Kein weiterer Anteilsverkauf
der Städtischen Werke Kassel AG!
Im Jahre 2000 wurden 24,9 Prozent der Aktien der Städtischen Werke Kassel (Strom, Gas, Wasser, Fernwärme) für die stolze Summe von 55 Millionen Euro ohne großes öffentliches Aufsehen verkauft - nicht an EON, wie geplant, sondern aufgrund des Widerstands der Belegschaft an die Hamburger Electricitätswerke AG (HEW), damals ein mehrheitlich kommunales Unternehmen. Der Hamburger Senat verkaufte sein Unternehmen an den schwedischen Energiekonzern Vattenfall, der somit Miteigentümer der Städtischen Werke Kassel wurde.
Ob nun im Vattenfall den Anstoß gab oder ob der SPD-Kämmerer einen Weg suchte, frisches Geld in die Stadtkasse zu bekommen, wie auch immer: 2006 erteilte der Magistrat dem Bankhaus Sal.Oppenheim in aller Stille einen Prüfauftrag zum Verkauf weiterer Anteile der Städtischen Werke: Inhalt und Kosten des Prüfauftrags waren geheim.
Erste Demonstration gegen die Privatisierungspläne
Die Bürgerinitiative gegen Wasserprivatisierung und das Studierendenbündnis gegen Studiengebühren ergreifen die Inititiative und rufen zu einer ersten Demonstration vor dem Stadtparlament auf. Verdi von der Städtischen Werken beteiligt sich.
Demonstrationsaufruf Juni 2006
„Sag mir, von wem du dich beraten lässt …“
attac-Kassel informiert die Mitglieder des Stadtparlaments in einem Offenen Brief über Ziele und Praktiken der Bank Oppenheim.
Bündnis gegen Privatisierung und Bildungsabbau
Das "Kasseler Bündnis gegen Privatisierung und Bildungsabbau" wird gegründet, unterstützt von DGB und mit Beteiligung von Verdi.
Unter anderem wird ein Plakat gedruckt, Tausende von Postkarten an die Fraktionen im Kasseler Stadtparlament geschickt.
Das Personenbündnis "Kasseler Linke" stellt zahlreiche Anfragen und Anträge im Stadtparlament und schickt Presse-Erklärungen an die Lokalzeitung
Beim Zissel (größtes Kasseler Volksfest) im August 2006 mit Zehntausenden von Zuschauern beteiligt sich die Bürgerinitiative gegen Wasserprivatisierung mit einem Boot "Hände weg von den Stadtwerken!" am Wasserumzug. Verdi hängt an markanten Stellen Transparente
auf.
BI-Flyer: "Wenn ein Energiekonzern wie E.ON die Städtischen Werke Kassel in die Finger bekommt …." (August 2006)
Jeweils zu den Sitzungen den Stadtparlaments ruft das Bündnis zu Kundgebungen vor dem Ratshaus auf und im November zu einer großen
Demonstration.
Bündnis-Flyer: "Geheimsache: Stadtwerke-Verkauf" (September 2006)
Bündnis-Flyer: "Melkkuh Stadtwerke" (November 2006)
attac-Flugblatt "Privatisierung öffentlichen Eigentums macht Reiche reicher, Arme ärmer !"
Im Auftrag des Betriebsrates der Städtischen Werke nimmt Prof.Dr.Bontrup die Privatisierungspläne unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten kritisch unter die Lupe und stellte seine Untersuchung der interessierten Öffentlichkeit vor ["Untersuchung über die ökonomische Problematik eines Anteils- oder Mehranteilsverkaufs an der Städtische Werke Aktiengesellschaft durch die Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH", Nov.2006].
Versteigerungspläne
(Wohl auf Empfehlung des Bankhauses Oppenheim) drängen Oberbürgermeister und Stadtkämmerer darauf, "ergebnisoffen" ein sogenanntes "Bieterverfahren" auszuschreiben, also die Versteigerung der Städtischen Werke einzuleiten.
attac-Artikel "Vattenfall sponsert Versteigerung der Städtischen Werke Kassel" (kassel-zeitung.de, März 2007)
Beim Zissel 2007 beteiligte sich attac mit einem Boot "privatisiert-ruiniert!" am Wasser-Umzug.
attac-Sketch "Versteigerung Städtischer Unternehmen" (mp3)
Ein Teilerfolg
Aber:
- Ein Rückkauf der privatisierten Anteile und damit eine Rekommunalisierung der Städtischen Werke steht (noch) nicht auf der Tagesordnung.
- Das Bestreben, auf Kosten der Beschäftigten und auf Kosten der Qualität der Dienstleistungen, Gewinne aus den Stadtwerken zu quetschen, hält an - Stichworte: Konsolidierungsvertrag zw. Verdi und KVV-Konzern, Bädersanierung
- Weitere Privatisierungspläne liegen in der Schublade, z.B. Klinikum Kassel, falls die Bilanzen ungünstig ausfallen.













