Demoroute “Würzburg kämpft für seine Bildung”

Leben ist mehr als Arbeit, Produktion und Geld verdienen
Immer stärker werden wirstschaftliche Interessen und ökonomische Zusammenhänge als unveränderbar gesetzt, um ihnen alle Dimensionen des menschlichen und gesellschaftliche Lebens unterzuordnen. Wir meinen: Der arbeitsfreie Sonntag ist das Symbol dafür, dass Leben mehr als Arbeit ist, dass Gesellschaft mehr bedeutet als Wirtschaft.
Unterstützen Sie deshalb die Aktion der "Allianz für den freien Sonntag.
U.a. haben sich schon GEW, ver.di, BUND, KAB angeschlossen.
Wer mitmachen will oder weitere Information anfordern möchte:
Gerhard Brand, Nikolaus-Fey-Straße 8,97084 Würzburg
www.allianz-fuer-den-freien-sonntag.de
e-mail: Zeitbank-wuerzburg[at]web.de
http://www.allianz-fuer-den-freien-sonntag.de
http://www.allianz-fuer-den-freien-sonntag.de
Attac Würzburg ist auf der Seite der Besetzer
Attac Würzburg begrüßt die seit einigen Wochen in ganz Europa um sich greifenden Studentenproteste. Das Mittel der Hörsaalbesetzung halten wir in Anbetracht der Tatsache, dass sich die Studienbedingungen seit den Protesten im Sommer nicht verbessert haben, für angemessen. Attac Würzburg jedoch weist insbesondere auf die gesamtgesellschaftliche Tragweite der Proteste hin.Die Abschaffung von Studiengebühren muss Hand in Hand gehen mit einer Abschaffung aller Ausbildungsgebühren, um die Chancengleichheit in Schul-, Universitäts- und Ausbildungssektor zu
gewährleisten. Unserer Ansicht nach sind die Entwicklungen im Hochschulsektor im Zusammenhang mit gesamtgesellschaftlichen Strömungen und politischen Doktrinen zu betrachten. So wird die
wirtschaftliche Effizienzdoktrin unverändert in den Bildungssektor übertragen, obwohl ihre Gültigkeit durch die aktuelle Wirtschaftskrise eindeutig widerlegt wurde. Das Kantsche Gesetz, welches fordert, dass jedes Individuum so handeln müsse, dass seine Handlung jederzeit allgemeines Gesetz werden kann, wird hier mit Füßen getreten. Gilt es eventuell nur für Individuen und nicht für politische EntscheidungsträgerInnen? „Wir fragen uns, wie man nach dem dramatischen Crash der neoliberalen Wirtschaftsordnung ihre weitere Ausdehnung fördern kann,“ kommentiert Sarah Mann von der Attac Campus Gruppe Würzburg.
Losgelöst von jeder Vernunft wird die Mentalität des „höher, weiter, schneller“ in die Universitäten getragen, bewährte Studiengänge rationalisiert, Kosten auf StudentInnen abgewälzt und der Zugang zur Universität erschwert.Für die Universitäten bedeutet das Effizienzstreben verkürzte Studiengänge, die nur auf wirtschaftliche Aspekte ausgerichtet sind und die Gestaltungsmöglichkeiten der StudentInnen
beschneiden. Wie kann das sein, wenn die größte wirtschaftliche Krise der Nachkriegsgeschichte durch systembedingte Fehler sowie verantwortungslose EntscheidungsträgerInnen hervorgerufen wurde?
Wir brauchen Studienbedingungen, die den StudentInnen die Möglichkeit geben, sich zu reifen und verantwortungsvollen Persönlichkeiten zu entwickeln. Stattdessen sollen nun grundsätzliche Aspekte in fünf bis sechs Semestern gelernt und anschließend Wirtschaftstauglichkeit bewiesen werden. So werden wir auf Dauer keine verantwortungsvollen Persönlichkeiten in die Berufstätigkeit entlassen, sondern kurzsichtige und einseitig gebildete Menschen dem systembedingten Druck aussetzen. Wohin das führt, haben wir bereits gesehen.Die Steuerpolitik der neuen Regierung verschärft die Haushaltsprobleme der Länder weiter und begünstigt Unternehmen in hohem Maße, während die wenigen „bildungswilligen“ Menschen weitere Steine in den Weg gelegt bekommen. „Studierende aus finanzschwächeren Familien müssen teilweise nachts arbeiten oder Kredite aufnehmen – das ist ein Armutszeugnis für die Politik!“,
verdeutlicht Sebastian Mack.
PISA hat aufgedeckt, dass das gesamte deutsche Bildungssystem Zukunftschancen bereits in der Grundschule aufgrund sozialer Faktoren verbaut. So spielen Herkunft, Ethnität und Wohnmilieu eine größere Rolle als die Begabung. Ebenso muss darüber nachgedacht werden, wie eine Selektion – sofern überhaupt notwendig - gerechter ausgestaltet werden kann. Aussagekräftige Einstufungstests sind sicher besser geeignet als die bloße Heranziehung eines NCs. „Wir fordern die längst überfällige Abkehr von der bisherigen Politik der Steuersenkungen und Mehrbelastungen für Einzelpersonen. Die Doppelmoral, mehr Bildung zu fordern und gleichzeitig
Zugänge zu erschweren, ist nicht mehr tragbar.“, fordert Florian Bährens von Attac Würzburg.
StuV WÜ: Wir geben unser letztes Hemd





