occupy Lübeck
Am Samstag, den 15. Oktober gab es eine erste Aktion in Lübeck.
Ein kurzes Video findet sich unter: http://youtu.be/3D6K50zfrAY
Beiträge finden sich im Internet unter:
http://www.unser-luebeck.de/content/view/3570/334
Es wurde ein weiteres Treffen für nächsten Samstag, den 22.10.11 um 15 Uhr vor dem Holstentor verabredet.

- Fotos: Sebastian Büttner
Bankenaktionstag am 29. September 2010
Josef Äckermann:
E r k l ä r u n g zur radikalen Änderung der Geschäftspolitik der Deutschen Bank
Sehr geehrte Mitarbeiter, Kunden, Aktionäre und Freunde der Deutschen Bank,
Die Deutsche Bank hat vor allem seit der Wirtschafts- und Finanzkrise einen enormen Vertrauensverlust erlitten. Wir sind im Vergleich mit anderen weltweit agierenden Finanzinstituten als die Bank mit dem höchsten Risiko unethischer Investments beurteilt worden.
Radikale Umstrukturierungen unserer Geschäftspraktiken sind deshalb notwendig, um endlich glaubwürdig und unseren eigenen Zielen gerecht zu werden. Wir nennen Ihnen einige wenige Beispiele unserer Investmentgeschäfte
Unsere Ziele „Soziales Kapital schaffen“ | Erreichen der Ziele durch Rückzug aus unethischen Geschäften |
„Nachhaltigkeit Der verantwortungsbewusste Umgang mit unseren Mitarbeitern, Kunden, Aktionären, mit Gesellschaft und Umwelt ist integraler Bestandteil aller Aktivitäten der Deutschen Bank – im Kerngeschäft und darüber hinaus.“ | Wir werden unsere Geschäfts-beziehungen zur Vedanta-Tochter Sterlite Industries beenden. Ihre rücksichtslose Aluminiumproduktion in der indischen Provinz Orissa verseucht das Wasser, vergiftet die Umwelt und raubt den Menschen dort ihre Lebensgrundlage. Wir werden auch unsere Geschäfts-beziehungen zu Streubomben-herstellern wie Textron beenden. Für verbotene Geschäfte mit Streubomben-herstellern drohen mir sonst bis zu fünf Jahren Haft. Nicht weitergehen soll unser bisheriges Engagement für Atomkonzerne. Beendet wird auch die Beteiligung an dem Uranabbauunternehmen Areva, das durch katastrophale Arbeitsbedingungen eine radioaktive Verseuchung und frühe Sterblichkeit der Bevölkerung in Kauf nimmt. |
„Mitarbeiter-Engagement Immer mehr unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leben soziale Verantwortung vor, indem sie sich - mit Unterstützung der Bank – persönlich engagieren.“ | Unsoziales Vorgehen, wie gegenüber den Opfern der US-Immobilienkrise, deren Häuser wir als Treuhänderin nach der Zwangsvollstreckung an Spekulanten verkauften statt an die Gemeinden, wird nicht wieder vorkommen. |
„Soziales Wir eröffnen Menschen und Gemeinschaften Chancen, Arbeitslosigkeit und Armut zu überwinden und ihre Zukunft selbst zu gestalten.“ | Spekulationsgeschäfte mit Agrarrohstoffen und mit Agrar-flächen, die zu Preissteigerungen und dadurch furchtbaren Hungersnöten in den ärmsten Ländern geführt haben, werden wir sofort beenden. |
„Kunst und Musik Kreativität und Inspiration erweitern unseren Blick für innovative Lösungswege; deshalb unterstützen wir junge Nachwuchskünstler und engagieren uns für Kunst und Musik.“ | Wir können nicht einerseits Kunst und Musik bei uns fördern, andererseits in anderen Teilen der Welt mithelfen, die dortige Kultur zu zerstören und die Rechte der Bevölkerung mit Füßen zu treten, wie dies durch Sterlite Industries geschieht. |
„Bildung Wir fördern Talente quer durch alle Disziplinen – als eine der wichtigsten Ressourcen für Wachstum und Fortschritt.“ | Junge Menschen in armen Ländern erhalten oft gar nicht erst die Chance, ihre Talente zu entwickeln, weil sie hungern, durch Minen verletzt werden und durch schwere Umweltschäden erkranken. Längst fällig ist deshalb die Beendigung unserer Beteiligung an der indisch-britischen Minenfirma Vedanta ( 98% der Landminenopfer sind Zivilisten, 27% davon Kinder) |
Bitte haben Sie Verständnis, wenn durch die radikale Umstrukturierung unserer Bankgeschäfte eine Rendite von 25 %, wie bis vor kurzem angestrebt, nicht zu erreichen sein wird. Denn eine so hohe Rendite ist nur möglich durch Beteiligungen an riskanten und unethischen Finanzgeschäften. Unsere Zukunft liegt im Privat- und Firmengeschäft, wir werden das sein, wozu eine Bank da sein soll: Finanzdienstleister für die Realwirtschaft und nicht für volkswirtschaftlich nutzlose oder schädliche Spekulationsgeschäfte.
Wir werden unsere knapp 500 Tochterfirmen in Steueroasen abbauen, um unserem Land nicht mehr Steuergelder von jährlich an die 100 Milliarden zu entziehen.
Unsere Kunden sollen stolz auf ihre Bank sein und sich nicht für unverantwortliche Geschäftspraktiken schämen müssen. Lassen Sie uns alle an einem Strang ziehen und die Deutsche Bank zu einer Bank mit Gewissen und Einhaltung ihrer Grundsätze machen.
Ihr Josef Äckermann
Flugblatt als pdf-Datei zum Download
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