Pressemitteilung zur Veranstaltung Wege in eine humane Drogenpolitik

Pressemitteilung von ATTAC Ahrweiler zur Veranstaltung "Wege in eine humane Drogenpolitik" vom 28.11.2014 im HoT Sinzig.

Unter der Schirmherrschaft der ATTAC Regionalgruppe Ahrweiler fand am 28.11.2014 im Haus der offenen Tür, Sinzig, eine gut besuchte Veranstaltung mit anschließender, lebhafter Diskussion zum Thema „Wege in eine humane Drogenpolitik" statt. Die Ausgangsfrage lautete: "Wie kann eine humane Drogenpolitik in Deutschland aussehen? Welche 
Änderungen sind möglich und nötig?". Anhand zahlreicher Statistiken und Fakten haben die Referenten nachgewiesen, dass Repressionen nicht die richtigen Antworten auf die Suchtproblematiken unserer Zeit sind. Es wurde hervorgehoben, dass Problemschwerpunkte im Umgang mit Drogen vor allem im Arbeitsleben und Schulalltag vorhanden sind und dass durch 
einen übermäßigen Drogenkonsum auch ein erheblicher volkswirtschaftlicher Schaden entsteht. Das Thema "stoffungebundene Abhängigkeiten", die gesellschaftlich immer noch unterschätzt werden, wie z.B. Spielsucht und Internetabhängigkeit, wurden ebenfalls erörtert.

Referenten waren Nicole Molzberger (ehemals Müller- Orth), MdL, Sprecherin für Verbraucherschutz und Suchtpolitik der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Wolfgang Huste, drogenpolitischer Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft "Linke Drogenpolitik in Rheinland-Pfalz" und Mitglied im Stadtrat Bad Neuenahr für DIE LINKE und Andreas Vivarelli, Sprecher der "AG Drogen und Suchtpolitik Piratenpartei Deutschland ", der für einen selbstverantwortlichen und mündigen Umgang mit psychotrophen (bewußtseinsverändernden) Substanzen eintritt. Moderatorin der Veranstaltung war Marion Morassi, medienverantwortliche Sprecherin von ATTAC AW.

Alle drei Referenten waren sich in den meisten Punkten völlig einig, insbesondere darin, dass der Jugend- und Verbraucherschutz, ebenso die Prävention durch eine breit angelegte Aufklärung über die Auswirkungen von Drogen auf den einzelnen Konsumenten und die Gesellschaft höchste Priorität hat. Andreas Vivarelli fordert: "Drogen entkriminalisieren, Prävention ausbauen und legalisieren - das sind meine Hauptforderungen. In unserer Gesellschaft wurden die Medienangebote zum Thema "Drogen" massiv ausgeweitet, das Präventionsangebot und eine neue Ausrichtung um Drogenkompetenzen leider nicht, da wurde sogar eher gekürzt. Es fehlt eine breit angelegte Aufklärung über Drogen auf einer sachlichen, wissenschaftlichen Ebene." Nicole Molzberger: "Mein Ziel ist es, das Selbstbestimmungsrecht der Menschen zu achten und gesundheitliche Risiken zu minimieren. Der Staat darf und soll – auch mit seiner Drogenpolitik – erst dann in die (Freiheits-)Rechte seiner Bürgerinnen und Bürger eingreifen, wenn es zum Schutz der Grundrechte Dritter erforderlich und verhältnismäßig ist. Drogenpolitik muss gleichzeitig Folgendes leisten: Der Entstehung von Abhängigkeiten und gesundheitlichen Schäden vorbeugen, Kinder und Jugendliche schützen und Schwerstabhängigen helfen." Wolfgang Huste ergänzte: "DIE LINKE Rheinland-Pfalz setzt sich für eine humane und rationale Drogenpolitik ein. Dazu gehören Präventions- und Informationsangebote sowie Akzeptanz orientierte, barrierefreie, therapeutische Hilfen. Der Drogenmissbrauch muss entkriminalisiert werden, damit den Konsumenten frühzeitig optimal geholfen werden kann." Die Referenten stellten heraus, dass nicht Cannabis, sondern nachweisbar die Drogen Tabak (Nikotin) und Alkohol die Einstiegsdrogen zu den "harten Drogen" sind. Das seien gleichzeitig auch die gefährlichsten Drogen der Welt, gefährlicher als Heroin,Kokain und Meth zusammen, was die jährlichen Todesfälle durch Tabak und Alkohol angehen. Wolfgang Huste fordert ein striktes Verbot von Tabak-, Alkohol- und Medikamentenwerbung in allen Medien (mit Ausnahme in Fachzeitschriften, die sich an Mediziner oder Wissenschaftler richten).

Marion Morassi fasste die Kernaussagen des Diskussionsabends wie folgt zusammen: "Drogen sind eine Alltagserscheinung, sie gehören seit Tausenden von Jahren zur menschlichen Kultur. Eine drogenfreie Gesellschaft ist und bleibt eine Illusion. Legalisierte Drogen wie Alkohol und Zigaretten sind allgegenwärtig. Vom Staat illegalisierte Drogen werden trotz Verbote gehandelt und konsumiert. Ihr Missbrauch kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden und menschlichen Tragödien führen. Ein kontrollierter, mäßiger Drogengenuss kann eine solche Fehlentwicklung verhindern. Die Einteilung in legalisierte und illegalisierte Drogen sagt nichts über deren Gefährlichkeit aus. Im Gegenteil: Nikotin und Alkohol schaden der Gesundheit weit mehr als alle illegalisierten Drogen zusammen. Wenn Drogenkonsum problematische Ausmaße annimmt, muss schnelle und unkomplizierte, kostenfreie Hilfe geleistet werden. Abhängige sind nicht kriminell, sondern weit eher krank! Wir fordern eine Drogenpolitik, in der ein Schwerpunkt auf einer sachlichen, wissenschaftlich fundierten Prävention und nicht auf Strafverfolgung gelegt wird." Alle Beteiligten wollen sich dafür einsetzen, dass Cannabis bei bestimmten Krankheiten, bei denen es keine gleichwertige therapeutische Alternative gibt, als Arzneimittel zugelassen wird. Sie plädieren dafür, dass die Straßenverkehrsordnung nicht als zusätzlicher Strafenkatalog für Drogenkonsumenten missbraucht wird. Alle drei Referenten sind sich einig: Der Cannabiskonsum muss unter definierten Bedingungen für Personen ab 18 Jahren legalisiert werden!

Veranstaltung "Nürburgringkonzept- sozial und ökologisch"

Der Nürburgring hat sich als großes finanzielles Desaster des Landes Rheinland-Pfalz herausgestellt. Millionen sind in ein Konzept geflossen, deren Zielsetzung mehr als fragwürdig einzustufen ist. Zu guter Letzt zahlen die Steuerzahler im Land die Spesen - und sind nicht einmal die Nutznießer der "grünen Hölle".

Lässt sich das "Groschengrab" einer politischen Fehlplanung noch zu einer touristischen Stärkung für die Region insgesamt führen? Warum ist eine bessere Anbindung des Nürburgringes im öffentlichen Nahverkehr notwendig? Wie können weitere Planungen für mehr Familienfreundlichkeit sorgen? 

Ort: Adenau, Hotel "Blaue Ecke"

Termin: Samstag 13. Oktober 16 bis 20 Uhr

Die Referenten sind bislang:

Wolfgang Huste, Thema: Alternativkonzept zum bestehenden Nürburgringprojekt

Joachim Vockel, Thema: Thesen und Utopien zur Nürburgring Verkehrsanbindung

Patrick Simmer, Thema: ÖPNV - bezahlbarer Freizeitverkehr an den Ring nicht nur für Autofahrer

Marion Morasi, Thema: Sozial-ökologisches Tourismuskonzept für Nürburgring und RLP

 

Die Redebeiträge sind je mit ungefähr 15 Minuten festgelegt. Die Reihenfolge der Vorträge steht nicht endgültig fest, da evtl. weitere Vorträge folgen. Die Veranstaltung wird durch die Jenny-Marx-Gesellschaft AG Ökologie, gemeinsam mit ATTAC Ahrweiler, durchgeführt

 

Attac Debatte Sommerakademie 2012

Regiogruppe Attac trifft sich zum Infostammtisch

Die ATTAC Regiogruppe Ahrweiler trifft sich am Mittwoch den 17. Oktober 2012 um 19:30 Uhr zum monatlichen Infostammtisch in den Bahnhofsstuben, Bad Neuenahr. Thema: Ergebnisse der Aktion "UMfairTEILEN" und letzte Vorbereitungen zur Veranstaltung "Nürburgring". Gäste sind wie immer herzlich willkommen.

Mitgliederversammlung der Regionalgruppe attac Ahrweiler

Die monatlichen Mitgliederversammlungen der Regiogruppe finden immer an jedem 3. Mittwoch im Monat um 19:30 Uhr, in den Bahnhofsstuben Bad Neuenahr, Hauptstrasse 58, statt.

Weitere aktuelle Veranstaltungen und Termine findet ihr unter "Termine"

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