15. Juli 2008 - Dr.-Ing. Peter Brödner, attac Karlsruhe:
5 Jahre Agenda 2010 - Was ist die Alternative?
Im März 2003 hat die rot-grüne Koalition mit der Ankündigung der Agenda 2010 einer andauernden Politik privater und öffentlicher Verarmung neuen Schub gegeben. Wortreich wurde behauptet, unter dem Wettbewerbsdruck der Globalisierung und den vermeintlichen Zwängen des demografischen Wandels keine andere Wahl zu haben. Heute zeigt eine nüchterne Bilanz indes, dass diese angeblich alternativlose Politik nicht nur die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland weiter verschlechtert hat, sondern auch der wohlfahrtstaatlichen Politik der nordischen Länder in vieler Hinsicht weit unterlegen ist. Vielseitig gestützt auf empirische Fakten wird das in seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit deutlich überlegene nordische Modell als real existierende Alternative präsentiert.
[ Veranstaltung zum Thema ] [ Video-Aufzeichnung der Veranstaltung ]
17. September 2004 - Dr. Tomas Martin, attac Karlsruhe:
Über neue Sichtweisen von Arbeit
Dass industrielle Erwerbsarbeit (in abhängigen Beschäftigungsverhältnissen), aus deren Abgaben der Staat überwiegend seine Einnahmen für soziale Aufgaben bezieht, eine Sackgasse ist, wurde bereits in den sechziger Jahren deutlich. (Weshalb Industriesoziologen von den “verlorenen sechziger Jahren”, nämlich verloren für Reformen!, sprechen.) Ein Festhalten daran führt, wie wir sehen, zu bleibender Massenarbeitslosigkeit und finanziellen Engpässen im Sozialen.
Die Tatsache, dass man diese Art von industrieller Erwerbsarbeit mit Vollbeschäftigung, wie sie im Nachkriegsdeutschland kurzzeitig herrschte, eines Tages eher als eine historische Ausnahme wird sehen müssen, wurde und wird von vie-len klugen Beobachtern aus Forschung und Praxis deutlich gesehen und seit Längerem publiziert. Aus diesem Material sei im Folgenden Einiges zusammen gestellt.
12. Juli 2004 - Dr. Tomas Martin, attac Karlsruhe:
10 Thesen für “Arbeit, Beschäftigung und soziale Absicherung”
Das Hauptcredo der neoliberalen Prediger ist, dass sich Deutschland angesichts der globalen Konkurrenz die Sozialkosten in der bisherigen Höhe nicht mehr leisten könne. Begründet wird das mit einer ganzen Reihe von Mythen, nämlich Verdrehungen und Falschaussagen, die – leider oft erfolgreich – dem Volk als unumstößliche Wahrheit verkauft werden. Wollen wir die Bevölkerung über die wahren Gründe für Arbeitslosigkeit und konkrete Möglichkeiten ihrer Überwindung aufklären, dann müssen wir zunächst einmal diese Mythen entzaubern, um die wirklichen und realistischen Randbedingungen für alternative Konzepte zu klären.