Frühjahr 2011, Fukushima und Atomkraft Schluss!
Die Atomkatastrophe in Fukushima hat viele Menschen in Bewegung gebracht. Unsere Solidarität gilt den Menschen in Japan, unser Engagement hier der Abschaltung dieser menschenverachtenden Technik. Rund 40 Großdemonstrationen in 12 Wochen, das gab es so noch nicht, das war die massive Forderung nach dem Sofortausstieg. Attac hat viele Demonstrationen solidarisch mitorganisiert, auf den Hauptversammlungen der Stromkonzerne protestiert, Kampagnen gegen radioaktive Banken und gegen Atomexporte unterstützt und eigene Akzente gesetzt: www.attac.de/aktuell/anti-atom.
Durch die beharrliche Arbeit und die Stärke der Anti-Atom-Bewegung hat Schwarz-Gelb nach Fukushima die Laufzeitverlängerung, dieses unverschämte Geschenk an die Atomkonzerne, zurückgenommen. Das ist ein wichtiger Erfolg, aber nur ein erster Schritt. Denn Sofortausstieg heißt für uns eben nicht 2022 oder 2017.
Nach allen Erfahrungen geht der Atomausstieg und die Energiewende nur mit einer Entmachtung der Stromkonzerne und mit zuversichtlichem, entschiedenem Druck „von unten“.
Sofortausstieg heißt für uns:
- Vorrang für Energiesparen und dezentrale Erneuerbare Energien,
- Demokratisierung der Energieversorgung,
- Ausstieg aus der Atomkraft ohne EntschäÂdigung,
- Die Konzerne sollen für das, was sie anrichten, endlich selbst zahlen - eine angemessene Haftpflichtabgabe für Schäden und die Kosten für Atommüll und Abriss der Meiler.
„Finanzmarktkapitalismus und Atomkraft bedeuten Gewinne für wenige, Risiko und Müll für alle. Attac setzt sich ein für eine demokratische, soziale und ökologische EnergieÂversorgung.“ Mit diesem Attac-Schwerpunkt haben wir uns seit Jahren für eine ganz andere Energieversorgung eingesetzt und das werden wir auch weiter tun.
Deshalb streiten wir jetzt entschieden weiter, in Protesten vor Ort und gewaltfreien Aktionen, mit Druck auf Schwarz-gelb und die Oppositionsparteien, mit Stromwechsel, BanÂkenwechsel und Kampagnen. Dazu brauchen wir als EKU-AG Eure Unterstützung und Mitarbeit.
Da sich die Informationen in rascher Folege aktualisieren, hat Attac hierzu eine Sonderseite eingerichtet.
Diese findet Ihr hier: www.attac.de/aktuell/anti-atom
September 2010, Atomkonzerne - Schluss jetzt!
Atomkonzerne: Schluss jetzt!
Für eine klimagerechte Welt ohne Atomkraft
Spätestens seit der Katastrophe von Tschernobyl will die große Mehrheit der Bevölkerung den schnellstmöglichen Atomausstieg. Die Bundesregierung plant dagegen, die Laufzeiten der AKW drastisch zu verlängern - weit über den rot-grünen Atomkompromiss hinaus. Jetzt ist die Zeit der Anti-Atom- Bewegung. Sie kämpft für die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen und für eine demokratische, ökologische und soziale Energieversorgung.
Entgegen allem Gerede um ein zukunftsweisendes Energiekonzept geht es bei den Plänen der Regierung im Kern darum, dass RWE, E.on, EnBW und Vattenfall ihre enormen Profite weiter steigern. Denn jedes alte AKW bringt eine Million Euro Gewinn pro Tag. Offensichtlich gelingt es den Atomkonzernen, ihre Interessen direkt in den Führungsetagen des deutschen Staates durchzusetzen.
Gründe gegen die Atomenergie gibt es ja mehr als genug:
- Die Risiken der Atomkraft sind nicht beherrschbar. Mit jedem Jahr, das die Schrottmeiler länger laufen, steigt das Risiko eines Super-GAUs. In der Umgebung von AKW steigt das Krebsrisiko. Atombombenfähiges Material wird global verbreitet.
- Atommüll strahlt für Zehntausende von Jahren. Weltweit ist kein Gramm davon sicher gelagert, jetzt sollen Tausende Tonnen dazukommen. Atomtransporte fahren mitten durch die Städte. Der Uranabbau hinterläßt Mondlandschaften.
- Atomkraft schadet dem Klima. Der schnelle Ausbau von Erneuerbaren Energien wird behindert, denn die unflexiblen AKW blockieren die Netze. Weltweit trägt Atomkraft zur CO2-Einsparung fast nicht bei.
- Atomkraft ist völlig überflüssig. Obwohl viele AKW immer wieder ausfallen, wird weiter massiv Strom exportiert. Es gibt keine Stromlücke. Die Energiewende ist machbar: ohne Atomkraft, ohne neue Kohlekraftwerke.
- Laufzeitverlangerung für AKW bedeutet Zementierung der Macht der großen Energiekonzerne. Profitinteressen werden über das Wohl der Menschen gestellt. Klimagerechtigkeit bedeutet aber Neuorientierung auf sozial gerechte, ökologische, demokratisch kontrollierte Energieversorgung. In einer klimagerechten Welt ist deshalb kein Platz für Atomkraftwerke.
Zwei Auseinandersetzungen stehen jetzt im Fokus: Die Energiepolitik und die Krisenpolitik der Bundesregierung.
Finanzmarktkapitalismus und Atomenergie bedeuten Gewinne für wenige, Risiken aber für den Großteil der Bevölkerung. Zum Nutzen von Banken und Konzernen werden jetzt Systeme verteidigt, die zu sozialen und ökologischen Katastrophen führen. Für eine menschenfreundlichere Gesellschaft müssen deshalb die Stromriesen vergesellschaftet und die Großbanken entmachtet werden. Und um das zu erreichen, ist ein gemeinsamer Einsatz von sozialen und ökologischen Bewegungen nötig.
Eine soziale, ökologische, demokratische - und atomenergiefreie Energieversorgung geht nur ohne die großen Konzerne.
Wir werden nicht warten, ob die Atomkraftwerke in 10 oder in 50 Jahren abgeschaltet werden. Unser Erfolgsmaßstab ist, welche Atommeiler in nächster Zukunft abgebaut werden. Angesichts der drohenden Laufzeitverlängerung müssen wir unseren Widerstand jetzt auf vielfältige Weise sichtbar machen. Die ganz andere Energieversorgung erreichen wir nur, wenn wir aktiv für den Atomausstieg streiten.
Attac fordert:
- Sofortiger Atomausstieg statt längerer Laufzeiten!
- Kein Atommüll ins Wendland! Kein Endlager in Gorleben!
- Keine neuen Kohlekraftwerke!
- Stromkonzerne vergesellschaften, zerlegen und in kleine, demokratisch kontrollierbare Einheiten überführen.
September 2009, Die Mobilisierung der Anti-AKW-Bewegung
Das Anti-AKW-Thema ist wichtig und wird auch in den nächsten Monaten immer wieder viele Leute auf die Staße bringen. Für Attac ist es aber kein reines Umweltthema (das können andere besser), sondern auch ein sehr plastisches Beispiel für die Macht der Stromkonzerne: Gewinne für wenige, die Risiken und Folgeschäden tragen die Gesellschaft und die Umwelt.
Außerdem ist der Protest gegen die Atomkraft ein Thema, bei dem größere Mobilisierung und Bündnisse weiter möglich sind, wie der Schwung der Berlin-Demo - und die kämpferische Fröhlichkeit des Attac-Blocks dort - gezeigt haben. Die Proteste gingen weiter während der schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen, organisiert durch viele engagierte Gruppen der Anti-AKW-Bewegung.
Die großen Stromkonzerne blockieren den Atomausstieg, denn ihre alten, abgeschriebenen AKWs sind reine Gelddruckmaschinen. Der Atomausstieg ist zögerlich und politisch wieder sehr umstritten. Aber Atomkraft ist gefährlich, teuer und völlig überflüssig. Außerdem verhindert Atomkraft die dringend nötige Energiewende: weg von atomaren und fossilen Großkraftwerken - hin zur Versorgung mit dezentraler Erneuerbarer Energie.
Für eine konzernfreie, soziale, ökologische, demokratisch kontrollierte Energieversorgung! Weg von Atom und Kohle, hin zu Erneuerbaren Energien!






