Grundsätzlich gehört das Thema Rente in den Aufgabenbereich der AG. Zurzeit fehlen uns aber die Kapazitäten, um daran regelmäßig zu arbeiten. Wer immer uns bei der Beseitigung dieses Mangel behilflich sein will, ist herzlich willkommen.

Rente

Die permanente Verbreitung der Mythen „Demographischer Faktor“ und „es ist kein Geld mehr da“ hat dazu geführt, dass es in der Bevölkerung keine nennenswerten Proteste gegen die Einarbeitung von Kürzungsfaktoren in die Rentenformel gegeben hat. Bereits 2001 wurde der erste Kürzungsfaktor eingebaut, 2005 ein weiterer und 2012 soll ein so genannter Nachholfaktor zum Tragen kommen, wie die Große Koalition in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart hat. Dieser Faktor soll die unterlassenen Minusanpassungen nachholen, die im Nachhaltigkeitsgesetz von 2005 ausgeschlossen wurden.

Der Beschluss, das Rentenalter stufenweise auf 67 Jahre zu erhöhen, wird zu weiteren Rentenkürzungen führen. Definitiv braucht die Wirtschaft jetzt und in Zukunft keine alten und meistens ausgelaugten Mitarbeiter mehr und sie wird diese auch nicht beschäftigen. Schon heute arbeiten in 60 % der Unternehmen keine Mitarbeiter mehr die 50 Jahre oder älter sind.

Wer also früher „ausgemustert“ wird, muss zunächst seine ganzen Ersparnisse aufbrauchen, bevor er Sozialhilfeempfänger (heute ALG II-Empfänger) wird. Je nach Geburtsjahr wird er zwischen seinem 65. und 67. Lebensjahr - unter Umständen völlig verarmt - eine gesetzliche Rente erhalten, die ihm nur noch ein Leben auf genau dem selben niedrigen Niveau ermöglicht. Gerade den Jüngeren winkt eine neue Altersarmut großen Umfangs - auch weil durchgehende Berufsbiographien immer seltener werden.

Um im Alter nicht völlig zu verarmen, soll der Bürger Eigenverantwortung zeigen in dem er sich zusätzlich privat rentenversichert. Das fällt bei jahrelang nicht gestiegenen Reallöhnen den Arbeitnehmern zunehmend schwerer – nicht zu reden von den prekär Beschäftigten und den Erwerbslosen.

Wir fordern daher eine solidarische Bürgerversicherung, in die jeder Bürger – auch Beamte und Selbständige - entsprechend seiner Leistungsfähigkeit (unter Berücksichtigung von Kapitalerträgen und Mieteinnahmen) einzahlt, sowie die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze. Diese Maßnahmen führen zu mehr Geld in der Rentenkasse. Wenn dann noch die Reallöhne endlich wieder deutlich stiegen und es weniger Arbeitslose gäbe hätte die Rentenkasse kein Einnahmeproblem mehr.

Darüber hinaus halten wir bei der Umverteilung der Arbeit nicht nur die Reduzierung der Wochenarbeitszeit sondern auch die Reduzierung der Lebensarbeitszeit für unumgänglich. Menschen, die aus dem Berufsleben aussteigen wollen, sollen mit 60 Jahren eine auskömmliche Rente ohne Abschläge erhalten. Das ist finanzierbar, wenn wirklich alle Bürger zur Finanzierung der Rentenversicherung beitragen und die Arbeitgeber sich paritätisch beteiligen - eventuell mit einer Wertschöpfungsabgabe. 

Das permanente „Reformieren“ an der Rentenversicherung gegen die Interessen der heutigen und zukünftigen Rentner verfolgt nur den einen Zweck: die Lohnnebenkosten zu senken und die Arbeitgeber zu entlasten. Es handelt sich also um ein weiteres Beispiel für die Umverteilung von unten nach oben.

August 2011

Kapitalanlage privater Altersversicherer

Christian Christen hat in einem Policy Paper von November 2011 die Anlagestrategeien von Lebensversicherern, Pensionskassen und Pensionsfonds untersucht. In zahlreichen Grafiken und mit kuzem Text gibt das Papier einen sehr guten Überblick.

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