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23. November 2014 - Luz Maria de Stefano de Lenkait:

Kommentar zu

Leitartikel in Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 19., bzw. 20.11.2014:
"Stunde der Mörder" und "Israel - Jenseits der Vernunft", beide von Peter Münch,

SZ vom 20.11.2014:
Titelseite "Netanjahu kündigt "Kampf um Jerusalem" von Peter Münch,

Fernsehsendung in RTdeutsch [#1] vom 17.11.2014:
"Der fehlende Part" [#2],

Leitartikel in Junge Welt (jW) vom 20.11.2014:
"ARD und ZDF zu Attentat in Israel - Zweierlei Maß" von Rainer Rupp

Israel wegen Kriegsverbrechen und illegaler Besatzung
vor den Strafgerichtshof in Den Haag

Der Angriff auf eine Synagoge in Jerusalem mit fünf toten Israelis ist eine wiederholte Explosion der Gewalt eines über sechzig Jahre andauernden, ungelösten Konflikts zwischen Palästinensern und Israelis. Es handelt sich gar nicht um einen religiösen Konflikt.

Die Netanjahu-Regierung hat schon mit dem zweiten verbrecherischen Gaza-Krieg im Juli/August 2014 das Verhältnis mit Palästina nicht nur radikalisiert, sondern unmöglich gemacht. Eine Basis für Gespräche mit einer solchen extremistischen mörderischen Regierung gibt es nicht. Tel-Aviv treibt eine Gewalteskalation und verhindert sogar die Arbeit der UN-Untersuchungskommission der israelischen Verbrechen in Gaza.

[ vollständiger Beitrag ]

21. November 2014 - Felicia Langer:

Das okkupierte Ost-Jerusalem
und die israelischen Kriegstreiber

ZDF und ARD berichten über den Anschlag auf die Synagoge in Jerusalem. Nicole Diekmann, die ZDF-Korrespondentin in Tel Aviv berichtet analytisch über den Anschlag:

„Das ist eine neue Dimension, kaltblütig, martialisch, bewaffnet in eine Synagoge gehen, wo Unschuldige beten, nichts ahnend, das ist schon eine neue Qualität.“
(Junge Welt, R.Rupp, 19.11.2014)

[ mehr ]

24. Oktober 2014 - Ludwig Watzal:

Israel: eine "kranke Gesellschaft"

Wenn das Staatsoberhaupt des Staates Israel, Reuven Rivlin, feststellt, dass die israelische Gesellschaft "krank" sei, dann muss es wohl stimmen. Spätestens jetzt müssten die Alarmglocken deutscher Antisemiten-Jäger schrillen, nach deren "Maßstäben" er wohl als "lupenreiner Antisemit" zu bezeichnen wäre. Darüber hinaus müsste er auf Empfehlung eines obskuren Antisemitismus-Experten aus Berlin auf die berühmt-berüchtigte Liste der Top-Antisemiten des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Los Angeles kommen.

[ vollständifer Artikel ]

13. Oktober 2014 - Das Blättchen, Georg Rammer:

In Gaza leben Menschen

Bomben auf Gaza. Bilder der Zerstörung, die fassungslos machen. Wir wissen: Ständig einer unberechenbaren Bedrohung des Lebens ausgesetzt zu sein, täglich Zerstörung und den Tod nahestehender Menschen zu erleben, nichts dagegen tun, nicht einmal fliehen zu können, ist die extremste Form der Traumatisierung. Die Menschen unter solchen Lebensbedingungen erleiden Panik, Ohnmacht und Depression, sind zutiefst erschüttert. Kinder sind der existenzbedrohenden seelischen Verletzung noch stärker ausgesetzt als Erwachsene.

[ vollständiger Artikel ]

September 2015 - Amnesty International:

Briefe gegen das Vergessen:
Israel und besetzte Palästinensische Gebiete
Bewohner_Innen des Dorfes Nabi Saleh

Nabi Saleh ist ein kleines Dorf in den besetzten palästinensischen Gebieten, das etwa 20 Kilometer nordwestlich der Stadt Ramallah liegt. Die 550 Dorfbewohner_innen werden von der israelischen Armee routinemäßig gewaltsam unterdrückt.
[ vollständiger Appell ]

13. September 2014 - Uri Avnery:

Hannibal ad Portas

Der letzte Krieg ist beendet worden, der nächste hat noch nicht angefangen, nützen wir also die Zeit, um über andere Dinge zu sprechen.
Von Hannibal zum Beispiel. Hannibal? Der Mann mit den Elefanten?
Ja , genau der.

[ vollständiger Artikel ]

Mai bis August 2014:

Israelisches Militär stiehlt 3 Mio. US-Dollar und Eigentum
von Palästinensern in der Westbank

[ Kurzbericht (in Deutsch) ] [ ausführlicher Bericht (in Englisch) ]

15.05.2014: israelische Scharfschützen töten 2 palästinensische Teenager

12.06.2914: 3 jugendliche Kolonisten werden im Westjordanland vermisst

21.06.2014: Ausnahmezustand

25.06.2014: bisheriger "Erfolg" der israelischen Kollektivstrafaktion
                 für die mutmaßliche Entführung von drei jugendlichen Kolonisten:
                    8 Tote, darunter 3 Jugendliche
                   157 Verletzte
                   567 Verhaftete, darunter 22 Parlamentarier
                   454 Militärangriffe
                    42 Siedlerattacken

27.06.2014: Bei einem nächtlichen israelischem Militärüberfall in Gaza
                   wird iein dreijähriges palästinensisches Kind getötet

01.07.2014: Die 3 entführten jüdischen Kolonisten werden erschossen aufgefunden

02.07.2014: Jüdische Kolonisten verbrennen
                   16-jährigen Palästinenser aus Ost-Jerusalem bei lebendigem Leib

06.07.2914: Israelische Luftwaffe und jüdische Siedler töten
                   11 Palästinenser_innen, darunter 1 Kind

08.07.2914: Israelische Luftwaffe tötet 24 Palästinenser_innen, darunter 7 Kinder

09.07.2914: Israelische Luftwaffe tötet 25 Palästinenser_innen, darunter 8 Kinder

10.07.2014: Israelische Luftwaffe tötet 33 Palästinenser_innen, darunter 3 Kinder

11.07.2014: Israelische Luftwaffe tötet 20 Palästinenser_innen, darunter 5 Kinder

12.07.2014: Israelische Luftwaffe tötet 44 Palästinenser_innen, darunter 7 Kinder

13.07.2014: Israelische Luftwaffe tötet 19 Palästinenser_innen, darunter 2 Kinder

14.07.2014: Israelische Luftwaffe tötet 15 Palästinenser_innen, darunter 3 Kinder

15.07.2014: Israelische Luftwaffe tötet 9 Palästinenser_innen

16.07.2014: Israelische Artellerie, Kriegsmarine und Luftwaffe töten
                   24 Palästinenser_innen, darunter 8 Kinder

17.07.2014: Israelische Artellerie und Luftwaffe
                   töten 19 Palästinenser_innen, darunter 5 Kinder und Jugendliche

18.07.2014: Israelische Artellerie, Panzer und Luftwaffe töten
                   61 Palästinenser_innen, darunter mindestens 9 Kinder und Jugendliche

19.07.2014: Israelische Artellerie, Panzer und Luftwaffe töten
                   50 Palästinenser_innen, darunter mindestens 9 Kinder und Jugendliche

20.07.2014: Israelische Artellerie, Panzer und Luftwaffe töten
                   124 Palästinenser_innen, darunter mindestens 33 Kinder/Jugendliche

21.07.2014: Eine "Befriedungs-Operation" in vorläufigen Zahlen
                   nach Auskunft der UN-Leiter Chris Guness (UNWRA-Sprecher)
                   und Robert Turner
                    60.000 Menschen ohne Wohnung
                        425 getötete Palästinenser_innen
                         18 getötete israelische Soldaten
                 ca. 3000 Verletzte Palästinenser_innen
                         60 UN-Einrichtungen beschädigt
                         85 Schulen beschädigt oder zerstört
                         18 Hospitäler beschädigt oder zerstört
                 900.000 Menschen ohne Wasser

21.07.2014: Israelische Artellerie, Kriegsmarine, Panzer und Luftwaffe töten
                   71 Palästinenser_innen, darunter mindestens 11 Kinder/Jugendliche

22.07.2014: Israelische Artellerie, Kriegsmarine, Panzer und Luftwaffe töten
                   62 Palästinenser_innen, darunter mindestens 3 Kinder/Jugendliche

...

Anscheinend besteht auf israelischer Seite die Absicht, diesmal noch mehr Palästinenser_innen zu töten als beim vorletzten großen Massaker 2008/2009


13. August 2014 - Süddeutsche Zeitung, Usama Antar:

Leiden der Palästinenser im Nahostkonflikt:

Tieren im Zoo geht es besser als Menschen in Gaza

Nicht die Palästinenser sind schuld am Krieg. Israels harte Blockade des Gazastreifens treibt sie zur Gewalt. Auf lange Sicht droht Israel so zu verlieren.

[ vollständiger Gastbeutrag ]

2. August 2014 - junge Welt, Moshe Zuckermann:

»Die Friedensbewegung ist bedeutungslos«

Militarisierte Gesellschaft: Die Auswirkungen des Gaza-Kriegs auf die innenpolitische Situation in Israel.

[ Gespräch mit Moshe Zuckermann ]

31. Juli 2014 - Junge Welt, Knut Mellenthin:

»Tod den Arabern und den Linken«

Im Schatten des Gaza-Kriegs lassen Israels Rechte die Sau raus

Auf palästinenserfeindlichen Demonstrationen in Israel hört man immer öfter den Sprechchor: »Morgen fällt in Gaza die Schule aus, es sind keine Kinder mehr übrig«. Araber, die zufällig den Weg der aufgeputschten Menge kreuzen, leben gefährlich. Zwei Zwanzigjährige wurden am vergangenen Freitag im besetzten Ostjerusalem von israelischen Jugendlichen, die mit Eisenstangen und Baseballschlägern bewaffnet waren, bis zur Bewußtlosigkeit verprügelt. In Haifa wurden in der vorigen Woche der stellvertretende Bürgermeister, ein Araber, und sein Sohn von einem jüdischen Mob unter Rufen wie »Tod den Arabern« und »Tod den Linken« brutal zusammengeschlagen. Polizisten sahen tatenlos zu. Für einen arabischen Bürger Israels kann schon der Versuch, sich gegen solche Angriffe zu verteidigen, vor Gericht enden.

[ vollständiger Artikel ]

29. Juli 2014 - Le Monde, Florence Beauge:

"Schmutziges Wasser",
ein neues Mittel zur Unterdrückung von Demonstrationen?

Seit drei Wochen sind die Palästinenser von Ost-Jerusalem einer kollektiven Strafe ganz neuer Art ausgesetzt: dem "schmutzigen Wasser", wie man es hier nennt. Nach jeder Demonstration – und seit den Ereignissen in Gaza wird fast jeden Abend im östlichen Teil der Heiligen Stadt demonstriert – fährt ein weißer Lastwagen durch die Gegend und versprüht eine geheimnisvolle, übel riechende Flüssigkeit. Alles wird davon imprägniert: die Fassaden der Häuser und Gebäude, die Fenster, Gehsteige, Straßen, Büsche, Blumen… Was enthält diese Flüssigkeit? Keiner weiß es und die israelische Polizei hüllt sich in Schweigen. Der Geruch, der von dem "schmutzigen Wasser" ausgeht, reizt die Nase. Sie klebt and Kleidung und Haut und man bekommt sie zwei bis drei Tage nicht wieder weg.

In Souaneh, einem der "heißen" Gegenden in Ost-Jerusalem, verhüllen sich die Fußgänger ihr Gesicht oder halten sich die Nase zu. Niemand treibt sich auf den Straßen herum. Ist es das, was diese kollektive Bestrafung bezweckt? Ohne Zweifel. Indem sie die Menschen zwingt, sich zuhause einzusperren, hofft die Polizei jede weitere Demonstration zu verhindern. Das Problem ist allerdings, dass das "schmutzige Wasser" nicht nur die Fassaden verunreinigt. Es dringt in die Wohnungen ein, klebt an Vorhängen, Teppichen und Kissen und macht das Leben für die Palästinenser noch unerträglicher und demütigt sie noch mehr. "Wer sind wir, dass man uns mit Insektiziden wie Ratten und Mücken behandelt?" fragt zornig Mounir, der um seine Kinder besorgt ist.

Nahla, seine Nachbarin von gegenüber, verbirgt nicht ihre Verzweiflung und Müdigkeit. "Ich habe alles versucht, um diesen Geruch aus dem Haus zu entfernen, flüssige Seife, Essig, Chlor, nichts hilft…", seufzt sie und betont wie unerbittlich die Situation ist: Mitten im Ramadan, musste sie, während sie fastet und keinen Tropfen trinkt, Unmengen von Wasser auf ihre Veranda, die Treppen, die Fliesen schütten…

Ein paar Kilometer entfernt, erleidet der Stadtteil Issaouia ebenso regelmäßig diese kollektive Bestrafung. Faouzi, der Lebensmittelhändler und Bäcker musste mehrmals seine Vorräte wegwerfen. "Vor drei Wochen hab ich die Jugendlichen, die Steine warfen und den Müll auskippten, beschimpft: 'Ihr provoziert die Soldaten und bringt uns Ärger. Geht woanders hin!' Jetzt sag ich nichts mehr zu ihnen. Im Gegenteil. Ich hab die Nase so voll von Israel, dass ich meinen Nachbarn sage "Lasst sie nur machen…"


(Übersetzung aus dem Französischen Doris Pumphrey)

L'« eau sale », arme antiémeute et punition collective à Jérusalem-Est

23. Juli 2014 - Medico International:

Krieg in Gaza:

Unabhängige Untersuchungskommission nötig

medico-Partner dokumentieren Verstöße gegen internationales Recht

Anlässlich der Sondersitzung des UN-Menschrechtsrechtsrates (23.7.14; Genf) zu Gaza fordert die Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international von der Bundesregierung die Zustimmung zur Einrichtung einer unabhängigen Untersuchungskommission der Vereinten Nationen. Diese müsse den zahlreichen Hinweisen auf Verstöße gegen internationales Recht im Rahmen der Kämpfe zwischen Israel und bewaffneten Palästinensergruppen nachgehen, welche die israelischen medico-Partner Ärzte für Menschenrechte Israel (PHR-IL) und Adalah, sowie das Al Mezan Menschenrechtszentrum aus Gaza dokumentiert haben.

[ vollständige Pressemitteilung ]

22. Juli 2014 - junge Welt, Karin Leukefeld:

Willkürliches Töten

Die israelische Armee setzt ihre Bodenoffensive in Gaza fort. Keine Rücksicht auf Zivilisten

[ vollständiger Bericht ]

20. Juli 2014 - Uri Shani:

Pogrom in Haifa

Dies ist ein Hilferuf in schrecklichen Tagen. Es fällt mir schwer, über die gestrige Nacht zu schreiben. Ich schäme mich. Aber ich muss darüber berichten.

[ vollständiger Bericht und Aufruf ]


21.07.2014, Deutschlandfunk, Bettina Marx: "Ruhe - wir schießen"

18. Juli 2014 - ARD-Morgenmagazin:

Jürgen Todenhöfer: "Maßloser Angriff der Israelis auf Gaza"

Der Journalist Jürgen Todenhöfer war in den letzten Tagen in Gaza und in Israel. "Der bisherige Krieg ist ein massloser Angriff Israels auf Gaza.

Video-Clip

17. Juli 2014 - Michael Flick:

Leserbrief zum Gastbeitrag von Herrn Dr. Dieter Graumann auf Seite 2 der Süddeutschen Zeitung vom 16. Juli, „Israel muss sich wehren“:

Soll die Vernichtung der Palästinenser so weitergehen?
Kann sich die internationale Gemeinschaft wirklich eine Zwei-Staaten-Lösung leisten, bei der eine Minderheit alles besitzt (Macht, Wasser, Menschenrechte), während die Mehrheit hinter hohen Mauern oder in Lagern jenseits der Grenze dahinvegetiert?
Jetzt ist endlich Zeit für einen Staat vom Mittelmeer bis zum Jordan, in dem alle Bürger die gleichen Rechte haben. Rückkehr der vertriebenen Flüchtlinge aus dem Libanon und Jordanien entsprechend der UN-Resolution, Rückgabe der geraubten Häuser und Ländereien, Wahlrecht für alle, Vernichtung aller ABC-Waffen, eine multikulturelle Regierung in Jerusalem unter dem Schutz der UN - dann hätten wir Frieden in Nahost.


Der Leserbrief wurde am 23.7.2014 in der Süddeutschen Zeitung auf Seite 15 veröffentlicht unter dem Titel "Gemeinsamer Staat als Lösung".

17. Juli 2014 - Hermann Beck:

Leserbrief zum Gastbeitrag von Herrn Dr. Dieter Graumann auf Seite 2 der Süddeutschen Zeitung vom 16. Juli, „Israel muss sich wehren“:

Obwohl der Beitrag von Dieter Graumann emotional weit ausholt, indem er eindriglich die von heulenden Sirenen ausgelösten Ängste israelischer Mütter und Kinder anführt, lässt er nicht viel Empathie für die Not und das Elend der Menschen in Palästina allgemein spüren. Sich in die Lage von israelischen Eltern zu versetzen, ist nicht schwer, aber ähnliches Mitgefühl für kriegsgebeutelte Menschen auf der anderen Seite aufzubringen, ist offensichtlich nicht jedermanns Sache.

Doch es trägt nicht zur Erhellung der Tragödie im Nahen Osten bei, wenn einseitige Schuldzuweisungen ständig wiederholt werden. Graumann mag als wortgewaltiger Anwalt des Glaubens sein, dass Israel die westlichen Werte von Freiheit und Gleichberechtigung vertritt. Aber er sollte auch wissen, dass Freiheit und Gleichberechtigung grenzüberschreitende, universelle Werte sind. Schließlich ist auch Hamas wohl nicht zuletzt eine politische Frucht von Ghettoisierung und ständiger Unterdrückung. Das entschuldigt aber keinesfalls die intransingente Haltung dieser Wirrköpfe.

Gewalt und Vernichtung sind die Kennzeichen dieser nahöstlichen Tragödie. Mit militärischen Mitteln gibt es keinen Ausweg. Nur ernsthafte politische Anstrengungen und geduldige Verhandlungen können zu einer Lösung führen. Auch der Zentralrat der Juiden in Deutschland wäre gut beraten, einen konstruktiven Beitrag hierzu zu leisten.


Der Leserbrief wurde am 23.7.2014 in der Süddeutschen Zeitung auf Seite 15 veröffentlicht unter dem Titel "Einseitigkeit hilft nicht weiter".

17. Juli 2014:

Leserbrief zum Gastbeitrag von Herrn Dr. Dieter Graumann auf Seite 2 der Süddeutschen Zeitung vom 16. Juli, „Israel muss sich wehren“:

Sehr geehrter Herr Graumann,

zuerst eine Information zu Ihrem Artikel, die der ARD-Korrespondent Richard Schneider in einer Nachrichtensendung sagte: die Bevölkerung im Gaza-Streifen hat keine Bunker, in denen sie Schutz suchen könnte.

Während ich diese Zeilen schreibe, tobt die Bodenoffensive der Israelis in Gaza. Unbewaffnete Leute sterben und werden verletzt, sie wurden gewarnt, weg zu gehen, doch die meisten wussten nicht, wohin.

Eingesperrt hinter Mauern und Stacheldraht, enteignet durch die Zerstörung von Häusern und Olivenbäumen, Vertreibung, der Tod von unbeteiligten Bewohnern, Entzug von Lebensgrundlagen wie Wasser und Waren, Drangsalierung der Zivilbevölkerung und so mancher Politiker und Passant, der mehr oder weniger verklausuliert von einer militärischen „Endlösung“ spricht - das sehen wir Deutschen aktuell in den Nachrichten. Es kommt mir aber bekannt vor aus historischen Dokumentationen, als berechtigte Warnung, dass solche Zeiten nie mehr wieder kommen.

Wessen Freiheit wird bei diesen Kämpfen verteidigt? Doch nur die derjeniger, die militärisch und wirtschaftlich eh am längeren Hebel sitzen. Wenn „gezielt“ Hamas-Kämpfer getötet werden, und Kolateralschäden in Kauf genommen werden, geschieht dies ohne Gerichtsverhandlung, ohne Urteil. Sollen das demokratische Werte des Westens sein? Meiner Meinung nach ist das vordemokratisches Barbarentum, wenn das Recht des Stärkeren rücksichtslos und über Leichen gehend durchgesetzt wird. Ist das alles, was Israel aus den schlimmen Erfahrungen seiner Geschicht gelernt hat?

Warum denkt niemand an die Zukunft? Wie sollen denn die Leute irgendwann einmal zusammenleben, wenn so viel Hass gesät wird? Im Prinzip sind die Argumente für die Gewalt auf beiden Seiten gleich und jede Seite hat ihre Hetzer.

Es gab mal eine Zeit, da habe ich wie viele meiner Freunde selbstgehäkelte Kippas getragen, das tapfere kleine Volk bewundert, das die Wüste zum Blühen gebracht hat, habe Kischon gelesen und mir von Pinkas Lapid die Bibel erklären lassen. Lange her – kommt nicht wieder ...

17. Juli 2014 - Ingrid Rumpf:

Leserbrief zum Kommentar vom 16.7.2014 von Roland Bengel
im Reutlinger Generalanzeiger zum Thema "Gaza-Krieg":

Nicht die Hamas „liefert den israelischen Militärs eine Steilvorlage zur Rechtfertigung für weitere Raketenangriffe auf die Palästinenser“, sondern eher die Kommentare in den Medien. Ist es schon vergessen? Wer hat die Kerry-Initiative auch nach Aussagen des amerikanischen Verhandlungsführers Martin Indyk zum Scheitern gebracht? Die israelische Seite mit ihren irrwitzigen Forderungen: so der Anspruch auf Ost-Jerusalems, den gesamten Jordangraben und alle Siedlungsblöcke und damit auf ein Drittel der Westbank. 15% des historischen Palästinas, verteilt auf 70 kleine Enklaven in der Westbank, sollten für den palästinensischen „Staat“ übrig bleiben. Dazu die Forderung, Israel als „jüdischen“ Staat anzuerkennen und damit die eigene palästinensische Geschichte und alle daraus resultierenden völkerrechtlichen Ansprüche vollständig zu verleugnen.

Die Medien bei uns reduzierten das Scheitern dagegen auf Israels Weigerung, die Verhandlungen wegen der Einigung zwischen Fatah und Hamas fortzusetzen. Dann musste nur die Hamas für den Mord an drei israelischen Siedlerjungen aus Hebron in der Westbank verantwortlich gemacht werden, um darauf die Westbank mit einer neuen Gewaltwelle durch das israelische Militär zu überziehen: es gab etliche Tote und Verletzte, 2000 Häuser wurden überfallen und zum Teil geplündert, Hunderte Palästinenser, darunter auch Minderjährige, wurden in wenigen Tagen in israelische Gefängnisse verschleppt. Übrigens sind allein von Januar bis Mai 2014 in Westbank und Gaza 21 Palästinenser vom israelischen Militär getötet wurden.

Auch die angebliche Verweigerung eines Waffenstillstands durch die Hamas ist nur die halbe Wahrheit. Erstens scheint die Hamas an den Gesprächen nicht beteiligt worden zu sein, vor allem aber hat sie eine 10-jähige Waffenruhe angeboten, wenn 10 Forderungen erfüllt werden. Berechtigte Forderungen wie z.B. ein Ende der vollständigen Blockade von Gaza, Freilassung aller kürzlich Verhafteten, keine Störung der innerpalästinensischen Einigung durch Israel und Erweiterung der Fischfangzone vor Gaza.


Der Leserbrief wurde am 19.7.2014 im Reutlinger Generalanzeiger veröffentlicht.


Forderungen der Palästinenser für einen Waffenstillstand

16. Juli 2014 - Epoch Times, Jürgen Todenhöfer:

„Fassungslos in Gaza“

Reportage zu Israels Bombardement

Die eskalierende Gewalt zwischen Israel und dem Gaza-Streifen hat mittlerweile über 200 Palestinänser und einen Israeli getötet. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP heute morgen. Ein Sprecher der örtlichen Rettungsdienste, Aschraf al-Kidra, bezifferte die Zahl der toten Palestinänser auf 203 (Twitter). 1520 Menschen seien seit Beginn der Offensive vor acht Tagen verletzt worden, so die Süddeutsche Zeitung. Nach UN-Angaben ist jedes vierte Opfer ein Kind.

[ vollständiger Bericht ]

16. Juli 2013, 22:15 Uhr - ZDF-Auslandsjournal:

Israels Offensive in Gaza

Nach dem Tod von drei Talmudschülern hat die israelische Regierung Vergeltung angekündigt. Doch was sind die Hintergründe dieser neuerlichen Eskalation im Nahen Osten?

[ Video-Aufzeichnung ]

13. Juli 2014 - Rolf Verleger:

Als 1903 der junge Michail Rybatschenko bei Kischinew (heute Moldawien, damals Zarenreich) ermordet aufgefunden wurde, stellten dort die "guten Christenmenschen“ die Juden als blutrünstige Monster dar. „Tod den Juden“ wurde geschrieben, gepredigt, gebrüllt und tatkräftig umgesetzt. Das war das erste Kischinewer Pogrom. Das Zaren-Regime schaute gerne zu.

Jetzt, über hundert Jahre später, wurden im von Israel besetzten Westjordanland drei jüdische Schüler entführt und umgebracht. Bis heute sind die Täter unbekannt. Aber für „gute Juden“ - in Israel und anderswo - ist die Sache klar: Blutrünstige Monster sind die Hamas, die Araber, die Muslime. „Tod den Arabern“ wird bis weit in die Mitte der Gesellschaft hinein geschrieben, gepredigt, gebrüllt. Und nun auch tatkräftig von Israels Luftwaffe umgesetzt.

Das sind offenkundige Parallelen. Sie haben auch einen inneren Zusammenhang: In einer Wolfswelt werden Schafe selbst zu Wölfen. Nach dem Kischinewer Pogrom 1903 propagierte der junge Wladimir Jabotinsky „Juden, lernt schießen“. Die Welle landesweiter Pogrome im Herbst 1905 im Zarenreich konnten die von ihm inspirierten Selbstschutzgruppen nicht verhindern. Danach gingen viele von ihnen nach Palästina, mit ihren Gewehren. Jabotinsky gründete die Bewegung, die heute der Likud ist, Netanjahus Regierungspartei.

„Tod den Juden“ von damals, „Tod den Arabern" von heute: Ein wesentlicher Unterschied zwischen der russischen Regierung von damals und der israelischen Regierung von heute ist, dass die israelische Regierung das Gewaltmonopol behalten will: Die Anderen sollen nicht einfach von Rabauken und Irren umgebracht werden, sondern strategisch gezielt von Experten.

Und daher gibt es jetzt ein planvolles Pogrom gegen Gasa, verübt von Fachleuten. Die Motivlage ist identisch zu 1903: Nationalistischer Hass, religiöser Wahn, Zorn über ermordete Kinder, Wut über die Gegenwehr, Mordlust.

Beim bisher blutigsten Pogrom gegen Gasa, Anfang 2009, schrieb ich meinen Aufsatz „Gasa, der böse, böse Nachbar“. Er ist leider immer noch aktuell. Daher lege ich ihn hier bei. Darin heißt es:

"Der Nachbar ging mal auf Fischfang. Das haben Sie ihm verboten. Er hatte mal Fabriken. Die haben Sie ihm … zerbombt. Er hatte mal Landwirtschaft. Die haben Sie ruiniert .... Er hatte mal einen Flughafen – gebaut von EU-Geldern. Den haben Sie kaputtgemacht: Böse Nachbarn brauchen keinen Flughafen.
Der böse Nachbar, der nur schießen will, soll nicht fischen, nicht arbeiten, nicht Boden beackern, nicht verreisen: Der böse, böse Nachbar soll auf Sie schießen, damit Sie zurückschießen können.
Das tat er denn auch.“

Es scheint sich seit 2009 nichts geändert zu haben. Aber das stimmt nicht. Das Fundament internationaler Unterstützung für dieses Israel ist immer brüchiger geworden. Kein normaler Mensch möchte mit solchen Rassisten noch etwas zu tun haben. Und das wird seine Wirkung haben. Auch das Zarenreich ist zusammengebrochen.

Rolf Verleger


5.1.2009: Gaza: Der böse, böse Nachbar

12. Juli 2014 - Uri Avnery:

Die Gräueltat

Bomben fallen auf Gaza und Raketen auf Israel, Menschen sterben und Häuser werden wieder zerstört.
Immer wieder ohne Zweck. Wieder mit der Sicherheit, dass wenn es vorbei ist, wird alles im Wesentlichen so sein wie vorher.
Aber ich kann kaum auf die Sirenen hören, die vor Raketen warnen, die nach Tel Aviv fliegen. Ich kann das Entsetzliche, das in Jerusalem geschah, nicht aus meinem Gedächtnis reißen.

[ vollständiger Artikel ]


01.02.2011, B'Tselem
The Israeli Information Center for Human Rights in the Occupied Territories:
Statistics on Settlements and Settler Population

11.05.2014, Monitoring Israeli Colonization Activities in the Palestinian Territories:
Israeli Tenders to build 75 new units in Adam (Geva’ Benyamin) settlement in Jerusalem

14.07.2014, Ha'aretz:
Police: Suspects planned Palestinian teen's death in advance, burned him alive
Court lifts gag order on grisly murder of Palestinian teen, reveals suspects' desire to avenge murder of 3 Jewish teens; victim's cellphone found in one suspect's home.

22.07.2014, Ha'aretz:
Chief suspect named in Abu Khdeir murder
Yosef Chaim Ben David is a resident of Adam settlement who owns a shop in Jerusalem selling spectacles. He will plead temporary insanity.

11. Juli 2014 - Aachener Friedensmagazin:

Alle Kriegshandlungen müssen sofort gestoppt werden!

Der Aachener Friedenspreis fordert Israel und die Hamas auf, alle Kampfhandlungen sofort einzustellen. Im Besonderen fordert der Aachener Friedenspreis die israelische Regierung auf, alle Militäraktionen gegenüber dem palästinensischen Volk sofort zu beenden. Die derzeitigen Kampfhandlungen gegen die Bevölkerung im Gaza-Streifen stehen in keinem Verhältnis zu der Tötung der drei entführten israelischen Jugendlichen. Die seitens des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu angekündigten und durchgeführten Maßnahmen in den von Israel besetzten Gebieten der Westbank und des Gazastreifens sind nichts anderes als eine kollektive Bestrafung des palästinensischen Volkes zur Durchsetzung weitreichenderer politischer Ziele.

[ vollständige Pressemitteilung ]

8. Juli 2014 - Wolfgang Behr:

Offener Leserbrief zu:
"Die Kälte" von Peter Münch in der SZ vom 8.7.2014

Wer glaubt, dass die bald 50jährige brutale Besetzung des Westjordanlandes und die Blockade des Gazastreifens durch Israel, verbunden mit Landraub, schleichender ethnischer Säuberung und Besiedelung, einfach so fortgeführt werden kann, ohne dass dafür hin und wieder ein Preis zu zahlen ist, muss schon sehr naiv sein.

Mir tun die drei ermordeten Talmudschüler von Herzen leid. Sie sind nämlich auch Opfer Ihrer nationalreligiösen Eltern, und des dahinter stehenden, oft fanatischen Ungeists der Siedlerbewegung.

Dass während der rücksichtslosen militärischen Suchaktion bis zur Entdeckung ihrer Leichen 8 Palästinenser, darunter drei Jugendliche ihr Leben lassen mussten, dass auch schon vor 4 Wochen vor dem Ofer-Gefängnis zwei palästinensische Jugendliche vom israelischen Militär erschossen wurden, wird von der Mehrheit der israelischen Bevölkerung in einer geradezu beispiellosen Selbstgerechtigkeit völlig ausgeblendet. Und nun folgt auch noch der Mord an einem palästinensischen Jugendlichen durch jüdische Siedler.

Frau Merkel, drückt Ihr Entsetzen über den Mord an den Talmudschülern aus und hat nur für die israelische Seite tröstende Worte übrig, was wohl der Staatsraison von der bedingungslosen Unterstützung Israels geschuldet ist.

Sie sollte sich daher fragen lassen, wie weit sie diese Unterstützung noch ethischmoralisch vertreten kann und ob für sie ein palästinensisches Leben weniger wert ist als ein jüdisches? Gerade die Bundeskanzlerin ist in hohem Masse dafür verantwortlich, dass durch die von Ihr ständig betriebene Vereitelung möglicher EU-Sanktionen gegen Israels fortgesetzte Missachtung von Völker- und Menschenrecht der Boden für Terrorunternehmungen durch Palästinenser bereitet wird.

Wolfgang Behr


Der obige Leserbrief wurde in der SZ des 10. Juli in veränderter Fassung auf Seite 8 veröffentlicht.

7. Juli 2014 - Deutsche Presse-Agentur:

Sechs Festnahmen

Erschütterung und Scham nach Rachemord an Palästinenser

Sechs jüdische Tatverdächtige werden nach der brutalen Ermordung eines jungen Arabers verhaftet. Sie sollen den 16-Jährigen bei lebendigem Leibe verbrannt haben. Israel reagiert mit Scham auf den mutmaßlichen Hassmord.

[ vollständiger Bericht ]

4. Juli 2014 - Ethel Machnitzky-Baron:

Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung
zum Thema "Ermordete Thora-Schüler":

Wir lesen von drei Jugendlichen, die in der Nähe von Hebron ermordet wurden. Wie jede Gewalttat ist auch diese abscheulich und sinnlos und die Familien haben Trost und Beistand verdient.

Die Reaktionen aus den Regierungskreisen in Israel sind aber ebenso abscheulich. Noch gibt es keine konkreten Beweise, wer die Tat verübt hat, da wird bereits in Hebron das Haus einer Familie gesprengt, die angeblich Kontakt zu einem der Täter hatte. Anstatt die Täter dingfest zu machen und vor ein Gericht zu stellen, wird die ganze Bevölkerung des besetzten Westjordanlandes und des Gazastreifens in Generalverdacht genommen und mit überzogenen Militäraktionen bestraft. Rache, Rache, Rache, ist das, was nun gepredigt wird. Auch von Seiten der israelischen Regierung, von Ministerpräsident Nethanjahu! Kein Wunder, dass fanatische Siedler nun durchdrehen und einen palästinensischen Schüler umbringen.

Ich erinnere mich an das Jahr 2011. Am 22. Juli brachte der Rechtsextreme Andreas Breivik in Norwegen 68 Jugendliche um. Der damalige Ministerpräsident Jens Stoltenberg stand in vorbildlicher und väterlicher Weise den trauernden Familien und dem ganzen Volk bei. Er sagte unter anderem „Wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet, mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.“

Was sind die Werte der angeblich einzigen Demokratie im Nahen Osten? Blutrache? Archaisches Vorgehen wie vor 2000 Jahren – Auge um Auge, Zahn um Zahn? In dieser Logik hätte Stoltenberg damals anordnen müssen, das Elternhaus von Breivik zu bombardieren, da dort die Mutter lebte, die ihn geboren und aufgezogen hatte.


Der obige Leserbrief wurde in der SZ des 10. Juli in veränderter Fassung auf Seite 8 veröffentlicht.

3. Juli 2014 - Günther Strödel:

Leserbrief zur Berichterstattung der SZ am 3.Juli 2014:
„Schatten der Rache“ u.a.

Wer auf das grausame Verbrechen an den drei jüdischen Jugendlichen als politisch Verantwortlicher in Israel nur mit blindwütigem Hass- und Rachegeschrei reagiert, muss sich nicht wundern, dass den Worten rasch Taten folgen, dass Fanatiker in ihrem Hass die gleichen Verbrechen auf der anderen Seite begehen, die Spirale der Gewalt sich endlos weiterdreht. Politikern aus dem Lager Netanjahus darf man zynisches Kalkül unterstellen, das haben sie in der Vergangenheit zur Genüge bewiesen. Wer die Hamas vernichten und dabei Gaza „ausradieren“ möchte, zeigt nur, dass ihm zu einer dauerhaften Friedenslösung in Nahost jeder Wille fehlt. Dass die maßlosen Reaktionen der israelischen Regierung wieder einmal alle Palästinenser in kollektive Haft nehmen und damit weiteren Hass produzieren, wird meines Erachtens gerne in Kauf genommen. Der aktuelle Konflikt kommt den Radikalen in der israelischen Regierungskoalition nach dem Scheitern der jüngsten Friedensverhandlungen gerade recht: Jetzt kann der illegale Siedlungsbau der Besatzungsmacht in den palästinensischen Gebieten forciert weitergehen und die Welt wird diese Hauptquelle ohnmächtiger Wut der Palästinenser weiter ignorieren. Die jüdisch-fundamentalistischen Siedler in Hebron und auf der Westbank erheben einen durch die Bibel legitimierten Anspruch auf das Land der Palästinenser, sie wollen ein Großisrael, und wenn ein Friedensprozess dem im Wege steht, gibt es eben keinen Frieden. Nicht nur die israelische Friedensbewegung (die gibt es auch!) kann an diesem kaltschnäuzigen Zynismus nur verzweifeln.

Günther Strödel


Der obige Leserbrief wurde in der SZ des 10. Juli in veränderter Fassung auf Seite 8 veröffentlicht.

2. Juli 2014, 6:37 Uhr - ARD-Morgenmagazin:

Günter Meyer, Zentrum für Forschung zur Arabischen Welt,
zum Konflikt im Nahen Osten

[ Video-Aufzeichnung ]

2. Juli 2014 - Neue Rheinische Zeitung, Evelyn Hecht-Galinski:

Auf der "Flucht" erschossen!

Vor drei Wochen verschwanden drei ultrareligiöse und rechtsnationale Jeshiva-Talmudschüler von besetztem und von Israel geraubtem Land. Nach ihrer und der Logik ihrer Eltern und der Siedlerbewegung dürfen sie sich dort bewegen, da ihnen das Land von Gott gegeben wurde. Nach dem Völkerrecht aber leben sie illegal auf von Israel völkerrechtswidrig besetztem Land. Folgt man dieser messianischen Logik, dann hat sich Gott jetzt gegen sie entschieden.

[ vollständiger Artikel ]

1. Juli 2014 - The Hindu, Susan Abulhawa:

Die entsetzliche Scheinheiligkeit des Westens

Die Leichen der drei israelischen Siedler, die am 12. Juni entführt worden sind, wurden hastig verscharrt in der Nähe von Hahul, nördlich von Hebron gefunden.

[ vollständiger Asrtikel ] [ Original (in Englisch) ]

30. Juni 2014 - Renate Khurdok:

Leserbrief zum Stern-Artikel von Sophie Albers Ben Chamo
vom 18.6.2014: "Auge um Auge, Kind um Kind"

[ Leserbrief ]

30. Juni 2014 - Mazin Qumsiyeh:

Wann wird dieser Wahnsinn enden?

[ vollständiger Artikel ]

29. Juni 2014 - Deutsch-Palästinensiche Gesellschaft, Raif Hussein:

Aggression, Propaganda, Kollektivstrafen und Heuchelei
bestimmen den Alltag in Palästina

Die Mutter eines der vermissten Jugendlichen aus Alkhalil (Hebron) im Besetzten Palästina ist vor dem Menschenrechtsausschuss des Europäischen Parlaments aufgetreten, um über ihr Anliegen von der vermeintlichen Entführung ihres Kindes zu berichten. Die Mutter eines von israelischen Soldaten ermordeten palästinensischen Jugendlichen aus einem Dorf neben Hebron konnte nicht vor einem Menschenrechtsausschuss auftreten, denn Hebron ist abgeriegelt und Palästinenser dürfen in der Regel nicht ausreisen.
Diese Gegensätzlichkeit ist nichts anderes als die nackte Realität. Und so unlogisch sie erscheinen mag, es ist genau die Situation und die Asymmetrie dessen, was den Alltag der Menschen im Besetzten Palästina bestimmt.
[ vollständiger Appell ]

28. Juni 2014 - Uri Avnery:

Ein bewaffnetes Ghetto

Die Terroristen der einen Seite sind die Freiheitskämpfer der anderen Seite. Das ist nicht einfach ein Problem der Terminologie. Es ist ein Unterschied der Wahrnehmung, die weitreichende praktische Konsequenzen hat.

[ vollständiger Artikel ]

25. Juni 2014 - Annette Groth:

Zur aktuellen Lage in Palästina:

Seit zwei Wochen gibt es im Gazastreifen und der Westbank Durchsuchungen und Zerstörungen von bislang mehr als 2.000 Häusern, dazu Ausgangssperren, Verhaftungen und eine Vielzahl von Verletzten. Offizieller Anlass für diese brutalen Militäraktionen, der bereits fünf Menschenleben zum Opfer gefallen sind, ist die Entführung dreier israelischer Talmudschüler am 10. Juni beim Trampen zwischen zwei völkerrechtswidrigen Siedlungen bei Hebron.

[ vollständige Stellungnahme ]

24. Juni 2014 - The Huffington Post, Sabine Farrouh:

Zwangsernährung ist mit ärztlicher Ethik unvereinbar

Im israelischen Parlament wird zurzeit eine Gesetzesänderung beraten, die eine Zwangsernährung hungerstreikender Gefangener erlauben soll, falls deren Leben in Gefahr gerät. Ergänzt wurde im Gesetzgebungsverfahren zudem die Erlaubnis zur Betäubung der Patienten. Damit sollen "Schmerzen vermieden werden". Politischer Auslöser dieser Gesetzesinitiative ist ein seit bald zwei Monaten anhaltender Hungerstreik palästinensischer Häftlinge, der bereits zur Verlegung von 80 Gefangenen in Krankenhäuser geführt hat.
Die hungerstreikenden Häftlinge protestieren gegen die sogenannte "Administrativhaft", eine aus dem Kolonialrecht der britischen Mandatszeit in Palästina (1920-1948) übernommene Praxis, die es israelischen Behörden ermöglicht, Verdächtige ohne Anklage aufgrund geheimer Ermittlungsergebnisse für jeweils verlängerbare Zeiträume von sechs Monaten festzuhalten. Zurzeit befinden sich knapp 200 von rund 5.000 Palästinensern in israelischen Gefängnissen in Administrativhaft, zum Teil bereits seit mehreren Jahren.

[ vollständiger Artikel ]

4. Juni 2014 - Frankfurter Rundschau, Yehuda Shaul:

Knie zerschmettern in der Westbank

Die Aktionen der israelischen Armee sind darauf ausgerichtet, die Kontrolle über die palästinensischen Gebiete zu behalten. Das ist keine Nebensache mehr, dies ist das israelische Nationalprojekt.

[ vollständiger Artikel ]