Was ist ATTAC? Die Bremer Sicht

Attac ist die Abkürzung der französischen Bezeichnung für “Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der BürgerInnen.”( Association pour la taxation des transactions financières et pour l’action citoyenne) 

Ausgehend von der ursprünglichen Forderung, eine Finanztransaktionssteuer zur Eindämmung kurzfristiger Börsenspekulation international einzuführen, befassen wir uns inzwischen mit der gesamten Bandbreite der Probleme neoliberaler Globalisierung. Als Bildungsbewegung mit Aktionscharakter und Expertise bieten wir dazu fundierte Analysen sowie klare und vermittelbare Forderungen.

“Globalisierung geht ganz anders – Menschen und Natur vor Profit!”

 

 Immer mehr Menschen beschleicht ein ungutes Gefühl, wenn sie die Veränderungen in der Welt um uns herum betrachten:

 

  • Die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auf, hierzulande und weltweit.
  • Millionen Menschen leiden Hunger, Kinder wachsen in Armut auf.
  • Unternehmen und Konzerne schreiben Rekordgewinne und entlassen dennoch tausende Mitarbeiterinnen, anonyme Finanzmärkte bestimmen politisches Handeln, Politik und Gewerkschaften scheinen dagegen machtlos zu sein. 
  • Bildung, Wissen, Gesundheit, Altersvorsorge werden privatisiert und damit vom Allgemeingut zum Luxusobjekt. 
  • Das Klima verändert sich, aber gegen den Ausstoß von Treibhausgasen scheint kein Kraut gewachsen.• 
  • Um gefragte Rohstoffe werden Kriege geführt.

Diese Entwicklungen sind kein Naturgesetz, sondern die Folge politischer Entscheidungen: Entscheidungen, die wir nicht tatenlos hinnehmen; Politik, die auch ganz anders aussehen kann.

Eine andere Welt ist möglich – wenn Sie mitmachen!

 Ursprünglich gegründet in Frankreich im Jahr 1998 haben sich bald darauf in 50 Ländern eigenständige Attac-Organisationen gegründet. In Deutschland startete Attac als Netzwerk verschiedenster Organisationen. Mittlerweile sind nahezu 30.000 Einzelpersonen und über 100 Organisationen Mitglied bei Attac Deutschland. Das breite gesellschaftliche Bündnis reicht von Gewerkschaften wie VERDI, GEW, NGG, IG-Metall, zahlreiche Betriebs-, und Personalräte und gewerkschaftliche Betriebsgruppen über den Umweltverband BUND, die Naturfreundejugend oder die katholische Friedensorganisation Pax Christi bis hin zu kapitalismuskritischen Gruppen. Die Mitglieder und Aktiven von Attac setzen sich ein für ihre Überzeugung, dass die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen, die Förderung von Selbstbestimmung und Demokratie und der Schutz der Umwelt die vorrangigen Ziele von Politik und Wirtschaft sein sollten.

Wir setzen uns ein für eine ökologische, solidarische und friedliche Weltwirtschaftsordnung.
Der gigantische Reichtum dieser Welt muss gerecht verteilt werden. 

Lesen Sie mehr auf unserem Internetportal 

und über unser Selbstverständnis

Die Struktur von ATTAC

Attac ist keine straff geführte Organisation, sondern eine relativ lockere Mischung zwischen Bündnis und Netzwerk. Es gibt in Städten und Landkreisen Regionalgruppen, z.B. Attac Bremen, es gibt bundesweite Arbeitsgruppen, die sich zur Bearbeitung bestimmter Themen zusammengeschlossen haben (s.u.) und Mitgliedsorganisationen, die ihre eigenen Themen haben, sich aber an gemeinsamen Kampagnen beteiligen. Darüber hinaus gibt es Projektgruppen, die Kampagnen vorbereiten, wie z.B. die Kampagnen „UmFAIRteilen – Reichtum besteuern“ , bedingungsloses Grundeinkommen, Blockupy. Ein Wissenschaftlicher Beirat unterstützt Attac.

Mitgliedschaft bei ATTAC

Wir freuen uns über jedes neue Mitglied wie auch jede neue Mitgliedsorganisation, denn viele Mitglieder stärken unser politisches Gewicht und unsere finanzielle Unabhängigkeit. Attac ist überparteilich, daher können politische Parteien nicht Mitglied von Attac werden, wohl aber Einzelmitglieder aller Parteien – mit Ausnahme der NPD und den ihr nahe stehenden Gruppierungen. Der Weg zu einer anderen möglichen Welt kann nur ein demokratischer sein. Auf diesem Weg arbeiten wir
mit Menschen und Gruppen zusammen, mit denen wir nicht alle Ziele teilen, aber Teilziele erreichen können. Die Zusammenarbeit hat dort ihre Grenzen, wo Gruppen mit rassistischen, antisemitischen, fremdenfeindlichen, chauvinistischen und verwandten Ideologien arbeiten. Mit solchen Gruppen gibt es keine Gemeinsamkeiten. Wer keine Zeit hat, aktiv bei Attac mitzuarbeiten, kann dennoch Mitglied werden und z. B. den Newsletter abonnieren über http://www.attac.de/
Wer gerne aktiv mitarbeiten möchte, kann dies (auch ohne Mitglied zu sein) auf zwei Weisen tun, in einer Regionalgruppe oder einer bundesweiten Arbeitsgruppe.

Die Regionalgruppen

Es gibt etwa 200 Regionalgruppen. Sie bieten die Möglichkeit, am eigenen Wohnort aktiv zu werden.
Man kann sich dort in bestehende Arbeitskreise zu den von dieser Gruppe bearbeiteten Themen einbringen oder auch ein eigenes Thema vorschlagen und dazu einen Arbeitskreis bilden. Die Regionalgruppen arbeiten völlig autonom und vernetzen sich selbst mit Gewerkschaften und anderen sozialen Gruppen sowohl vor Ort als auch überregional: Attac Bremen z.B. mit der Region Niedersachsen. Sie entscheiden selbst, zu welchen Themen sie arbeiten oder Aktionen machen. Das können lokale oder auch bundesweite Themen sein. 

Attac Bremen besteht seit 2001 und hat ca. 400 Mitglieder (Aktive, Passive) und eine wechselnde Anzahl von Unterstützern. Die Aktiven treffen sich im allgemeinen jeden 1. Montag im Monat, um z.B. über geplante Aktionen (Regionaltag, Filmreihe, Protesttage) und deren Finanzierung zu sprechen. 

Des Weiteren arbeiten Aktive in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften wie: „Krisen-AG“, „Genug für Alle“, "Nordbremer Bürger gegen den Krieg".
Ein Schwerpunkt der momentanen Arbeit bezieht sich auf die Bündnisse „Umfairteilen – Reichtum besteuern“ und „Blockupy“. Das Bündnis „Umfairteilen – Reichtum besteuern“ hat im letzten Jahr einen erfolgreichen Aktionstag in Bremen veranstaltet und die Vorbereitungen auf den dezentralen Aktionstag am 13. April 2013 laufen auf Hochtouren. Das Bündnis „Blockupy“ plant am 31.5. und 1.6. 2013 für die europäischen Tage des Protestes in Frankfurt. Der Regionaltag im Februar 2013 mit Regionalgruppen aus Niedersachsen war mit ca. 100 Teilnehmern ein großer Erfolg und weitere Treffen sind geplant. Im Übrigen gilt
bei Attac: Jede Person, die – wenn auch nur probeweise – dazu kommt, hat gleiches Stimmrecht wie die Mitglieder.

Internet: http://www.attac-netzwerk.de/bremen 

E-Mail-Kontakt: bremen@attac.de


Attac-Bremen ist auch auf facebook vertreten.

Die bundesweiten Arbeitsgruppen (BAGen)

Die bundesweiten Arbeitsgruppen (BAGen) bestehen aus Menschen aus ganz Deutschland, die sich jeweils zur Bearbeitung eines ihnen wichtigen Themas zusammengefunden haben. Sie treffen sich gelegentlich, arbeiten aber sonst über Mailinglisten zusammen. Ihr Ziel: Sich genaue Kenntnisse zu verschaffen, Expertisen zu dem jeweiligen Thema zu erarbeiten, aber auch Aktionen und Kampagnen anzustoßen, wenn sie dies für notwendig erachten. Sie oder einzelne Mitglieder veröffentlichen Basistexte zum jeweiligen Thema, die im Attac-Webshop zu erhalten oder auf ihrer Webseite zu finden sind. Auch wer nicht die Zeit hat, in einer BAG mitzuarbeiten, sich jedoch für deren Thema interessiert und auf dem Laufenden sein möchte, kann sich in die jeweilige Mailingliste eintragen. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Webseite.

Themen der bundesweiten Arbeitsgruppen

Die BAG Welthandel und WTO beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten des Welthandels: von einzelnen Abkommen der Welthandelsorganisation WTO (GATS, TRIPS, Agrarabkommen), der EU Außenhandelsstrategie “Global Europe” bis hin zur Diskussion um eine neue ökologische und solidarische Weltwirtschaftsordnung.

Die BAG Finanzmarkt und Steuern beschäftigt sich mit den Themen Finanzmärkte, Steuern und öffentliche Verschuldung. Die AG arbeitet an Vorschlägen zu einer Gestaltung der Finanzmärkte und Steuersysteme zum Nutzen der Allgemeinheit.

Die BAG Genug für Alle setzt sich für bedingungsloses Grundeinkommen ein.

Die BAG Europa: Die EU-AG verfolgt den politischen Einigungsprozess in Europa unter kritischem Blickwinkel auf soziale, ökologische und demokratische Aspekte.

Die BAG Lateinamerika beschäftigt sich mit Themen und Projekten wie Bank des Südens, selbstverwaltete Fabriken, Kooperativen, Ansätze partizipativer Demokratien, Zurücknahme von Privatisierungen, Schuldenpolitik und ökologischen Alternativen im lateinamerikanischen Kontext.

Die BAG Energie-Klima-Umwelt (EKU-AG): Globalisierung hat tief greifende Auswirkungen auf die Umwelt. Es gilt: Keine soziale Gerechtigkeit ohne ökologische Gerechtigkeit und umgekehrt. Die EKU-AG hat es sich zur Aufgabe gemacht, zu Projekten und Themen an dieser Schnittstelle zu arbeiten.

Die BAG Privatisierung kämpft gegen Privatisierung öffentlicher Güter. Sie initiiert Aktionen und Kampagnen gegen PPP-Projekte (Public Private Partnership Abkommen).

Die bundesweite Gender-AG setzt sich mit den geschlechtsbedingten Rollenbildern innerhalb und außerhalb von Attac auseinander. Sie untersucht die Wechselwirkungen zwischen Individuen, den gesellschaftlichen Institutionen und den gesellschaftlichen Strukturen.

Die BAG FeministAttac beleuchtet den Zusammenhang der nach wie vor existierenden Ausbeutung der weiblichen Arbeitskraft mit der Durchsetzung der neoliberalen Globalisierung.

Die BAG Globalisierung und Krieg setzt sich kritisch mit dem Zusammenhang von neoliberaler Globalisierung und Krieg auseinander, betreibt Aufklärung über Kriegsursachen und ermöglicht Austausch und Vernetzung mit der Friedensbewegung – innerhalb Deutschlands wie auch international.

Die BAG Solidarische Ökonomie beschäftigt sich mit der ganzen Bandbreite eines anderen Wirtschaftens, das nicht ausschließlich dem Gewinn Weniger, sondern vorrangig dem Gemeinwohl verpflichtet ist: von kleinen, Mut machenden Projekten über Genossenschaftsverbände, Fair Trade, die Gemeinwohlökonomie bis hin zu solidarischen Wirtschaftsbeziehungen zwischen verschiedenen Ländern.

Die BAG Internationales organisiert die Vertretung von Attac Deutschland auf internationaler Ebene. Das umfasst die europäischen und internationalen Attac-Treffen, die internationalen Sozialforumsprozesse sowie andere bedeutende internationale Veranstaltungen und Aktionen der globalisierungskritischen Bewegung. Zunehmend gewinnen grenzüberschreitende Kampagnen und Projekte an Bedeutung.

Wissenschaftlicher Beirat von ATTAC

“Eine andere Welt ist möglich”, lautet der Slogan von ATTAC. Das Netzwerk hat sich entschlossen, die neoliberale Globalisierung nicht mehr widerspruchslos hinzunehmen und Alternativen zur Herrschaft des Weltmarktes zu entwerfen. Mittlerweile ist Attac ein wichtiger Akteur innerhalb einer Volksbewegung, die rund um den Globus Millionen Menschen auf die Straße bringt. Gegenwehr und Alternativen aber brauchen Know-How. Ohne eingehende Analysen der Entwicklung des
Weltmarktes sowie der Politik der Organisationen und Regierungen, die ihn vorantreiben, ist die Formulierung eines Gegenentwurfs nicht möglich. Deshalb entstand Ende 2001 bei Attac Deutschland die Initiative, ein Beratungs- und Forschungsgremium zu gründen: den Wissenschaftlichen Beirat. In diesem arbeiten mittlerweile weit über hundert ProfessorInnen, WissenschaftlerInnen und ExpertInnen mit. Sie vertreten ein breites Spektrum unterschiedlicher Fachrichtungen. Engagiert sind ÖkonomInnen, SoziologInnen, PolitologInnen, JuristInnen, PsychologInnen und Fachleute anderer Professionen. Ihnen gemeinsam ist die Absicht, ihre Expertise in den Dienst des globalisierungskritischen Netzwerks Attac zu stellen. Die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats sind sich grundsätzlich einig über ihre kritische Haltung zur gegenwärtigen Richtung der Globalisierung. Dies schließt Pluralismus in Methoden, Zielen und Ergebnissen sowie differierende Positionen nicht aus.
Der Wissenschaftliche Beirat versteht sich nicht als Teil von Attac, sondern als unabhängiges Gremium, das seine eigenen Einschätzungen vertritt.

Regelmäßige Veranstaltungen von ATTAC

Attac versteht sich auch als Bildungsbewegung und veranstaltet daher regelmäßig Kongresse (z.B. zu den Themen Kapitalismus, Wachstum, Kinderarmut), Sommerakademien, Internationale Universitäten und die für die Weiterbildung der Attacies gedachte Aktionsakademie. Bei allen diesen Veranstaltungen gibt es Vorträge mit renommierten WissenschaftlerInnen, Seminare, Workshops und ein Kulturprogramm. Darüber hinaus beteiligt sich Attac Deutschland an internationalen Veranstaltungen wie dem Europäischen Sozialforum und dem Weltsozialforum. Zwei Mal hat Attac bisher
eigene internationale Veranstaltungen organisiert: Die Europäische Sommeruniversität (ESU) 2008 in Saarbrücken und die European Network Academy (ENA) 2011 in Freiburg. Dort kamen mehr als 1300 Aktivistinnen und Aktivisten aus 38 Ländern zusammen. Die internationale Beteiligung war grandios; aus dem europäischen Treffen ist ein weltweites geworden. Das Attac -Netzwerk ist weiter zusammengewachsen.

ATTAC-Kampagnen und Erfolge

  • Die 11-Länder Einigung in Sachen Finanztransaktionssteuer (FTS) ist ein enormer Erfolg. Dass die Steuer jetzt trotz heftigen Widerstands der Bankenlobby kommt, zeigt, dass es mit genügend Druck von unten durchaus möglich ist, Finanzmärkte zu regulieren. Unsere jahrelange Arbeit trägt Früchte. Bei der Ausgestaltung der FTS sind allerdings noch viele Details offen. Attac wird die konkrete politische Umsetzung kritisch beobachten.
  • Der Bundesrat hat das die Steuerflucht begünstigende Steuerabkommen mit der Schweiz abgelehnt, ein Erfolg des auch von Attac Deutschland mitgetragenen Kampagnen-Bündnisses “Kein Freibrief für Steuerbetrüger.“ Den Appell des Bündnisses gegen das Steuerabkommen unterzeichneten im Internet mehr als 110.000 Menschen.
  • Zahlreiche Privatisierungsbestrebungen hat Attac verhindert. Das prominenteste Beispiel ist der bisher verhinderte Verkauf der Anteile der Deutschen Bahn. Auch lokale Privatisierungsbestrebungen in Form von „Public Private Partnership“ -Verträgen versuchen Attac-Gruppen lokal durch Bürgerbegehren zu verhindern.
  • Immer wieder gelang es Attac und weiteren Organisationen internationale Deregulierungsvorhaben zu verhindern oder deutlich abzuschwächen.
  • Ein großer Erfolg war der von Attac in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-, der Heinrich- Böll-, der Rosa-Luxemburg- und der Otto-Brenner-Stiftung veranstaltete Kongress “Jenseits des Wachstums?!”, der 2011 mit mehr als 2500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Berlin stattfand. Der enorme Andrang gerade auch junger Leute zeigt, wie sehr den Menschen die Frage nach Alternativen zu einer vom Wachstumszwang getriebenen Gesellschaft unter den Nägeln brennt. Mit dem Kongress ist es gelungen, die Kritik am Wachstumsparadigma und die Suche nach Auswegen auf die politische Agenda zu setzen. So gelingt es Attac immer wieder, kritische Diskurse zu starten.
  • Von Politik und Medien wird Attac inzwischen als wichtiger Akteur der globalisierungskritischen Bewegung wahrgenommen: Attac-VertreterInnen werden zu Hearings des Bundestages wie auch zu den politischen Talkshows von ARD, ZDF und Phönix geladen.

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