinenser und für eine atomwaffenfreie Zone im Nahen Osten. Allein deshalb ist der Ausschluss Syriens aus der Konferenz der Organisation für islamische Zusammenarbeit ein Skandal. Syrien war schließlich Gründungsmitglied der Arabischen Liga.

Die Erklärung der blockfreien Staaten in Teheran betont das unveräußerliche Recht aller Staaten auf die Entwicklung und Nutzung der Nuklearenergie zu friedlichen Zwecken. Zugleich unterstützt sie die Forderung nach der Schaffung einer atomwaffenfreien Zone im gesamten Nahen und Mittleren Osten und gibt dem Palästina-Konflikt mit dem Befürworten der Staatsgründung Palästina die Priorität. Beide Themen – die Gründung des Staates Palästina und die Schaffung einer atomwaffenfreien Zone - sind jetzt hoch aktuell für die Agenda der Vereinten Nationen vor allem nach diesem Teheraner Blockfreien-Gipfel. Beide hochaktuelle Themen, die aber die USA und EU-Staaten ignorieren wollen.

Schon vor über neun Jahren, auf der Sicherheitsratssitzung am 14.4.2003, machte der Außenminister von Syrien sehr präzis darauf aufmerksam, dass die Abrüstung der ganzen Region bis Indien noch bevorsteht, Israel eingeschlossen. Dagegen gibt es keinerlei Fortschritte bei der Schaffung einer von Massenvernichtungswaffen befreiten Zone im Nahen Osten. Sowohl die Resolution 687 (1991) als auch die Resolution 1284 (1999) proklamieren ausdrücklich dieses Ziel der UNO. Die Resolution 687 spricht davon, dass "von den Massenvernichtungswaffen im Nahen Osten eine Gefahr für den Frieden und die Sicherheit ausgeht und dass es notwendig ist, dahin zu wirken, im Nahen Osten eine Zone frei von Massenvernichtungswaffen zu schaffen."

Eine verkehrte irrationale Welt bestimmt in extremer Weise eine verfehlte US/EU-Vision. Die islamische Welt ist ermahnt, nicht in dieselbe westliche Irrationalität zu verfallen. Dazu darf sie sich nicht von den reaktionären Autokraten diktieren lassen, was zu tun sei. Solche Reaktionäre verraten die Zusammenarbeit der islamischen Welt, indem sie gemeinsame Sache mit den hegemonialen USA machen.

Die Präsenz des UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon auf dem Teheraner Blockfreien-Gipfel war ein weiser Schritt der Vereinten Nationen, vor allem im Zusammenhang mit der angestrebten Entspannung und dem gewünschten Stopp der Gewalt in Syrien, wobei der Iran in der Lage ist, gegen die destruktive US/EU-Einmischung eine konstruktive Rolle zu spielen.

Zwei Voraussetzungen sind laut dem russischen Präsident Wladimir Putin für die Konfliktregelung in Syrien nötig: Erstens sollten die Waffenlieferungen in diesen Raum eingestellt werden. Zweitens muss der Westen aufhören, einer der Seiten, „inakzeptable Entscheidungen aufzuzwingen“.

Bisher ist aus dem Westblock kein Signal zur Vernunft wahrzunehmen.

Deutschland ist eines der wichtigsten Länder der Welt. Sein Grundgesetz ist ein Vorbild für andere Länder. Deswegen sollte sich Deutschland niemals zu Krieg, Aggression und Anstiftung zur Gewalt verleiten lassen, trotz aller aus den USA importierten perversen Überlegungen und fanatischen Darstellungen, die das normale Kriterium jedes deutschen Bürgers zu verzerren versuchen.

Die Völker der Welt wollen diesem Deutschland vertrauen, weil seine Bevölkerung heute entschlossen friedfertig und gemäßigt ist. Das Gegenteil geschieht mit den USA: Obwohl sie eine Demokratie sind, obwohl sie niemals einen Hitler hatten, ihn auch jetzt nicht haben, verlieren die USA immer weiter das Vertrauen der ganzen Welt und werden als größte Gefahr für den Weltfrieden gefürchtet, gerade deshalb, weil sie als Demokratie nicht im Rahmen des internationalen Gesetzes handeln, sondern außerhalb des internationalen gesetzlichen Rahmens in Militarismus und mörderische Aggressionen versunken sind und alle demokratischen humanen Werte über Bord geworfen haben.

Die Urteile der Nürnberger und der Tokioer Tribunale erbrachten neue Prinzipien über die persönliche Verantwortung wegen Kriegsverbrechen. Daraus wurden neue strafrechtliche Tatbestände im Strafgesetzbuch beschrieben, also neue Delikte. Darauf müssen eine rechtsstaatliche Öffentlichkeit, Richter, Staatsanwälte und offizielle strafrechtliche Institutionen achten, vor allem deshalb, weil manche Politiker und ihre Berater peinlich gegenüber Recht und Gesetz entgleisen, wie bei allen Parteien in Deutschland bis auf die Linke zu beobachten ist. Gerade deshalb muss sich die deutsche Öffentlichkeit entschieden gegen die Missachtung des Rechts und Grundgesetz einschalten und die Rechtsverweigerer an den Pranger stellen. Wozu sonst die Pressefreiheit in Deutschland, etwa um US-Manipulationen Platz zu lassen?

Der neue Faschismus, nämlich die Missachtung von Recht und Gesetz, mit der Wiederkehr der hegemonialen Kanonenbootpolitik im 21. Jahrhundert ist  - abgesehen von dem singulären Menschheitsverbrechen der Vernichtung von Behinderten, Juden, Sinti und Roma - viel gefährlicher, viel menschenverachtender und verbrecherischer als der alte bekannte europäische Faschismus des 20. Jahrhunderts. Ihn durch propagandistische Lügen und konstruierten Erfindungen in die Öffentlichkeit zu tragen, ist Volksverhetzung, die selbstverständlich strafrechtlich verfolgt und bestraft gehört.

In diesen Sumpf immer tiefer einsinkend geben die USA keine Signale von Vernunft und Normalität von sich. Rationalität ist bei der Führung in Washington nicht mehr zu erkennen. Trotz der schwersten finanziellen Krise, die ihre Bevölkerung am härtesten trifft, verharrt die US-Regierung darin, weitere gigantische Ressourcen in unproduktive Rüstungsprojekte und in ihre Hunderte weltweiten Militärstützpunkte und Kriegsaktivitäten zu vergeuden. Ein irrsinniger katastrophaler Weg! Es ist eine Zumutung, auch nur daran zu denken, Deutschland und Europa sollten mit eigener Geldverschwendung dabei helfen.

In diesem Zusammenhang sind die Untaten vom deutschen Außenminister Guido Westerwelle nicht nur blamabel und höchst zu bedauern, sondern auch als Verrat der friedfertigen deutschen Bevölkerung zu betrachten. Die menschenfeindliche Außenpolitik von Guido Westerwelle und von seinen europäischen Kollegen in Syrien hat eine enorme humanitäre Katastrophe verursacht, die Deutschland und Europa jetzt zu verantworten haben. Eine harte Mahnung kommt vom Teheraner Blockfreien-Gipfel: Alle von einzelnen Ländern verhängte Sanktionen sind von den blockfreien Staaten abgelehnt worden.

Eine anmaßende Auslegung von UN-Resolutionen zur Generalermächtigung für Intervention haben erst die Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit geschaffen. Eine völkerrechtliche Bewertung für alle früheren UN- Sicherheitsratsresolutionen seit 1991 durch den Internationalen Gerichtshof steht noch bevor und darf nicht länger verschoben werden. Eine konkrete Aufgabe für den UN-Generalsekretär und für die UN-Vollversammlung. Beide UN-Organe haben den entsprechenden Vorschlag von Professor Dr. Köchler, Präsident der „International Progress Organisation“ mit Sitz in Wien in einem Brief und beigefügtem Memorandum (26.3.2011) erhalten. Auch Organisationen internationaler Juristen wie ILANA mit Sitz in Berlin (International Lawyers Against Nuclear Arms) sollten sich dafür engagieren.

Schon seit dem ersten Irak-Krieg 1991 sieht die Weltstaatengemeinschaft sich der Tatsache gegenüber, dass von einigen wenigen UN-Mitgliedsstaaten, nämlich den USA und EU-Staaten, UN-Mandate als Blanko-Scheck zum Krieg missbraucht werden. Ein Problem, das jeden Diplomaten, jeden außenpolitischen Politiker und Redakteur beschäftigen sollte.

Eine große Enttäuschung für die ganze Welt, nicht nur für die Arabische Welt, war gewiss die widersprüchliche Haltung der USA unter Präsident Barack Obama. Gefangen in einem Lügen-Labyrinth wollte er keinen weiteren Krieg anstiften und keinen Krieg gegen Libyen sehen und nichtsdestotrotz erlaubte Obama den Libyen-Krieg und sogar die NATO-Kriegsmaschinerie dafür einzusetzen. Dadurch wurde die NATO nach Jugoslawien, Afghanistan und Irak, noch einmal ein mörderisches Instrument für Aggressionen. Alle NATO-Staaten sind Komplizen der USA bei wiederholter Aggressionen. Der Westblock muss sich für Massaker, Massenmord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Der Tag dazu wird kommen, denn Verbrechen gegen die Menschlichkeit verjähren nicht.

Seit der Auflösung der Sowjetunion hat der NATO-Westblock seinen vorgeblichen Sinn und Zweck verloren. Amerika muss sich damit abfinden. Es war ein irreparabler Irrtum, auf der NATO-Gründung und auf ihrer Aufrechterhaltung bestanden zu haben, sowohl im vergeudeten konstruierten Kalten Krieg, der niemals hätte stattfinden dürfen, als auch später nach der Wende 1990. Unter den Folgen dieser wahnsinnigen Verschwendung leiden die USA am meisten. Sie haben das Problem geschaffen. Sie müssen das Problem lösen.

Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait

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