Emsland

Aktionsthema KOMPAKT

Fakten & Daten

  • ganze 7 pflanzliche Kalorien werden benötigt, um nur 1 tierische Kalorie herzustellen, d. h., statt 7 Menschen mit pflanzlicher Nahrung wird nur 1 Mensch mit fleischlicher Nahrung satt
  • im Emsland leben stĂ€ndig knapp 26 Mio. MasthĂ€hnchen in ca. 900 StĂ€llen (Stand 04/2010); weiteres GeflĂŒgel wie Legehennen etc. machen zusĂ€tzliche ca. gut 3 Mio. aus
  • der Ausbau der Mast im Emsland geht weiter: die HĂ€hnchenmastplĂ€tze sollen um weitere ca. 10 Mio. aufgestockt werden
  • bei 7 Mastzyklen je Jahr macht das zur Zeit knapp 200 Mio. schlachtreife Tiere; auf jeden EmslĂ€nder kommen so je Jahr rund 600 getötete Tiere
  • in Niedersachsen werden fast die HĂ€lfte der gesamten deutschen HĂ€hnchen produziert, und davon wiederum der ĂŒberwiegende Anteil im Emsland
  • in der Fleischproduktion ist Deutschland ein Exportland
  • es gibt Probleme in Übersee und vor Ort:


1. fĂŒr die HĂ€hnchenmast in Deutschland wird ein Großteil der Nahrung in Form von Soja aus SĂŒdamerika importiert

  • lange Verkehrswege bedeuten zusĂ€tzliche Belastungen fĂŒr die Umwelt
  • fĂŒr den Anbau von Soja werden riesige UrwaldflĂ€chen gerodet und fĂŒr immer zerstört
  • beim Anbau von Soja wird massenhaft gedĂŒngt und werden Unmengen von giftigen Pestiziden gespritzt, die Mensch, Pflanze und Tier schaden
  • Monokulturen vernichten die Artenvielfalt
  • der Anbau von Soja geschieht hĂ€ufig gentechnisch verĂ€ndert


2. die HĂ€hnchenmast geschieht vor Ort

  • die artgerechte Haltung der Tiere ist trotz Mindeststandards mehr als fraglich
  • regelmĂ€ĂŸiger Einsatz von Antibiotika in den MaststĂ€llen fĂŒhrt dazu, dass wir diese ebenfalls ĂŒber die Nahrungsmittelkette zu uns nehmen
  • neue MaststĂ€lle schaffen durch Automatisierung keine erwĂ€hnenswerten neuen ArbeitsplĂ€tze
  • die vielfach angepriesene Schaffung von ArbeitsplĂ€tzen in z. B. Schlachthöfen/Verarbeitungsbetrieben geht meist im Niedriglohnsektor vonstatten (vor allem ĂŒber Zeitarbeitsfirmen); lediglich Singles können davon ihren Lebensunterhalt sicherstellen, andere mĂŒssen zusĂ€ztlich Sozialleistungen wie Hartz IV beantragen
  • der MĂ€ster verdient meist lediglich wenige CentbetrĂ€ge je Huhn und verliert seine EigenstĂ€ndigkeit durch AbhĂ€ngigkeit von einem Großabnehmer
  • Preisdumping bestimmt die Branche, da sich vieles zentralisiert hat (z. B. durch die Marktmacht großer Lebensmitteldiscouter)
  • starke GeruchsbelĂ€stigung, Probleme bei der Entsorgung der Exkremente
  • Entwertung von Wohneigentum je nach Lage in der NĂ€he von MaststĂ€llen
  • das Emsland verliert an touristischer AttraktivitĂ€t und ist andernorts vielfach nur noch als negatives Beispiel fĂŒr industrielle Agrarregion bekannt (sog. „Emslandisierung“; die A 31 ist als "Chicken-Highway" verschrien)


3. HĂ€hnchenreste werden z. B. nach Afrika verschifft

  • der Export vernichtet ArbeitsplĂ€tze - wo z. B. vorher 5 Afrikaner durch Eigenzucht von HĂŒhnern Arbeit hatten, ist es jetzt nur noch einer
  • die KĂŒhlketten werden nicht eingehalten – ein Großteil der HĂ€hnchenreste ist mit Salmonellen verseucht und macht die Bevölkerung krank
  • die EU subventioniert den Export von HĂ€hnchenresten mit unseren Steuergeldern


Forderung von Attac-Emsland

  • EU-Subventionen fĂŒr HĂ€hnchenreste stoppen!
  • die Kommunen mĂŒssen mehr rechtliche Handhabe bekommen, um die Ansiedlung von MaststĂ€llen zu verhindern; die Handhabe, die sie haben, mĂŒssen sie allerdings konsequent nutzen (aktuelles Beispiel 04/10: Stadt Lingen)
  • die Produktionsprozesse mĂŒssen wieder regionalisiert werden


Was jeder Einzelne tun kann

  • Nutzen Sie die Empfehlungen aus dem Leitfaden fĂŒr BĂŒrgerinitiativen, Privatpersonen, Gemeinden sowie Umwelt- und TierschutzverbĂ€nde "Gegen die Errichtung von Massentierhaltungsanlagen" vom BUND hier
  • Nutzen Sie ebenfalls die Hinweise aus "Widerstand gegen Massentierhaltungsanlagen - Erfahrungen und Empfehlungen aus der Praxis" vom BUND hier
  • im Emsland bildet sich ein AktionsbĂŒndnis gegen Massenmast, weitere Infos hier
  • informieren Sie sich ĂŒber die ZusammenhĂ€nge der HĂ€hnchenmast. Fragen Sie sich: Was geschieht, bevor das Brustfilet auf dem Tisch landet? Und was geschieht mit dem Rest danach?
  • sprechen Sie mit Freunden und Bekannten ĂŒber das Thema
  • achten Sie beim Einkauf auf die Herkunft der HĂ€hnchenprodukte bzw. Produkte mit HĂŒhnererzeugnissen (Eier, Fleisch, aber auch Nudeln, SchokokĂŒsse usw.)
  • essen Sie lieber 2 x die Woche qualitativ gutes Fleisch (z. B. Bio) als 7 x die Woche billiges Fleisch (wer sich ĂŒber billiges HĂ€hnchenfleisch freut, unterstĂŒtzt beim Kauf z. B. Lohndumping und nicht artgerechte Haltung)
  • kaufen und verwerten Sie mehr ganze HĂ€hnchen
  • unterstĂŒtzen Sie Organisationen, die auf Probleme wie dieses aufmerksam machen (entweder aktiv durch ehrenamtliche Hilfe oder passiv durch finanzielle UnterstĂŒtzung)
  • ĂŒben Sie selbst Druck auf Unternehmen und EntscheidungstrĂ€ger wie z. B. die Politik aus, thematisieren Sie das Thema z. B. bei der örtlichen Gemeinde oder bei Ihrem LebensmittelhĂ€ndler

Neuigkeiten

01.01. Attac jetzt auch im Emsland!

Wer sich fĂŒr soziale Gerechtigkeit, den Umweltschutz und Frieden engagieren möchte, ist herzlich zu unseren Treffen (einmal im Monat, montags) eingeladen! NĂ€heres unter »Aktuelle Termine«.

mehr
.