Gender AG
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Aktuelles: Pressemitteilung Gender-AG von Attac Deutschland: Die Streichung des Elterngeldes für ALG II-EmpfängerInnen als politisch verordnete Armut, Berlin 07.07.2010

*Die Streichung des Elterngeldes für ALG II-EmpfängerInnen als politisch verordnete Armut

*Sparpaket: Bankenrettung auf Kosten erwerbsloser Frauen

Die bundesweite Gender-Arbeitsgemeinschaft des globalisierungskritischen Netzwerks Attac wirft der Bundesregierung vor, mit der angekündigten Streichung des Elterngeldes für ALG II-EmpfängerInnen bei den am stärksten von Armut betroffenen Bevölkerungsgruppen zu sparen und weibliche Armutsrisiken zu verschärfen.

"Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist durch Diskriminierungen von MigrantInnen, Frauen, People of Color und Personen aus ökonomisch prekären Verhältnissen geprägt. Mit der Streichung des Elterngeldes für ALG II-BezieherInnen werden daher gerade jene Personengruppen belastet, die aufgrund vielfältiger Diskriminierungen von staatlichen Transferleistungen abhängig sind.", so Roßhart von der bundesweiten Gender-AG.

Da gegenwärtig achtzig Prozent aller Elterngeldanträge von Frauen gestellt werden, wären diese überproportional häufig von der geplanten Streichung des Elterngeldes von ALG II-EmpfängerInnen betroffen. "Die Benachteiligung von Frauen, was finanzielle Sicherheiten und Armutsrisiken anbelangt, würde verstärkt werden. Die Folge wäre eine massive Verschlechterung der Lebenssituation armer Frauen!", so Roßhart.

Besonders prekär stellt sich die Situation von Alleinerziehenden dar, zu fünfundneunzig Prozent Frauen: Vierzig Prozent aller Alleinerziehenden sind auf ALG II angewiesen. Damit stellen sie eine von Armut besonders stark betroffene Bevölkerungsgruppe dar. "Sollten die Streichungspläne umgesetzt werden, würden alleinerziehende ALG II-EmpfängerInnen rund dreißig Prozent ihrer Versorgung verlieren!", so Ruggieri, ebenfalls Mitglied der Gender-AG.

"Erwerbslose Mütter besitzen im Gegensatz zu Banken, FinanzakteurInnen und transnationalen Konzernen nur eine schwache bis gar keine Lobby. Staatliche Aufgabe sollte es sein, die Schwächsten der Gesellschaft zu stärken. Die Streichung des Elterngeldes für ALG II-EmpfängerInnen bedeutet im Gegenteil eine politisch verordnete Verschärfung von Armut!", so Ruggieri.

Kontakt: Julia Roßhart: 0177 7850380 oder Deborah Ruggieri: 0163 78 39 800

www.attac-netzwerk.de/gender-ag

Herzlich Willkommen bei der Gender AG von attac Deutschland!

 

 

Globalisierung hat ein Geschlecht-globalisierungskritische Bewegungen auch!

Die bundesweite Gender AG hat sich aus unterschiedlichen Anregungen, dem Wunsch nach inhaltlicher und struktureller Auseinandersetzung mit  geschlechtsbedingten Rollenbildern innerhalb und außerhalb von attac gebildet und ist seit März 08 als bundesweite Arbeitsgruppe tätig.

Wir gehen davon aus, dass sich geschlechterbedingte Rollenzuweisungen - trotz aller politischen Aufklärung und Reflektion - in allen Ebenen der Gesellschaft entdecken lassen und möchten uns anhand von "Gender" als Analysekategorie mit dieser Thematik auseinandersetzen. Da wir davon ausgehen, dass sich das Individuum nicht klar von der Gesellschaft trennen lässt, interessieren uns die Wechselwirkungen zwischen Individuen (Mikroebene), den gesellschaftlichen Institutionen (Mesoebene) und den gesellschaftlichen Strukturen (Makroebene) in ihrer Wechselwirkung.

Jeder Mensch ist von seinen sozialen und kulturellen Annahmen über Geschlechterrollen und Stereotypen her geprägt - manchmal mehr oder minder unbewusst (habitualisiert) - und trägt dieses auch in seine Umwelt/die Gesellschaft/politische Arbeit hinein- dieses gilt es zu hinterfragen und zu analysieren.

 

Unsere Arbeitsinhalte und Ziele sind

 

  • Nutzung von "Gender" als Analysekategorie, um geschlechterbedingte gesellschaftliche Strukturen aufzudecken

  • Bildungsauftrag/Aufklärungsarbeit bezüglich der kulturhistorisch gewachsenen Geschlechterbilder und deren gesellschaftlichen Auswirkungen

  • regionale und internationale Vernetzung mit verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren zu diesem Thema

  • gesellschaftspolitische Verankerung des Themas durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit

  • Analysen über die politische Instrumentalisierung von Geschlechterrollen in der neoliberalen Rhetorik

  • Vernetzungsaktivitäten mit Arbeitsgruppen innerhalb von attac zu dem Thema Gender in allen Arbeitszusammenhängen

  • Einsetzen für Geschlechtergerechtigkeit auf allen Ebenen der Gesellschaft

Wer Interesse an unserer bundesweiten Liste hat, der/die kann sich eintragen unter: http://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/gender

 



Liebe Frauen, liebe Gender-Interessierte, liebe Organisationen,

Unter dem Slogan "Wir zahlen nicht für Eure Krise!" rufen zahlreiche Organisationen zu den Demonstrationen am 28. März 2009 in Berlin und Frankfurt auf - wo bleiben die Frauen? Liebe Frauen, liebe Gender-Interessierte, liebe Organisationen, unter dem Slogan "Wir zahlen nicht für Eure Krise!" rufen zahlreiche Organisationen zu den Demonstrationen am 28. März 2009 in Berlin und Frankfurt auf – leider bisher keine Frauenorganisation/Gender-Interessierte. Ebenso melden sie sich wenig in der aktuellen Krise zu Wort.

Doch gerade jetzt müssen wir uns einmischen! Deswegen freuen wir uns, wenn auch Ihr zu den Demonstrationen aufruft und unseren Aufruf mitunterzeichnet oder aber einen eigenen Aufruf formuliert. Denn eines stellen wir fest: In der Politik, der öffentlichen und wissenschaftlichen Debatte bleibt die Frage der Geschlechtergerechtigkeit fast vollständig außen vor – wer soll das ändern, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt?


Die amerikanischen Frauenverbände haben darauf aufmerksam gemacht, dass die Konjunkturpakete rückwärtsgewandt sind, indem sie Dinosaurierindustrien wie die Autoindustrie schützen, statt den Menschen zu fördern und die Menschenwürde vor den Profit zu stellen. Frauenrechte werden gar nicht mehr diskutiert, weil rhetorisch die formale Gleichstellung der Geschlechter propagiert wird. Gleichzeitig werden bisherige Errungenschaften sukzessive zurückgenommen. Wir wollen keine
rückwärtsgewandte Politik, sondern eine progressive Politik, die Visionen entwickelt!


Wir wollen eine andere Welt, in der Menschen im Mittelpunkt politischer
Entscheidungen stehen. Dazu gehört die unbedingte Forderung nach echter
Chancengleichheit für alle Geschlechter, von Anfang an. Geschlechtergerechtigkeit bildet die Grundlage dieser anderen Welt!
Wir wollen sichtbar machen, dass wir viele sind, dass auch Frauen nicht bereit sind, für diese Krise zu zahlen und – vor allem – dass wir eine laute Stimme haben und uns politisch einmischen.


Lasst uns am 28. März gemeinsam demonstrieren!!!
In Berlin und Frankfurt
Treffen in Berlin: 11:45 Uhr am Neptunbrunnen beim Roten Rathaus


Die Gender AG und die AG feministAttac von Attac Deutschland

Aufruf in pdf

Fotos von unserer Aktion am 8. März auf dem Kapitalismuskongreß

Neuigkeiten

07.07. Proteste gegen Sparpaket

Zehntausende haben bereits den Online-Appell gegen den unsozialen Streichkurs der Bundesregierung unterschrieben. Ein Bündnis aus Gewerkschaften und sozialen Bewegungen, darunter auch Attac, hat in einer Aktion zur Kabinettssitzung die soziale Kälte des Sparpakets vor Augen geführt. Unterschreiben! zur Aktion

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