23. April bis 23. Juni 2019 - Bündnis für Gerechtigkeit ... :

Wir sagen der FDP:

Einsatz für Menschenrechte ist nicht antisemitisch

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29.04.2019 Antrag der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag 
14.05.2019 Rolf Verleger:  "FDP & AfD einig über Israel".

9. Februar 2018 - Franfurter Rundschau, Arno Widmann:

Interview:

"Man liebt die Juden, solange sie weit weg sind"

Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems, spricht über die Mär vom christlich-jüdischen Abendland, modernen Antisemitismus und ein Schweiz-Modell, das keine Seite wollte.
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Anm.: Das Interview, mit dem Direktor des 'Jüdischen Museums' in Vorarlberg, Hanno Loewy, hat es in sich. Der sichtlich auf das Bild von "Israel als Opfer" fixierte Interviewer, Arno Widmann,  will offenbar hören, dass Loewy auch für Österreich nach einem Antisemitismus-Beauftragten ruft.
Anstelle dessen erhält Widmann eine eiskalte Dusche - die ihresgleichen sucht: Loewy stellt fest - was weder GRÜNE noch SPD oder LINKE sehen wollen - dass der Bundestagsbeschluss die Juden gegen den Islam funktionalisiert und versucht den Antisemitismusvorwurf auf Muslime abzuwälzen. Im weiteren Verlauf erklärt Loewy unter anderem, dass Israel keine Demokratie sondern ein Apartheidsregime sei und warum die Zweistaatenlösung nicht Realität werden darf.


8. Februar 2018 - RUBIKON, Rolf Verleger:

Der Blick in den Spiegel

Vorurteile von und über Juden und Muslime.
Viel ist in den Medien und in der Politik von Antisemitismus die Rede, wenig von Antiislamismus. Dieser Diskurs entspricht nicht der realen Verbreitung dieser beiden Vorurteilsmuster. Zudem entsteht Respekt für andere am ehesten dann, wenn sich alle Beteiligten ihrerseits respektiert fühlen. Der wirklichkeitsverzerrende Fokus auf Antisemitismus in der öffentlichen Debatte steht einer solchen Respektbalance entgegen und wird daher keine positiven Wirkungen haben.
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29. Januar 2018 - Solidarwerkstatt, Günther Lanier:

Sind die PostbotInnen Herero, dann ist Deutschland nicht zu Hause

1884/85 hatte Bismarck die Berliner Konferenz ausrichten lassen, an der die Modalitäten der Aufteilung Afrikas unter den europäischen Mächten beraten und beschlossen wurden. Zehn, zwanzig Jahre später waren die Bemühungen des Spätkommers Deutschlands um ein Teilhaben am kolonialen Plündern des schwarzen Kontinents in vollem Schwung. Das deutsche Reich war mittels Überseebesitzungen in Sachen Diversität und auch flächenmäßig beträchtlich gewachsen. Anfang des 20. Jahrhunderts umfasste das Kolonialreich 87.200 km2 Togo, 750.000 km2 Kamerun, 995.000 km2 Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Ruanda, Burundi), 835.100 km2 Deutsch-Südwestafrika (Namibia), 501 km2 Kiautschou (China), 179.000 km2 Kaiser-Wilhelms-Land (Nordost-Papua-Neuguinea), 61.000 km2 Bismarck-Archipel (heute ebenfalls Papua-Neuguinea) und 4.203 km2 weitere Inseln im Stillen Ozean[2].
Dass sich der Aufwand nicht recht lohnte, dass das deutsche Mutterland seiner Überseegebiete wegen des Ersten Weltkriegs schon allzu bald wieder verlustig gehen würde, war damals nicht abzusehen.
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28. September 2017 - RUBIKON, Norman Paech:

Eine neue Antisemitismus-Nichtdefinition

Über das Scheitern, den Antisemitismus zu definieren.
Der Vorwurf des Antisemitismus ist in letzter Zeit zur billigen Münze verkommen. Nicht etwa der angebliche Anstieg des Antisemitismus in der Bundesrepublik, sondern die immer stärkere und substantielle Kritik an der israelischen Besatzungspolitik hat dazu geführt, dass ihre Verteidiger mangels inhaltlicher Argumente zur Keule des Antisemitismus greifen, um die Kritik zum Schweigen zu bringen. Da es an einer allgemein akzeptierten Definition dessen, was Antisemitismus ist, fehlt, wurde die Bundesregierung aufgefordert, eine solche zu liefern.
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25. September 2017 - Qantara, Ingrid Thurner:

Antisemitismus und Islamophobie in Europa:

Für Muslime gilt die Schuldvermutung

Über die erfolgreiche Strategie der Rechtspopulisten und Rassisten, den Antisemitismus in Europa den islamischen Gemeinden anzulasten. Ein Essay von Ingrid Thurner
Als ob Europa je frei von Rassismen und Fremdenfeindlichkeit gewesen wäre, als ob es nie Diskriminierungen von Minderheiten gegeben hätte, schaffen es rechte Parteien, rechte Blätter und rechte Kommentare erfolgreich, den grassierenden Antisemitismus dem Islam und seinen Angehörigen in die Schuhe zu schieben.
Das Argument der muslimischen Judenfeindlichkeit gehört inzwischen zum Basis-Arsenal der Abwehr von Neuzuwanderung, es wird benutzt von Pegida und Identitären, von Islam-Abtrünnigen, den immer gleichen Apologeten der so genannten Islamkritik und nicht zuletzt im Wahlkampf.
Zunehmend wird es auch missbraucht von Leuten, die sich als besorgte Bürger und Bürgerinnen wahrnehmen, die vorgeblich zur Verteidigung christlicher oder abendländischer Werte schreiten und tatsächlich um ihre sozialstaatlich erkämpften Sicherheiten und Privilegien bangen. Hinter solchen Argumenten versteckt die Neidgesellschaft ihre Angst, dass zu viele Mittel aufgewendet werden für die Geflüchteten, und dass immer weniger übrig bleibt für diejenigen, die diese Besorgnisse äußern.
Es sind die gleichen Kräfte, die schon gegen Kopftücher und Minarette wettern, Burkaverbote fordern, "dem Islam" eine Reform verordnen, den Untergang des Abendlands voraussagen und geschlechtergerechte Sprache verweigern, die sich nun auf dieses Thema eingeschworen haben, so als ob muslimische Zuwanderer die Judenfeindlichkeit im Handgepäck eingeschleppt hätten.
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27. Dezember 2015 - Martin Breidert:

Nachdem Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, zum wiederholten Male vor Antisemitismus und Israelfeindschaft bei Flüchtlingen aus Syrien und anderen islamischen Ländern gewarnt hatte, zuletzt im DLF vom 27. 12. 2015, gibt er Anlass für eine Antwort:

Sehr geehrter Herr Dr. Schuster,

zum wiederholten Male haben Sie davor gewarnt, die Flüchtlinge, vor allem jene aus Syrien, würden Antisemitismus und Israelfeindschaft nach Deutschland bringen.
Beide Begriffe bedürfen der Erläuterung, wenn sie nicht inhaltslos werden sollen. So unterstellte die israelische Regierung der EU antisemitische Motive, nur weil sie die Kennzeichnung von Produkten aus den völkerrechtlich illegalen Siedlungen fordert, die nichts anderes ist als die rechtliche Konsequenz aus dem EU-Assoziierungsabkommen.
Wer die völkerrechtswidrige Besatzungs- und Annexionspolitik der israelischen Regierung kritisiert, mag der israelischen Politik feindlich gesonnen sein, ist aber kein Feind Israels. Die von dem früheren israelischen Minister Sharanski erfundene 3-D-Methode (Delegitimierung, Dämonisierung, double standards) hat einen "neuen Antisemitismus" erfunden, der die israelische Politik gegen alle Kritik von außen immunisieren soll.
Niemand kann erwarten, dass palästinensische Flüchtlinge, die in syrischen Lagern lebten, von der UNWRA betreut wurden und nun nach Deutschland kommen, Freunde Israels sind. Die Quellenforschungen der neueren israelischen Historiker Simcha Flapan, Avi Shlaim, Benny Morris, Ilan Pappe und Tom Segev ergaben, dass die meisten Palästinenser 1948 und 1967 gewaltsam vertrieben wurden. Es stände den Juden in Israel und in der Diaspora gut an, diese Forschungsergebnisse israelischer Historiker nicht nur zähneknirschend hinzunehmen oder gar zu leugnen, sondern durch ein Schuldbekenntnis anzuerkennen. Nur so kann Verständigung, Versöhnung und Frieden entstehen.
Stattdessen rufen Tausende Israelis jedes Jahr, wenn sie am Jerusalem Day durch das Damaskustor in die Altstadt stürmen: Death to the Arabs! Das sind keine Stimmen vereinzelter Fanatiker. So denken leider viele in Israel. Der frühere israelische Außenminister hat während des letzten Wahlkampfs erklärt, Arabern mit israelischem Pass, die sich nicht loyal verhalten, solle man die Köpfe abhacken, nachzulesen in der Süddeutschen Zeitung.
Die amtierende israelische Justizministerin forderte, arabische Frauen zu töten, damit sie keine Schlangen gebären können. Nachzulesen in Wikipedia. Solche Äußerungen würden in Deutschland den Straftatbestand des Aufrufs zum Mord und der Volksverhetzung erfüllen.
In Haaretz der letzten Wochen kann man Diskussionen über die israelischen rassistischen Organisationen Im Tirtzu und Lehava lesen, die nicht nur gegen die Araber, sondern auch gegen Christen hetzen und fordern, man solle sie aus dem Heiligen Land verbannen, weil sie "blutsaugende Vampire" seien. Wie sollen angesichts der menschenrechtswidrigen und völkerrechtswidrigen israelischen Politik und angesichts eines in Israel weit verbreiteten antiarabischen Rassismus Flüchtlinge aus arabischen Ländern Freunde Israels sein?
Ich hatte als Student in einem Kibbuz gearbeitet und habe in den letzten drei Jahren zwei Mal die von Israel besetzte Westbank besucht. Dabei hatte ich die Möglichkeit, mit NGO-Vertretern beider Seiten zu sprechen. Ich bin jetzt Erstbegleiter für Flüchtlinge und habe früher oftmals Reisen in muslimische Länder unternommen. Mir ist dort sehr selten Antisemitismus begegnet (Ablehnung von Juden, weil sie Juden sind), wohl aber mehr oder weniger scharfe Kritik an Israels Politik. Kritik an dieser Politik findet sich jedoch nicht nur in arabischen Ländern, sondern bei allen Menschen, die für die Menschenrechte eintreten und darum gegen Rassismus in jeder Form vorgehen.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Breidert

3. Juli 2015 - Nachdenkseiten, Wolfgang Lieb:

Feindbild Islam

Auch in diesem Jahr rief der Rat muslimischer Studierender & Akademiker zum 1. Juli wieder zum bundesweiten “Tag gegen antimuslimischen Rassismus” auf. Wie heikel und wichtig dieses Thema ist, zeigt dabei nicht nur die sozialeugenische Argumentation eines Thilo Sarrazin und die unter anderem von PEGIDA hervorgebrachte Warnung vor einer vermeintlichen „Islamisierung“ des Abendlandes. Die Wichtigkeit des Kampfes gegen diese Rassismus-Variante wird vor allem dadurch deutlich, dass der Mord an der Apothekerin Marwa El-Sherbini am 1. Juli 2009 bis heute weder angemessen Beachtung findet noch bezüglich seiner strukturellen Ursachen wirklich aufgearbeitet ist. Jens Wernicke sprach hierzu mit Sabine Schiffer, die als Leiterin des Erlanger Instituts für Medienverantwortung seit Langem zum antimuslimischen Rassismus forscht und publiziert.
[ vollständiges Interview ]

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