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Die neoliberale Globalisierung zwingt auch den Journalismus sich den Regeln des Marktes zu unterwerfen.
Nick Davis, freier Journalist und Autor des Buches „Flat Earth News“ - eine kritische Auseinandersetzung mit den britischen Medien, hatte eigens dafür eine Studie in Auftrag gegeben. Das Medieninstitut der Universität von Cardiff prüfte im Frühjahr 2006 die Herkunft, von über zweitausend Berichten aus Großbritanniens Zeitungen „Daily Telegraph“, „The Times“, „The Guardian“, „The Independent“ und der Boulevardzeitung „Daily Mail“ nach. 60% bestanden ganz oder hauptsächlich aus PR-Material oder Berichten von Nachrichtenagenturen. Nur 12% waren das Ergebnis eigener Recherchen.
Nick Davis: „Das Grundproblem ist, dass eine kommerzielle Logik die journalistische abgelöst hat“. Ähnliche Tendenzen lassen sich auch bei unseren deutschen Medien beobachten. Die Redaktionsstuben werden personell ausgedünnt um Kosten zu senken und die Profitrate der Zeitungsbesitzer zu erhöhen, wie das jüngste Beispiel beim Berliner Tagesspiegel beweist. Dort sollen vierzig von 130 Redakteuren entlassen werden. Dafür erwartet der Verleger David Montgomery eine Profitsteigerung von 20%. Recherchiert wird aus Zeit- und Geldmangel am PC, mit Hilfe von Google und Wikipedia.
"Das ist eine große Gefahr. Eine gute Recherche kann bei Google beginnen, aber sie darf nicht bei Google aufhören." so Marcel Machill, Professor für Journalistik an der Universität Leipzig.




