27.02.2012 - Greenpeace: Neuseeland: Protest auf Ölbohrschiff beendet
Nach 77 Stunden ist der Protest von zuletzt sechs Greenpeace-Aktivisten auf dem Ölbohrschiff Noble Discoverer am Montagmorgen (Ortszeit) von der Polizei beendet worden. Ein Polizeiteam war zuvor auf den 53 Meter hohen Bohrturm des Schiffes geklettert, um die Aktivisten festzunehmen. Sieben Greenpeace-Aktivisten waren am 24. Februar im Hafen Taranaki in Neuseeland auf den Bohrturm der Discoverer geklettert und hatten dort drei Nächte verbracht.
Eine der beteiligten Aktivistinnen, die Schauspielerin Lucy Lawless, sagte: <q>"Dieses Kapitel ist beendet, aber die Geschichte der Rettung der Arktis hat gerade erst begonnen. Sieben von uns sind auf das Schiff geklettert, aber 133.000 wieder herunter gekommen."</q>
Lawless spielt damit auf die Mitmachaktion an, die Greenpeace zeitgleich mit dem Protest der Aktivisten im Internet gestartet hatte: Mittlerweile 135.000 Unterstützer haben über eine Aktionsseite eine Protestmail an <dfn title="Ölkonzern">Shell</dfn> geschickt und den Konzern aufgefordert, seine Arktis-Pläne fallen zu lassen. <dfn title="Ölkonzern">Shell</dfn> will die Discoverer zu insgesamt drei Probebohrungen in die Tschuktschensee vor der Küste Alaskas schicken.
Lawless und die anderen Aktivisten sind nach der Feststellung der Personalien durch die zuständige Polizeibehörde in New Plymouth wieder auf freiem Fuß. Die Mitmachaktion von Greenpeace im Internet<//font> kann weiterhin unterstützt werden.
<dfn title="Ölkonzern">Shell</dfn> hat als erster großer Ölkonzern die Ölförderung in der Arktis als ein neues Kerngeschäft anvisiert. Falls die Discoverer mit ihrer Suche nach Öl Erfolg hat, wäre das der Startschuss zu einem Wettrennen zwischen den großen Ölkonzernen. Für die Arktis eine Bedrohung: Aufgrund der extremen Wetterbedingungen, der niedrigen Temperaturen und der Abgeschiedenheit ließe sich ein Ölunfall in der Arktis nicht unter Kontrolle bringen.
Ölbohrungen in der Arktis tragen zu einer Verschärfung des <abbr title="Kohlendioxid">CO2</abbr>-Problems bei und gefährden ein einzigartiges Ökosystem. Bei derzeitigem Nachfragelevel ließe sich mit den Ölreserven in der Arktis der weltweite Ölbedarf nur für einen Zeitraum von drei Jahren decken.




