Seit 2010 hat die sogenannte Rettungspolitik systematisch die Kosten der Krise auf die europäischen Bevölkerungsmehrheiten abgewälzt. Die Austeritätspolitik
beseitigt die letzten Reste des Wohlfahrtsstaats. Gleichzeitig werden die Gesellschaften radikal im Interesse der Investoren umgestaltet. Einige wenige
profitieren davon; insbesondere im Süden Europas führt diese Politik für immer größere Bevölkerungsteile zu zunehmender Verarmung und Perspektivlosigkeit.
Um dem Zusammenbruch des sozialen Gefüges, der Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen und der Arbeitslosigkeit etwas entgegen zu setzten, versuchen soziale
Bewegungen Alternativen solidarischer Selbsthilfe zu entwickeln – für Menschen jedweder Herkunft und jedweden Aufenthaltsstatus'.

Auf politischer Ebene hat die Krisenpolitik der EU-Institutionen und Regierungen zudem zu einer Verfestigung neoliberaler Dogmen in der EU geführt und
dabei Schritt für Schritt die bürgerliche Demokratie immer weiter ausgehöhlt. Die Troika (bestehend aus EZB, EU-Komission und IWF) ist nur der offensichtlichste
Ausdruck dieser antidemokratischen und autoritären Entwicklungen. Nicht zuletzt deshalb lautete der zentrale Slogan der spanischen Indignados (Empörten) im Jahr 2011
"Reale Demokratie Jetzt!" ("Democracia Real Ya!").

Wir wollen die soziale und die politische Frage zusammenbringen: Wie könnte Demokratie neu erfunden werden – und in welchen gesellschaftlichen Praktiken könnte sie
ihre wirkliche Grundlage finden? Mit welchen Konzepten, Strategien und Organisationsformen wäre eine soziale, demokratische (und ökologische) Politik durchsetzbar?
Welche Perspektiven haben Revolten wie die Platzbesetzungen, Kampagnen, Parteien wie Syriza und Podemos und der Aufbau von Netzwerken solidarischer Ökonomie?
Welche Form und welches Programm müsste eine effektive, solidarische und demokratische emanzipatorische Politik heute haben?

In der AG arbeiten wir theoretisch und praktisch an Alternativen zur neoliberalen Politik in Europa; Kooperation und Unterstützung von
Initiativen solidarischer Ökonomie im Süden Europas sind genau so unser Mittel der Wahl, wie öffentlicher Protest.


Kooperation im Bereich solidarische Ökonomie:

Aktuell kooperieren wir mit der Initiative "Gärtner von Thessaloniki. Diese Initiative solidarischer Ökonomie organisiert Lebensmittel und Ernterückstände zur Eigenversorgung und Verteilung an bedürftige Familien. Zudem bauen Mitglieder der Initiative selbst Gemüse an und halten Bienen. Mitglider der Initiative waren zudem bei der Bewegung "Bauernmärkte ohne Zwischenhändler" aktiv und helfen bei der Versorgung von Flüchtenden. Die Initiative sieht sich als Teil des Widerstandes gegen die Austeritätspolitik der europäischen Institutionen und des IWF.

"Mehr Infos zu den "Gärtnern von Thessaloniki":
Hintergrundtext
Info-Poster
Interview

 

Treffen und Kontakt:
Treffen erfragen
Alexis Passadakis- Tel. 0170 2684445
passadakis (at) gmx.net

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