
"Wasserunion" geht baden
"Wasser als Geschäftsidee"
Gründung einer WasserUnion GmbH geplant
"Wasser als Geschäftsidee - Städtische Werke und EAM wollen künftig Versorgungs-Dienstleistung anbieten", so titelt die Lokalzeitung HNA am
26.2.2003.
"[…] Beim Trinkwasser geht es im EAM-Gebiet mit rund 50 potenziellen Gemeinde-Kunden um ein ansehnliches Marktvolumen von etwa 20 |
Die Attac-Regionalgruppe wird hellhörig.
Im Juni legt der Magistrat die Gründung dieses Gemeinschaftsunternehmens "WasserUnion GmbH" dem Stadtparlament zur Beschlussfassung vor; es sieht so aus, als könne dieses Vorhaben einfach durchgewunken werden. Attac geht an die Öffentlichkeit:
| Presse-Erklärung (Juni 2003)
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Wasser ist keine Ware!
Wasser muss in Hand der Bürgerinnen und Bürger bleiben!
Einige Aktionen von attac
- Flugblätter vor städtischen Betrieben
- Kundgebung am 2.Juli vor dem Rathaus
- Teilnahme an Podiumsdiskussion mit Stadtkämmerer Barthel zur geplanten Gründung der WasserUnion, 9. Juli 2003, Ev.Forum.
Barthel und der Geschäftsführer der Städtischen Werke, Helbig, haben keinen guten Stand; besonders erbost sind die ZuhörerInnen, dass die WasserUnion hinter verschlossenen Türen verhandelt wird. - Weitere Kundgebung am 14. Juli 2003 vor dem Rathaus
"Unser Wasser gehört uns!"
Gründung einer Bürgerinitiative
Gemeinsam mit anderen Organisationen ruft Attac zur Gründung einer Initiative auf, fragt öffentlich nach dem Zustand des Kasseler
Leitungsnetzes für Trinkwasser und schreibt einen Brief an alle nordhessischen Städte und Gemeinden.
- "Die Privatisierung des Wassers in der Region stoppen!" – Aufruf (September 2003)
- "Lassen die Städtischen Werke das Leitungsnetz für Trinkwasser verrotten?" (Oktober 2003)
- Brief an die nordhessischen Städte und Gemeinden (November 2003)
Zwischenzeitlich liegt das Vorhaben "auf Eis"; das Regierungspräsidium hat rechtliche Bedenken gegen eine wirtschaftliche Betätigung der Stadt außerhalb ihrer Gebietsgrenzen. Als diese Bedenken ausgeräumt sind, steht im Januar 2004 die Gründung der Wasser-Union erneut auf der Tagesordnung des Stadtparlaments. Aber: die Beratungen finden nicht mehr hinter verschlossenen Türen statt.

Die Bürgerinitiative hat erreicht, dass Wasserprivatisierung in der Öffentlichkeit breit diskutiert wird.
Allein im Februar 2004 stehen in der Lokalpresse zwanzig Artikel und Leserbriefe. Die KommunalpolitikerInnen sind verunsichert. Ex-Ministerpräsident Holger Börner warnt vor Privatisierung der Wasserversorgung in Kassel. Der Tagesordnungspunkt "Gründung der Wasser-Union GmbH"; wird im Stadtparlament immer wieder verschoben.
Bürgerbegehren "Unser Wasser gehört uns! " startet
Flugblatt "Hintergrund der Wasserprivatisierung in Kassel"
Viele Einzelpersonen, Beschäftigte des Kasseler Entwässerungsbetriebs KEB, der Stadtreiniger, auch viele evangelische Kirchengemeinden unterstützen die Sammlung von Unterschriften. In zahlreichen Geschäften, Kiosken, Kinos und vielen anderen Orten liegen die Listen aus. Politische Veranstaltungen ("Tag der Erde", 1. Mai, Diskussionsforen), kulturelle Veranstaltungen (Stadtteilfeste, "Tigerenten-Rennen", der "Zissel", Kassels Volksfest) und Wochen-Märkte werden für die Unterschriftensammlung genutzt. Im Freien Radio Kassel wird regelmäßig ein Jingle der BI abgespielt.

Im Mai 2004 zieht der Magistrat das Vorhaben "WasserUnion" zurück: "politisch nicht durchsetzbar".
Die Bürgerinitiative setzt das Bürgerbegehren fort; denn es gibt ein neuerliches Angebot der EAM zur Übernahme von Anteilen an den Städtischen Werken. Die BI befürchtet, "dass Magistrat und Stadtparlamentarier schnell schwach werden, wenn ihnen für weitere Anteile an den Städtischen Werken gutes Geld und vielleicht auch noch Arbeitsplätze angeboten werden".
Öffentliche Übergabe von Unterschriften
Mit einer spektakulären Aktion übergibt die Bürgerinitiative im Oktober 2004 einem Vertreter des Magistrats einen Teil der Unterschriften (gegen Quittung) zur Aufbewahrung.
Stand der Dinge
Mit Argusaugen beobachten Mitglieder der Bürgerinitiative die weitere Entwicklung, insbesondere auch die so genannte "Regionale Kooperation" der Städtischen Werke mit den Umlandgemeinden.
Die Initiative beteiligt sich am Kasseler "Bündnis gegen Privatisierung".
ausführliche Dokumentation auf der Webseite
"Unser Wasser Kassel"









