4. August 2017 - Reuven Moskowitz

pax christi trauert um den lieben Freund und Mahner Reuven Moskowitz.
Seit Jahrzehnten pflegte der jüdische Friedensaktivist zu pax christi eine treue und innige Beziehung. Der 1928 in Rumänien geborene Holocaust-Überlebende war Gast bei zahlreichen Kirchentagen und pax christi Veranstaltungen. Unzählige Reisegruppen hatten sich von Reuven Moskowitz durch die Altstadt von Jerusalem führen lassen und sich von seinen Liedern auf der Mundharmonika berühren lassen. Er selber reiste gerne in das Deutschland, das er liebte. Für ihn war dies jenes Deutschland, das sich der Verantwortung aus der Vergangenheit stellt. Seit langem war er in Sorge um die politische und gesellschaftliche Entwicklung in Israel und um die Demokratie. Immer drängender wurde seine Botschaft an die Bundesregierung und an Organisationen wie pax christi, die Siedlungs- und Besatzungspolitik der israelischen Regierung nicht mehr zu unterstützen, um beiden Völkern in Israel und Palästina eine friedliche Zukunft zu ermöglichen.
Reuven Moskowitz ist am 4. August verstorben und im von ihm mitgegründeten israelisch-arabischen Friedensdorf Neve Shalom/Wahat Al Salam beigesetzt worden.
pax christi dankt Reuven Moskowitz für seine jahrzehntelange Freundschaft und seinen unermüdlichen Einsatz für Frieden und Versöhnung.

GEDENKABEND FÜR REUVEN MOSKOVITZ
am 2. September, ab 19 Uhr in der Gethsemanekirche
Stargarder Str. 77 in 10437 Berlin
(S+U-Bhf. Schönh. Allee, Tram M1, 12)


31. MAI 2016 - RUPERT NEUDECK

Initiator, Mitbegründer, Freund
Zahlreich sind die Nachrufe zu lesen und zu hören über den Menschenfreund und radikalen Denker und Helfer Rupert Neudeck. Sein Name ist untrennbar verbunden mit Begriffen wie Flüchtlinge, Cap Anamur, Komitee, Menschenrechte oder Grünhelme. Selten wird erwähnt, wie sehr sich Rupert Neudeck seit über zehn Jahren für die Rechte der Palästinenser eingesetzt hat (*). Eindrücklich hat er daüber in seinen Büchern „Ich will nicht mehr schweigen. Über Recht und Gerechtigkeit in Palästina“ und „Das unheilige Land. Brennpunkt Naher Osten“ geschrieben, nachdem er mit seinem Freund Norbert Blüm dorthin gereist und das Unrecht vor Ort mit eigenen Augen gesehen hatte.
Rupert Neudeck war es, der uns in sein Haus in Troisdorf im Herbst 2015 einlud, um gemeinsam zu überlegen, was gegen dieses „schreiende Unrecht“ zu tun sei. In seinem Wohnzimmer, in dem schon so Vieles initiiert worden war, wurde der Grundstein für BIB gelegt. Von einem „großen Knaller“ träumte er, der die Menschen und die Politik wachrütteln sollte. „Überall, wo ich hinkomme, wird alles besser“, sagte er bei unserem letzten Treffen im Januar in Berlin. „Nur in Israel und Palästina wird alles immer schlimmer. Das müssen wir ändern.“
Dieses Vermächtnis hat er uns hinterlassen. Rupert Neudeck hat uns inspiriert, er hat uns herausgefordert und wollte nicht locker lassen. „Menschenrechte sind unteilbar und müssen für alle gelten“, so sein Credo. Dies müsse auch und gerade in Deutschland in Bezug auf Israel und die Palästinenser gelten.
Wir werden Dein Andenken durch unsere Arbeit ehren, lieber Rupert. Und werden Dich in unserer Mitte vermissen.

Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung e.V. i. Gr.

*: Auch z.B. von Heribert Prantl in der SZ vom 31.5.2016 nicht

Die Trauerfeier für Rupert Neudeck findet am 14. Juni um 11 Uhr in der Kirche St. Aposteln am Neumarkt in Köln statt.


19. Januar 2016 - Andreas Buro

Wir haben Andreas Buro verloren
Am 19. Januar haben wir den Bürgerrechtler, Politikwissenschaftler, Mentor der deutschen Friedensbewegung Andreas Buro verloren.
Andreas Buro wollte den Kurden gegen die brutale Unterdrückung und Vernichtungspolitik eine Stimme geben und setzte sich unermüdlich für die Anerkennung der elementaren Rechte der Kurden ein.

Andreas Buro kritisierte stets die in der deutschen Politik herrschende falsche Freundschaft zur Türkei und sagte schon im Jahre 1995:

„Freundschaft zur Türkei kann in dieser historischen Situation nur heißen, ihrer großen Gesellschaft aus Türken, Kurden, Armeniern, aus Moslems, Christen und vielen anderen Völkern und Religionen beizustehen, um Gespräche und Verhandlungen für das zukünftige friedliche Zusammenleben endlich beginnen zu lassen. Helfen wir alle mit, damit die Vernunft siegt, damit die seit Jahrhunderten bestehende Freundschaftsbrücke zwischen Kurden und Türken nicht weiter zerstört wird, die zivilen Kräfte sich stärken und Frieden, der Wunsch der großen Mehrheit dieser Völker, Wirklichkeit werden kann“.

 

Der Dialog-Kreis, der im März 1995 mit dem Aufruf „Krieg in der Türkei – Die Zeit ist reif für eine politische Lösung!“ einen breiten Kreis von etwa 150 prominenten Menschen aus Politik, Kultur und Wissenschaft zusammenbrachte, hat unter seiner Koordination eine kontinuierliche Friedens- und Vermittlungsarbeit sowie Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit geleistet.
Alles, was der Dialog-Kreis unter seiner Regie und Federführung gemacht und erreicht hat, bildet jedoch nur einen kleinen Teil seines Aufgabenbereiches. Zu seinem Aufgabenarsenal gehörten nicht nur die Türkei und Kurdistan, sondern eine Vielzahl weiterer Konflikte.

Prof. Dr. Andreas Buro,

  • ein Friedensaktivist, der stets versuchte, von Europa nach Asien, von Asien nach Afrika und umgekehrt Brücken zu bauen,

  • ein Friedenskämpfer, der versuchte, von Bosnien zum Kosovo, von Afghanistan zum Irak, von Türkei/Kurdistan zu Israel/Palästina, von der Ukraine zu Syrien eine andere nicht von Waffen und Gewalt diktierte und gekennzeichnete Politik zu entwickeln,

  • ein unermüdlicher, energievoller Mensch, der für eine wahre Friedenspolitik der Bundesrepublik seine Stimme erhob,

ist am 19. Januar 2016 gestorben. Ein volles Leben für Frieden und Versöhnung gegen Gewalt und Zerstörung ist zu Ende.
Wir sind in tiefer Trauer und vermissen Andreas!
Luise Schatz, Dr. Gisela Penteker, Jürgen Neitzert und Memo Şahin

Die Trauerfeier für Andreas wird am 30. Januar um 11.30 Uhr in der Trauerhalle des Hundstädter Friedhofes stattfinden.


27. September 2015 - Peter Strutynski

Peter Strutynski ist tot. Er starb an den Folgen eines Gehirntumors in der Nacht zum 27. September 2015. Für deutschsprachige Linke war er eine Institution, ein aufrechter Kämpfer gegen den Krieg. Sein jährlich stattfindender „Kasseler Friedensratschlag“ hat Lehrende und Lernende zusammengebracht. Generationen von Friedensbewegten sind durch diese einzigartige Institution gegangen, die eine antikapitalistische Denkschule im eigentlichen Sinn des Wortes war, und – so steht zu hoffen – im Gedenken an den Verstorben auch fortgeführt werden wird.
Der im Salzburger Ort Krimml im Jahr 1945 geborene Peter Strutynski lehrte Politikwissenschaften an der Universität Kassel. Von dort aus entwickelte er (zusammen mit Werner Ruf) die Webseite der AG Friedensforschung, die über die Jahre zu einer unverzichtbaren Quelle für AktivistInnen, ForscherInnen und JournalistInnen geworden ist. Strutynski hat der Nachwelt damit das wohl umfangreichste Archiv für politische Zeitgeschichte aufbereitet.
Wer Peter Strutynski persönlich kannte, musste von seiner inhaltlichen Festigkeit und organisatorischen Zielstrebigkeit beeindruckt sein.
Zusammen mit seinem pädagogischen Feingefühl hatte man einen Menschen vor sich, der seiner Analyse sicher war und dennoch in einem Maße zuhören konnte, das jene, die Dinge anders sahen oder sich in einer Materie weniger auskannten, in die Diskussion miteinbezog. Seine Fähigkeit als Kommunikator hat Strukturen und Werke geschaffen, die seinen Tod überdauern.
Der Promedia Verlag beklagt den Verlust eines Autors und Herausgebers, der nicht nur mit seinem 2013 erschienenen Buch „Töten per Fernbedienung. Kampfdrohnen im weltweiten Schattenkrieg“ eines der aktuell brisantesten Themen aufgegriffen hat, sondern auch immer zur Stelle war, wenn es um Einschätzungen oder Kontaktaufnahmen ging. Einer wie Peter kann nicht ersetzt werden. Wir trauern um ihn.
Hannes Hofbauer & Stefan Kraft
Promedia Verlag, Wien

ATTAC Aschaffenburg zum Tode von Dr. Peter Strutynski:
Unser friedenspolitischer Mentor Peter Strutynski ist in der Nacht vom 26. auf den 27.09.2015 verstorben.
Peter hat den Optimismus des Friedenskampfes gelebt. Weder die militaristische Regierungspolitik noch die Rüstungskonzerne konnten seinen Mut und seine Hartnäckigkeit brechen. Mit dem Friedensratschlag hat er der Friedensbewegung ein wissenschaftliches Vernetzungstreffen ins Leben gerufen. Er war auf Anfrage immer gerne bereit, mit seinen von analytischer Schärfe, wissenschaftlicher Gründlichkeit und ansteckendem Optimismus geprägten Vorträgen Friedensinitiativen vor Ort zu unterstützen, besonders gerne in "seinem" Bayern. So war er 2002, 2004 und 2008 zu Gast bei uns in Aschaffenburg . Peter war vor drei Jahren schwer erkrankt, doch es sah bis Februar 2015 so aus und wir hofften, er hätte die Krankheit überwunden. Seinen letzten Rundbrief erhielten wir Anfang August zum Hiroshima- und Antikriegstag. Peters Tod - ein schrecklicher Verlust in dieser so sehr von mörderischen Konflikten geprägten Zeit. Er wird uns in Erinnerung bleiben in seiner sympathischen, vitalen Art und seinem solidarischen Umgang. Wir werden in seinem Sinne weitermachen.

27.09.2015, Bundesweiter Friedensratschlag: In memoriam Peter Strutynski
28.09.2015, Nachruf von Werner Ruf: In memoriam Peter Strutynski
30.09.2015, junge Welt, Werner Ruf: Gegen das Spiel mit dem Feuer
07.10.2015, neues deutschland, Erhard Crome: Selbstloser Streiter für den Frieden
Zusammenstellung weiterer Nachrufe, Kondolenzschreiben, Leserbriefe
Zusammenstellung von Traueranzeigen


24. September 2014 - Hans Lebrecht

Stimme der Unterdrückten
Solange er schreiben konnte, hat er geschrieben: Hans Lebrecht. Beim »Neuen Deutschland« währte diese Zeit von 1957 bis 2004. Sein Credo: Partei ergreifen gegen das Unrecht der Welt und für die Unterdrückten dieser Erde. Gespeist wurde dieser Grundsatz durch die eigene Lebenserfahrung.

Genosse Hans Lebrecht ist verstorben
Der langjährige Israelkorrespondent der UZ und Autor des Buches „Die Palästinenser“, Genosse Hans Lebrecht, ist im Alter von 99 Jahren verstorben.
Ehre seinem Andenken!


17. Juli 2014 - Manni Stenner

Mani Stenner, seit vielen Jahren Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative, war für uns stets ein verlässlicher Bündnispartner. Er hatte klare Positionen, von denen aus er immer die gemeinsamen Überzeugungen betonte und den Konsens suchte. Er war mutig in der Auseinandersetzung mit der Macht und wusste, dass eine friedlichere Welt nur entstehen wird, wenn ihre Engagierten manchmal Regeln überschreiten.
Demokratischer Protest, Ziviler Ungehorsam, aber auch das engagierte und konfliktive Gespräch mit der Gegenseite gehörten für ihn zusammen. Vor allem in den Bündnissen zu den G8-Gipfeln in Köln 1999 und Heiligendamm 2007, zur Afghanistankonferenz 2011 und zu Blockupy Frankfurt 2013 haben wir in der Zusammenarbeit mit Mani viel gewonnen. Wir haben einen wichtigen Partner und klugen Mitstreiter verloren.
Attac Deutschland
Blockupy-Koordinierungskreis
erlassjahr.de
Friedens- und Zukunftswerkstatt
Greenpeace Deutschland
Interventionistische Linke
LISA ? NRW
medico international
Verdi Stuttgart
Weed


NEUIGKEITEN

23.05. - Keine Kampfdrohnen für die Bundeswehr! mehr

02.10. - Fluchtursachen beseitigen, statt Asylrecht weiter zu beschneiden mehr

11.01. - Stellungnahme von attac Deutschland zum "Friedenswinter" mehr

TERMINE

Keine Ereignisse gefunden.