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Aufruf zur Beteiligung: Strategiediskussion Finanzmarktkrise

Auf dem Ratschlag in Düsseldorf haben wir gemeinsam beschlossen, die Finanzkrise zum Schwerpunktthema unserer Arbeit zu machen. Wir waren uns einig, dass sich durch die Krise ein historisches Fenster zur Durchsetzung von Alternativen zum herrschenden Finanzmarktkapitalismus öffnet.

Die Frage ist nun, wie wir diese Chance am besten nutzen? In der Casino Crew (der Schwerpunkt-Projektgruppe) haben wir über diese Frage diskutiert und schnell festgestellt, dass es zu einer Reihe von Punkten unterschiedliche Einschätzungen gibt. Was sollte im Fokus unserer Aktivitäten: eine neue Finanzmarktarchitektur, die Garantie des Sozialen, eine Umkehr der Privatisierungspolitik? Muss Attac im Angesicht der (verbalradikalen, wie auch tatsächlichen) Verschiebungen im Diskurs der globalen Eliten nun weiter nach links rücken? Müssen wir jetzt grundsätzlichere Alternativen thematisieren, gar die K-Frage stellen? Oder stellen wir uns damit ins Abseits und versäumen die historische Chance einige unserer Forderungen real durchzusetzen? Wie sollte also das Verhältnis von konkreten Forderungen und einer allgemeineren Diskursintervention aussehen? Eine andere Frage ist, in welchem Zeitraum wir agieren müssen: geht es jetzt eher darum, sich auf eine lange, mehrjährige Auseinandersetzung einzustellen oder müssen wir schnell und entschieden, das sich öffnende Fenster durchschreiten?

All diese Fragen müssen und dürfen natürlich nicht in Absoluten gedacht werden. Vieles schließt sich nicht grundsätzlich aus und wie Konsense für die strittigen Punkte aussehen könnten, ist z.T. schon in der Ratschlags-Erklärung nachzulesen. Von daher wollen wir jetzt keine spalterische, lähmende Diskussion entfachen. Aber wir glauben auch, dass wir die bestehenden Kontroversen offen ansprechen müssen, gemeinsam darüber diskutieren sollten, um dann produktive Konsense zu finden.

Konkret möchten wir euch deshalb bitten uns in den nächsten drei Wochen (bis zum 26. November) schriftliche Beiträge zur Beantwortung der oben genannten Fragen zu schicken. Solche Beiträge sollten natürlich nicht nur Meinung, sondern auch ein paar Argumente beinhalten :-) Wir werden dann alle Beiträge sammeln und daraus einen kleinen Reader erstellen [Anm. der Red.: Soweit die AutorInnen ihre Erlaubnis erteilt haben, diente dieser Reader als Grundlage für die hier im Netz veröffentlichten Beiträge]. Vom 28.-30. November wird außerdem auch der Rat über das Thema diskutieren. Beiträge, die frühzeitig eingereicht werden, werden wir auch als Input für die Rats-Diskussion aufbereiten.

Wir würden uns freuen, wenn sich viele an der Debatte beteiligen würden. Wir stehen vor einer großen Chance, gemeinsam politisch etwas zu bewegen. Gemeinsam sollten wir nun versuchen, diese Chance optimal zu nutzen,

(Mail vom 7. November)

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