Kopenhagen 2009: Für ein ganz anderes Klima- Abkommen!
AG Energie • Klima • Umwelt = EKU
Climate Justice Now!
Für ein ganz anderes Klimaabkommen
Kopenhagen-Update, Dezember 2009
Warum ist Kopenhagen ein wichtiges Attac-Thema?
Wenn in Kopenhagen die Staats- und Regierungschefs über die Zukunft des Weltklimas verhandeln,
dann ist dies auch ein Thema für Attac.
Gegen Klima-Ungerechtigkeit!
Die Industrieländer verursachen einen Großteil der Schadstoffe, die Folgen der Klimaerwärmung aber
treffen vor allem die armen und ärmsten Länder. Dort verlieren Kleinbauern ihre Ernten, Herden
verdursten und Slumbewohner sind durch Hochwasser bedroht. Das Klimachaos ist Teil der globalen
Ungerechtigkeit. Der Norden macht nun zur Bedingung für das Kyoto- Nachfolgeabkommen, dass auch
der Süden seinen Beitrag zum Klimaschutz leistet, andererseits ist er nicht bereit, die ökologischen
Schulden von über zweihundert Jahren Industrialisierung abzubezahlen. Das wären z.B. die Kosten für
Erneuerbare Energien im Süden. Und allein die Finanzierung der Anpassung dort an Dürren und
Überflutungen kostet nach UN-Berechnungen bis zu 170 Mrd. $ jährlich. Die Industrieländer bieten
momentan lächerliche 1-2 Mrd. $. So wird es kein sinnvolles Abkommen geben.
Gegen falsche Klimapolitik!
Ein Klimaabkommen müsste, um zu wirken, für die Industrieländer eine Reduzierung der
Treibhausgase von 40% bis 2020 und 80-90% bis 2050 (gegenüber 1990) vorschreiben. Die
Industrieländer überbieten sich aber im Wettbewerb um den geringsten Klimaschutz. Die Finanz- und
Wirtschaftskrise hat das Maßnahmenpaket des Möchtegern-Vorreiters Bundesrepublik ziemlich
aufgeweicht. Und selbst Obama kommt ins Schwitzen bei dem Versuch, auch nur 5% Reduktion der
Treibhausgase
(gegenüber 1990) zu erreichen. Zwar haben Obama und andere nun konkrete Zahlen
vorgelegt, aber die sind bei weitem nicht ausreichend und werden in Kopenhagen nicht verbindlich
beschlossen werden. Und faktisch stieg die globale CO2-Emission trotz aller Abkommen weiter an.
Außerdem weisen die bisherigen Klimaverhandlungen grundlegende Konstruktionsfehler auf. Um die
Emissionsziele wird willkürlich gepokert, der Verstoß gegen diese Ziele führt aber zu keinen
Sanktionen. Durch den Emissionshandel und ähnliche reine Marktmechanismen bekommt die
Finanzwirtschaft großartige Möglichkeiten zur Spekulation. Und „falschen Lösungen“ wird Tür und Tor
geöffnet. So wollen viele Regierungen ihre Verpflichtungen mit Agrotreibstoffen erfüllen, mit Atomkraft,
Eukalyptusplantagen in Entwicklungsländern oder CO2-Verklappung im Boden. Mit Klimaschutz hat
das alles wenig zu tun.
Was wollen wir erreichen?
Für ein ganz anderes Klimaabkommen!
Attac fordert deswegen ein ganz anderes Abkommen. Klimaschulden müssen von den Profiteuren der
fossilen Wirtschaft bezahlt werden. Die riesigen Konjunkturpakete dürfen nur in den sozial-
ökologischen Umbau der Weltwirtschaft investiert werden. Und weltweit muss der Umstieg auf
Erneuerbare Energien so schnell wie möglich vollzogen werden. Fossile Energieträger müssen im
Boden bleiben, Kraftwerksneubauten verboten werden. Statt ergebnislosem Klimapoker um Zahlen und
Marktmechanismen muss all dies in Kopenhagen verbindlich beschlossen werden.
Druck machen für echte Veränderungen
Wir sind überzeugt: Wir dürfen die Lösung der Klimafrage nicht den herrschenden Eliten überlassen.
Klimaschutz ist eine gesellschaftliche Auseinandersetzung – und damit nicht zuletzt eine Machtfrage.
Zusammen mit anderen Akteuren – klassischen Umwelt-NGOs, Gruppen aus dem Süden und den
radikaleren Teilen der Klimabewegung – mobilisieren wir zum Klimagipfel nach Kopenhagen um Druck
zu machen für echte Veränderungen! Mit entschlossenen und kreativen Aktionen wollen wir diese
Themen auf die Tagesordnung bringen und so für Klimagerechtigkeit streiten.
Wie mobilisieren wir?
- Attac-Aktionen im Vorfeld: Unterschiedliche Attac-Gruppen mobilisieren sowieso schon für
Klimagerechtigkeit und Kopenhagen. Die EKU-AG will vernetzen, Infos weiterleiten und Material zur
Verfügung stellen. Am 05.12. fand ein bundesweiter Aktionstag statt, an dem viele Organisationen mit
Aktionen in der Öffentlichkeit präsent waren. Auch am 12.12. sind wieder dezentrale Aktionen geplant.
Was andere Gruppen so machen, seht Ihr auf der EKU-Hompage:
www.attac-netzwerk.de/ag-eku/kopenhagen-klimagerechtigkeit/gruppen-vor-ort-aktionsideen-
berichte/
Um selber was einzustellen, reicht eine Mail an eku@attac.de
Zum Klima-Aktionstag selbst:
www.die-klima-allianz.de/klimaaktionstag/deutschland-2009
- EKU-Newsletter: Der Newsletter soll Infos an die Gruppen verteilen zu Kopenhagen und anderen
EKU-Aktivitäten (Stromkonzerne, Anti-Atom-Mobi). Er wird dazu jetzt häufiger erscheinen. Eintragen
unter: www.attac-netzwerk.de/ag-eku Dann verpasst Ihr nichts Wichtiges zu Kopenhagen mehr.
- EKU-Mobimaterial – Flyer, Postkarten, Plakat, Pinguine: Unsere Kopenhagen-Flyer sind
nachgedruckt im Shop. Postkarten (2 Motive) werden auch über den Shop verteilt. Ein Attac-
Kopenhagen-Plakat ist in Vorbereitung. Das EKU-Pinguin-Kegelspiel kann von Attac-Gruppen
ausgeliehen werden für Aktionen.
shop.attac.de/product_info.php
shop.attac.de/product_info.php
shop.attac.de/product_info.php
- ReferentInnenpool: Die EKU-AG kann den Gruppen und anderen Interessierten Referenten
vermitteln zum Thema Klimagerechtigkeit und Kopenhagen. eku@attac.de
Was passiert in Kopenhagen?
- Gegengipfel, 07.-18.12.: www.klimaforum09.org bietet viele alternative Perspektiven zur
Klimapolitik von unten. Die EKU-AG hat zwei Seminare angemeldet: am Montag, den 14.12. von 10 bis
12 Uhr „Does UNFCCC work? For a totally different climate agreement“ und am Dienstag, den 15.12.
von 16 bis 18 Uhr „Will a Green New Deal save us? Social-ecological ways out of the crisis“. Ebenfalls
im Klimaforum finden täglich 2 briefings statt: 11:00 zur Planung des Tages für Aktive, 19:00 zur Info
über alles, was in Kopenhagen "outside und inside UNFCCC" an dem Tag lief.
- Social Place, 11.12.: Am Freitag soll es ein "Social Place" geben zum Austausch für die Aktiven von
Attac Europa, die dann angereist sind. Treffpunkt wird vermutlich in den Räumen des "Klimaforum09"
sein. Der genaue Ort und die Zeit wird noch auf der EKU-Website veröffentlicht.
- Großdemo, 12.12.: Attac Europa beteiligt sich an der internationalen Demo in Kopenhagen und
organisiert einen eigenen Demo-Block mit dem Motto „Our Climate Is Not For Sale“ innerhalb des
übergeordneten Climate Justice Now!-Blocks. Mehr Infos zur Demo gibt es unter:
www.12dec09.dk/content/english
Treffpunkt des Attac-Blocks vor der Demo ist der "Main Meeting Point" am Parliament Square. Dort wird
Attac Europa durch Banner, Fahnen usw. erkennbar sein. Beginn der Demo mit Reden und Musik ist
13:00, Beginn der Strecke zum Konferenzort ist 14:00.
- europäisches Netzwerktreffen, 13.12.: Am Sonntag (13:00-15:00) haben wir ein Attac Europa-
Treffen in Kopenhagen geplant. Die einzelnen Attacs stellen sich kurz mit ihren Arbeitsschwerpunkten
vor und können sich vernetzen. Ein Schwerpunkt wird die Frage eines Europäischen Attac Klimanetzes
sein (EAN Climate Network).
Was sonst noch passiert:
- "Hit the Production", 13.12.: eine symbolische Blockade des Kopenhagener Hafens, um gegen den
klimaschädlichen Welthandel zu protestieren.
- „Reclaim Power“, 16.12.: Eine Aktion zivilen Ungehorsams, an der sicher auch Aktive von Attac
teilnehmen werden. Zum Aktionskonsens gehört Gewaltlosigkeit, die Bildung von Bezugsgruppen wird
für TeilnehmerInnen wichtig sein.
Mehr Aktionen und viele praktische Infos unter: www.climate-justice-action.org
Wie wird Kopenhagen organisiert?
- Busse: Orga der Busse nicht zentral, sondern durch die lokalen Attac-Gruppen zusammen mit
anderen Organisationen. (Bus-Leitfaden, noch von G8:
www.attac.de/heiligendamm07/media/sonstiges/Leitfaden-Busse.pdf.) Die Attac-Mitgliedsorganisation
BUND bietet eine Busbörse – ähnlich wie zur Berlin-Demo:
maps.google.com/maps/ms
Eintragungen an: international@bund.net (auch für die Bildung von Bahn-Bezugsgruppen geeignet)
- Individuelle Anreise mit der Bahn: Die Deutsche Bahn hat zum Beispiel hierfür ein kostengünstiges
Angebot: Hin- und Rückfahrt nach Kopenhagen für 89 € im Zeitraum vom 1. November bis 20.
Dezember (von allen DB-Bahnhöfen aus, inkl. ICE, 2. Klasse, unbegrenztes Kontingent, keine
Zugbindung). Diese könnt ihr unter der DB-Hotline 01805-311153 (14 Cent / Minute, Stichwort "COP
15", montags bis samstags, 8-21 Uhr) buchen.
- Wer fährt wie lange?: Die Aktionen, an denen sich Attac beteiligt in Kopenhagen gehen vom Sa.,
12.12. (Anreise 11.12.) bis Mi., 16.12. Viele Attacis u.a. werden aber wohl nicht eine ganze Woche dort
sein können. Für Leute, die nur zur Demo kommen, bietet sich vermutlich die Anreise per Bus an, wer
länger bleibt, fährt besser mit der Bahn.
- Bei Problemen an der Grenze: Entgegen mancher Gerüchte, mensch würde nur mit einem
Reisepass nach Dänemark hereingelassen, wurde uns von verschiedenen (auch offziellen) Stellen
bestätigt, dass mensch mit einer deutschen Staatsangehörigkeit nur einen Personalausweis braucht.
Wenn ihr einen Reisepass habt, kann es natürlich nicht schaden den mitzubringen.
Für Menschen, die beim Grenzübertritt Probleme bekommen, gibt es in Flensburg und Rostock
sogenannte „Grenzüberwindungspunkte“, also Gruppen die euch zur Seite stehen. Es wäre gut, wenn
Ihr kurz Bescheid gebt, was Ihr auf Eurer Anreise mitgekriegt habt, also wo was für Kontrollen
durchgeführt wurden und auch wo nicht. Nummer des Infotelefons in Flensburg: 0151 – 53610132,
Email: subtilus@nadir.org; Infotelefon in Rostock: in Rostock: 01522-4551075.
Weitere Infos unter:
subtilus.blogsport.de/klimagipfel/
grenzsolicop15.blogsport.de/flensburg/
borderwatchcop15.blogsport.de
www.climate-justice-action.org/wp-content/uploads/2009/08/border-info.pdf
- Übernachtung: Eine private Übernachtungsmöglichkeit findet sich vielleicht über New Life
Kopenhagen: www.newlifecopenhagen.com Wichtig ist sonst, dass Ihr Euch meldet, damit die
Planungen vor Ort erleichtert werden:
www.climate-justice-action.org/practical-info/let-us-know-youre-coming
Es gibt verschiedene, große Gemeinschaftsunterkünfte. Aktive des deutschen
Klima!Bewegungsnetzwerkes schlafen in der Halle „Teglhomen“ in Kopenhagen. Auch Attacies könnt
ihr dort antreffen. Die Adresse ist „Flydende By“ in der Teglholmsgade 28, auch zu erreichen mit dem
Bus Nummer 10 und der S-Bahn A.
Am besten an den Info-Punkten (am Hauptbahnhof und am Klimaforum gibt es welche) einfach
danach fragen. Siehe auch: www.klimaforum09.org/Practical-Information.
- Blog von Attac: Nicht zuletzt möchten wir euch auf unseren Kopenhagen-Blog hinweisen, auf dem
Attac-AktivistInnen vor Ort von ihren Erlebnissen berichten und Daheimgebliebene das Geschehen
analysieren: globalisierungsklima.wordpress.com
Viele wichtige, praktische Tipps findet ihr auch in den folgenden Überblickstexten:
www.climate-justice-action.org/wp-content/uploads/2009/12/ActionGuideDe_web.pdf
www.climate-justice-action.org/practical-info/copenhagen-info/
Die neusten Infos, die sich noch nach dem Verschicken dieses Updates klären, werden über die
EKU-Listen verschickt und auf unsere Website gesetzt: www.attac-netzwerk.de/ag-eku/
Wir sehen uns in Kopenhagen! Gegen Klima-Ungerechtigkeit, Heuchelei und falsche
Lösungen. Für ein ganz anderes Klimaabkommen!
Materialien:
eine Postkartenreihe zum Verteilen vor Ort
ReferentInnen der EKU-AG zu Kopenhagen und anderen spannenden Themen einladen
das „Pinguin-Kegelspiel" zum Verschicken
regelmäßig die wichtigsten Infos über unseren EKU-Newsletter (zum Eintragen siehe.
… weitere kreative Angebote sind in Arbeit und auch Eure Ideen sind willkommen!
Kommt zur Kopenhagen-Aktionskonferenz im September und zum Attac-Vorbereitungstreffen während des Herbstratschlags (s. Termine)!
Auch die Vorbereitungsgruppe der EKU-AG freut sich jederzeit über eure Mitarbeit. Schreibt uns eine Mail.
Und los geht's!
Die Zeit für einen wirksamen Klimaschutz läuft ab. Wir müssen jetzt handeln – Eine andere Energie- und Klimapolitik ist möglich!
Infos? www.attac-netzwerk.de/ag-eku/termine/
Ein Klimaabkommen mit ganz konkreten Maßnahmen!
Mitmachen? Interesse?
Wir mobilisieren zum Klimagipfel in Kopenhagen.
Kontakt: eku@attac.de
Alle wichtigen Informationen auf:
attac goes Klimagipfel
Kopenhagen,
7.–18. Dezember 2009
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