Rastatt

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Nachhaltige Energie vernetzen! Europaweit, Weltweit!

Welche Bedeutung der Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember 2009 für die Menschheit hat, wird in den folgenden beiden PPPs deutlich.

Die Technologie-Region dankt attac Rastatt

Brief_Technologieregion.pdf

Energie aus Biogas

Die attac-Gruppe Rastatt besuchte den Forlenhof in Iffezheim, der seinen Energiebedarf (Strom und Wärme) selbst erzeugt. Bei der Führung erläuterte der Betreiber, Lorenz Jakob, das Verfahren der Feststoffvergärungs-Anlage.

In der Anlage kann so ziemlich jedes biogene Material (bis auf einige Ausnahmen) unter Gewinnung von Biogas vergoren werden. Als Biomassen kommen alle zellulosefreie pflanzliche Teile, wie Stallmist, Abfälle aus Kommunen (Braune-Tonne), Straßenbegleitgrün und Landschaftspflege in Frage.

Der Forlenhof verwendet für die Biogasanlage überwiegend eigene Kulturen: Sudangras, und Stallmist.

Im Vergleich zur Nassvergärung ist bei der Feststoffvergärung die Vorbereitung der Materialaufbereitung nicht so aufwendig. Die Gärmasse muss nicht zusätzlich mit Wasser versetzt und langwierig mechanisch durchmischt werden. Auch die sich im Biomüll befindlichen Störstoffe, die mit teuren Sortiermaschinen aussortiert werden müssen, können mittels diesem Verfahren mit in die Anlage eingebracht werden, ohne dass irgendwelche Geräte und Maschinen verstopfen.

Ebenso ist es von Vorteil, dass es keine Geruchsproblematik aufgrund kompost- oder stallmistartiger Gärreste bei der Ausbringung auf das Feld gibt. Ferner ist das Kammervolumen pro Kubikmeter Biogas pro Tag wesentlich geringer.

Die Anlage besteht aus 4 Kammern in modularer Bauweise. Die Betonhülle des Fermenters verhindert auch das Eindringen von Sauerstoff, unter dessen Einfluss die Bakterien inaktiv werden. Eine Bodenheizung (Abwärme des BHKW) hält die Biomasse bei etwa 40°C, wo die Biogasbakterien erst maximal aktiv werden.

Bei diesem Klima verweilt das Material etwa 28 Tage. Das dabei entstehende Gas wird abgesaugt, mittels eines Gasverdichters komprimiert und in einen Folien-Speicher geleitet.

Das gewonnene Biogas wird durch Verbrennung in einem BHKW (Blockheizkraftwerk) zur Strom- und Wärmegewinnung eingesetzt. Diese Feststoffvergärungsanlage zeichnet sich dadurch aus, dass in diesem Verfahren qualitativ hochwertiges Biogas (hoher Methangehalt und niedriger Schwefelwasserstoffanteil) gewonnen wird. In der Spitze erzeugt ein Fermenter (eine Kammer) ca. 700 m³ / Tag Biogas.

Die Kompostieranlage des Landkreises, die auf dem Forlenhof steht, würde in einer Feststoff-Vergärungsanlage ca. 4000m³ / Tag Biogas erzeugen und damit ein wesentlich größeres BHKW ermöglichen.

Die attac-Gruppe Rastatt war übereinstimmend der Meinung, nachdem der Landkreis beschlossen hat eine Energieagentur zu gründen, dass es dem Landkreis gut anstünde seine Kompostier-Anlage schnellstens auf die Technik umzurüsten, um damit dem Klimaschutz auch mit Taten zu dienen.

Die attac Gruppe mit dem Betreiber der Biogasanlage, Lorenz Jakob

Finanzkrise - attac-Veranstaltung in RA

attac RA hat das Thema Finanzkrise aufgegriffen und Stephan Schilling als Referenten eingeladen. Ganz im Sinne der "ökonomischen Alfabetisierung", d.h. mehr Wissen über das Funktionieren der Wirtschaft in die Bevölkerung zu tragen, wurde dabei erklärt, welche Mechanismen wie wirken, aber auch - und das ist das Wichtige- welche Interessen dahinter stecken.

Stephan Schilling zeigt auch auf, dass diejenigen, die in der Vergangenheit De-Regulierung gepredigt haben und damit für die jetzige Misere mitverantwortlich sind, heute mit am Tisch sitzen, wenn es darum geht, Lösungen zu finden. Die Brandstifter drängen sich zu den Löschfahrzeugen. Hier wurde namentlich wurde der Staatssekretär Jörg Asmussen genannt. (Zitat aus dem Handelsblatt vom 22.02.2008: Im Zusammenhang mit der IKB-Krise war Asmussen in Kritik auch seitens der Union geraten: Er sitzt für den Bund im Aufsichtsrat der angeschlagenen Mittelstandsbank, die Milliarden mit US-Immobilienkrediten verspielte.)

Noch ein Zitat aus http://www.t-blog.de/blog/die-nomenklatur, für das ich keine Gewähr übernehmen kann, aber es ist wohl nachprüfbar:

Jörg Asmussen, jener frischgebackene beamtete Staatssekretär - natürlich auf Lebenszeit mit Pensionsanspruch - sitzt gleichzeitig für die Finanzwirtschaft im Gesellschafterbeirat der privaten TSI GmbH, jener u.a. von der Deutschen Bank gegründeten Lobbyorganisation für genau diejenigen Asset Backed Securities Wertpapiere, die die Finanzkrise der öffentlichen Banken in Deutschland und der IKB ausgelöst haben. Denn diese Zertifikate wurden an die IKB und die Landesbanken verkauft! Und weil er also seinen Job bei der IKB so gut gemacht hat, zieht er auch in den Aufsichtsrat der Deutschen Telekom AG ein!

Soviel als Zusatzinformation. Hier die Pressemitteilung von attac RA.

Auf Einladung der attac-Gruppe Rastatt waren zahlreiche Interessierte gekommen, um den Vortrag „Was uns die internationale Finanzkrise lehrt?“ zu hören. Der Referent Stephan Schilling verstand es als Volkswirtschaftler ausgezeichnet, die komplizierte Materie verständlich zu präsentieren.

 

Die Finanzkrise sei –so seine These- kein plötzliches und unerwartetes Ereignis gewesen, sondern habe sich über Jahre schleichend entwickelt. Eine wichtige Voraussetzung sei die Umverteilung von unten nach oben gewesen. Die sinkenden Löhne hätten natürlich zu höheren Gewinnen geführt, nicht aber zu höheren Investitionen, die seien nämlich in dem besagten Zeitraum gesunken. Stattdessen wurden die Gewinne in den Finanzmarkt gepumpt, wo sie einerseits der Realwirtschaft verloren gingen und andererseits durch ein spekulative Wertsteigerung künstlich aufgebläht wurden.

 

All das sei aber nur möglich gewesen, weil die Politik der letzten Jahre den Rahmen geschaffen habe, in dem die Finanzjongleure ihre Geschäfte betreiben konnten. Nur so war auch der „Zaubertrick“ möglich, aus faulen Immobilienkrediten plötzlich „Wert“papiere zu machen, die dann von den selbsternannten Rating-Agenturen als sicher und renditeträchtig eingestuft wurden. Diese wurden in eigens dafür gegründeten „Zweckgesellschaften“ außerhalb der Banken übertragen, allerdings mussten die Banken dann am Ende doch für die Verluste einstehen. Damit sei die Krise bei den Banken angekommen.

 

Wichtiger als die Analyse sei aber für die Zukunft, welche Schlussfolgerungen aus der Misere gezogen würden. Nach Ansicht des Referenten sei die erste Maxime, dass nicht die Bevölkerung sondern die Verursacher für die Schäden zu zahlen hätten. Investitionsprogramme, die jetzt zur Belebung der Wirtschaft erforderlich seien, müssten sozial und ökologisch ausgerichtet sein, d.h. Bildung und Klimaschutz fördern, aber auch dafür sorgen, dass die Kaufkraft und damit die Inlandsnachfrage erhöht werde.

 

Sogenannte Finanzprodukte seien zukünftig zu prüfen. Spekulationen in der bisherigen Form könne durch eine Finanztransaktionssteuer von lediglich 0,5% und vor allem durch das Schließen von Steueroasen wirksam begegnet werden. Letzten Endes seien die Vereinten Nationen die einzige demokratisch legitimierte Institution, unter deren Dach eine neue Weltwirtschafts- und Weltfinanzstruktur anzusiedeln sei. Da eine solche Krise alle Länder träfe, sei es überheblich, dass nur ein kleiner elitärer Zirkel, die politischen Entscheidungen unter sich ausmache.

 

Unsere Teilnahme am Regionaltag EnergieREICH

Ein Regionaltag ist nun nicht gerade die Veranstaltung, zu der eine attac Gruppe aufruft und auch noch teilnimmt. Wenn er allerdings das Motto EnergieREICH trägt, muss sie sich angesprochen fühlen.

deshalb haben wir uns zusammen mit anderen Gruppen und Initiativen unter der Klammer "Klimawechsel" präsentiert. Unser Beitrag war die Bewertung der regionalen Aktivitäten: Welche guten Ansätze gibt es, was muss weiter entwickelt und vorangetrieben werden? Was fehlt?

Darüber hinaus aus aktuellem Anlass: Warum ist Atomkraft keine Alternative - weder für den Geldbeutel noch für das Klima?

Wir können die Teilnahme und unseren Beitrag durchaus als Erfolg werten:
die attac Gruppe Rastatt hat sich präsentiert

Wir konnten unsere Inhalte präsentieren und darüber diskutieren.

Vielleicht haben wir auch bald ein paar neue Gesichter.

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