Das war die EPA-Städtetour...

Fürth - Kassel - Marburg - Braunschweig - Hannover - Osnabrück -
Münster - Köln - Heidelberg

 

 

Fürth

Dienstag, 13. Mai 2008

"One world, one communication"

Unter diesem Vorzeichen stand der erste Tag der Stop EPAs Tour in Fürth. Nach einigen Aufregungen (Wangui, unsere kenianische Referentin, hatte noch in letzter Minute Probleme mit dem Visum) ging es heute mit Schwung los. Rund 45 Leute waren abends mit von der Partie, als Wangui klarmachte, dass EPAs für Afrika nichts anderes als 'Eternal Poverty Agreements' bedeuten: "Instead of getting water, people are getting arrested".

Weitere Highlights des Tages waren der plakative Infostand mit Pressetermin direkt vor der Filiale der Deutschen Bank, die Aufführung des Straßentheaters der lokalen Attac-Gruppe, und der überraschende Auftritt der Schwester von Aziz, unserem Musiker, der uns während der gesamten Tour begleiten wird. Die beiden Geschwister aus Gambia brachten das Publikum am Ende der über dreistündigen Veranstaltung sogar noch zum Tanzen und Mitsingen und Stadtrat Mohamed Younis zum Trommeln. Da bleibt nur eins zu sagen:

ZUGABE!

Und das schrieben die Fürther Nachrichten.... 

Generationenübergreifend gegen EPAs!EPAs_weggeschaufelt.JPGStop_EPAs_und_die_Deutsche_Bank.JPGAziz_und_Wangui___klein.JPGTheater___klein.JPGStadtrat___klein.JPG

 


Kassel

Mittwoch, 14. Mai 2008

“EPAs are a bit like football…

…it’s just that as long as <st1:place>Europe</st1:place> is playing downhill, it’s not fair to apply the same the rules to <st1:place>Africa</st1:place>.” (Wangui Mbatia)

Der zweite Tag: Kassel! Hier empfangen uns Franzi und Frauke (von der bundesweiten Attac- Stop EPAs Projektgruppe) die uns auch schon in der Tourvorbereitung wunderbar unterstützt hatten. Der erste Termin findet dann im Promotionskolleg Globalisierung & Politik der Uni Kassel statt, wo Wangui mit Studierenden und Promovierenden der Politikwissenschaften die Problematik der EPAs diskutiert. Im gemeinsamen Gedankenaustausch werden hier anhand von Wanguis lebhaften Beispielen wissenschaftliche Theorie und politische Praxis verbunden.

Am Abend dann volles Haus - etwa 50 Leute finden sich im Philipp-Scheidemann-Haus ein… nur Aziz, unser Musiker, hält uns kurz im Atem - er reist nach und fährt mit dem Zug eine Station zu weit, schafft es dann aber doch noch in letzter Minute zu uns zu stoßen.

Heute einmalig mit im Programm ist Kai Boeddinghaus von der Kassler Fraktion der Linken, der vom Stand der Privatisierung öffentlicher Betriebe in der Region berichtet. So wird der Brückenschlag zwischen Wasserprivatisierung vor Ort und in den AKP-Staaten geschaffen - deutlich wird, dass wir alle vor der gleichen Problematik stehen: Wo die Privaten reinkommen, führt die Logik der Profitmaximierung zum Verschleiß unserer Ressourcen und Infrastruktur. Da kann Wangui nur zustimmen: „200 years down the line, when there is no ozon layer anymore, we may discover that the African way of dealing with resources is better than yours”.

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Marburg

Donnerstag, 15. Mai 2008

Wolf sagt zum Schaf: „Lass uns Partner sein!“

Unseren Infostand bauen wir im Herzen Marburgs am Marktplatz in der Oberstadt auf. Besonders unsere afrikanischen Gäste sind begeistert von der malerischen Kulisse. Erst danach bemerken wir, dass der hiesige Innenstadtbus regelrecht vor unserer Nase hält. Und so nutzt Aziz die Möglichkeit für ein spontanes Ständchen, während wir Flyer durch die Busfenster reichen. Abends finden sich dann trotz starken Gewitters etwa 90 Besucher in der Waggonhalle (unserem wahrlich exklusiven Veranstaltungsort) ein. Wie schon in Kassel müssen wir weitere Stühle organisieren, aber darüber beklagen wir uns natürlich nicht - ebenso wenig wie über die Fair Trade Snacks die hier heute angeboten werden. Auf die Frage hin, was wir in Deutschland nun konkret gegen EPAs machen können, findet Dorothea klare Antworten: Vom Aktionstheater bis zu Überlegungen über partizipative Modelle von Wasser in Bürgerhand oder lokale Aktionen zur Offenlegung von Geheimverträgen. Auch Wangui wählt starke Worte: „When you look at me, I don’t want you to see weakness. Every time I fly to <st1:place w:st="on">Europe</st1:place>, I take the first flight back. In some measures our quality of life is much better than yours in <st1:place w:st="on"><st1:country-region w:st="on">Germany</st1:country-region></st1:place>, for example in terms of the value assigned to elderly people.” Alles in allem eine sehr gelungene Veranstaltung… wenn man den Applaus als Maßstab nimmt :)

Lest auch den Artikel über unseren Abend in den Marburg News.

Und das schrieb die Humanistische Union Marburg....
 

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Braunschweig

Freitag, 16. Mai 2008

Über die aufhaltsame Privatisierung des Wassers

Braunschweig ist die Probe aufs Exempel – hier wie in Nairobi macht der französische Wasserkonzern Veolia große Geschäfte mit der lokalen Wasserversorgung. Und so kommt es heute zu einem regen Austausch über die Gefahren der fortschreitenden Privatisierung öffentlicher Daseinsfürsorge. Schon zum gegenwärtigen Zeitpunkt beherrschen zwei Konzerne, Veolia und Suez, zwei Drittel des privaten Wassermanagements weltweit. Aber wir sprechen auch über Alternativen und Möglichkeiten des Kampfes. Wichtig scheint allen, dass Bürgerinnen und Bürger die Verantwortung für die Bereitstellung öffentlicher Güter wieder in die eigenen Hände nehmen. Ein unumgänglicher erster Schritt ist dabei das Einfordern von Transparenz in den Vertragswerken, die zum jetzigen Zeitpunkt nichts anderes als Geheimverträge (Пдулоптываю ывадлпуд ывапждцулкойжцук) darstellen. Dorothea bringt ihre Empörung auf den Punkt: „Ich war ja lange Lehrerin, aber mir ist es schlicht nicht möglich, jemandem zu erklären, wie die Politiker auf diese Weise unser Eigentum verkaufen können.“ Doch immerhin, wir können das Wasser auch wieder zurückkaufen, und zwar laut eines Publikumsbeitrags in Form des S-BOX Global Water Performance-Index Zertifikates der Deutschen Bank. Nun, wollen Sie Ihrem Depot nicht auch ein wenig ‚blaues Gold’ hinzufügen?

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Hannover

Samstag, 17. Mai 2008

Zitate des Tages:

"Sometimes we are just sitting on the street, sometimes we are singing, sometimes we are getting arrested… this I what we are doing as a protest… It's almost like Attac!" (Wangui über die Aktivitäten des People Parliament in Nairobi)

"So eine Speakers Tour ist genial, um sich zu vernetzen." (Lukas)

"Ick fumml ma nochn Bisschen am Rechna rum…" (Alexis)

"Die Art und Weise, wie Wangui das komplizierte EPAs Thema an Hand von Tiergeschichten erklärt, ist faszinierend." (Laura)

"Besonderes Lob an Alle vom Orga-Team, die von Anfang bis Ende dabei sind." (Christine)

"Ich finde es sehr faszinierend, dass unser Konzept so aufgeht." (Julia)

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Osnabrück

Sonntag, 18. Mai 2008

Ab heute kein Kaffee mehr von Starbucks 

Sonntagmorgen war kein üblicher Sonntagmorgen für die EPAs Tour-Gruppe: Früh aufstehen, schnell frühstücken und auf nach Osnabrück! Ein paarmal verfahren und etwas unter Zeitdruck fanden die "Touristen" endlich den Weg zum Ziel… Doch die stressige Fahrt hat sich gelohnt: Gut 30 Interessierte haben sich an diesem sonnigen Vormittag zu unserer EPAs-Veranstaltung versammelt. Nach den Vorträgen unserer Referentinnen ging es mit Diskussionen los, die weit bis in den Nachmittag an einem Brunchtisch gedauert und uns ein paar Stunden Entspannung und angenehmes Zusammensein mit Osnabrücker Attacies beschert haben.

Hier haben wir beispielsweise auch von Wangui gelernt, dass der Heißgetränk-Provider Starbucks (der im Übrigen auch eine Filiale in Guantánamo unterhält), während er sich im reichen Norden mit guten Arbeitsbedingungen bei den ProduzentInnen rühmt, den kenianischen Kaffeebauern drei Cent pro Kilo Kaffee bezahlt. Die Sache wird damit auf die Spitze getrieben, dass die Landwirte ihren eigenen Kaffee per Gesetz nicht selbst weiter verarbeiten dürfen. Vielleicht ein guter Anlass, die Kette mal nicht zum entspannen, sondern für eine knackige politische Aktion zu besuchen… In Osnabrück möchte das Unternehmen - nebenbei gesagt - gerade einen Kindergarten sponsern.

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Nachmittags ging es dann noch weiter nach Münster und zum einzigen freien Abend der EPA-Städte-Tour...

Bei wieder trockenem Wetter endlich ausspannen und grillen! Und da der Grill schon angeschmissen ist und die Köstlichkeiten (auf jeden Fall nur Bio und fair gehandelt!) von sich “riechen” lassen, wünsche ich uns allen guten Appetit und verbleibe mit "leckeren Grüßen"!

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Münster

Montag, 19. Mai 2008

Der lange Abend in Münster reichte bis in den Montag....

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Keep this going!

Nachdem wir mit afrikanischen Spielen, Geschichten und Liedern in Alexis’ 30. Geburtstag reingefeiert und uns danach auch noch ungewöhnlich lange ausgeruht haben, gingen wir in das Zentrum von Münster, um dort an einem Infostand für unsere Abendveranstaltung zu werben. Unsere Werbestrategie hat sich als sehr erfolgreich erwiesen: Über 50 Leute versammelten sich im Gemeindehaus der Jakobuskirche und die Veranstaltung war nicht nur ein politisch-kultureller, sondern auch ein kulinarischer Genuss! Neben den spannenden Vorträgen und einer äußerst interessanten Diskussion, hat das Gemeindehaus-Team uns zu einem exotischen bio-fairgehandelten Abendbrot eingeladen.

Eine weitere Besonderheit unseres heutigen Abends war die Spinnengeschichte von Wangui. Wie Ihr ja schon wisst, benutzt unsere afrikanische Referentin zur Erklärung von EPAs gerne Tiergeschichten und hat dabei immer wieder Spinnen erwähnt. Allerdings, ist sie trotz anfänglicher Ankündigung nie dazu gekommen, die Spinnen in den Geschichten von Schafen, Kühen und Löwen unterzubringen. Heute war es nun endlich soweit: Eine Spinne, egal wo sie wohnt, im Wald, in der Küche, in einem Wohnzimmer, oder im Keller, spinnt beständig Netze. Das Netz einer Spinne, die in einem Wald wohnt, unterscheidet sich von dem Spinnennetz in der Küche. Und früher oder später wird einer Spinne immer etwas ins Netz kommen… Genauso ist auch mit uns: Es ist wichtig, dass jeder von uns auch kleine Fäden spinnt und daraus ein kleineres oder größeres Netz webt, denn nur so können wir die großen Konzerne aufhalten. Und noch eine andere Funktion haben die filigranen Gewebe unserer achtbeinigen ZeitgenossInnen: Mit Hilfe ihrer Fäden fliehen sie vor Gefahren und so auch können wir Menschen unsere Netze dazu nutzen, Gefahren wie den EPAs zu entgehen.  

In Münster haben heute mitgewebt:

Unsere Dolmetscherin Silvia, die es schaffte, Wangui so zu dolmetschen, dass wir beinahe das Gefühl hatten, unsere Referentin würde ihren englischen Text mit demselben Enthusiasmus noch mal auf Deutsch wiederholen. Falls ihr mal eine Speakers Tour plant, achtet auf eine gute Übersetzung!  

Die Menschen vom Eine-Welt-Laden: weil sie die EPAs und ihre verheerenden Folgen bekannter machen und anderen Menschen ermöglichen, bewusst zu konsumieren.

Die MitarbeiterInnen vom Gemeindehaus der Jakobuskirche: weil sie uns so freundlich in ihren schönen Räumen empfangen und so lecker bekocht haben.

Der neue Öko-und-fair-Klamottenladen Grüne Wiese in der Jüdefelderstraße: weil hier nur fair gehandelt und so den Menschen in den AKP-Staaten im Widerstand gegen EPAs geholfen wird.

Wangui sagt dazu: "Keep this going, it’s a good job!"


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Köln

Dienstag, 20. Mai 2008

Wie Wangui Bananensamen in Köln kaufte und warum “Partnership” Wort des Jahres sein sollte

 

Nach unserem schönen Aufenthalt in Münster begaben wir uns heute morgen zu unserer vorletzten Station – Köln. Das Wetter spielte mit, so dass wir in der Stadt einen Info-Stand aufbauen konnten und auf diese Weise mit vielen Passanten über EPAs diskutiert haben. Attacies aus Köln schlossen sich uns später an und alle zusammen konnten wir noch mehr Menschen auf der Straße erreichen. Der sonnige Nachmittag ging schnell vorbei und wir landeten in der “Alten Feuerwache”, in der unsere Veranstaltung anschließend stattfand. Die „Alte Feuerwache” ist ein Bürgerzenrum im wahren Sinne des Wortes – ein Ort, wo viele Bürgergruppen sich zusammenfinden, Informationen austauschen, Aktionen planen, Gastvorträge einladen und viele andere “Spinnennetze weben”... Dass das Zentrum bekannt und die Veranstaltungen hier viel Aufmerksamkeit genießen, zeigte sich auch daran, dass sich ungefähr 60 Menschen sich zu unserer Veranstaltung einfanden. (Und das bei unglaublich schönem Wetter!)

Unsere Referentin Wangui brachte heute die aggressive Herangehensweise der EPAs auf den Punkt: “Our solutions will be ignored and our sources of income will be destroyed under EPAs!” Die Auswirkungen der Europäischen Außenhandelsstrategie konnte Wangui (leider) heute an ihrem Shoppingnachmittag in Köln demonstrieren: Sie war in Köln unterwegs um für ihre Mutter Pflanzensamen zu kaufen und besorgte unter anderem Bananensamen.Wangui erzählte, dass sie diese Samen hier kaufen muss, da sie in Kenia keine Bananensamen kaufen darf! Und das Aufgrund der Patente, die unter den EPAs noch mehr ausgeweitet werden.

Dorothea schlug heute ironisch vor, das Wort “Partnerschaft” zum Wort des Jahres zu wählen, da es im Zusammenhang mit den EPAs für extreme Ungleichheit steht. Es wird von den großen Konzernen und den europäischen Regierungen in inflationärem Maß gebraucht, um die ausbeuterischen Abkommen zwischen den hochentwickelten Industrieländern und den Entwicklungsländern zu verharmlosen.

Muenster in Rot.jpg 

Unsere Tour neigt sich dem Ende zu… Heute war schon der letzte Tag mit Wangui, da sie am Mittwoch  wieder zurück nach Kenia fliegt. Trotz der Erschöpfung durch Schlafmangel und permanentes Organisieren fühlen wir uns frisch mit Energie aufgefüllt. Wangui hat uns mit ihren motivierenden Vorträgen, inspirierenden Gesprächen beim Essen und mit Lachen und Singen am Lagerfeuer viel Mut gemacht und Kraft gegeben.

So können wir weiterhin für eine solidarische Welt kämpfen!!!


Heidelberg - Aktionsakademie

Mittwoch, 21. Mai 2008

Finaaaaaaaaaaaaaale

Wird sind angekommen! Etwas erschöpft zwar, aber die Stimmung ist super. 

Unser Abschlussevent ist gleichzeitig Teil der Eröffnungsveranstaltung der alljährlichen Aktionsakademie von Attac. Deswegen haben wir heute (ganz ohne Flyer zu verteilen ;) großes und vor allem sehr interessiertes Publikum. Auch das Ambiente passt - die fünfte Aktionsakademie findet in einer sehr grünen und einladenden Waldorfschule am Rande Heidelbergs statt. Das Programm haben wir für diesen Anlass leicht abgeändert… da Wangui schon im Flieger zurück nach Kenia sitzt, grüßt sie per Videobotschaft. Und da die TeilnehmerInnen der Aktionsakademie natürlich besonders an unterschiedlichen Formen des politischen Aktivismus interessiert sind, geht es neben einer inhaltlichen Diskussion der EPAs auch ganz konkret um den organisatorischen Ablauf unserer Speakers Tour. Aber eins bleibt natürlich beim Alten: Am Ende trommelt Aziz und wir singen alle zusammen… 

Jambo, Jambo bwana
Habari gani?
Mzuri sana.
Wageni mwaka ribi shwa

Kenya yetu
Hakuna matata.

Heidelberg Plenum.JPGHeidelberg Open Air.JPG
 

Zum Schluß bleibt uns nur, Aziz’ geflügelte Worte zu zitieren:

Nochmal lauter!



Gruppengrimasse Niederkaufungen.JPG 


 

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