Public Privat Partnerships - Pleiten in Heidenheim
Im Rahmen der bundesweiten Attac-Kampagne gegen PPP (PPP-Irrweg-Kampagne) beschÀftigen auch wir uns mit PPP's in Heidenheim und Umgebung.
Heidenheim: Hat sich durch das Land die Duale Hochschule als PPP-Projekt neben den Bahnhof bauen lassen. Gebaut und fĂŒr die nĂ€chsten 20 Jahre betrieben wird die DH jetzt nicht mehr vom Land sondern von GroĂkonzernen, das Land zahlt dafĂŒr Miete.
Unsere Kritikpunkte:
1) Steuergeldverschwendung: Der Landesrechnungshof hat dazu bereits 2009 eindeutig festgestellt, das sowohl das Bauen als auch der Betrieb der DH als PPP-Projekt bis zu 10% teuer sind, als wenn das Land es in Eigenregie realisiert hĂ€tte. Hier zahlt der Steuerzahler drauf - fĂŒr die Aktiengewinne der beteiligten Konzerne.
2) Dubiose Firmen als Betreiber: Der Betreiber fĂŒr die nĂ€chsten 20 Jahre ist eine Tochter des Strabag-Imperiums. Und Strabag ist mit Schmiergeld, Korruption und Betrug in Millionenhöhe in vergleichbaren PPP-Projekten aktuell in einen der "spektakulĂ€rsten Bauskandale Deutschlands" (Wirtschaftswoche)" verwickelt.
3) GeheimvertrĂ€ge: Die VertrĂ€ge zwischen Land und Investoren werden geheimgehalten. Das ist fĂŒr eine Demokratie gefĂ€hrlich, denn keiner weiĂ, welche Risiken die nĂ€chsten 20 Jahre in der DH schlummern: Was passiert wenn der Investor pleite geht ? Welche Schadensersatzforderungen kann das Land durchsetzen ? Steigen die Mietzinsen, wenn der Finanzmarkt erneut kollabiert ? ...
Attac Heidenheim hat dazu am 23.09.10 eine PresseerklĂ€rung herausgegeben und wird am Tag der offenen TĂŒr die betroffenen StudentInnen mit einem Flyer aufklĂ€ren.
Weitere PPP-Projekte in der nÀheren Umgebung
Neben Heidenheim, dass bei PPP's sogar eine bundesweite Vorreiterrolle ĂŒbernehmen möchte (als einer der Erstunterzeichner der Rahmenvereinbarung), gibt es auch andere PPP-Projekte in der Umgebung.
Ulm: LÀsst sich in Kooperation mit Neu-Ulm die neue Multifunktionshalle als PPP bis 2011 von dem Bauunternehmen Bögl realisieren. Leider ist auch Bögl in Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe bei anderen Bauprojekten, wie z.B. IKEA verwickelt. Laut Wirtschaftswoche (2/2010) wÀre das Unternehmen von Amts wegen deswegen bereits fast von öffentlichen Bauausschreibungen ausgeschlossen worden - Ulm/Neu-Ulm haben trotz laufender Verfahren und offener Schadensersatzforderungen wohl keine moralischen Bedenken gehabt.
Aalen: sich das blinde Glaubensbekenntnis gleich ins Stadtleitbild gemeiĂelt: "Wir wollen eine zukunftsorientierte Stadtverwaltung, die dem Gedanken von der Partnerschaft zwischen öffentlichen und privaten KrĂ€ften (Public-Private- Partnership) zum Durchbruch verhilft."
Hechingen zeigt hingegen, dass es auch anders geht: Hier wurde das PPP-Projekt durch die Kommunalaufsicht gestoppt, weil es "gegen den Grundsatz der Sparsamkeit verstöĂt".Details hier
Alle weiteren Informationen zu PPP und auch dem wachsenden Widerstand dagegen: www.ppp-irrwg.de




